Bitte Diskussion 'Aufgeklebter Hauptspiegel'

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axel_f

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Hallo Selbstbauer,

ich bin beim Polieren eines 300mm f/5 Spiegels. Dabei habe ich viel Zeit, ueber die weitere Vorgehensweise nachzudenken und mache mir gerade Gedanken, ob man den Spiegel nicht auch auf eine steife Flaeche kleben kann. Natuerlich nicht vollflaechig, sondern an genau den Stellen, die Plop ausrechnet.
Bei o.g. Beispiel ist eine 18-Punkt-Lagerung vorteilhaft. Was spricht denn dagegen, diese als 18 kleinen Silikonpunkte auf eine, sagen wir CFK-Platte in eben diesen Abstaenden zu verteilen?
CFK sollte sein, damit eine temperaturabhaengige Verformung des Traegers ausgeschlossen ist und damit eine moeglichst hohe Steifigkeit bei kleinem Gewicht erreicht wird.
Beim "Aufkleben" werden zwischen Spiegel und Traeger Abstandsplaettchen gleicher Dicke gelegt, die natuerlich danach wieder entfernt werden. Bei gleichgrosser verwendeter Menge Silikon pro Punkt haben dann alle Klebestellen annaehernd gleiche mechanische Eigenschaften.
Weil ja nun die Klebestellen einen geringen Aufwand gegenueber gleich vielen Lagerpunkten bei Wippenlagerung darstellen, kann man eigetlich die Anzahl der Klebestellen fast beliebig erhoehen und sich gleich fuer 27, oder sogar fuer 54 Punkte entscheiden. Waere nicht so auch die laterale Halterung eines duennen Spiegels ausschliesslich ueber seine Rueckseite moeglich? Daher auch die steife CFK Sandwich-Platte.

Ich bitte um Diskussion der skizzierten Umstaende.
Hat etwa jemand Erfahrung damit?

Bin gespannt
Axel
 
Hallo Axel,

Erfahrungen habe ich damit nicht, ich vermute aber daß das nicht funktioniert wenn nicht Spiegel und Trägerplatte einen 100% gleichen Temperaturausdehnungskoeffizient haben. Auch Silikonblobs übertragen eine minimale Kraft, je nach Größe der Blobs genügend um den Spiegel zu verbiegen.


Viele Grüße Felix
 
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natuerlich ist der Bimetall-Effekt da.
Nehmen wir an, der Spiegel sei in seinem Mittelpunkt mit der Traegerplatte starr verbunden und habe, wegen der einfacheren Rechnung einen Radius von 100mm. Die Temperatur aendere sich nun um 10K. Wenn wir ein CFK-Sandwich haben, dass sich nicht ausdehnt, spielt die Tempereatur in unserem Anwendungsbereich keine Rolle. Borglaeser haben hingegen einen Ausdehnngskoeffizienten von ca. 3 my pro Kelvin und Meter. Das heisst, der Spiegel dehnt sich am Umfang ca. 3my aus, wenn er 10 Grad erwaermt wird.
Das sollte das Silikon vollstaendig puffern. Selbst bei vielen Blobs sollte die Kraft auf den Spiegel zu vernachlaessigen sein. Diese Kraft greift ausserdem an der Rueckseite parallel zur Flaeche an, nicht senkrecht, was ihre Wirkung weiter abschwaecht.
Gruss
Axel
 
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noch ein paar gedankliche Details zur Konstrktion.
Die Flaeche der Klebestellen muss auf der Spiegelseite so klein wie sein. Das heisst, die Blobs sind im Idealfall kleine Kegel. Damit wird die beste Federwirkung und Kraefteausgleich am Spiegel erreicht. Das sollte wohl sehr nah an eine Wippe heranreichen.
Wenn man sich wuenscht, dass die rueckseitige Aufhaengung auch die laterale Halterung des Spiegels uebernehmen soll, muessen die Klebestellen allerdings die groesstmoeliche Flaeche haben.
Daraus folgt, es muss ein Kompromiss gefunden werden.
Wie waere es denn mit vielen Silikonblobs. Sagen wir, einen pro 1-2 cm.

Gruss
Axel
 
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Ich habe meinen 254mm f5 Spiegel mit Silikon auf eine 6 Punktzelle geklebt. Bisher keine Probleme. Allerdings war das ein gebrauchter Spiegel mit einem Muschelbruch und etlichen feinen Kratzern. Das Risiko hielt sich also in Grenzen.

Edit: Meine Klebeflächen haben ca, 10mm Durchmesser und 4mm Höhe, eine Laterallagerung gibt es nicht. Ich hab mich zur Klebemethode entschlossen, weil auch bei hochwertigen Geräten der Spiegel geklebt wird, z.B. hier:
Skysensor von Ernst von Voigt

auch hier:
Meade 8 Zöller
 
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Danke Joerg fuer den Link zu Ernst von Voigt.
Den kannte ich noch nicht und ein, zwei Anregungen sind bei Ihm sicher zu holen.

Der Gewichtsvorteil ist natuerlich neben der unschlagbaren Einfachheit auch ein Argument.

Gruss
Axel
 
Hallo Axel,

ich hatte früher mal einen 12.5" Discovery-Dobson. Die kleben den Spiegel mit 3 riesigen Silikon-Flatschen auf den Halter. Der Spiegel war bei 12.5" allerdings auch ca. 50mm dick.

Viele Grüße
Rolf
 
Hallo Axel,
hier mal ein link der dich schlau machen sollte.

http://www.cruxis.com/scope/mirroredgecalculator.htm

Wenn du damit berechnest wie groß die Verformung in Horizontsicht ist, wirst du merken, warum es wohl kaum einen Dobsonbauer gibt der es so macht! Es wird nicht funktionieren zumindest nicht ohne eine Verschlechterung des Bildes. Zumindest bei 25mm Dicke, denn da sind es fast 10nm. Solltest du ca. 40-50mm Dicke haben wäre es dann schon eher machbar.
Viele Grüße, Andreas

 
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