Blöder Wetterbote...

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ubit

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Hi zusammen,

nachdem der Wetterbote für diese Nacht heiter bis wolkig angesagt hat, dachte ich mir: Wolken? Dann lohnt es nicht nach Sonsbeck zum Beobachtungsplatz zu fahren.

Als aber gegen 22:30 Uhr immer noch klarer Himmel war, habe ich immerhin den Dobson auf die Terrasse gestellt.

Durchsicht war super. Seeing auch. Da die Terrasse nach Osten geht lag es nahe sich mal etwas eingehender mit Saturn zu beschäftigen. Traumhafte Bedingungen! Mit meine Speers Waler Zoom samt Zwischenringen dürfte ich auf irgendwas um die 3,5 mm Brennweite kommen, also ca. 350fache Vergrößerung am 10" f/5. Und die waren heute Nacht problemlos nutzbar. Saturn gestochen scharf auch bei höchster Vergrößerung. Nur ganz selten mal für kurze Momente verschwommen. Zum allerersten Mal ist es mir gelungen am Ringplaneten Strukturen zu erkennen. Naja - zumindest ein dunkles Band über (im Okular) den Ringen. Bei der guten Sicht wirkte der Planet insgesamt sehr plastisch.
Besonders nett anzuschauen waren Dione und Rhea die um Mitternacht herum praktisch symmetrisch zum Planeten standen und leicht zu sehen waren. Titan war natürlich auch kein Problem. Nach einigen Versuchen gelang es mit auch Iapetus zu erhaschen. Zunächst nur indirekt.
Insgesamt habe ich mich sehr lange mit dem Herrn der Ringe beschäftigt, meine Okularpalette durchprobiert und auch etwas mit den Filtern gespielt. Die Filter haben aber wenig gebracht. Nur zu Anfang der Beobachtung als das Seeing noch nicht sooo optimal war brachten UHC und OIII deutlich mehr Ruhe ins Spiel - aber ohne die Erkennbarkeit von Oberflächendetails zu verbessern. Das variable Polfilter brachte leider auch nichts.

Zwischendurch zur Erholung ging es dann zu M44. Einfach Wahnsinn im TS WA 38. Wobei das Okular bei so großen Objekten deutlich an seine Grenzen stößt (Randunschärfe).

Jetzt sollte es auf Kugelsternhaufen gehen. Mehr aus sportlichem Ehrgeiz als um ernsthaft zu beobachten. Schließlich ist der Himmel bei mir im Zenit etwa fst 4-4,5, Richtung Osthorizont geht es Richtung Mag 0-1...

Das Telrad ist bei solchen Bedingungen fast nutzlos - also musste ich mich im Starhopping üben. Zunächst M3. Der Kugelsternhaufen stand gegen 0:30 Uhr praktisch senkrecht über Arkturus. Es hat trotzdem eine Weile gedauert bis ich ein kleines nebliges Wölkchen im 38er erblicken konnte. Egal mit welchem Okular: Bei diesen Bedingungen blieb es beim Wölkchen. Bei einer Höhe von ca. 30° stand das Objekt aber auch schon in der Dunstglocke des Ruhrgebiets.

Ähnlich erging es mir mit M53. Fast auf gleicher Höhe wie M3 (etwas tiefer) musste ich auch eine Weile suchen bis ich das Nebelfleckchen endlich sichten konnte. Auflösung natürlich wieder unmöglich.

Zwischendurch habe ich immer mal wieder einen Blick auf Saturn geworfen. Die ohnehin schon sehr guten Bedingungen besserten sich nochmals geringfügig so dass Iapetus nun auch ohne Probleme direkt im 13er und SW-Zoom sichtbar war.

Langsam naht der Frühling und damit ging gegen 2:00 Uhr auch M13 über einem Nachbarhaus auf. Im Dunst des Horizontes waren zur Orientierung lediglich Arcturus und Vega deutlich sichtbar. Dazu konnte noch Izar (Epsilon Bootes, Mag 2,5) und Gemma/Alphekka (Alpha Corona Borealis, Mag 2,2) gerade eben gesehen werden. Unter diesen Bedingungen war es nicht einfach M13 zu finden. Von Gemma aus entlang den Sternen der Krone schwenken, dann weiter nach links bis zu zwei auffällig roten eng beieinander stehenden Sternen und dann nur noch ein paar Grad weiter nach links. Gefunden. Auch hier wieder: An Auflösung nicht zu denken. Aber der Weg ist das Ziel ;-)

Ich hatte jedenfalls nach Wochen der wetterbedingten Enthaltsamkeit endlich wieder einmal eine Menge Spaß am Okular und konnte mich im Starhopping üben.

Ciao, Udo
 
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