Blei-Akkus

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Kann man Blei-Akkus oder Blei-Gel-Akkus parallel schalten?
Ich will mir nämlich eine Art Energie-Station bauen wo ich auch mein Laptop einschließen kann. Die Autobatterien für ca. 40€ sind mir aber zu teuer! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />
 
Hi,

hm, ich frage mich, wo da der Preisvorteil liegen soll. Nehme ich 4 Stück 12V mit 6Ah dann kosten die im Sonderangebot vielleicht 4x5=20 Euro, aber es sind eben auch nur 24Ah drin, während ein normaler Autoakku (nicht Gel) im Angebot für 25 Euro zu haben ist.

Clear Skies
Sven
 
Hi Pille,
klar kann man das - aber warum nicht gleich die entsprechende Ah-Zahl nehmen?z.B.Hier
Und Blei-Flies Akkus können nicht auslaufen (Säure) Autobatterien schon...
Grüße Rainer
 
Hallo Pille

Habe selber mal sowas "gebaut". Habe dafür Yuasa Bleiakkus verwendet. Der Kollege hier, der Elektroniker ist, hat fast einen Herzschlag erlitten, als ich ihm von meinem Machwerk erzählt habe.

Stell Dir vor, einer der beiden parallel geschalteten Akkus ist etwas "schlechter" als der andere, verliert also schneller seine Ladung. Der bessere Akku wird nun dauernd den schlechteren "laden", bis er selber entladen ist. Im schlimmsten Falle (defekter Akku) könnte eine ziemlich "heftige" - und zerstörerische - Entladung des noch gesunden Akkus stattfinden.

Ich habe also vor der Parallelschaltung heute sehr grossen Respekt und habe meine "Energiebox" demontiert. Man könnte allenfalls Akkus parallelschalten, wenn man entsprechende Dioden zwischenschaltet, die dann aber für den Ladevorgang wieder umgangen werden müssten (aufwändig).

Clear Skies
Hansjörg
 
Hallo zusammen,

bei den Blei-Akkus muss man zwei Typen unterscheiden. Starterbatterien, wie sie in Autos und Motorrädern verbaut sind und Blei-Akkus, die für Dauerstrom ausgelegt sind.

Die Starterbatterien sind für einen sehr hohen, aber zeitlich kurzen Strom konstruiert. Werden sie jedoch mit einem kleinen Entladestrom, wie bei den astronomischen Anwendungen, über lange Zeit belastet, bekommen die Elektrodenplatten irreversible Schäden durch Kristallisation von Bleisulfat. Man merkt das daran, daß die Kapazität immer kleiner wird. Daher sind Starterbatterien aus dem KfZ-Zbehör ungeeignet.

Viele Grüße

Reimar
 
Hi zusammen,

letztlich dürften für uns gute BleiGel-Akkus auf die Dauer der beste Weg sein, sofern es Zyklenbatterien sind.

Eine normale 54Ah-Autobatterie kann (im Laptop-Einsatz) nach ca. 10 mal Aufladen bereits so sulfatiert sein, dass sie nur noch ca. 25% Kapazität aufnimmt (gemessen mit einer ELV-Akkuladestation). Dabei betrug der 8-stündige Entladestrom ca. 5 A (70W Anschlußleistung).

Die danach beschaffte BleiGel-Batterie hielt in derselben Anwendung 5 Jahre. Beide waren von einer namhaften Batteriefabrik, also keim Billig-Murks. Der ist gegebenenfalls noch schneller platt.

Da normale Autoakkus beim richtigen Laden gasen (stinkt nach Schwefel) und auslaufen können, was wirklich fiese Löcher in allem und jedem frißt, rühre ich die Dinger nur an, wenn unvermeidbar und verwende ansonsten ausschließlich Blei-Vlies oder Blei-Gel-Batterien.

Das ist ein wenig teuerer, aber auch sicher und sauber.

CS

J.
 
Hi Zusammen,

also das kann ich wieder nicht bestätigen. Ich nutze seit 2000 denselben Autoakku mit 44 Ah, normale Säurebatterie. Der Akku wird langsamst entladen und treibt in der Hauptsache meine Montierung, die unter 300mA zieht. In einigen Fällen einen Heizdraht mit 1A. Jetzt, nach 6 Jahren Betrieb, bemerke ich ein Nachlassen der Kapazität. Natürlich kann man eine solche Batterie viel schneller zugrunde richten, wenn man sie stets tiefer als 50% entlädt. Ein Bekannter der solche Teile beruflich wartet meinte dazu, der Akku nimmt vor allem eine Entladung unter 70% übel. Tja, natürlich will man nicht das Gewicht der 3-fachen benötigten Kapazität schleppen...
Der Akku ist ansonsten hundsmiserabel gepflegt. Praktisch niemals sofort nach Gebrauch aufgeladen, ab und an mal aus Vergeßlichkeit "niedergelutscht" bis auf 10,5V, usw. Er hat's mitgemacht. Ach ja, und der Akku IST Billigmurks, definitiv.

Beim Laden ist mir niemals ein Schwefelgestank vorgekommen. Natürlich muss Wasserstoffgas entstehen aber es ist in der ganzen Zeit noch nicht genug Gas entstanden, so dass Wasser hätte nachgefüllt werden müssen.
Mir ist der Akku mal umgefallen im Kofferraum - blöderweise habe ich ihn dann 3 Tage in dem Zustand vergessen und das hat sich dann dadurch gerächt dass eine geringe Menge Batteriesäure ausgelaufen ist. Ich schätze 50ml, die ich mit Aqua-Demin aufgefüllt habe. Auch das konnte die Batterie bislang nicht zu tode schocken und meinem Auto ist auch nichts passiert, da glücklicherweise nur Kunststoffteile und die Kofferraum-Einlage nass wurden. Nebenbei bemerkt, der Akku ist natürlich nur umgefallen, weil er lustig hinten im Kofferraum herumgegondelt ist. Dass er dabei auch mal ordentlich gegen die Seitenwand gerauscht ist inklusive. Tja - das Plastikgehäuse ist in Ordnung und seit dem Umfall hat der Akku eine Anti-Rutschmatte, was das Problem vollständig beseitigt. Ich kann mir von daher kaum vorstellen, wie ein Akku bei vernünftiger Behandlung auslaufen soll!

Wenn der Akku beim Laden nach Schwefel stinkt würde ich das billige (oder auch teure) Ladegerät bei Ebay reinstellen, da scheint es dann hinzugehören - oder am Akku selbst ist was defekt. Mein Bekannter meinte übrigens, es täte dem Akku ganz gut, wenn man auf die letzten drei Prozent Ladung verzichtet. Mein Ladegerät habe ich gestern mal durchgemessen. Ohne Akku ist das gar nicht möglich, da dann das Ladegerät "auf der Suche nach dem Akku" fleissig an der Spannung herumregelt. Ist der Akku dran, geht es auf 13,5V bis 13,6V. Dabei regelt es den Ladestrom ordentlich ein, so dass bei typischem Entladezustand zunächst mit 5 - 7 A geladen wird, bis schließlich gegen Ende der Ladezeit stundenlang mit sehr niedrigem (100mA) Ladestrom gearbeitet wird. Ein solches Ladegerät scheint mir empfehlenswert, auch wenn es kein Computerdisplay mit Blinken und blauer Hintergrundbeleuchtung hat - ein schlichtes Zeiger-Amperemeter tut's, dafür ordentliche Regelung.

Natürlich hat eine solche normale Bleibatterie ihre Nachteile, aber wenn ich mir die astronomische Nutzungsdauer von 6+ Jahren anschaue, dann scheint mir eine ca 3x so teure Bleigel-Batterie unnötig.
Natürlich kann es sein, dass der Stromhunger von Laptop und CCD-Equipment mit einer Bleigel-Batterie besser bedient wird, weil hier pro Abend gut mehr als 20 Ah verschlungen werden können (das genannte Beispiel war ja mit 40Ah Entladung aus einer 54Ah Batterie schon krass für die Batterie).

Clear Skies
Sven
 
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