blue_scape
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Hallo,
hier meine Eindrücke von letzter Nacht. Ist nichts Spektakuläres dabei, es war aber trotzdem ein netter Abend.
Blamables First Light
Gestern um 14:15 MESZ bin ich mit dem Galaxy (200/1200) unter'm Arm auf die Terrasse, um das First Light einzufangen. Da er gebraucht ist, war es eigentlich sein zweites erstes Mal. Der Sucher war nicht am dafür vorgesehenen Platz, aber die Sonne findet man zum Glück auch so blind. Nachdem die ganze Ausrüstung draußen war, folgte auch schon der erste Schock. Egal welche Vergrößerung ich nahm, die Sonne blieb unscharf. Also rückte ich der Optik mit Justierokular und -laser zu Leibe, doch von einer Verbesserung fehlte jede Spur. Übrigens war der rote Tubus binnen kurzer Zeit mit gelben Sprenkeln überzogen. Ich sag nur Pollenflugsaison.
Wie sich dann herausstellte, lag es tatsächlich an der fehlenden Verlängerungshülse. Oh man, das könnt ihr doch nicht mit mir machen. Und bevor die Sonne hinter den Bäumen im Garten verschwand, kam das erste scharfe Sternenlicht im Auge an. Bei 40-fach war bereits die Körnigkeit der sichtbaren Oberfläche wahrnehmbar. Im Begriff sich auf die Rückseite der Sonne zu drehen, war die aktive Region 0882. Hier waren zwei Flecken durch ein Durcheinander aus Fackelbahnen miteinander verbunden. Etwas westlich der Sonnenmitte befand sich der kleine Fleck 0880, schätzungsweise von der Größe der Erde. Das Seeing war bei hoher Vergrößerung gerade noch zu ertragen.
Ein "Hatschi-Mond"
Gegen 22:15 MESZ bin ich dann raus und mit dabei war seit langem die Kamera. Habe damit einige Stimmungsbilder vom Mond eingefangen, da dieser einen leicht angedeuteten Hof von einem Grad Durchmesser zeigte. Die helle Aureole war auffällig und scharf begrenzt; erst später wurde der Rand diffuser. Rottöne waren im schwer erkennbaren Kranz nicht sichtbar. Wahrnehmbar war nur ein Hauch von Blaugrün, der bei Abdeckung vom fast vollen Mond etwas besser hervortrat. Nun frage ich mich, wie man eine Pollenkorona von einem durch Wolken verursachten Hof mit Kränzen unterscheidet.
Auf die Schnelle habe ich mal den schärfsten Schnappschuss rausgesucht.
Um 22:29 MESZ:
Link zur Grafik: http://xs300.xs.to/xs300/06194/10.05.2006_22.29_MESZ.jpg
Jupiter und Kometenfotos
Nach "Alpha Centauri" war ich dann schließlich bis 1:25 MESZ im Garten. Der Fastvollmond näherte sich langsam aber erkennbar der Kornähre der Jungfrau. Mit dem 3,6mm Okular (333,33-fach) schwenkte ich auf Jupiter. Galileis Monde waren fein aufgereiht, aber das Seeing war überhaupt nicht brauchbar. Optimal ist anders. Mit 200-facher Vergrößerung wurden schon geringfügig mehr Strukturen in den Hauptbändern erahnbar, aber so besonders war das auch nicht. Schade.
Den Mond ließ ich ausnahmsweise links liegen und kümmerte mich um die aufsteigende Leier. Das Zielgebiet lag bei eta und theta Lyrae. Mit bloßem Auge waren die beiden noch einigermaßen gut zu sehen, aber die Grenzgröße lag eindeutig unter 5,0mag. Mond sei Dank. 73P-C hatte ich mit dem 10x50 von Meade zwar einmal versucht, aber der Schwan stand noch tief und der Meckenheimer Lichtdunst wird auch nicht hilfreich gewesen sein. Die Post geht eh bei 73P-B ab. Schnell war das Wölkchen gefunden. Selber habe ich die Helligkeit nicht bestimmt, aber sie liegt laut Beiträgen auf der Kometen-Mailingliste immer noch bei 5,3, 5,4mag.
Jetzt wo die Digitalkamera schon mal draußen war, machte ich auch ein paar Versuche das Kometenteilstück zu fotografieren. Vielleicht kriege ich aus den paar Bildern sogar eine Bewegung raus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Das Fragment näherte sich während der Fotosession dem 7,1mag hellen HD 179707. Leider wurde jedoch ohne Sucher nichts aus der B-Komponente im Okular. Nach langem Suchen gab ich schließlich auf. Außer ein paar (scheinbaren) Satelliten und Sternen im Mondlicht war nichts zu sehen.
Tja, nichts Besonderes eben und doch ist es interessant, allein die Bewegung zu verfolgen.
CS
Gruß - Nico
hier meine Eindrücke von letzter Nacht. Ist nichts Spektakuläres dabei, es war aber trotzdem ein netter Abend.
Blamables First Light
Gestern um 14:15 MESZ bin ich mit dem Galaxy (200/1200) unter'm Arm auf die Terrasse, um das First Light einzufangen. Da er gebraucht ist, war es eigentlich sein zweites erstes Mal. Der Sucher war nicht am dafür vorgesehenen Platz, aber die Sonne findet man zum Glück auch so blind. Nachdem die ganze Ausrüstung draußen war, folgte auch schon der erste Schock. Egal welche Vergrößerung ich nahm, die Sonne blieb unscharf. Also rückte ich der Optik mit Justierokular und -laser zu Leibe, doch von einer Verbesserung fehlte jede Spur. Übrigens war der rote Tubus binnen kurzer Zeit mit gelben Sprenkeln überzogen. Ich sag nur Pollenflugsaison.
Wie sich dann herausstellte, lag es tatsächlich an der fehlenden Verlängerungshülse. Oh man, das könnt ihr doch nicht mit mir machen. Und bevor die Sonne hinter den Bäumen im Garten verschwand, kam das erste scharfe Sternenlicht im Auge an. Bei 40-fach war bereits die Körnigkeit der sichtbaren Oberfläche wahrnehmbar. Im Begriff sich auf die Rückseite der Sonne zu drehen, war die aktive Region 0882. Hier waren zwei Flecken durch ein Durcheinander aus Fackelbahnen miteinander verbunden. Etwas westlich der Sonnenmitte befand sich der kleine Fleck 0880, schätzungsweise von der Größe der Erde. Das Seeing war bei hoher Vergrößerung gerade noch zu ertragen.
Ein "Hatschi-Mond"
Gegen 22:15 MESZ bin ich dann raus und mit dabei war seit langem die Kamera. Habe damit einige Stimmungsbilder vom Mond eingefangen, da dieser einen leicht angedeuteten Hof von einem Grad Durchmesser zeigte. Die helle Aureole war auffällig und scharf begrenzt; erst später wurde der Rand diffuser. Rottöne waren im schwer erkennbaren Kranz nicht sichtbar. Wahrnehmbar war nur ein Hauch von Blaugrün, der bei Abdeckung vom fast vollen Mond etwas besser hervortrat. Nun frage ich mich, wie man eine Pollenkorona von einem durch Wolken verursachten Hof mit Kränzen unterscheidet.
Auf die Schnelle habe ich mal den schärfsten Schnappschuss rausgesucht.
Um 22:29 MESZ:
Link zur Grafik: http://xs300.xs.to/xs300/06194/10.05.2006_22.29_MESZ.jpg
Jupiter und Kometenfotos
Nach "Alpha Centauri" war ich dann schließlich bis 1:25 MESZ im Garten. Der Fastvollmond näherte sich langsam aber erkennbar der Kornähre der Jungfrau. Mit dem 3,6mm Okular (333,33-fach) schwenkte ich auf Jupiter. Galileis Monde waren fein aufgereiht, aber das Seeing war überhaupt nicht brauchbar. Optimal ist anders. Mit 200-facher Vergrößerung wurden schon geringfügig mehr Strukturen in den Hauptbändern erahnbar, aber so besonders war das auch nicht. Schade.
Den Mond ließ ich ausnahmsweise links liegen und kümmerte mich um die aufsteigende Leier. Das Zielgebiet lag bei eta und theta Lyrae. Mit bloßem Auge waren die beiden noch einigermaßen gut zu sehen, aber die Grenzgröße lag eindeutig unter 5,0mag. Mond sei Dank. 73P-C hatte ich mit dem 10x50 von Meade zwar einmal versucht, aber der Schwan stand noch tief und der Meckenheimer Lichtdunst wird auch nicht hilfreich gewesen sein. Die Post geht eh bei 73P-B ab. Schnell war das Wölkchen gefunden. Selber habe ich die Helligkeit nicht bestimmt, aber sie liegt laut Beiträgen auf der Kometen-Mailingliste immer noch bei 5,3, 5,4mag.
Jetzt wo die Digitalkamera schon mal draußen war, machte ich auch ein paar Versuche das Kometenteilstück zu fotografieren. Vielleicht kriege ich aus den paar Bildern sogar eine Bewegung raus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Das Fragment näherte sich während der Fotosession dem 7,1mag hellen HD 179707. Leider wurde jedoch ohne Sucher nichts aus der B-Komponente im Okular. Nach langem Suchen gab ich schließlich auf. Außer ein paar (scheinbaren) Satelliten und Sternen im Mondlicht war nichts zu sehen.
Tja, nichts Besonderes eben und doch ist es interessant, allein die Bewegung zu verfolgen.
CS
Gruß - Nico