Bitte um Hilfe für bei meinem Einstiegspaket

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markuswalter

Neues Mitglied
Liebe Astro-Cummunity,

erstmal im Voraus vielen Dank, dass Ihr uns Interessierten und Einsteiger so unter die Arme greift.
Erstmal zu meiner Person:
Mein Name ist Markus, ich bin 28 Jahre alt und komme aus der Nähe von Nürnberg.
Bisher habe ich den Himmel mit dem Fernglas beobachtet. (Dies jedoch nur willkürlich, ohne konkretes Beobachten
einzelner Objekte).

Nach einiger Recherche ist klar, mein erstes Teleskop soll ein Dobson werden.
Als guten Mittelweg zwischen Öffnung und Transportierbarkeit hätte ich mich hier für einen 10-Zöller entschieden.
Ich muss jedoch gestehen, dass ich bis dato noch durch kein Teleskop live schauen durfte, bin jedoch bereits
von der Leistung meines Fernglases (Marke TS 10x50 MX Marine von Teleskop Express) sehr beeindruckt.

Zu den einzelnen Telekopmarken konnte ich bereits einiges lesen, so dass mir inzwischen klar geworden ist, dass
hier keine großen Qualitätsunterschiede zwischen den Herstellern vorhanden sind.

Wo ich jedoch noch nicht ganz schlau geworden bin, und daher um Unterstützung bitte, ist das Thema Okulare.
Welche Staffelung wäre für einen 10 Zöller sinnvoll?
Ich dachte hierbei an folgende:
- Speers Waler 13,4mm
- Speers Waler 7,2mm (Alternativ Nagler 7mm T6 gebraucht)
- Nagler 31mm T5 (gebraucht) oder alternativ Explore Scientific 30mm 82°

Ich möchte bereits zu Beginn lieber weniger, dafür hochwertige Okulare kaufen.
Man kann ja nie wissen, ob man nicht selbst irgendwann vom Öffnungsfieber angesteckt wird
und die Okulare dann plötzlich auch an f4 funktionieren müssen.

Nun zu meinen Fragen:
- Ist diese Staffelung für den Anfang sinnvoll?
- Könnt ihr mir vielleicht eine etwas kostengünstigere Alternative für das teuere 31mm nennen (gewisse Qualitätsabstriche nehme ich natürlich hin)
- Bräuchte ich zur Planetenbeobachtung noch etwas um die 3-5mm, oder genügt zu beginn hier auch das 7,2mm
- Ist die Kluft zwischen dem 31mm und 13,4mm zu groß, bzw. würde ich hier zu Beginn etwas vermissen?
- Bei den SW-Okularen hätte ich noch die Verlängerungshülse mitgeordert, wodurch man lt. Angabe des Händlers z.B. das 7mm zu einem 4,37mm Oku umfunktionieren kann.

Noch ein paar Infos:
- Beobachtet wird hauptsächlich ausserhalb der Stadt, also unter dunklen Himmel
- Mein Budget für den Einstieg habe ich auf ca. 2.000,- festgelegt.

Ich hoffe ich habe nichts wesentliches vergessen und bedanke mich im Voraus für eure Ratschläge.

Liebe Grüße
Markus
 
Hallo Markus!

Erstmal willkommen hier im Forum.
Dein Einstiegspost zeigt, dass du einer der wenigen bist, der sich schon im Vorfeld Gedanken über seine Ausrüstung gemacht hat. Sehr löblich!

Für die visuelle Beobachtung benutze ich ebenfalls einen 10"f/5-Dobson. Du wirst ersteinmal über lange Zeit damit beschäftig sein mit einen 10"-Dobson den Himmel zu erkunden. So schnell wirst du das Bedürfniss nach mehr Öffnung nicht haben. Es gibt viel, sehr viel, zu entdecken.

Zu deinen Fragen:
Eine Faustformel sagt, dass die AP(Austrittspupille) in etwas der visuellen Grenzhelligkeit des Himmels entsprechen sollte, unter dem man am häufigsten beobachtet. Unter aufgehellten Himmel kann es sonst schnell passieren, dass feine Details im hellen Hintergrund verschwinden. Ich benutze als Übersichtsokular ein 27er Panoptik. Das Okular hat zwar "nur" 67° scheinbares Gesichtsfeld, macht aber an einen f/5-Dobson eine sehr gute Figur. Ich bin mit diesen Okular vollauf zufrieden und hatte noch nie das Bedürfnis, mir etwas "besseres" anzuschaffen. So ein 31er Nagler ist nicht nur teuer, das Teil ist riesig groß, [zensiert] schwer und du bräuchtest unter Umständen noch ein Gegengewicht für den Dobson, damit er sich nicht selbstständig vorn über nach unten neigt(und/oder auf den Boden aufschlägt).
Desweiteren nutze ich ein 14er und ein 10er SW der alten Serie. An diesen Okularen gibt es nichts auszusetzen. Für höhere Vergrößerungen habe ich noch ein 5mm Hyperion in der Kiste, das aber seeingbedingt seltener in den Einsatz kommt.
Zwischen 27mm(Panoptik) und den 14mm Speers habe ich eigentlich noch nie eine Zwischengröße vermißt. Das ist aber Geschmacksache, der eine brauchts, der andere nicht.
Deine Zusammenstellung ist also sehr gut zu gebrauchen und "zukunftssicher". Es sei nur zu überlegen, ob ein 31er Nagler wirklich unbedingt notwendig ist oder ob auch ein 27er Panoptik ausreicht, aus Sicht des Geldes und des Gewichtes.
An meinen Speers benutze ich keine Verlängerungshülsen, das geschraube nachts im dunkeln ist nicht mein Ding. Das wechseln eines Okulars geht schneller und ist einfacher zu handhaben.

Was du noch gebrauchen könntest ist ein 2"-Filter Nebelfilter, einen UHC von Astronomic zum Beispiel. Bringt viel an Emmisionsnebeln.
Und eine Sitzgelegenheit. In gebückter Haltung am Dobs zu stehen geht mit der Zeit ganz schön ins Kreuz.
Ein gutes Kartenwerk und Rotlicht sind auch Pflicht. Der DeepSky-Reiseführer(zur Information) und der dazugehörige DeepSky-Reiseatlas(als Sternkarte vor Ort) sind zu empfehlen.
Nicht zu vergessen die vielen kleinen Annehmlichkeiten, wie z.B. warme Klamotten, Futter, Thermoskanne mit heißen Tee, Fernglas und so weiter.

Mit den 10"f/5-Dobson wirst du erstmal sehr viel Zeit verbringen. Jetzt schon an mehr Öffnung zu denken ist zu verfrüht. Fahre raus ins Dunkle und fange an das Universum zu entdecken. Mit der Zeit wirst du auch lernen, immer feinere Details an den Objekten zu entdecken. Nimm dir Zeit für die Objekte, ein flüchtiger Blick bringt dir nichts als nur den ersten Eindruck. Die Details kommen mit der Zeit, je länger desto mehr.

Auf gehts ...

Grüße,
Matthias
 
Hallo Markus

Du schriebst:
Zitat von markuswalter:
Bisher habe ich den Himmel mit dem Fernglas beobachtet. (Dies jedoch nur willkürlich, ohne konkretes Beobachten einzelner Objekte).
Das solltest Du nachholen. Einige Objekte sind gerade im Fernglas besonders gut zu sehen.

Man kann ja nie wissen, ob man nicht selbst irgendwann vom Öffnungsfieber angesteckt wird und die Okulare dann plötzlich auch an f4 funktionieren müssen.
Und an welches Öffnungsverhältnis dachtest Du beim Zehnzöller? Erst durch diese Angabe kann man die von Dir ausgesuchten Okulare einordnen und Deine Fragen beantworten.

Ist die Kluft zwischen dem 31mm und 13,4mm zu groß, bzw. würde ich hier zu Beginn etwas vermissen?
Vermutlich geht es noch. Das 17-mm-Plössl zwischen seinen Kollegen mit 25 bzw. 12,5 mm Brennweite nutze ich selten.

Ich hoffe ich habe nichts wesentliches vergessen
Nur die Brennweite bzw. das Öffnungsverhältnis des Zehnzöllers.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Markus,

wenn du sagst Dobson und transportieren fällt mir als erstes dazu ein, dass du auch Hilfsmittel für die Justage von Anfang an einplanen solltest (Laser, Concenter, etc.). Du solltest die Justage des neuen Instruments am besten schon vor dem ersten Beobachtungsabend prüfen, damit es keine Enttäuschung gibt ;)

Was die Okulare angeht wäre die Vixen LVW Serie noch ein Tip. Sind zwar etwas schwerer (ca. 500g) als z.B. die Nagler T6, liefern aber auch bei f/4 noch eine gute Abbildung. Gebraucht sind sie um unter 150 Euro das Stück zu bekommen.

Hier mal eine mögliche Okularzusammenstellung (hoffe ich hab mich nicht verrechnet :)) :

Ojektiv 10" f/5
Brennweite 1270
Durchmesser 254

Okular
Brennweite Vergrößerung AP
TV Panoptik 27 47 5,4
Vixen LVW 22 58 4,4
Vixen LVW 17 75 3,4
Vixen LVW 13 98 2,6
Vixen LVW 8 159 1,6
Vixen LVW 5 254 1

CS,
Norbert
 
Hallo Matthias,

danke für deinen Beitrag. Dieser ist sehr motivierend geschrieben.
Das 27mm Panoptik werde ich mir mal anschauen.
Was hälts du von meiner Alternative mit dem Explore Scientific?
Von den Daten her ein ziemliches Preis-Leistungs-Wunder. Konnte auch nur gute Rezessionen dazu finden. Konntest du schonmal durchschauen?

Auch danke für die Tipps mit den "Drumherum"-Zubehör. Hier vergisst man schnell mal ganz essentielle Dinge.

Hallo fquadrat,
das Öffnungsverhältnis wird vermutlich f/5. Im moment tendiere ich zum Galaxy Dobson, habe mich aber diesbezüglich noch nicht festgelegt.
Ich werde die Marke des Teleskops vom besten Gesamtpaket von Seiten der Händler abhängig machen (vor allem da das mitgelieferte Zubehör ja meistens nicht praxisgerecht ist).

Hallo Norbert,
auch dir vielen Dank für deine Erfahrungen. Die LVW schauen auch preislich durchaus interessant aus.
Schön finde ich auch die Okularstaffelung (danke für die genaue Aufdröselung).
Ich möchte jedoch am Anfang nicht gleich 6 Okulare kaufen, sondern am liebsten nur 3-4. Der Rest wird dann mit der Zeit angeschafft.

Ich denke als Anfänger ist man zuerst an den populärsten Himmelsobjekten wie bspw. den Orion Neben, den Plejaden usw. interessiert.
Ich habe jedoch keine Erfahrungswerte, welche Vergrößerungen hier eingesetzt werden.
Welche Brennweiten stecken bei euch am häufigsten im Teleskop?

Vielen Dank nochmal für eure Beteiligung.

Lieber Grüße
Markus
 
Hallo Markus,

als Übersichtsoku würde ich auch ein Panoptik 35 mm in Betracht ziehen. Als Zwischengröße zu diesem bzw. 30-31mm würde ein LVW 22mm gut passen. Ich gehe mal davon aus das es sich um einen der üblichen f/4.7-f/5 Dobson handelt.
Statts Verlängerungshülse, denk mal für die hohen Vergrößerungen über ein Zoomset nach.
Denk an ein vernünftiges Behältniss für Deine Okulare!

Als Filter würde ich ein Astronomik OIII vorziehen.

Deepsky Reiseführer und Reiseatlas sind sicher ein guter Anfang und nutze ich auch noch oft.
Als zusätziches Kartenmaterial empfehle ich Dir den Triatlas A/B- Set oder Panoramaset im Copyshop auszudrucken und in Prospekthüllen einzutüten.
Drehbare Sternkarte für den ganz großen Überblick ?
Außentaugliche Mondkarte, z.B "Kleiner Mondatlas" ?
Von Oculum kommt da jetzt auch was Neues.

Telrad/Rigel zum Aufsuchen !

Baader Sonnenfilterfolie um die Sonne im Weislicht zu beobachten.

Als Sitzhilfe wird immer wieder gern ein Bügelstuhl genommen.

Als zusätzliche Bekleidung haben sich bei mir eine Fliessturmhaube für den Kopf und Kanadastiefel für die Füße bewährt.
Alles andere geht in der Regel im Zwiebelschalenprinzip mit Sachen die man schon hat.

Viele andere Sachen hat ja Matthias schon erwähnt.


Viele Grüße
Lutz
 
Hallo Markus,

[quote
Ich möchte jedoch am Anfang nicht gleich 6 Okulare kaufen, sondern am liebsten nur 3-4. Der Rest wird dann mit der Zeit angeschafft.][/quote]

Bei einem Öffnungsverhältnis f/5 würde ich folgendes empfehlen.

1. Aufsuchokular. Wenn keine Kompromisse dann das 31mm Nagler T5
2. Ein Okular um 12-13mm, 13mm Ethos, 12mm Nagler T4
3. Ein Okular um 7-8mm 8mm Ethos. Altenativ Speears Waler oder Explore Sientific

den Rest später.

Gruß
Lothar
 
Hallo Markus,
ich habe auch einen 10"f/5 -Dobson. Die am meisten genutzten Okulare sind:

36mm Hyperion zum Aufsuchen -nicht Randscharf, aber zum Aufsuchen reicht es.
Ansonsten habe ich dann fast immer das Hyperion Zoom MarkIII 8-24mm drinnen. Meistens wird im Bereich von 12-8 mm beobachtet. Hier bin ich mit der Abbildungsleistung sehr zufrieden- habe aber bisher nicht mit anderen Okularen vergleichen können. In den niedrigen Brennweiten hast du hier halt nur ein kleines Gesichtsfeld.
Für Planeten werde ich mir noch ein 5 mm Okular besorgen, denn mein 3,5 mm Nagler konnte ich bisher mangels gutem Seeing noch nicht gewinnbringend einsetzen.
Als Filter nutze ich den OIII- Filter von ICS.
Zur Justage habe ich einen Concenter. Das Ding ist unschlagbar.

Viele Grüße
Gerhard

 
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