"Bleiakku" für mobile Stromversorgung?

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smile

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Hallo!

Ich möchte mein Sammelsurium an Instrumenten auch mal in die "Wildniss" karren um nicht immer nur neben einer Laterne auf der Veranda zu stehen. Kann ich dafür einen simplen Bleiakku, wie ich ihn z.B. bei ATU keine Werbung bekommen könnte, verwenden?

Und ist in diesem Sinne jeder Bleiakku ein Bleiakku, oder muss ich genau aufpassen, welches Ladegerät ich dafür besorge? Ich würde den Akku nämlich gerne zu Hause an der Steckdose wieder aufladen können.

Ich möchte an dem Akku
  • eine auf zwei Achsen motorisierte SP-DX (mit zwei Geschwindigkeitsstufen)
  • einen Laptop über einen Spannungswandler auf 19V 90W
  • eine DSLR mit Knickohrs Spannungswandler
  • evlt. noch ein Rotlicht
betreiben.

Herzliche Grüße
Konstantin
 
Sorry,
ich schon wieder :-) ...

Jede Campingbatterie mit entsprechendem Ladegerät wird ihren Dienst tun.

Eine Camping- oder Bootsbatterie ist für länger dauernden Betrieb leicht anderes gebaut als eine Autobatterie.

Rechne Dir doch alle Deine Ströme (ich schätze mal für Dich) zusammen:
- Monti = 2A
- Laptop = 5A
- Kamera = 2,5A
- sonstiges + Reserve = 2A
Summe ca. 12 Ampere

Also pro Stunde 12A (= 12Ah) - jetzt musst Du sagen wie lange Du draußen frieren willst, also z.B. 6h Das macht dann 75Ah als Batterie"größe".

Schau mal im Bootszubehör oder - vielleicht billiger - im Campingzubehör. Da gibts sicher was in dem Rahmen.

Gruß
Ernie
 
Hallo Konstantin,

da möchtest Du ja schon eine ganze Menge dranhängen!
Die Montierung läuft sicher auch problemlos mit einer Autobatterie. Den Rest würde ich nicht an so eine Starterbatterie hängen. Denn die ist nicht dafür gemacht, über lange Zeiträume, gleichmäßig STrom abzugeben.
Dafür taugen Camping- oder Bootsbatterien. Das sind Blei-Gel- oder Blei-Fliess-Batterien, die genau dafür gemacht werden. Dafür taugen sie nicht als Starterbatterien.
Eine gute Quelle ist z.B.: http://www.yachtbatterie.de/batterien/verbraucher/agm/effekta.shtml
Und dann musst Du natürlich gucken, wieviel Leistung die Geräte fressen. Lappi und z.B. eine Taukappenheizung ziehen ordentlich.
Auf der verlinkten Seite kannst Du Dich auch gut über die Ladetechnik informieren.
Ich verwende eine 80Ah-AGM-Batterie und seitdem ist das "Licht auf'm Acker" nicht mehr ausgegangen. Trotz Montierung, CCD-Kamera, Taukappenheizung und Laptop! Mein Ladegerät ist ein Ctek 7000, welches die Ladekannlinie für die Verbraucherbatterie problemlos beherrscht.

Viele Grüße

Thomas
 
Diese sog. Verbraucherbatterien scheinen alle doppelt so teuer zu sein, wie die Starterbatterien. Und auf der von Thomas verlinkten Seite steht, dass die Batterie nur bis zu 50% entladen werden darf, versteh ich das richtig? Das heißt, wenn ich 50Ah will muss ich 100Ah kaufen?

Und gibt es auch günstigere Ladegeräte als den besagten Ctek 7000? Worauf sollte ich auf jeden Fall achten?

Gruß
Konstantin

PS: Was passiert wenn ich trotzdem eine Starterbatterie verwende?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nichts passiert wenn Du eine Starterbatterie nimmst - auch das funktioniert.

Allerdings ist die Starterbatterie mit Säure gefüllt, das solltest Du beim Transport und bei der Lagerung beachten.

Auch drann denken, das bei der Ladung Wasserstoff frei werden könnte.
Wasserstoff ist KNALLGAS - einfach nur für Belüftung sorgen !

Dann würde ich ein spezielles Blei-Ladegerät kaufen.
Kosten zwischen 15, - und 35,- Euro !
Wichtig ist hier, dass diese Ladegeräte die Batterie eher nicht gasen lassen !
Die Ladegeräte kriegst Du im Auto- und im Mottorad-Zubehörhandel und bei z.B. Conrad etc.
Im Text wird explizit darauf hingewiesen, das das Ladegerät eine bestimmte Spannung nicht überschreitet !

Nicht nehmen würde ich ein billiges Ladegerät was eine Blei Batterie schnell läd, aber die Batterie dabei zum kochen bringt.

mfg
Roland

 
Hallo Konstantin,

mit einer Starterbatterie wirst du wahrscheinlich nicht lange glücklich sein. Denn diese sind nicht darauf ausgelegt im Zyklenbetrieb verwendet zu werden. Zyklenbetrieb bedeutet: der Akku wird regelmäßig in nennenswertem Maß entladen, und dann wieder aufgeladen. Die andere Betriebsart ist die die man im Auto hat: der Akku wird immer im Voll-Zustand gehalten, und niemals oder nur sehr selten nennenswert entladen.

Generell ist jede Entladung für den Bleiakku schädlich. Je tiefer, um so schlimmer. Wobei "tief" schon bei einigen 10% der Nennkapazität beginnt.

Bei den zyklenfesten Akkus gibt es im Datenblatt Diagramme, wie oft eine bestimmte Entladung erfolgen darf bis das Lebensdauerende erreicht ist. Bei guten Akkus sind das einige hundert Entladungen. Man muss aber generell aufpassen den Akku nicht tiefer zu entladen als eine bestimmte Spannung, so um die 10V.

Ein hochwertiges Ladegerät ist immer sinnvoll, sofern man nicht das Erreichen des Ladeschlusses persönlich überwacht (z.B. mit angeschlossenem Voltmeter).

Das Ladegerät muss 2 Funktionen bieten:
- Begrenzung des maximalen Stromes auf einen Akku-abhängingen Wert (z.B. 0,1 x Nennkapazität, bei einem 10Ah Akku also z.B. 1A)
- Begrenzung der maximalen Klemmenspannung auf die Ladeschlusspannung (z.B. 14,5V). Wenn weiter geladen wird kommt es zum Ausgasen, bei den wartungsfreien (geschlossenen) Akkus öffnen irgendwann auch die Sicherheitsventile.

Ich lade meine Akkus mit einem Labornetzgerät, wo man max. Spannung und max. Strom getrennt einstellen kann. Da kann man dann auch situationsabhängig entscheiden ob man schnell oder akkuschonend laden will.

Auf keinen Fall würde ich ein Billig-Auto-Ladegerät für einen Blei-Gel oder Blei-Vlies Akku verwenden.

Das heißt, wenn ich 50Ah will muss ich 100Ah kaufen?
Je nach Akku-Typ. Bei den guten zyklenfesten brauchst du das nicht. Eine von mir favorisierte Blei-Vlies Baureihe hat nach 270 vollständigen Entladungen (100%) immer noch 80% der Neu-Kapazität. Bei 50% Entladung wäre das noch nach 500 Entladungen der Fall.


Bei der Akku-Dimensionierung gehen auch noch folgende Faktoren ein:
- Temperatur bei der Entladung. Für unsere Zwecke muss man die Nennkapazität ca. 25% höher ansetzen als bei Raumtemperatur. Trotzdem muss einem klar sein dass bei Temperaturen deutlich unter 0 die Kapazität erheblich nachlässt.
- Höhe des Entladestroms. Je größer, um so mehr Kapazität geht verloren. Das ist vor allem bei kleineren Akkus wichtig, bei den größeren wird es bei den Astro-üblichen Strömen vernachlässigbar.

Man sollte auch einen Blick darauf werfen, welches der angeschlossenen Geräte bei welcher minimalen Spannung aussteigt.
Beispiel: ein Gerät braucht mindestens 11,0V. Wenn die Akku-Kapazität auf eine Entlade-Schlussspannung von 10,5V bezogen ist (diese ist entladestrom-abhängig!), kann die Akkukapazität nicht voll genutzt werden.
Dabei spielen übrigens auch die Spannungsabfälle über die Kabel, Sicherungen, Stecker etc. mit.

A propos Sicherung: egal was du machst: UNBEDINGT(!) direkt(!) an einem Akku-Pol eine Schmelzsicherung anbringen. Und so isolieren, dass nichts Metallisches vor der Sicherung freiliegt.


cs
Martin
 
Moin Konstantin!

Neben den ganzen guten Tips zum Akku solltest Du Dir auch folgendes überlegen: Muß wirklich jeder Stromfresser mit? Muß jeder Steromfresser die ganze Zeit laufen? Welches der Geräte kann auf "eigenem" Strom laufen, um den Hauptakku zu entlasten? Wäre es nicht besser, die Stromversorgung sogar auf mehrere Quellen aufzuteilen? Wenn die einzige ausfällt, ist nämlich für alle Verbraucher Feierabend (Modell Manhattan... ;) ).

Vor Einsatz im Feld sollte man auch wenigstens einigermaßen einschätzen, was an Strom verbraucht wird, klar. Das kann man durchaus mit einem Multimeter selber messen.
Besonders der Laptop mit seinem Spannungswandler (Wirkungsgrad?) stört mich. Muß es der 17"-Bildschirm sein - wie hält der eigentlich die Kälte aus? - mit Riesen-Grafikkarte oder reicht nicht sogar ein Netbook, daß von sich aus auf extrem niedrigen Stromverbrauch ausgelegt ist? Außerdem laufen die u.U. sogar von sich aus schon mit 12 Volt, brauchen also keinen stromfressenden Wandler.
Andere Kleingeräte - das Rotlicht und ggf. ein Fön - können auch auf eigenem Batteriestrom laufen.
 
Hallo Liebe Leute,

herzlichen Dank für Eure sehr ausführlichen Antworten. Ich werde darüber noch etwas grübeln, bevor ich mich zu irgendetwas entschließe.

Winnie (Micha?) hat natürlich ein wichtiges Thema angesprochen. Muss wirklich jeder verbraucher mit? Nun die SP-DX muss mit, die Kamera auch. Das mit dem Laptop ist schwierig. Muss nicht unbedingt mit, aber es ist schon praktisch alle Eintellungen an der Kamera vornehmen zu können, ohne das Teleskop anfassen zu müssen. Zudem kann man auf Monitorauflösung vor allem den Fokus viel besser beurteilen als am Kameradisplay. Außerdem hab ich damit einen Sternatlas dabei, was ich angenehmer und praktischer finde, als meine Kosmos-Sternkarte. Ob es wirklich 16V sein müssen? Ich weiß es nicht. Der Akku von dem Teil (hat zwar längst den Geist aufgegeben) lieferte 10.8V, hatte um die 5200mAh und hielt für etwa 3-4 Stunden den Laptop am laufen.


Liebe Grüße
Konstantin
 
Moin Konstantin!

Ihr Astro-Fotografen habt Sorgen - das eine, was man will, das andere, was man kann! Entweder man schleppt haufenweise Akkus mit rum (oder holt sich gleich ein Notstrom-Aggregat) oder man verzichtet eben auf die eine oder andere Annehmlichkeit.

Nicht persönlich gemeint: Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis der Erste seinen 50"-1080p-Moni mit rausschleppen will, um seine Fotos zu checken... ;-)
 
Hallo Micha,

klar sieht man auf dem 50!"-Monitor besser als auf dem Netbook...
Ich benutze momentan ein 15"-Notebook. Probleme mit Kälte habe ich noch nie gehabt, mit dem Strom schon...
Es soll ja auch Leute geben, die "beobachten" aus dem warmen Wohnzimmer oder sogar komplett robotisch! Mir würde da das Naturerlebnis ganz allgemein fehlen. Auch das ist für mich wichtig und purer Spaß.
Es tut auch gut, manchmal den stromhungrigen Fotokrempel zu Hause zu lassen und mit einem 10"-Dobson "nur" visuell unterwegs zu sein.

Viele Grüße

Thomas,

der hofft, dass es in diesem Jahr überhaupt noch mal möglich sein wird, Sterne zu sehen, ob mit oder ohne Strom!
 
/*
Nicht persönlich gemeint: Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis der Erste seinen 50"-1080p-Moni mit rausschleppen will, um seine Fotos zu checken... ;-)
*/

Hüstel .... ich sag jetzt mal nicht was ich da so auf dem Feld aufbau ;-)

Wegen der Akkus. Ich nutze Akkus für USVs das sind die üblichen Gel-Akkus.

KFZ-Bleiakkus gehen natürlich aaaber, dann wirklich überdimensionieren, wenn die regelmäßig leerlaufen, hast Du nicht lange Freude dran. Die Teile (zumindest die einfache günstige Variante, die einem im Baumarkt entgegengeschmissen wird) sind nicht gedacht oft leerzulaufen. Das sind nur ein paar Dutzend (!!!) Vollentleerungen und dann geht die Kapazität schon merklich zurück. Das ist wiklich enorm, wer mal wie ich eine Zeit lang mit kaputter Lichtmaschine rumfuhr ("des passt scho, ich lad ja über nacht nach") kennt das, nach ein paar Wochen war der brandneue Akku hin ... hab dann ein bischen nachgeforscht und eben dies herausgefunden.

Beim Ladegerät auf ordentliches zurückgreifen (elektronische Ladungsregelung). Diese uralten Teile bestehend aus kiloschwerem Trafo und einem sinnigen Billigamperemeter die immer noch in Garagen hausen, gehören verboten. Muß deswegen nicht teuer sein. Das alljährlich in den Discountern wiederkehrende längliche Gerät ist z.B. durchaus nicht so schlecht wie mann meinen könnte.

nv
 
Hi Zusammen,

tja, die Robustheit dieser Autoakkus, bei denen man ja auch Gel bekommen kann, ist bei miesester Pflege eigentlich dennoch erstaunlich.
Man sollte da abwägen, auch ob des Wetters, ob wirklich die Zyklenzahl oder das Kaputtstehen den Akku erledigt. Ist dann eine Kostenfrage.
Eine Idee von unserem Akkuexperten (durch Pflege von z.B. Notstromakkus für medizinische Geräte) ist ein Ladeanschluss im Kofferraum, so dass der Astro-Akku schon auf dem Heimweg wieder geladen wird und eben auch dauernd voll gehalten wird. Allerdings empfiehlt er, auf die letzten 5% Kapazität beim Aufladen zu verzichten - in dem Bereich leidet der Akku durch's Laden.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Konstantin,

ich bin sehr selten Unterwegs und deswegen habe ich mir keine größe Akku für diese Zweck gekauft, weil die dann zu 98% zu hause in der Garage vorsich gammeln wurde.

Für meine Monti benutze ich 6 X Mono Ansmann 10.000 mAh Nimh Akkus. Als reserve habe ich noch 6 X Ansmann 8500 mAh maxE die über längere Zeit die Ladung halten können. Das sind die normale Nimh Akkus allerdings nicht billig. Die nutze ich aber auch zuhause für den Spielzeug meines Sohnes.

Für mein Laptop habe ich eine zweite Akku dabei.
Für meine Canon Eos habe ich ebenso eine reserve Akku.

Damit kann ich LOCKER 4 Stunden drausen bleiben.

Die Monti verbraucht zu 70% max 1 Amper nur wenn ich mit beide Motoren schnell auf dauer drehe steigt der Verbrauch.

Laptop ist auch nicht die ganze Zeil an, sondern ofter in Standby. Ebenso Die Eos schaltet schnell die Anzeige aus.

Zur Not kann ich immer im Auto nachladen.

Für Nimh Akkus ist es halt noch ganz wichtig ein gutes Ladegerät zu besitzen dann halten die Auch eine Ewigkeit.

Gruß,
Igor
 
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