Brauche bitte Hilfe für das Meade ETX 70

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jackomo11

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Hallo und liebe Grüße aus Österreich!

Ich habe mir vor kurzem einen Refraktor Meade ETX70 Multi-Coated Optics Teleskop mit Autostar #494 angeschaft um mich mit der Materie der Astronomie zu beschäftigen.
Habe aber nach kurzem bemerkt das dies gar nicht so einfach ist und hätte jetzt ein paar Fragen.

1. Ich beobachte hauptsächlich von meinem Balkon im 7. Stock.
Nun möchte ich mein Teleskop mit dem Autostar über die Referenzsterne ausrichten. Kann man das auch vom 7. Stock machen, denn immerhin bin ich ja so ca. 20 Meter höher als auf dem Erdboden oder ist der Höhenunterschied egal, und müssen es zwei Referenzsterne sein oder reicht auch einer weil meine Blickrichtung ist genau nach Osten Nordost und Südost und einige Referenzsterne stehen in Blickrichtung West und sind für mich daher nicht zu erreichen.

2. Was ist mit meinem Teleskop alles möglich??
Neben Mond und Planeten würde ich gerne auch Deepskyobjekte beobachten. Macht es eigentlich Sinn oder kann ich mir die Mühe mit Meinem ETX 70 sparen.
Hierzu noch einige Daten meines Gerätes.
D=70mm
F=350mm
f=5.0
Okulare:
Meade MA 25mm
Meade MA 12mm
Meade MA 4mm

3.Ich habe mir auf meinem Balkon eine Vorrichtung gemacht um mein Teleskop zu plazieren. Wenn ich es mit dem Autostar ausgerichtet habe (Vorrausgesetzt das funktioniert überhaupt wegen des Höhenunterschiedes)kann ich es natürlich nicht immer auf meiner Vorrichtung stehen lassen. Deswegen habe ich mit genaue Makierungen gemacht um es ziemlich genau wieder in die selbe Position zurückzustellen. Sind 1-2mm Abweichung egal oder muss ich es dann wieder mit dem Autostar über die Referenzsterne neu ausrichten.

Ich hoffe es kann mir jemand helfen
lg Michael
 
Hallo Michael,

Kann man das auch vom 7. Stock machen, denn immerhin bin ich ja so ca. 20 Meter höher als auf dem Erdboden
Dieser geringe Höhenunterschied spielt absolut keine Rolle, zumahl es nur 20m sind, da kannst du also unbesorgt sein.

müssen es zwei Referenzsterne sein oder reicht auch einer weil meine Blickrichtung ist genau nach Osten Nordost und Südost und einige Referenzsterne stehen in Blickrichtung West und sind für mich daher nicht zu erreichen.
Ich würde einmal beides ausprobieren und anschließend entscheiden ob ich auch mit einer 1 Sternausrichtung zufrieden wäre.
Generell gilt, dass die 2 Sternausrichtung etwas genauer ist, deshalb würde ich von dieser auch Gebrauch machen.

Sofern der für die Ausrichtung notwendige Initialisierungsstern nicht sichtbar ist, drücke auf eine der Scroll Tasten (nicht die 4 Pfeiltasten unter dem Display) neben der Speed Taste am unteren Ende der Handsteuerbox, dann fährt das Teleskop einen anderen an.

Bei meinem LX200R sind die Initialisierungssterne auch nicht immer zu sehen, dann lasse ich das Teleskop einfach einen anderen anfahren.

Macht es eigentlich Sinn oder kann ich mir die Mühe mit Meinem ETX 70 sparen.
Jedes Teleskop hat seinen Himmel, daher wirst du der Öffnung entsprechend auch etwas sehen.


Sind 1-2mm Abweichung egal oder muss ich es dann wieder mit dem Autostar über die Referenzsterne neu ausrichten.
Die Abweichung sollte so gering wie möglich sein.
1-2mm hören sich vielleicht nicht nach so viel an, aber bei hohen Vergrößerungen und kleinen Gesichtsfeldern spielt das schon eine Rolle.
Sofern GOTO Geräte nicht wirklich fix aufgestellt werden (und eine Parkfunktion haben), ist eine Neuausrichtung vor jedem Betrieb sehr zu empfehlen.

Schöne Grüße
Daniel Martins

PS: Hätte ich fast vergessen, herzlich willkommen im Forum.
 
Hallo Michael,

zu 1.) Der Höhenunterschied ist nicht schlimm und wird bei der Ausrichtung berücksichtigt. Sonst könnte man es ja z.B. in den Bergen auch nicht nutzen...
Zwei Referenzsterne sollten es schon sein, dann musst Du halt aus der Liste welche raussuchen, die Du sehen kannst, die aber trotzdem etwas weiter auseinander liegen. Dazu muss man natürlich wissen, wo der Stern grad steht (Sternkarte oder eine Software z.B. Stellarium).

zu 2.) Nimm Dir den Karkoschka (oder Deine Autostar-Objektbibliothek) und probier es aus, erwarte aber nicht zuviel, da 70mm Öffnung nicht wirklich viel ist und der Himmel im Wohnort sicher aufgehellt ist. Für Planeten ist die Brennweite zu kurz und der Farbfehler zu hoch, das wird kaum Freude machen und für die meisten DeepSky-Objekte ist die Öffnung zu klein. Große helle Objekte wie z.B. Kugelsternhaufen oder auch einige hellere Galaxien sollten aber gehen. Auch der Mond könnte interessant sein, wird bei höherer Vergrößerung aber auch am Farbfehler des extrem kurzbrennweitigen Teleskops leiden.
Ich will Dich aber nicht Bange machen, mit dem 25er Oku z.B. sollten schöne Übersichtsbeobachtungen machbar sein. Und bei Kugelsternhaufen kannst Du dann auch mal das 12er probieren. Das 4er würde ich als untauglich einstufen, aber einen Versuch ist es trotzdem wert.
Wenn Du Dir eine Freude machen willst, fahr mit Deinem Scope mal ins Dunkle raus aufs Land - Du wirst einen Unterschied sehen! Sollte mit dem Scope ja leicht möglich sein.

zu 3.) Die Markierungen nutzen Dir leider nichts, da nach dem Ausschalten des Autostar die Ausrichtung auf die Referenzsterne eh neu gemacht werden muß. Ich bin mir nicht sicher, ob das ETX70 einen Park-Modus hat - dann müsstest Du es aber anlassen, da werden wohl die Batterien nicht mitspielen.
Ansonsten sind 1-2mm schon viel - versuch mal die Winkelabweichung auszurechnen auf eine Entfernung von z.B. 10 Lichtjahren...

Noch ein Tip: schau Dich mal nach einer flexiblen Fokusverlängerung um (oder selber bauen), das erleichter das Handling ungemein.
 
Hallo Michael,

noch einen kleinen Tip.

Das Teil frisst ziemlich Batterien, vor allem wenn es kälter ist. Es läßt sich aber auch über Netzteil oder Zigarettenanzündernetzteil betreiben.
Wichtig ist nur daß 9 Volt ankommen und die Polarität stimmt.

Viel Spaß und Grüße
Hans
 
Hallo Michael,

habe auch so ein Ding. Zu den 20 Metern Höhe und den 2 mm Abweichung ist ja schon alles gesagt worden.

Und ja, das ETX 70 hat einen Parkmodus, macht mE aber keinen Sinn, da es ohnehin inklusive Aufstellung in längstens 5 Minuten korrekt ausgerichtet ist. Zumindest mein ETX findet danach sehr zuverlässig die gewählten Objekte.

Wie schon erwähnt, solltest du dir bezüglich der Leistungsfähigkeit keine Illusionen machen, aber ich habe schon sehr viele nette Beobachtungen damit gemacht (Kugelsternhaufen, Ringnebel, Mond ....) - manches davon erscheint halt nur als "Wattebausch" und kann nicht mehr in Einzelsterne aufgelöst werden - ist aber trotzdem ein schöner Anblick.

Und für Übersichtsbeobachtungen ist das Ding mE toll.

Das 4 mm Okular hat mir auch schöne Anblicke des Saturn verschafft, also so unbrauchbar ist das wirklich nicht.

Auch der Farbfehler ist für jemanden, der noch nie durch einen APO geschaut hat kein Problem - mich hat´s zumindest nie gestört, auch nicht am Mond.

Das Ausrichten mit einem Referenzstern ist durchaus möglich, du kannst zu jeder Zeit anahnd eines bekannten Objektes die Ausrichtung neu synchronisieren und damit eventuelle Fehler korrigieren.

Ich habe mir trotzdem sehr bald was größeres gekauft (8" Dobson) und nehme seither das ETX mit wenn ich verreise (ist ja nur ein kleiner Rucksack).

Außerdem hab ich´s ganz zu Beginn meiner Astronomie-Zeitrechnung dazu verwendet die Sternbilder erkennen zu lernen.

Würde aber jedenfalls so oft als möglich mit dem Gerät raus aus der Stadt - der Unterschied bei Beobachtung vom Balkon oder von einem dunklen Ort ist gewaltig.

Als Fokusverlängerung empfehle ich dir, in den nächsten Baumarkt zu pilgern und dort 20cm Kunststoffummanteltes Stahlseil (Durchmesser 3 mm)und eine Blocklemme (Lüsterklemme glaub ich ist das korrekte Wort) zu kaufen. Achtung: bei der Blockklemme aufpassen, dass sich das Ding auf noch durchdrehen läßt - einfach verschiedene Größen probieren oder die Schrauben kürzen. Mir haben sie das wegen des "großen Wertes" gleich geschenkt :biggrin:. Dann den originalen Knopf abgeschraubt (dazu brauchst du einen Innensechskant mit 1,3 mm - ist wahrscheinlich in Wahrheit ein Zollmaß - den aufzutreiben ist der schwerste Teil der Übung), die Blocklemme (vorher den Kunststoff um den Metallteil mit einem Messer entfernen) und das Stahlseil an die Fokuserwelle und fertig ist die Fokusverlängerung! Beim Montieren am besten das Teleskop auf die Objektivabdeckung stellen - dann ist alles spielfrei und dauert in Summe 2 Minuten.

Aber vor allem bei etwas öher stehenden Objekten ist´s mit dem originalen Knopf ein Graus, ausserdem bringst du beim fokussieren mit der Verlängerung wesentlich weniger Unruhe ins System. Möchte das Ding nicht mehr missen.

Wünsch dir viel Spaß damit.
 
Hallo Michael,

ich bin zwar noch „frischer“ als Du hier im Forum, aber vielleicht kann ich ja doch was Positives beitragen.
Ich „arbeite“ auch schon seit einiger Zeit mit einem ETX-70 und kann Dir nur raten, das Gerät wirklich auszuprobieren. Den größten Vorteil sehe ich in der unglaublichen Transportflexibilität, aufbauen und ausrichten ist locker unter 5 min zu schaffen. Du solltest mindestens einmal raus aus der Stadt und Dir (und dem ETX) die Möglichkeit geben, in verschiedene Richtungen zu schauen.
Nach meiner Erfahrung ist es vorher aber sehr wichtig, ein Motorentraining (oder Antriebstraining) durchzuführen, damit die Motoren das Scope auch wirklich dahindrehen, wo Du was sehen möchtest. Hat bei meinem Gerät Wunder gewirkt, vorher war das GOTO trotz Zweistern-Ausrichtung doch sehr unzuverlässig
Auf jeden Fall wünsche ich Dir viele erfolgreiche Beobachtungen mit dem ETX!
P.S. Wenn Du ne Digikam hast, kannst Du die ja mal einfach hinter das Objektiv halten, kommen z.T. recht gute Aufnahmen raus.

Schöne Grüße und CS
Thorsten
 
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