Hallo Konstantin,
mit einer Starterbatterie wirst du wahrscheinlich nicht lange glücklich sein. Denn diese sind nicht darauf ausgelegt im Zyklenbetrieb verwendet zu werden. Zyklenbetrieb bedeutet: der Akku wird regelmäßig in nennenswertem Maß entladen, und dann wieder aufgeladen. Die andere Betriebsart ist die die man im Auto hat: der Akku wird immer im Voll-Zustand gehalten, und niemals oder nur sehr selten nennenswert entladen.
Generell ist jede Entladung für den Bleiakku schädlich. Je tiefer, um so schlimmer. Wobei "tief" schon bei einigen 10% der Nennkapazität beginnt.
Bei den zyklenfesten Akkus gibt es im Datenblatt Diagramme, wie oft eine bestimmte Entladung erfolgen darf bis das Lebensdauerende erreicht ist. Bei guten Akkus sind das einige hundert Entladungen. Man muss aber generell aufpassen den Akku nicht tiefer zu entladen als eine bestimmte Spannung, so um die 10V.
Ein hochwertiges Ladegerät ist immer sinnvoll, sofern man nicht das Erreichen des Ladeschlusses persönlich überwacht (z.B. mit angeschlossenem Voltmeter).
Das Ladegerät muss 2 Funktionen bieten:
- Begrenzung des maximalen Stromes auf einen Akku-abhängingen Wert (z.B. 0,1 x Nennkapazität, bei einem 10Ah Akku also z.B. 1A)
- Begrenzung der maximalen Klemmenspannung auf die Ladeschlusspannung (z.B. 14,5V). Wenn weiter geladen wird kommt es zum Ausgasen, bei den wartungsfreien (geschlossenen) Akkus öffnen irgendwann auch die Sicherheitsventile.
Ich lade meine Akkus mit einem Labornetzgerät, wo man max. Spannung und max. Strom getrennt einstellen kann. Da kann man dann auch situationsabhängig entscheiden ob man schnell oder akkuschonend laden will.
Auf keinen Fall würde ich ein Billig-Auto-Ladegerät für einen Blei-Gel oder Blei-Vlies Akku verwenden.
Das heißt, wenn ich 50Ah will muss ich 100Ah kaufen?
Je nach Akku-Typ. Bei den guten zyklenfesten brauchst du das nicht. Eine von mir favorisierte Blei-Vlies Baureihe hat nach 270 vollständigen Entladungen (100%) immer noch 80% der Neu-Kapazität. Bei 50% Entladung wäre das noch nach 500 Entladungen der Fall.
Bei der Akku-Dimensionierung gehen auch noch folgende Faktoren ein:
- Temperatur bei der Entladung. Für unsere Zwecke muss man die Nennkapazität ca. 25% höher ansetzen als bei Raumtemperatur. Trotzdem muss einem klar sein dass bei Temperaturen deutlich unter 0 die Kapazität erheblich nachlässt.
- Höhe des Entladestroms. Je größer, um so mehr Kapazität geht verloren. Das ist vor allem bei kleineren Akkus wichtig, bei den größeren wird es bei den Astro-üblichen Strömen vernachlässigbar.
Man sollte auch einen Blick darauf werfen, welches der angeschlossenen Geräte bei welcher minimalen Spannung aussteigt.
Beispiel: ein Gerät braucht mindestens 11,0V. Wenn die Akku-Kapazität auf eine Entlade-Schlussspannung von 10,5V bezogen ist (diese ist entladestrom-abhängig!), kann die Akkukapazität nicht voll genutzt werden.
Dabei spielen übrigens auch die Spannungsabfälle über die Kabel, Sicherungen, Stecker etc. mit.
A propos Sicherung: egal was du machst: UNBEDINGT(!) direkt(!) an einem Akku-Pol eine Schmelzsicherung anbringen. Und so isolieren, dass nichts Metallisches vor der Sicherung freiliegt.
cs
Martin