Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachten.

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Torginho

Neues Mitglied
Hallo Zusammen.

Ich habe mir letzens ein Newton Reflektor 114/900 Teleskop gekauft.

Gestern war zum ersten Mal wieder etwas besseres Wetter,
da wollte ich mein Teleskop mal auf der Garage testen.

Leider habe ich nicht sehr erfolgreich,
was zum einen daran lag, dass durch die umliegenden Laternen zu viel Licht da war.Zum anderen u.a auch an der Orientierung (Einen Sternschieber habe ich auch, es habert noch ein wenig mit der Orientierung. Den großen Bär finde ich)

Des weiteren wollte ich gerne Planeten begucken, habe jedoch keine gefunden.
Weiß Jemand wo ich schnell bzw relativ einfach Objekte (Planeten, Deepsky) finde?
Sind die Überhaupt zu finden wegen Umlaufbahn und so?

Ich habe folgende Ausstattung:
Okulare,Kellner 10mm und Kellner 25mm
2-fach Barlowlinse
und eine Eyepiecestück.(wofür auch immer)

Welcher Zusammenbau eignet sich am Besten?

Ich bin auch sehr Kurzsichtig und habe eine Brille,
muss ich diesbezüglich etwas beachten?

Bitte um Hilfe!

Danke

Gruß

 
Hallo,

mit Deinem Gerät müsstest Du schon so einiges sehen. Schau mal in der Dämmerung nach Süden. Dort steht als hellstes Objekt Jupiter mit seinen Monden. Durch Dein Teleskop kannst Du die Monde sehr schön sehen. Sie verändern ihre Lage zu Jupiter im Laufe der Nacht und ergeben immer einen anderen, schönen Anblick.

Aber viel wichtiger: hast Du eine Sternwarte in der Nähe? Dann schau dort mal vorbei und nimm Dein Gerät mit und lasse es Dir mal erklären. Die machen das gerne!

Zu empfehlen wäre auch:
Drehbare Sternkarte von Kosmos
Deep-Sky-Reiseatlas (Okulum-Verlag, Ronald Stoyan)

CS
Winfried
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

... zu Winnfrieds Anmerkungen wäre evtl noch zu ergänzen: ein Planetariumsprogramm (Freeware CdC z.B.) zur Vorbereitung eines Spechtelabends (nimm Dir niemals zu viel vor!), außerdem solltest Du überlegen, ob Du nicht einen dunkleren Standort suchen solltest - ist in der Regel mit Fahrerei verbunden.
Mit dem 114/900-Newton kann man sehr schön Jupiter beobachten - ich spreche aus eigener Erfahrung, denn ich habe ca 1,5 Jahre selbst mit diesem typischen Einsteigergerät gespechtelt.

Gruß,
Thomas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

moin,

ist dein sucher auch auf das teleskop abgestimmt? ich suche immer mit einem auge durch den sucher, das andere am sucher vorbei. zu abtstimmung, visiere mit dem sucher, wenn es noch hell ist, mal ein objekt das ein paar km entfernt ist auf der erde an (kirchtumspitze, sendemast etc...). dann schau durch dein 25er okular, da sollte das objekt auch mittig sein wie im sucher. wenn das nicht der fall ist, dann mußte den sucher mit den 3 schräubchen bissel nachstellen. mit dem teleskop aber nicht in die sonne gucken am tage!
ansonsten CdC runterladen und ein bissel damit beschäftigen.
ich bin auch kurzsichtig ~1,75 dioptrien und hab das nasenfahrad nur auf wenn ich mit dem sucher arbeite. wenn ich durch das okular gucke, brauch ich sie nicht.

anderes problem sind die lampen in deiner umgebung. das macht es dem auge schwer, sich an die dunkelheit zu adaptieren. das braucht ein paar minuten. je länger man ins dunkle guckt, desto mehr sterne sieht man. für deepsky-objekte ist ein recht dunkler standort vorraussetzung um was zusehen.
ich tu mich auch recht schwer mit am himmel orientieren, aber je öfter man spechtelt, desto schneller findet man was. am anfang war für mich es sehr schwer die höhe eines objektes einzuschätzen. bei 50° zum beispiel war ich der meinung, das es mindesten schon 70° höhe wären. daher konnte ich da selten was in übereinstimmung mit sternenkarten bringen.

da du dein teleskop wohl grade gekauft hast, ist es überhaupt jusitiert? wenn du mal einen hellen stern mittig im okular hast, defokusiere mal rextrem rein und dann auch raus. da sollte dann jeweils eine helle scheibe kommen mit einem schwarzen punkt in der mitte (ist der schatten des fangspiegels). der sollte möglichst auch mittig sein.

tschau norman
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte


Ich glaube, die hat er schon.


Der ist zwar sehr schön, für einen Anfänger würde ich aber den Karkoschka (Atlas für Himmelsbeobachter) empfehlen. Der hat zwar weniger Objekte, aber die Detailkarten finde ich für den Einstieg etwas besser.
Wenn man sich nach ein paar Nächten gut am Himmel orientieren kann, ist aber der Reiseatlas sehr gut, vor allem wegen der wasserfesten Verarbeitung. Ein paar der Objekte im DSRA dürften aber schon außerhalb der Reichweite eines 114mm-Spiegels liegen.

Kostenlose Planetariumsprogramme gibt es im Netz en masse. Stellarium z.B. ist meiner Meinung nach sehr gut und auch realistisch.
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Danke für die Hilfe und Tipps.
Das Teleskop habe ich schon am Tage justiert und eingestellt(Sucher).
CDC wo finde ich das zum runterladen?

Dann versuche ich das nächste Mal bei schönem Wetter mein Glück.

Ich habe eine Planisphäre von teleskop-service.de,
ist ja quasi wie die von Kosmos oder?

@nexiagsi16v naja meine Augen sind 3 mal so schlecht, denke da werde ich sie wohl doch benötigen.
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Hallo Torginho,

CdC findest du hier

Deine Planissphäre wird es sicher tun, zum Karkoschka würde ich im nächsten Schritt auch raten. Grundsätzlich habe ich schnell gemerkt, dass ein Peilsucher gerade am Anfang einfacher zu handhaben ist als ein (meist auch noch zu kleiner) optischer Sucher, das wäre vieleicht eine Überlegung wert, die einfachen kosten weniger als das billigste Plösselokular.

Was wann zu beobachten ist siehst du am leichtesten in den genannten Freewareprogrammen oder einem Himmelsjahrbuch.

Viele Grüße Benny
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Der oben genannte Punkt mit der unfreiwilligen Außenbeleuchtung ist natürlich auch wichtig.
Ich mache es so, dass ich mir, egal ob die Laternen an oder aus sind, ein Badelaken über Kopf und OAZ stülpe. Das blockt das Streulicht ungemein. Weiterer Vorteil: Das nichtbeobachtende Auge wird mit abgedeckt, weswegen man es nicht zukneifen muss, was die Beobachtung ungemein entspannt.
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Hi
Dir wird nichts anderes überbleiben als zu lernen Dich am Himmel zu orientieren. D.h. Sternkare oder Scheibe nehmen und Sternbilder lernen und finden. Dann mit Hilfe einer Karte oder Programm gezielt die Punkte anvisieren wo sich Objekte finden.
Kontakte zu Kollegen würden Dir sicher helfen. Ebenso das rausfahrenunter bessere Bedingungen und etwas Einsteigerlektüre wie sie z.B. Sven oder ich auf unsere Hps haben.
CS
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Hallo,

habe mir cdc und stellearium runter geladen,
jupiter ist bei mir im Osten? Liegt das an der Zeit, also im Mittag im Osten bei der Dämmerung im Süden?

Wenn ich mir ein Bettlaken über den Kopf ziehe, bekommt doch mein Tubus trotzdem das Streulich ab oder?

Danke nochmals:)
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Wenn ich mir ein Bettlaken über den Kopf ziehe, bekommt doch mein Tubus trotzdem das Streulich ab oder?

Das schon, aber das Licht fällt nicht mehr in dein Gesicht und das Okular. Dass Streulicht in den Tubus gelangt, lässt sich nicht verhindern, aber der Effekt (Kontrastverlust) lässt sich z.B. mit Velours vermindern.
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Achso,

aber optimaler wäre es dann auf einen Feld abseits des Lichtes oder?
Danke dür den Tipp werde es beim nächsten mal ausprobieren...
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Hallo,

der Kampf gegen direkte Blendung ist das eine (Dunkeladaption!), Optimierung des Streulichtschutzes das andere (Reflexe) aber die Fahrt zu wirklich dunklem Himmel ist noch mal ein gehöriger Schritt, denn jedes Teleskop egal welcher Grösse bringt ja einen so genannten Grenzgrössengewinn, d.h. was man schlussendlich sehen kann ist in nicht unwichtigem Masse von der Himmelsqualität abhängig, da können bei entsprechend unterschiedlichen Bedingungen (z.B. 4mag Stadt vs. 6mag Landhimmel) schon Welten liegen, so dass ein Teleskop unter dunklem Himmel so viel zeigen kann wie ein wesentlich grösseres unter lichtverseuchtem... natürlich speziell auf schwache Deepskyobjekte bezogen.

Zum Peilsucher, so ein Luxusmodell muss es m.E. gar nicht sein, beliebt sind Telrad (Alternativ Rigel Quickfinder) mit Zielkreisen statt Punkten für um die 50€, aber auch einfacherer bringen dich zum Ziel, nachdem ich einiges ausprobierte habe bin ich erstmal beim Baader Skysurfer III geblieben, einfach, kompakt und mit ~30€ günstig...

CS Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Hi allerseits,

vielleicht noch ein Tipp zu einem Hilfsmittel, um die richtige Neigung des Teleskops "einzustellen" :

Neigungsmesser

Zugegeben, das Teil ist nicht gerade "kostenfrei" ... ;)
Eventuell bekommt man es bei ebay oder sonstwo etwas billiger ...

Befestigen kann man den Neigungsmesser an ferrometallischen Tuben mittels dem magnetischen Gehäuse (V-Auskerbung zur genauen Auflage), ansonsten eben "festbinden" ;)

Wenn man sich z.B. aus Stellarium die Altitude eines Objektes rausliest, dann kann man mit dem Neigungsmesser das Teleskop wunderbar auf diesen Wert ausrichten. Der Neigungsmesser zeigt allerdings dezimale Nachkommastellen, also die Minuten etwas "umrechnen" ...
Wenn man sich dazu noch einen einigermassen gutanzeigenden Kompass nimmt, so dass man den ausgelesenen Azimut-Wert aus Stellarium ungefähr ausrichten kann, dann schwenkt man das Teleskop ein bisschen in diesem Bereich rum (aber nur azimutal!) und schwups ;) erscheint miteinmal das Objekt ziemlich "mittig" im Okular ... :)

A bisserl was hilft's scho ... ;)
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Habe mal geschaut aber ein preiswertes Neigungsmesser habe ich bisher noch nirgends gesehen..

Schade
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Hallo Torginho,

so ein Selbstbau-Goto wie es Ralf vorschlägt ist mit Sicherheit eine interessante Bastelarbeit, aber ich denke für den Anfang bist du am besten beraten dich am Himmel zu orientieren mit Sternkarte, evt. Fernglas und die wichtigsten Sternbilder erkennen lernen, dann dürfte es mit Peiler, Karte und ein bischen Übung kein grosses Problem mehr sein die ersten Objekte erfolgreich zu finden :super:

Wichtig wäre beim Aufsuchen immer das 25mm Okular (besser wäre sogar noch ein 32mm Okular) zu verwenden durch die geringere Vergrösserung solltest du die meisten angepeilten Objekte dann schon im Sichtfeld haben, beim hoher Vergrösserung ist das schwieriger und liegt schnell mal daneben wenn man nicht hundertprozentig sicher gepeilt hat oder der Peiler nicht hundertprozentig justiert ist.

Viele Grüße Benny
 
Re: Blutiger Anfänger braucht Hilfe beim Beobachte

Zur Aufsuchvergrößerung: Man sollte auch da nicht so niedrig wie möglich (in Bezug auf 7-8mm AP) vergrößern, je nachdem, welche Objekte am ehesten Beobachtet werden sollen.
Bei Kugelsternhaufen sollte eine Minimalvergrößerung kein Problem darstellen, viele von denen sind groß genung um sie schnell zu erkennen.
Bei planetarischen Nebeln mit einer Ausdehnung von z.B. 0,1' (und in der Größenlage gibt es einige) würde bei eben dieser Minimalvergrößerung das Aufsuchen quasi zu einer Suche nach der Stecknadel im Sternhaufen ausarten.
Wichtig ist aber wirklich, auch bei etwas(!) höherer Vergrößerung ein genügend großes Gesichtsfeld zu haben.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben