Bobachtungen auf dem 3.WHAT

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Dahlmann

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Hallo Zusammen,
am vergangenen Wochenende (06.-08.09.) fand im Westhavelland/Brandenburg das 3. WHAT statt. Das sind von mir aus gerade einmal 80km und so beschloss ich trotz schlechter Wetterprognose die Nacht von Samstag auf Sonntag dort zu verbringen. Insgesamt waren ca. 40 Sternfreunde und ihre Teelskope versammelt. Insgesamt kann man das Treffen als sehr angenehm bezeichnen. Besonders eindrucksvoll war der starke Besucherandrang am Samstag Abend. Nach Einbruch der Dunkelheit war in den ersten zwei Stunden an allen Teleskopen reger Verkehr und man wurde mit interessierten Fragen bombardiert und konnte viele tolle Objekte zeigen. Gegen Mitternacht wurde es deutlich leerer und so konnten wir uns voll auf die Beobachtung konzentrieren. Der Himmel vor Ort war sehr sehr gut! Eine glänzende Milchstrasse überspannte den gesamten Himmel bis hinunter zum Horizont. M31 riesen groß mit bloßem Auge und auch M33 war eindeutig zu erkennen. Messungen der Dunkelheit ergaben einen Wert von meist über 21,5mag/arcsec2.
Nun zu meinen Beobachtungen: In meiner Ecke fanden sich ca. 5-6 Leute zusammen. Wir haben im Wechsel durch einen 24" Eigenbau Dobson, einen 180mm Zeiss Meniscas und einen 100mm TMB geschaut. Ich möchte jetzt hier nur die Highlights kurz beschreiben. NGC 6543, Cat's Eye Nebula - im 24-Zöller ein echter "Farbgenuss"! Blau/Grüne Färbung mit leichten Ausfransungen eindeutig zu erkennen. M27 Hantelnebel - im 24-Zöller riesig mit Zentralstern. So noch nie gesehen. NGC 6992/6995 Cirrusnebel - im 24-Zöller und OIII Filter.... unbeschreiblich!!!! Man mußte den Nebel abfahren und konnte dabei Details erkennen, ich hätte es nicht zeichnen können! Es war sehr viel Struktur zu sehen und es war absolut fantastisch! Im 100er TMB waren ebenfalls beide Teile des Nebels klar zu erkennen, auch mit Struktur. Aber man muß schon sehr genau hinsehen. M81/82 - auch im 24-Zöller in einem Gesichtsfeld. M82 mit sehr deutlicher Struktur, M81 eindeutig elongiert. Sehr schönes helles Bild. Was mich sehr verwundert hat war die Tatsache, dass der 180mm Meniscas hier keinen Zugewinn zum 100mm TMB gezeigt hat. Ich war mir noch nicht einmal sicher ob das Bild heller war. Auch im 100er TMB war in M82 deutlich die Staubstruktur zu erkennen. Kein erkennbarer Unterschied zum 180er Zeiss. M33 - hier zuerst im 24-Zöller, etwas enttäuschend... zunächst. Ich glaube wir hatten einfach etwas anderes erwartet. Konzentrierte man sich aber auf das Bild, dann wurden zahlreiche Strukturen eindeutig sichtbar. Drei Spiralarme hoben sich eindeutig aus der großen Fläche heraus. In diesen Armen dann auch eindeutig Verdickungen und Knoten. Beim Wechsel dann zum 100er TMB konnten diese Erkenntnisse zum Teil nachvollzogen werden! Eine Spiralstruktur schälte sich durch Hell-/Dunkeltöne heraus. Ein großer Spiralarm eindeutig ebenfalls mit Knoten zu erkennen. Das Highlight im 100er war dann in Kombination mit einem ES 25mm 100° Okular M31. Wow! entfuhr es dem ein oder anderen. Jemand sagte sogar, dies sei die beste visuelle Sichtung von M31 die er je gemacht habe. Im riesigen Blickfeld waren neben M31 auch M32 und M110 deutlich sichtbar. Mehre Staubunterteilungen brachten eine deutliche Spiralstruktur hervor. Das gesamt Bild war sehr Beeindruckend mit punktförmigen Sternen bis zum Bildfeldrand.Eine super Kombination aus Optik und Okular! Den Abschluß bildete dann M42. Im 100er sehr schön, im 24-Zöller der Hammer! Durch die Nebelschleier wirkte das Bild extrem plastisch und irgend wie so, als ob das gesehene gar nicht echt sein kann - war es aber! Eindeutig waren die Farben Grün und verschiedene rot/braun Töne zu erkennen.
Um 4.30h zogen Wolken auf und wir sind schlafen gegangen. Man war das ein Seherlebnis!! Ich werde nochlange davon zehren!! Hoffentlich gibt es zum HTT gutes Wetter. So etwas gelingt nur in der Gemeinschaft! Darauf freue ich mich schon sehr

CS Holger

 
Hallo Holger,

ein toller anschaulicher Bericht, Glückwunsch zur schönen Beobachtungsnacht! Schade, dass ich es bei meiner Deutschlandreise im Sommer doch nicht geschafft habe, zum Beobachten mal in die brandenburgische Provinz zu fahren, der Himmel dort scheint ja wirklich ein Traum zu sein. Hast du denn darauf geachtet, ob und wie gut M33 mit bloßem Auge zu sehen war? An meinem Beobachtungsplatz im Weinviertel habe ich das einmal mit indirektem Sehen knapp geschafft, ansonsten aber nie.

CS,
Fabian
 
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Hi Fabian,

M33 war beim indirekten Sehen zu erkennen, da gabe es keinen Zweifel. Der Himmel ist hier in Brandenburg an einigen Stellen in der Tat ziemlich dunkel. Es ist halt ein Flächenland mit wenig großen Städten. Auch das große Berlin ist durch die vielen großen Grüngebiete akzeptabel. Gesten Abend als Beispiel war hier an meinem Wohnort, ca. 35km zum Zentrum entfernt, die Milchstrasse deutlich zu erkennen.Ich kann direkt aus dem Garten beobachten und muß keine weiten Wege fahren. Ist zwar nicht vergleichbar mit dem Westhavelland oder Südbrandenburg, reicht aber zur guten Beobachtung voll aus.

CS Holger
 
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