BOB / Bresser 60 900

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hudsonvx

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Hallo zusammen,

ich weiß nicht ob das gute Stück schon als Klassiker gilt, aber ich dachte mir ich stelle ihn mal kurz vor. Ich habe heute einen 60mm F15 Refraktor von BOB in Empfang nehmen dürfen. Da ich die Variante in Orange so bislang noch nicht gesehen hatte konnte in nicht widerstehen zu bieten. Wie man sieht mit Erfolg :)

Ich muss morgen noch mal ein paar schönere Bilder machen, aber nach dem ich gerade 5 Minuten Wolkenlücke für einen ersten Test nutzen konnte, dachte ich mir ich schreibe schon mal was. Vor allem weil ich gerade richtig positiv überrascht worden bin wie schön die Mondkrater bei 100x zu sehen waren und selbst Jupiter hat seine Sturmbänder offenbart. Das hatte ich so schön gar nicht erwartet.

Insgesamt gesehen bin ich sehr angetan von dem vielen Metall das man damals verbaut hat. Und (ich weiß gar nicht wie man so ein Teil korrekt benennt) besonders das Doppelprisma um das Bild Aufrecht und auch Seitenrichtig zu bekommen fand ich spannend. Insgesamt einiges an Zubehör dabei und zumindest 2 der 3 Okulare (9+22mm) funktionieren erstaunlich gut. Das 4mm ist eher Deko bzw. bei der Brennweite dann doch zu viel des Guten.

Die Barlow als simple Einfachlinse ist auch nicht wirklich zu gebrauchen aber egal.

Gibt es zufällig jemanden der das Alter einschätzen kann? Der Verkäufer sagte ca. 40 Jahre. Gibt es im Netz irgendwo eine alte BOB/Bresser Werbung als Bild wo das Teil drauf zu sehen ist?

Vg und CS
Olli
 

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Bob optik, bin ich der einzige der jetzt ab Bobs knobs denke?

:unsure:

CS Vincent
 
Hallo Olli,

@Cyyrex BOB ist meines Wissens nach eine Marke, die wir heute alle als "Bresser" in Deutschland kennen (BOB = Bresser Optik Borken oder so). Das Teleskop wurde von Towa (Japan) gefertigt ( siehe Circle T auf dem Typenschild rechts unten in der Ecke) und unter verschiedenen Marken (ich habe so eines von Panorama (Marke des Otto Katalogs) in weiss, im Marktplatz hier wird gerade eines in silber verkauft "Panorama" Refraktor 60/900 vmtl. 1970er, Towa Japan, Originalverpackt ) vertrieben.

Hannes @hasebergen hat auf seiner Webseite auch einen Beitrag zu diesem Gerät Klassiker: Bresser-Optik Refraktor 60/900mm da aber schon mit "Bresser" auf dem Label.

Ich würde sagen, dass es sich um ein Towa ET-2 handelt, aber das Modell ist über eine lange Zeit vertrieben worden und vielleicht könnte man über Details der Montierung, der mitgelieferten Okulare etc. eine genauere Eingrenzung vornehmen, aber ich würde so auf 70er oder 80er Jahre tippen. Den ET-2 von Towa gab es auch 1995 noch in deren Prospekt (siehe hier ganz unten das Prospekt von Towakoki Seisakusho 1995: http://yumarin7.sakura.ne.jp/retrokan/CsiryouN2F.html ).

Viel Spaß damit und im Zweifelsfall den OAZ tauschen, wenn der Posaunenauszug und das 0,965" Format nervt ;-)

Beste Grüße und klare Nächte und viel Spass mit dem schönen Stück

Frank
 
Moin,

er hat ja immerhin schon eine Version mit "normalem" Auszug - immer wieder toll was an Informationen zusammenkommt.

CS
Jörg
 
Vielen Dank für die ausführlichen Infos Frank, ich finde es ja schon spannend für wie viele 'Marken' Towa anscheinend dieses und andere Teleskope gebaut hat.

Stimmt, das Teleskop von Hannes sieht, bis auf Farbe und Aufdruck, genau aus wie meines :)

Das mit dem OAZ dachte ich am Anfang auch (da juckt es dem Bastler gleich wieder in den Fingern), aber ich glaube ich möchte das Teleskop so original wie möglich belassen. Ggf. bestelle ich mir mal einen Adapter von 1.25 auf 0.965 um mal ein 9mm Plössl im Vergleich zum HM zu testen aber mehr macht keinen Sinn. Und tatsächlich macht es ja gerade den Reiz aus auch mit diesen, aus heutiger Sicht recht einfachen Mitteln, trotzdem schöne Beobachtungen zu machen.

Ja 0.965 ist abseits der günstigen Beigaben von modernen "Einsteigerteleskopen" recht selten zu finden. Aber mal schauen ob ich irgendwo zumindest mal ein 9mm Kellner oder ggf. auch ein 6er finde zum probieren.

@Jörg: Was meinst du mit 'normalem' Auszug? Auf den Bildern, die ich so gefunden habe, scheinen die alle so wie meiner zu sein.

Hier dann noch ein paar Bilder bei Tageslicht. Habe zum Spaß auch mal das Handy an das HM 9mm gehalten.

VG und CS
Olli

20221014_114018.jpg20221014_114040.jpg20221014_114033.jpg20221014_114105.jpg20221014_114052.jpg20221014_113851.jpg20221014_114349.jpg
 
Moin,

es gab diese Rohre auch mit "Posaunenauszug", d.h. zwei ineinander geschobene Rohre ohne "Antrieb" - die sind etwas, na sagen wir "gewöhnungsbedürftig" - wie man es bei den Piratenfilmen immer sieht, man zieht einfach dran bis das Bild scharf ist.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg, hallo Olli,

das Gerät auf den Bildern hat solch einen Posaunenauszug. Der hatte den Vorteil, dass man ziemlich viel Weg zum Fokussieren zur Verfügung hatte, obwohl der Zahntrieb recht kurz gehalten werden konnte. Grob scharf gestellt wir durch lösen der Feststellschraube und verschieben des dünnen Rohres per Hand. Für die feine Fokussierung benutzt man dann die Drehknopfe des Zahntriebs. So wird das dickere Rohr vor- und zurückverschoben. Diese Auszüge waren billiger als die alten mit einem dicken Auszugsrohr. Leider sind sie in ausgezogenem Zustand auch sehr wacklig und man kann nicht einfach den Anschluss hinten gegen einen für 1,25" Okulare tauschen.

CS Gerhard
 
Hi,

stimmt der Posaunenauszug ist recht wackelig. Da die Optik ansonsten ja ganz gut ist, und ich zum Reinigen ja eh einmal alles zerlegen musste, habe ich mal geschaut ob man nicht was verbessern kann.

20221017_130102.jpg

Die Posaune wird nur auf den hinteren 4..5cm durch eingeklebten Filz oder ähnliches geführt. Dahinter kommt noch ein Metallring als Anschlag. Vorne hat der eigentliche Auszug ziemlich viel Luft zum inneren Rohr.

20221017_130131.jpg20221017_130108.jpg

In Kombination mit dem Zenitprisma wird die volle länge zum Glück aber gar nicht benötigt. Daher habe ich 2 Streifen Filz mit Klebeband aufeinander und anschließend mit Klebeband ins vordere Ende vom Auszug geklebt. Mit viel Drücken passte das innere Rohr anschließend wieder rein und nun wackelt da nix mehr :)

Weiterer Vorteil ist das sich das innere Rohr nun auch nicht mehr so leicht verdrehen kann. Mein Auszug hat nämlich leider keine Klemmung für das innere Rohr vorgesehen.

20221017_131822.jpg

Zusätzlich dazu habe ich gesehen das man aus der 'Barlow' wunderbar eine Verlängerung machen kann. Die kleine Negativ-Linse sitzt in einem separaten Rohr was dann in die Hülse der Barlow geschraubt ist. Entfernt man das hat man eine wunderbare 0.965" Verlängerung die in Kombination mit dem Prisma perfekt in der Länge passt um den innen Auszug gar nicht benutzen zu müssen.

20221017_132154.jpg

VG und CS
Olli
 
Na dann auf die alte Weisheit:

„Ein Teleskop ist richtig gut,
wenn man es benutzen tut!“

CS Jörg
 
Hallo Olli,

überprüfe mal, von der Objektivseite aus, dass der Posaunenauszug in ganz innerer Position den Strahlengang nicht vignettiert. Das ist bei dem dürren Rohr sehr leicht möglich und dann hast du nicht mehr die volle Öffnung zur Verfügung.

CS Gerhard
 
Hi Gerhard,

vielen Dank für den Hinweis! :) In der Tat schattet die Blende im dünnen Rohr selbst das kleine 9mm Okular ab wenn ich es nicht ausziehe.

Also keine gute Idee mit der Verlängerung, dann lieber das Rohr ganz ausziehen....

Vg und Cs
Olli
 
Moin zusammen!

Ich sehe diesen Thread leider jetzt erst...
Okay, diese "BOB" (Bresser Optik Borken) gab es in dieser Farbgebung in den 1980er Jahren. Die Fa. Eschenbach vertrieb seinerzeit gleich aussehende Instrumente unter dem Namen "Danubia". Im Grunde sind das alles Kaufhaus-Teleskope, wie man sie zu der Zeit vor allem auch von TASCO bekam (hier allerdings in den 1980ern mit roten Tuben, die letzten Varianten in den 90ern waren schwarz). Die Optik-Qualität ist leider vergleichen mit den Modellen der 1950/1960er Jahre nur mittelmäßig, die Okulare enthalten schon viel Plastik. Man merkt hier schon die Einsparwelle, die bei den Japan-Kaufhaus-Teleskopen zu immer schlechterer Qualität führte.
Ich selbst besitze noch aus sentimentalen Gründen einen organgenen Danubia FH 60/700 in Azimutalgabel mit einigen zugekauften alten Okularen. Als Tip besorge man sich in der Großen Bucht WW-Okulare für Mikroskope mit 23 mm Steckmaß. Deren Einblickverhalten ist deutlich angenehmer als das der ollen Plastikteile mit Tunnelblick. Ein bißchen TESA oder Velours-Folie um die Geschichte, und schon kann man die 23-mm-Okus in derartigen Teleskopen nutzen.
 
Moin,

oft kann man auch mit nem 1.25''-Adapter klar kommen, meine ollen Kamellen haben alle so viel Backfokus dass das ohne Probleme geht.

Irgendwann ging mal das Gerücht, das alles was Tsanzuzu und ein paar andere Hersteller nicht unter eigenem Namen verkaufen wollten, als B-Ware bei Quelle auftauchte. Ob das was dran ist wird man nicht mehr klären können.

Ich habe zwei Kata's von Ende 70er bis Anfang 80er und zwei Refraktoren, ich vermute Sechziger, da war der Plastik-Anteil noch relativ gering, das wurde dann von Jahr zu Jahr mehr, wenn man neure Exemplare von Revue, Tasco und wie sie alle heißen sieht, wird das sehr deutlich. Ich habe an meinen beiden Refraktoren und den beiden Kata's noch Metallauszüge und halbwegs brauchbare Okulare aus Glas und Metall, ich habe auch schon solche Geräte gesehen da war dann wirklich alles Kunststoff.

CS
Jörg
 
Hi,

ok spannend. Bei dem BOB ist Plastik fast gar nicht zu finden. Die Linse sitz solide vollständig in Metall und die 3 Okulare bestanden ebenfalls nur aus Glas und Metall. Einzig die Staubschutzkappen sowie die Griffe vom OAZ und von der Montierung sind aus Kunststoff.

Obwohl mich ein wenig Tunnelblick nicht sonderlich stört war es beim 9mm doch schon recht dolle. Aus diesem Grund habe ich mir noch ein 9mm Kellner mit 0.965 gebraucht gegönnt. Damit ist das Bild echt OK.

Mir fehlt zwar der direkte Vergleich aber persönlich bin ich nach wie vor sehr begeistert von der Optik des Teleskopes. Wir haben eben noch mal wieder Jupiter bei 100x angeschaut und das Bild war super angenehm. Auf jeden Fall deutlich besser als ich es erwartet hätte.

Ich bin schon am überlegen mir mal den neuzeitlichen Nachfolger von Bresser zu ersteigern, wenn er mal günstig zu bekommen ist, um einen 1:1 Vergleich zu haben.


oft kann man auch mit nem 1.25''-Adapter klar kommen, meine ollen Kamellen haben alle so viel Backfokus dass das ohne Probleme geht.

Alternativ klappt es auch ein 1.25" Okular per Gewindeadapter mit einer 0.965" Hülse zu versehen (oder quick and dirty mit Tape verbinden). Aber irgendwie passt das 9mm Kellner einfach besser zum Teleskop.


VG und CS
Olli
 
Moin,

dann ist Dein Röhrchen "alt genug" - prima. Dann wundert mich die ordentliche Optik nicht. Probier mal ein ordentliches Plössl, die gibt's ja für kleines Geld, das schafft nochmal deutlich mehr aus der Linse als ein Kellner. dazu brauchst Du halt einen Adapter.

CS
Jörg
 
So ich musste das mal probieren... (nicht fragen warum) Ich habe den BOB auf meine EQ6 geschnallt und mal Jupiter und Mars anvisiert. Als Kamera kamen eine Omegon 178C und eine Philips ToUcam PCVC840K zum Einsatz. Die Philips einfach nur weil ich Lust drauf hatte auch mal mit alter Elektronik Bilder zu machen.

20221114_215259.jpg
20221114_215612.jpg


Trotz zusätzlichem Fokusrad (größer für mehr Feingefühl) war das fokussieren ein graus.

Am Ende logischerweise kein Mega HighEnd Bild aber immerhin kann man mit der 178C die 3 Monde und den roten Fleck erkennen.

33_Jupiter_2022-11-14_60F900.png


Mit der ToUcam musste ich auf ein altes Linux-Notebook wechseln aber auch damit konnte man ein Bild hinbekommen. Um etwas mehr Bildgröße zu bekommen habe ich hier eine 2x Barlow verwendet. Aufgenommen habe ich mit 320x240.

32_Jupiter_05-20221114-215006_lapl7_ap26_SDec_T7.png


Mit der Philips habe ich dann auch noch mal fix den Mars angepeilt. Diesmal das Bild aber mit 640x480 aufgenommen.


11_Mars_60F900_ToUcam.png


VG und CS
Olli
 
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