Hi Zusammen,
also das kann ich wieder nicht bestätigen. Ich nutze seit 2000 denselben Autoakku mit 44 Ah, normale Säurebatterie. Der Akku wird langsamst entladen und treibt in der Hauptsache meine Montierung, die unter 300mA zieht. In einigen Fällen einen Heizdraht mit 1A. Jetzt, nach 6 Jahren Betrieb, bemerke ich ein Nachlassen der Kapazität. Natürlich kann man eine solche Batterie viel schneller zugrunde richten, wenn man sie stets tiefer als 50% entlädt. Ein Bekannter der solche Teile beruflich wartet meinte dazu, der Akku nimmt vor allem eine Entladung unter 70% übel. Tja, natürlich will man nicht das Gewicht der 3-fachen benötigten Kapazität schleppen...
Der Akku ist ansonsten hundsmiserabel gepflegt. Praktisch niemals sofort nach Gebrauch aufgeladen, ab und an mal aus Vergeßlichkeit "niedergelutscht" bis auf 10,5V, usw. Er hat's mitgemacht. Ach ja, und der Akku IST Billigmurks, definitiv.
Beim Laden ist mir niemals ein Schwefelgestank vorgekommen. Natürlich muss Wasserstoffgas entstehen aber es ist in der ganzen Zeit noch nicht genug Gas entstanden, so dass Wasser hätte nachgefüllt werden müssen.
Mir ist der Akku mal umgefallen im Kofferraum - blöderweise habe ich ihn dann 3 Tage in dem Zustand vergessen und das hat sich dann dadurch gerächt dass eine geringe Menge Batteriesäure ausgelaufen ist. Ich schätze 50ml, die ich mit Aqua-Demin aufgefüllt habe. Auch das konnte die Batterie bislang nicht zu tode schocken und meinem Auto ist auch nichts passiert, da glücklicherweise nur Kunststoffteile und die Kofferraum-Einlage nass wurden. Nebenbei bemerkt, der Akku ist natürlich nur umgefallen, weil er lustig hinten im Kofferraum herumgegondelt ist. Dass er dabei auch mal ordentlich gegen die Seitenwand gerauscht ist inklusive. Tja - das Plastikgehäuse ist in Ordnung und seit dem Umfall hat der Akku eine Anti-Rutschmatte, was das Problem vollständig beseitigt. Ich kann mir von daher kaum vorstellen, wie ein Akku bei vernünftiger Behandlung auslaufen soll!
Wenn der Akku beim Laden nach Schwefel stinkt würde ich das billige (oder auch teure) Ladegerät bei Ebay reinstellen, da scheint es dann hinzugehören - oder am Akku selbst ist was defekt. Mein Bekannter meinte übrigens, es täte dem Akku ganz gut, wenn man auf die letzten drei Prozent Ladung verzichtet. Mein Ladegerät habe ich gestern mal durchgemessen. Ohne Akku ist das gar nicht möglich, da dann das Ladegerät "auf der Suche nach dem Akku" fleissig an der Spannung herumregelt. Ist der Akku dran, geht es auf 13,5V bis 13,6V. Dabei regelt es den Ladestrom ordentlich ein, so dass bei typischem Entladezustand zunächst mit 5 - 7 A geladen wird, bis schließlich gegen Ende der Ladezeit stundenlang mit sehr niedrigem (100mA) Ladestrom gearbeitet wird. Ein solches Ladegerät scheint mir empfehlenswert, auch wenn es kein Computerdisplay mit Blinken und blauer Hintergrundbeleuchtung hat - ein schlichtes Zeiger-Amperemeter tut's, dafür ordentliche Regelung.
Natürlich hat eine solche normale Bleibatterie ihre Nachteile, aber wenn ich mir die astronomische Nutzungsdauer von 6+ Jahren anschaue, dann scheint mir eine ca 3x so teure Bleigel-Batterie unnötig.
Natürlich kann es sein, dass der Stromhunger von Laptop und CCD-Equipment mit einer Bleigel-Batterie besser bedient wird, weil hier pro Abend gut mehr als 20 Ah verschlungen werden können (das genannte Beispiel war ja mit 40Ah Entladung aus einer 54Ah Batterie schon krass für die Batterie).
Clear Skies
Sven