Bino-Ansatz an einem Newton ?

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eberhard_ehret

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Hallo,
das Problem: Einsatz eines Bino-Ansatzes an einem Newton (z.B. 150/1200 für Mondbeobachtung) o h n e Glaswegkorrektor.

Sinnvoll? Bei einem Refraktor kann man -wenn erforderlich- den Tubus kürzen. Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es -wenn überhaupt - an einem Newton und hat jemand das schon mal gemacht ?

Im voraus bereits herzlich Dank für Tipps.
CS Eberhard
 
Hallo Eberhard,

das geht und ich hab das auch schonmal gemacht bei einem 10 Zoll F 5 Newton.
Dazu braucht man einen sehr flach bauenden Okularschlitten der zudem noch einen recht langen Verfahrweg in Richtung Hauptspiegel zuläßt, also Selbstbau.

Da ich bei meinem Newton keinen größeren Fangspiegel einbauen wollte, hatte ich bei Beobachtungen ohne GWK den Nachteil, dass ein Teil des Strahlenkegels am Fangspiegel vorbeiging.
Soweit mir erinnerlich wurde der Haupspiegeldurchmesser dabei von 254mm auf ca.230mm reduziert.

Mit GWK oder monokular wurde der Fangspiegel natürlich voll ausgenutzt.

Wenn Du sowas machen willst zeichne am besten mal den Strahlengang Deines Newton 1:1 auf. Zusammen mit dem bekannten Lichtweg vom Bino läßt sich dann schön ermitteln wo der Fangspiegel sitzen soll, wie groß er werden soll, wie nahe der Okularauszug an die Tubuswand muß usw.usw..

Bei Deinem F 8 Newton sollte das eigentlich einfacher als bei meinem zu machen sein, weil dein Strahlenkegel spitzer ist und Du somit den Brennpunkt eher weiter über die Tubuswand gelegt bekommst.

Das ganze ist nicht ganz einfach zu realisieren, aber die Beobachtung mit Bino vor allem bei niedrigeren Vergrößerungen war schon toll und total entspannt.

Gruß
Hans

 
Hallo Eberhard,

wie Hans schreibt, es geht. Fragt sich nur, zu welchem Preis. Hier weniger des Geldes wegen, sondern des Aufwands beim Basteln.

Ich setze ganz einfach die TeleVue 2x ein und erfreue mich an Planeten und kleineren Objekten, dank der Verlängerung geht kaum anderes. Alles andere bedeutet gewaltige Bastelarbeit und Umarbeitung des Teleskops, was zumindest nicht meinen Fähigkeiten entspricht.

Einfacher wäre sicherlich ein kleiner Richfielder als Refraktor mit Binoansatz, das kommt wahrscheinlich genauso teuer wie ein aufwendiger Umbau. - Aber das ist nur meine persönliche Meinung, ausgehend von meiner Bastelfaulheit.

CS
Winfried
 
Hallo Winfried,
hallo Eberhard,

der Aufwand ist eher ein zeitlicher.
Material eher weniger da Teile eines normalen OAZ und anderer
Bastelschrott durchaus verwendet werden können.

Andererseits sollte natürlich eine kleine Werkstatt zur Verfügung stehen und mit den Händen arbeiten sollte man natürlich auch können.

Vieleicht gibt es sowas auch zu kaufen, ich meine einen Okularschlitten, weiss aber keine Quelle.
Vixen hatte oder hat noch ein 130mm oder 150mm Newton mit Okularschlitten im Program. Ob der allerdings ohne Korrektor Binotauglich ist weiss ich nicht.

Gruß
Hans
 
Hallo Eberhard,

Siebert-Optics in USA bietet soweit ich weiß auch einen Korrektor mit 0-Verlängerungsfaktor an, den du mit einem normalen Bino am Newoton nutzen kannst. Ich selbst habe ein Modell gebraucht erworben mit Faktor 1,3, welcher aber nur eine kleine Öffnung hat (etwa so groß, wie die am Maxbright Bino) und daher bei langbrennweitigen Weitwinkelokularen, wie z.B. Panoptic 24mm, vignettiert. Von Baader gibt es auch ein Korrktor mit 2" Apertur und integriertem Koma-Korrektor mit Faktor 1,7x.

Grüße
Thomas
 
Hallo Zusammen,

einen Okularschlitten gibt es meines Wissens nicht einzeln, aber ein interessantes Buateil um sich einen recht hochwertigen zu bauen: http://www.astroselbstbau.de/Schlitten.htm
Gibt aber auch etliche Selbstbaulösungen, z.B.: http://www.zellix.de/selbstbau/aauszg.htm oder http://www.sternwarte-aachen.de/html/aktiv/astroak/selbstbau.html

Ein Okularschlitten hat auch bei der Beobachtung ohne Binoansatz den Vorteil daß man näher an den Fangspiegel kommt und diesen etwas kleiner auslegen kann. Allerdings kann man keine konventionelle Spinne verwenden da der Fangspiegel mit dem Okularschlitten mitfährt. Ist eine schöne Optimierungsmöglichkeit, ums basteln führt aber kein Weg herum.

Alternativ könnte man den OAZ einige Zentimeter in Richtung Hauptspiegel versetzen, den Fangspiegel mitsamt Spinne natürlich auch, und so die Fokusebene weiter aus dem OAZ herauslegen.

Viele Grüße Felix
 
Alternativ könnte man den OAZ einige Zentimeter in Richtung Hauptspiegel versetzen, den Fangspiegel mitsamt Spinne natürlich auch, und so die Fokusebene weiter aus dem OAZ herauslegen.

...oder den Hauptspiegel höher setzen.

Viele Grüße

Stefan
 
Hallo Eberhard!

Einsatz eines Bino-Ansatzes an einem Newton (z.B. 150/1200 für Mondbeobachtung) o h n e Glaswegkorrektor.

Sinnvoll?
Antwort: Nein.

Bei einem f/8-Newton zeigt ein Binoansatz bei hohen Vergrößerungen (und die willst Du ja sicher bei der Mondbeobachtung einsetzen) einen Farbfehler, der durch die Prismen des Binoansatzes erzeugt wird.

Das habe ich selber bei einem f/8 Newton getestet. Also egal, was jetzt vielleicht der eine oder andere Theoretiker schreiben wird - es ist so.

Der Glaswegkorrektor behebt diesen Farbfehler, vorausgesetzt, er ist auch ein richtiger Glaswegkorrektor und nicht eine einfache Barlow.


Bei f/8 kann ich einen Binoansatz ohne GWK bis höchstens 1.5 mm AP empfehlen und auch dort ist der Prismenfarbfehler schon gut zu erkennen, er stört bloss noch nicht besonders.
Unter 1.5 mm AP (also bei hohen Vergrößerungen) sollte man imo unbedingt einen GWK verwenden.


Gruß Harald
 
Hallo Stefan,

du hast ja bereits viel Erfahrung, für mich ist der Gedanke recht neu aber schon interessant. An meinem Truss-Dob 14,5"/4,5 wird das wohl eine größere Herausforderung sein. Ist es da nicht das einfachste, kürzere Stangen zu verwenden?

Gruß
Reinhard
 
Hallo Eberhard, ich habe deine Idee erfolgreich realisiert ! Ich habe mir einen Okularschlitten gebaut. Ein Forumuser hier in diesem Diskussionsboard gab mir diesen Tip, wofür ich ihm wirklich dankbar bin. Nachdem ich zuerst den Siebetkorrektor ausprobierte, wobei das 1X-Element überhaupt nicht funktionierte , baute ich dann also irgendwann diesen Okularschlitten. Resultat: brillianteres und auch schärferes Bild bei großem Gesichtsfeld. Mit diesem Okularschlitten komme ich mit dem Bino bis ganz an die Tubuswand ran. Mein Fangspiegel erfaßt den kompletten Hauptspiegel. Es gefällt mir auch mechanisch. Die Okulare kommen so dichter an die Tubuswand ran wodurch die Gewichtslast auf den Auszug geringer wird. Bino + 2 Okulare ist ja eh schon schwer. Falls dich meine Okularschlittenkonstruktion interessiert kann ich dir gerne Bilder zusenden wenn du mir deine Email verrätst.
Gruß Jens
 
Hallo Eberhard,

der Farbfehler eines Binos auch ohne GWK ist gering, im Bereich von zu vernachlässigbar. Jedefalls kein Vergleich mit einem zu kurz geratenen Achromaten.

Lass Dir da von irgendwelchen Theoretikern nichts erzählen.

Gruß
Hans
 
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