Blutiger Anfänger

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Andi2009

Neues Mitglied
Hallo zusammen

Erst mal vorstellen
Mein Name ist Andreas, ich komme Aus Hofheim a/Taunus und bin 45 Jahre alt.
So Viel zu meiner einer.

Jetzt kommts, mein Sohnemann 14 Jahre alt ist momentan mit dem Verein Vega In der Rhön an der Wasserkuppe im Astrocamp.
Ihn hat der Vierus gepackt, gut bei mir ist es auch nicht anders.
Habe schon länger vor mich näher mit der Astronomie zu beschäftigen.
Ich habe auch diverse Foreneinträge gelesen, von und Nachteile der einzelnen Telekoptypen gelesen usw.
Was ich mit dem beobachten vebinden will ist die Astrofotografie, weil ich seit ca. 5 Jahren ambitionierter Hobbyfotograf bin.

Nun meine Frage
Ich habe mich in ein Teleskop mit Montierung verguggt und möchte eure Meinung dazu hören.
Skywatcher Teleskop AC 150/1200 EQ-6
Eventuell noch einige Tips zur Zusatzausrüstung für die Astrofotografie.

Vielen Dank im Vorraus
LG
Andreas

 
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Hallo Andreas,

also die EQ-6 sollte mit dem Refraktor fertig werden. Allerdings ist dies ein achromatisches Linsenteleskop, welches bei hohen Vergrößerungen mehr oder weniger starke Farbfehler zeigen wird. Das sollte man vorher testen, ob man so etwas beim Beobachten denn möchte.

Aber: Wenn schon EQ-6 (stabile Montierung!), dann würde ich einen 200/1200mm Newton draufsetzen. Der hat aufgrund der größeren Öffnung mehr Leistung bei deep sky und ist nur im Umfang etwas Größer. Das Öffnungsverhältnis von f/6 ist immer noch sehr moderat. Außerdem ist das Teil farbrein und sollte (mit etwas Verhandlungsgeschick) ggf. sogar günstiger als der 150mm Refraktor sein.

Bedenke auch, dass du 2-3 gute Okulare benötigst. Man muss nicht gleich High End kaufen (z.B. Televue wo ein Okulat 300-600 € kosten kann), aber 50-60 € solltest du für ein gutes gebrauchtes Okular (z.B. Hyperion) schon einrechnen.

Von der Astrofotografie würde ich vorerst die Finger lassen. Wenn ihr mal eine Zeit lang visuell beobachtet und euch in die Materie eingearbeitet habt, könnt ihr so einen Schritt immer noch wagen. Denn es ist nicht einfach damit getan, die Kamera an das Teleskop zu bauen, sondern vielmehr ein eigenes Hobby im Hobby. Tauglich für die Fotografie wäre das Equipment EQ-6 + 200/1200mm Newton aber dann schon mal.

Hier nochmal ein paar Seiten zum durchstöbern:

http://www.deepsky-brothers.de/
http://www.svenwienstein.de/
http://www.binoviewer.at/

Viele Grüße

Carsten
 
Hi Andreas,

also Piggyback Astrofotografie sollte schon auch am Anfang machbar sein. Mit Fotoobjektiven von Weitwinkel bis Tele kriegst du schonmal einen Fuss in die Türe. Einige grosse Objekte gehen ohnehin nur mit diesen Brennweiten. Lernst derweil was über die Eigentümlichkeiten und wirst später sicherlich weniger "suboptimales" produzieren wenn du dann mit dem Teleskop losschiesst.

CS

Michael
 
Hallo Andreas,

willkommen im Forum!
Du willst also visuell und fotografisch einsteigen.

*Zum Visuellen
Hier kann ich mich kurz fassen. Von Hofheim bist du in kurzer Zeit im Taunus. Hier im Forum hört man öfter von den aktiven Beobachtern im Taunus. Vielleicht meldet sich von denen jemand. Die beobachen mit Dobsons aber auch z.Teil parallaktisch. Schliess dich mal an eine solche Beobachtungssitzung an. Besser als diese Leute können wir es dir auch nicht erklären.

*Zu den Fotos
Die von dir angedachte Kombi ist bei weitem noch nicht fototauglich.
Meist fängt man an mit Übersichtsfotos, Brennweite 50mm. Dann schraubt man die Kamera mit Teles (Brennweite 200mm .. 500mm) auf die Rohrschellen eines Leit-Scopes. Muss alles nicht teuer sein. Dann ist der ED-Refraktor 80/600 (mit Sondergläsern) sehr beliebt. Du willst gleich in die Vollen gehen und mit einem sehr langen Hebel (1200mm !) und einem grossen Gewicht Fotos machen. Wie willst du nachführen?

Ich bin etwas anders als Carsten der Meinung, du kannst mit Fotos anfangen. Aber nicht mit Brachialgewalt. Und du musst dich etwas informieren. Die Seite von Sven hat Carsten schon angegeben. Dazu noch:
elementar: http://www.astroplatz.de/einsteigerteleskop.htm#foto
ein Workshop (Tips):
http://hatschie.de/EBV/Astro_gross/start.html

Die Anforderungen an ein Scope für visuell einerseits und fotografisch andrerseits sind nicht genau die selben. Fotografisch hätte man gern einen grossen Fangspiegel, visuell stört der aber usw.
Daher musst du dir schon überlegen, ob eine gewisse Trennung von Fotos und Visuellem nicht sinnvoll ist.

Das wärs für den Augenblick.
Überstürze nur nichts und lass dir Zeit mit deiner Kaufentscheidung.

Mit Grüssen,
Joachim
 
Hallo Andreas,

tja... sieht schön aus! Deshalb "verguggt" - für mich im negativen Sinne.
Also meiner Meinung nach ist ein zu schnell gebauter Achromat 150/1200 als erstes Teleskop wirklich ein Gerät, dass mit großem Aufwand nichts wirklich richtig gut kann.
Laß Dir vor allem blos nicht einreden, nur weil es ein Refraktor ist (Linse), sei es für Planetenbeobachtung gut geeignet. Dieses Händlerlatein ist nicht auszurotten - naja wird auch gut dran verdient.

OK, also mal konkreteres zu den Eigenschaften dieses Geräts:
- Achromatisches Objektiv: Farbfehler! Das Objektiv kann nicht alle Lichtfarben in denselben Brennpunkt bringen. Das optimale Bild liefert es in der Farbe hellgrün. Violett, Blau und Rot sind dann nicht scharf und erzeugen einen Violetten Saum um jedes Objekt bzw. jedes helle Detail. Ist der Kontrast zwischen Detail/Objekt und Hitnergrund/Umgebung gut genug, sieht man einen violetten Saum. Ein Stern besteht dann aus einem grünlichen Punkt in der Mitte und einem violetten Saum außen herum. Eigentlisch schwarze Sonnenflecken und feine Mondkrater mit Schatten in einer hellen Ebene werden dann blauviolett statt schwarz.
Bei den meisten Deepskyobjekten, also Nebeln, sieht man den Saum nicht, weil die Objekte entweder nicht die entsprechenden Farben haben (man sieht sie seltenst farbig, meist grau), oder weil sie schlicht nicht hell genug sind, um Farbe erkennen zu lassen. Schwache Sterne zeigen den Farbsaum auch nicht, helle aber deutlich. Bei dicht stehenden Sternhaufen, namentlich Kugelsternhaufen spielt das auch eine Rolle, im Zentrum wird es bläulich oder wenn man das blau nicht als Farbe erkennen kann eben gräulich verschmiert.

- Das Gerät ist ziemlich groß, 1,2m lang und man muss von unten Einblicken, was eine hohe und große Montierung verlangt - hier die EQ-6. Das ist ein ziemliches Gewicht was transportiert und aufgebaut werden muss. Wird man immer den Schweinehund überwinden, das alles aufzubauen?

- Was kann das Gerät?
Es ist gut für die Beobachtung von Nebeln und Kometen geeignet.
Alles andere kann man damit gucken, aber es ist dann wirklich nicht optimal und schlicht schlechter als sogar günstigere Teleskope anderer Bauart.

Übrigens auch nett: http://www.taunus-astronomie.de/art_scopes.html
Da geht es um Teleskope und wie groß die Dinger sind, wenn man mal daneben steht! Das kann erhellend sein, bevor das Ding im Telefonzellenformat geliefert wird.

Also. Meine Meinung zu dem von Dir gewählten Gerät: Für den Einstieg wahrscheinlich nur gewählt, weil es groß ist und als Refraktor toll wie ein Teleskop aussieht. Leistungsmäßig bei weitem kein so robustes Einsteigerteleskop wie der 200/1200 Newton, der als Dobson erheblich weniger kostet.
Daneben gibt es zahlreiche Alternativen. Als Allroundteleskop ist der beliebte 200/1200 Dobson für den Einsteig nicht gut zu toppen, selbst wenn man deutlich mehr Geld in die Hand nimmt. Bringt man aber schon bestimmte Vorlieben mit, kann man sich gut anders entscheiden. Man muss nur herausbekommen, ob man solche Vorlieben hat.
Daher ist der Hinweis wertvoll, nach Beobachtern in der Nähe zu schauen um mit denen mal eine Beobachtungsnacht zu erleben. Mein Link oben sagt ja schon aus, dass da im Taunus noch andere Leute spechteln...

Clear Skies
Sven
 
Hallo

Ich möchte mich erst mal für die sehr nützlichen und informatieven Tips bedanken.
Ich werde den kauf noch einmal überdenken und versuchen bei einer Beobachtung mal dabei zu sein.
Mit erfahrenen Leuten darüber zu reden und gegebenen falls auch das eine oder andere Teleskop mal zu testen ist ist denk ich mal doch ein guter Weg zum kauf eines Telekops.

Viuelen Dank noch mal
MfG
Andreas
 
Hallo Freunde der Nacht


Sodele, habe nochn bissel rumgesurft und gelesen.
Und wollte jetzt einfach noch mal die Meinung zu einem anderen Teleskop hören.
Hauptsächlich auch wegen der Montierung, auf die sollte ja wie ich gelesen habe doch sehr viel Wert gelegt werden.
Weil ich ja wenn ich etwas mehr Ahnung von der Materie habe in die Astrofotografie einsteigen will.
Und dann die Montierung ja noch ein bissel mehr zu schleppen hat.
Dieses Teleskop habe ich mal in die nähere Auswahl genommen.
Teleskop

Sollte das Teleskop ok sein, könnte mir jemand schreiben was an Okularen und Zubehör gebraucht wird.
Oder nen Tip geben wo ich es nachlesen kann.

Habe schon selber gesucht, aber der Okulardschungel ist enorm wie ich festgestellt habe.
Denn ich will ja das richtige kaufen.

Eine Liste von Lektüre habe ich micr schon mal gemacht.

Vielen Dank im Vorraus
Gruß
Andreas
 
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Hallo Andreas,

ich sehe durchaus dein Problem.
Die Informationsflut kann für den Anfänger ein Dschungel sein. Zu deinem konkreten Scope sage ich gleich noch was.

Zuerst zu deiner Frage nach den Okularen. Denn mit einem 8" Newton bist du wahrscheinlich auf einem richtigen Weg. Die Seite für die Okulare von Sven hatte dir Carsten schon angegeben. Hier noch mal genauer:
http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html

Jetzt zu deinem Scope. Ich sage mal in Stichpunkten, was mir sofort auffällt:
*Die Abbildung scheint mir gemogelt. Vielleicht ist ein Newton 150/750 abgebildet.
*Das Scope hat ein GoTo. Wer weiss, ob du das überhaupt willst, bezahlen musst du es aber
*Es fehlt sogar ein Polsucher, für eventuelle spätere Fotos brauchst du das aber unbedingt.
*der Newton ist ein F/5 Gerät. Für den F/6 Newton (den haben die meisten) ist die Okular-Empfehlung einfacher und billiger. Ich möchte im Augenblick nicht darauf eingehen.

Du machst mir den Eindruck, du suchst nach einem Komplett-Angebot, mit dem du später fotografieren willst. Ich bezweifle, ob es ein solches Angebot für dich gibt.

Beachte die Preise. Ein Dobson (der ist komplett mit Newton + Monti) kostet bei 8" etwa 300 Euro in Grundausstattung. Nichts hindert dich, den Dobson mit Rohrschellen zu versehen und später auf eine geeignete parallaktische Monti zu klemmen.

Du hast recht, wenn du jetzt eine Monti kaufst, dann musst du von vornherein bedenken, inwieweit sie später ausbaufähig ist. Einfache Montis wie deine angedachte würden schätzungsweise Optiken bis ca. 600mm Brennweite tragen. Das wär doch schon was. Selbst erfahrene Fotografen geben sich Mühe und suchen sorgfältig Objektive aus mit Brennweiten 200mm bis 500mm. Da kann man nicht als Anfänger einfach kommen: hoppla, ich fange gleich von vornherein mit Brennweiten von 1000mm an.

Soviel für den Augenblick.
Vielleicht meldet sich ja einer der Taunus-Bewohner und macht dir ein Angebot für eine Beobachtungssitzung. Dann wird vieles klarer.

Mit Gruss, Joachim
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Andreas,

gleich mit der Astrofotografie anzufangen ist meines Erachtens nicht richtig. Es braucht einiges an Erfahrung, Können und auch einen großen Geldbeutel, bis man mit solch großen Teleskopen vernünftige Bilder hinbekommt. Bedenke auch, dass das Teleskop, welches dir da vorschwebt, so noch nicht ausreicht, um echte Deep-Sky-Bilder zu machen. Du brauchst noch (minimal) ein Leitrohr, um Fehler in der Nachführung (bedingt durch die Montierung) während der Belichtung auszugleichen. Das erledigt entweder ein menschliches Wesen (Achtung, Sklaverei ist verboten...) oder aber man kauft sich nen Autoguider, der einem die Arbeit abnimmt. Dann brauchst du aber wieder ein Laptop. Das alles kostet. Bis du dann die ersten Bilder hast, gilt es noch viele Hürden zu überwinden: Einnordung, Scharfstellen, Guding...Es gibt ne Menge zu tun und um den ganzen Kram zu transportieren, braucht man schon ein ganz stattliches Auto. Deswegen sagt man auch: Das beste Teleskop ist nicht das größte und teuerste, das du dir leisten kannst, sondern jenes, welches du am häufigsten benutzen wirst. Und hier bietet sich ein 8" f/6 Dobson einfach an, auch wenn du damit keine Bilder des Deep-Sky, sehr wohl aber Mind- und Planeten aufnehmen kannst.

Für den Einsteiger ist es jedoch stets ratsam, erst mit der visuellen Astronomie zu beginnen, um die wichtigsten Basics zu erlernen. Das Teleskop stellt sich ja auch nicht von selbst auf und die Bilder werden auch nicht vons elbst aufgenommen. Beim Dobson hingegen ist das große Plus, dass du für wenig Geld viel Öffnung und die genial einfache und intuitive Dobson-Montierung bekommst. Der Rest kann dann in hochwertige Okulare und anderes Zubehör fließen.

Gruß und CS,
Marcel
 
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