Brauche Erklärung zum Finden von Objekten

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Shaft

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Ich blicke da nicht richtig durch.
Es gibt 88 Sternbilder,die Südlichen kann ich theoretisch aus dem Buch rausreissen,da man sie in Deutschland nie sehen kann.Wenn ich jetzt die nördlichen und die Äquatornächsten finden will,schaue ich hoch und vergleiche sie mit dem Atlas oder Karte.Soweit so gut.........

In den Büchern steht dann folgendes:
23H 25,9 min +42° 32` 8m3 0,5` 12m5 4000LJ PN
Das übersetze ich so:
23 Stunden 25,9 Minuten +42 Grad 32 Bogenminuten 8m3 (weiss ich nicht) 0,5 Bogenminuten 12m5 (weiss ich nicht) 4000 Lichtjahre ennfernt Planetarischer Nebel
Wie setze ich das jetzt um ?

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Shaft,

um Dir helfen zu können, braucht man weitere Angaben. Beobachtest Du mit einem Teleskop (ohne Teleskop ist das Objekt nicht zu sehen), hat das Teleskop eine parallaktische Montierung oder ist es ein Dobson oder ein anderes azimutal montiertes Gerät. Deinen Angaben nach handelt es sich dabei um NGC7662.
23h 25,9min ist die Rektaszension, 42° 32’ ist die Deklination, 8m3 + 12m5 bedeuten die Helligkeiten.

Gruß Thomas

 
Ja stimmt,ich habe es gestern zu schnell geschrieben.
Die Begriffe Deklination und Rektaszension kenne ich.
Da das Wetter so schlecht ist,kann ich leider nicht testen.
Als Teleskop habe ich einen Dobson.

Warum wird die Längenangabe nicht auch in Grad angegeben,sondern in Stunden ?
Es heisst doch "Längen-und Breitengrad" !
m heisst die Helligkeit OK......wofür steht dann die erste und die zweite Zahl (erste Helligkeitseindtufung und zweite,aber wie genau ?)

 
Hi,

also erstmal bräuchte man Auskunft welchen Atlas du benutzt? Ist es etwa der Stoyan? Also bei PN=Planetarische Nebel bezeichnet die erste Angabe die Helligekit, danach kommt die Größe des PN und danach die Helligkeit des Zentralsterns. Es fehlt bei deiner Angabe auch die Katalogbezeichnug des Objektes NGCxxxx?

Gruß

Lots
 
Hallo,
die Rektaszension in Stunden anzugeben macht folgenden Sinn:
Viellecht hast Du schonmal von der Sternzeit gehört. Ein Sterntag hat auch 24 Stunden ("Sternstunden"
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) dauert aber 23:56 Sonnenstunden, ist also 4 Minuten kürzer als ein Sonnentag.
Das kommt daher, dass wenn die Sonne betrachtet sie nach einem Tag z.B. wieder genau im Süden steht.
Allerdings dauert das ganze nicht genau eine Erdrotation lang, weil die Erde sich um die Sonne bewegt,
einmal pro Jahr, 360 Grad in 365 Tagen, also ein Grad pro Tag. Das muss die Erde mit der Rotation
"aufholen" bis die Sonne wieder da steht, wo sie war, und für ein Grad braucht sie 4 Minuten.
Die Bewegung um die Sonne spielt bei den Sternen aber keine Rolle, also nichts aufzuholen,
und darum ist ein Stern schon 4 Minuten früher wieder da, wo er am Tag vorher war. Du kannst
ja mal gucken, wann ein betsimmter Stern über einem Turm oder so stehtund dann am nächsten Tag wieder:
es wird nicht die selbe Zeit sein, sondern 4 Minuten eher.
Was mit Rektaszension zu tun hat? Naja, wenn wir 4 Uhr Sternzeit haben, bedeutet das auch, das
der Längengrad 4Stunden der Rektaszension genau im Süden steht! Das könnte man, wenn du keinen
Dobson hättest, mit Teilkreisen nutzen. Denn du weißt ja dann, das dein Objekt, wenn es
Rektaszension 5h hat, "eine Stunde" weiter weg nach Osten ist, gerechnet vom Südpunkt. Das
nennt man auch Stundenwinkel, hat aber, für dich als Dobsonaut keine Bedeutung.
Tobias
 
Na dann MUSS man wohl die Zeit jedesmal umrechnen.
Naja, wenn wir 4 Uhr Sternzeit haben, bedeutet das auch, das der Längengrad 4Stunden der Rektaszension genau im Süden steht!
4 Stunden wären doch 60 ° im Süden muss es doch 180 ° sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
 
Nein, nein, nein
oder vielmehr ja, genau!

Natürlich ist im Süden 180°. Wenn Du an Deinem unbeweglichen Horizont von Norden aus mißt. Das ist der "Azimut".

Der Himmel tut uns nicht den Gefallen, so still zu stehen wie der Horizont. 4 Stunden sind 60°. Stimmt auch. Und das heißt: Wenn wir 4 Uhr Sternzeit haben, dann ist es vier Stunden her, seit der Nullpunkt des himmlischen Gradnetzes den Süden passiert hat. Um vier Uhr Sternzeit ist er schon 60° weiter.

Und dann sind eben die Gestirne im Süden, deren Rektaszension 4 Uhr = 60° ist.

Gruß, mike
 
Nehmen wir mal das obere Beispiel mit 23H 25,9 min +42° 32`
.
Die Breite ist hier 42° im Nordhimmel ,was man ungefähr einschätzen kann (die Bogenminutenanzeige dahinter ist das gleiche nehme ich an,oder ?)
Jetzt fehlt noch das Längenmass ,die Rektaszension.
Jetzt habe ich noch die Angabe 23H 25,9 min.
Worauf muss ich das rechnen ? Ich habe im Karkoschka etwas vom Frühlingspunkt gelesen (Der Punkt, an dem die Sonne am 20. / 21. März steht ist der Frühlingspunkt).
Was soll ich damit anfangen ? Hat das damit was zu tun ?
Wenn sich der Himmel weiterdreht ,ändern sich ja auch die Koordinaten.
 
Wenn sich der Himmel weiterdreht ,ändern sich ja auch die Koordinaten.
Die Koordinaten eines Himmelsobjekt ändern sich nicht, da sich das Koordinatensystem mit dem Himmelaobjekt mitdreht.

Im Übrigen ist 42°32' = 42°+32/60°. Eine Bogenminute 1' hat also nichts mit den Minutenangabe der Rektaszension zu tun. 1' = 1/60° und 1 min = 4°.

Zum Suchen des gewünschten Beobachtungsobjekt:
Wenn man ein parallaktisch montiertes Fernrohr hat, dann stellt man einen hellen und eindeutig identifizierbaren Stern in der Nähe des gewünschten Objekts ein. In deinem Beispiel würde sich Alpha Andromedae (0h 08 min ; +30,9°) anbieten. Dann steht dein Objekt 42 min östlicher und 11,6° nördlicher. Das parallaktisch montierte Fernrohr muss also 11,6° um die Deklinationsachse nach Norden und 42 min um die Rektaszensionsachse nach Osten gedreht werden. Dann ist das gewünschte Objekt im Okular zu sehen.
Der Frühlingspunkt ist der Nullpunkt der Rektaszensonskala ( ähnlich wie der Längengrad durch Greenwich der Nullpunkt der Längenkreisskala auf der Erde ist). Für das Einstellen der Objekte ist dies aber unbedeutend.
Nun hast du allerdings einen Dobson. Damit kannst du die Methode nicht anwenden, denn bei einer Drehung des Teleskops um eine der beiden Achsen verändert sich bei einem Dobson stets Deklination und Rektaszension. Überhaupt sind die Koordinaten dann wenig hilfreich. Du kannt aber mit Starhopping zu deinem Objekt gelangen, also mit Hilfe der Übersichtskarte und der Aufsuchungskarte im Karkoschka von Stern zu Stern zu deinem Zielobjekt gelangen.
 
Ein Tipp: Die erten Seiten im Karkoschka sind sehr informativ, bitte lesen! Das ist nicht ironisch gemeint, ich habs auch erst später getan und einige Aha-Effekte erlebt, so die Sache mit den Würfeln und der Flächenhelligkeit. Das hilft ungemein, die Objekte besser einordnen zu können.

Viele Grüße
 
Im Übrigen ist 42°32' = 42°+32/60°. Eine Bogenminute 1' hat also nichts mit den Minutenangabe der Rektaszension zu tun. 1' = 1/60° und 1 min = 4°.

Das hatte ich auf die Deklination bezogen.
Jetzt zu deinem Beispiel:
Alpha Andromedae (0h 08 min ; +30,9°) kann ich ja noch nicht einstellen.Klar kann ich mir eine Karte nehmen und dann ungefähr schauen,in welchem Sternbild es ist usw. aber dann ist es ja nicht gefunden,sondern gepfuscht.
Bei mir steht es folgendermassen:
Durchmesser von Nebeln wird in Bogenminuten angegeben.
Doppelsternabstände wird in Bogensekunden angegeben.

Da mich der Durchmesser beim Aufsuchen erst mal gar nicht interessiert,muss ja die Gradangabe reichen,um das Objekt "deklinarisch" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> zu orten,oder ?
Jetzt schreibst du aber 42°+32/60° ! Der Strich soll geteilt durch heissen ? Dann käme ja 1,23 raus.

Ich gehe jetzt mal ein bisschen googlen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
 
Hallo Shaft,
wenn ich mir mal den Betreff so ansehe, geht es dir offenbar darum, wie man Objekte findet.
Dazu brauchst Du den ganzen Zahlenkram überhaupt nicht. Lass das doch erstmal, alles auf einmal
verwirrt dich bloß. Objekte findet man ganz einfach: Du guckst mit dem einen Auge durchs Sucherfernrohr,
lässt das andere aber offen. Du siehst jetzt ein Kreuz am Himmel. Dann schaust Du in einer
Sternkarte nach, wo z.B M31, die Andromedagalaxie ist. Du nimmst jetzt einen hellen Stern in der Nähe
und zielst mit dem Sucher darauf. Wenn Du schon nahe dran bist, kannst Du jetzt mit einem schwach
vergrößerdem Okular, also eines mit einer hohen Brennweite, z.B.25mm weitersuchen. Sonst hangelst Du
Dich einfach mit dem Sucher weiter, von Stern zu Stern, bis Du da bist. Mit etwas Übung ganz einfach,
Du musst nur daran denken, dass dein Teleskop aus oben unten und aus links rechts macht.
Deshalb sollst Du, wenn Du durch den Sucher guckst das andere Auge auf lassen, so kannst Du die
Richtung kontrollieren. So machen es ca. 80% aller Amateure, ganz einfach und ohne Zahlen.
Du brauchst nur eine Sternkarte und musst die Sternbilder kennen, aber das geht schnell.
Viel Glück
Tobias
 
@ Tobias
Irgendwie hast du ja Recht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Wenn ich jetzt mal vom Spass ausgehe,ist deine Methode einfach praktischer.
Mich würde mal interessieren,wieviel Leutz noch auf die Weise beobachen in diesem Forum und wieviel es auf die andere Art machen !?
 
Hallo Shaft,

also ich habe mit einem parallaktischen Teleskop (TAL1) begonnen, ernsthaft zu beobachten. Mit den Koordinaten der Objekte habe ich jedoch nie gearbeitet, da dazu zuerst mal das Teleskop exakt eingenordet werden muß. Das allein war mir schon zuviel arbeit, zumal ich anfangs immer vom Balkon aus beobachtet habe, von wo ich den Polarstern nicht sehen kann. Ich habe daher von vonherein die Methode des 'Starhopping' benutzt und habe bisher noch jedes Objekt damit gefunden, vorausgesetzt daß es überhaupt in meinem Teleskop zu sehen war.
Jetzt habe ich einen Dobson, damit entfällt das Einstellen von Koordinaten sowieso (wenn man keine digitalen Teilkreise oder Dob-Driver dranhat).
Nur zweimal habe ich bislang Teilkreise benutzt, um die Venus und Jupiter bei Tage aufzufinden. Da habe ich zuerst die Sonne eingestellt, deren aktuelle Koordinaten an den Teilkreisen eingestellt, und bin dann zu den Koordinaten von Venus bzw. Jupiter geschwenkt, die dann auch schon im Sucher bzw. sogar Gesichtsfeld sichtbar waren.

Nochmal zum Karkoschka: Es gibt da einen ausführlichen Einleitungsteil, in dem eigentlich alle angegebenen Daten erklärt werden. Den solltest Du unbedingt mal lesen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Die 2 Helligkeitsangaben bei Deep-Sky Objekten bezeichnen z.B. die Gesamthelligkeit und die Flächenhelligkeit. Letztere ist oft aussagekräftiger, was die Sichtbarkeit eines Objektes bei gegebener Himmelshelligkeit betrifft.

Viele Grüße,
Meinolf
 
Das Problem liegt auch daran,das es einfach nicht genug Nächte gibt,an denen man schauen kann.
Wenn man dann ,bei einer guten Nacht,den Himmel anschaut,sieht man soviel Sterne,das man "den Wald vor lauter Bäumen" nicht mehr sieht.
Dann versuche ich schnell schnell schnell z.B. den grossen Wagen zu finden und Zack sind wieder Wolken da.Dann warte ich geduldig und versuche es nochmal und wieder sind Wolken da....usw. !
Das Einarbeiten und vor allem Finden fällt so natürlich schwerer.
Ich habe bis jetzt noch nix gefunden....kein Saturn,kein Andromedanebel ...NIX ! Doch.........den Mond <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Die Helligkeit und Grösse der Sterne sind zwar ein Anhaltspunkt ,sieht man jedoch 1000 Stück auf einmal und ist durch die Wolken zeitlich begrenzt,verstehe ich nicht,wie manche die Objekte in Sekunden finden.
Wird wohl Übung sein.....


 
Ja, isses natürlich. Auch ich habe meine Teilkreise noch nie benutzt. Starhopping ist das Mittel der Wahl.
Und das Schöne ist: Was man einmal mühsam aufgesucht hat, findet man dann meist auch schnell wieder. Und dann wächst das Auskennen immer mehr. Als ich neulich einem Arbeitskollegen an einem Sternfeldfoto des Winterhimmels aufzählte, was da alles drauf zu erkennen war, bekam ich zur Antwort: "Also ich hätte gesagt: Da sind ein paar helle Sterne, hier, hier und hier, und dann noch ganz viele andere."

Aber das Auskennen kommt ganz schnell. Im Sommer sagte mir am Ende einer langen Himmelswanderung (23 Uhr bis 2 Uhr!) mit "interessierten Laien" ein Teilnehmer: "Als Du vorhin das Sommerdreieck zeigtest, dachte ich mir, wie soll ich denn das jemals wiederfinden. Aber jetzt kommt mir das alles schon vertraut vor."

Gruß, mike
 
Hallo Shaft,

in letzter Zeit war das Wetter zumindest hier im Süden wirklich sehr mau. Außer ein paar schnelle Blicke durchs Fernglas habe ich im Oktober überhaupt nicht beobachtet.
Aber ich hatte dieses Jahr auch schon etliche Nächte, in denen sich stundenlang kein einziges Wölkchen gezeigt hat. Da hat man dann genügende Zeit zu suchen, auch wenn der Himmel vor Sternen nur so wimmelt. Sei froh, wenn Du so einen guten Himmel hast, allein das ist für mich immer wieder ein tolles Erlebnis, wenn man die Milchstraße richtig deutlich und strukturiert sieht und überall wo man hinschaut Sterne sind.
Also Geduld haben, das Wetter wird schon irgendwann wieder, und auch Du wirst dann lernen, Dich am Himmel zurechtzufinden.

Viele Grüße,
Meinolf
 
Vorstellungskraft

Der Versuch sich ohne Koordinaten am Himmel zurecht zu finden, bringt einem schlussendlich sowieso mehr Freude. Etwa so als wenn Du eine Stadt, ohne auf die Strassenkarte schauen zu müssen, mit allen Sinnen geniessen kannst (pfuiteufel stinkt dass hier <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ). Nein im Ernst, das schöne Ziel sollte sein sich den Himmel und unser Sonnensystem mit seinen Bewegungen dreidimensional vorstellen zu können (Celestia lässt grüssen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ). Wenn man sich aber nur immer auf Karten und die Koordinaten (von der Erde aus) konzentriert, hat man eher immer nur eine zweidimensionale Vorstellung des Himmels im Kopf.

galaktische Grüsse
Greuti
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Vorstellungskraft

Danke für die Motivation <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Bevor ich jetzt mit dem Teleskop grossartig aufbaue usw.
werde ich jetzt erstmal nur mein Fernglas und den 8x50 Sucher mitnehmen und nur damit schauen.So kriege ich bestimmt mehr Überblick ,ohne das Gefühl zu haben, JETZT muss ich aber endlich mal durchs Teleskop schauen....

 
Re: Vorstellungskraft

Hallo Shaft,
in einem deiner Postings in diesem Thread las ich folgendes:

"Klar kann ich mir eine Karte nehmen und dann ungefähr schauen,in welchem Sternbild es ist usw. aber dann ist es ja nicht gefunden,sondern gepfuscht."

Ich glaube fast, dein "sportlicher" Ansatz ist es, der dir den größten Brocken in den Weg legt beim Finden von Himmelsobjekten. Ich habe mein Teleskop (TAL 2M) Anfang dieses Jahres von jemandem gekauft, der auch überhaupt nichts fand am Himmel. Das ist schade, und ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, ihm das gute Teil "wegzunehmen".

Eigentlich kann es einem Anfänger (und ich bin ja auch noch einer) erstmal völlig wurscht sein, WIE er das Objekt findet. Wichtig war mir zuerst DASS ich es finde und ANSCHAUEN kann. Ich habs ganz zu Beginn auch mit Starhopping gemacht, da ich wie du mit der Anwendung der Angaben im Karkoschka gar nicht klar kam. Und ich hab sogar den Ringnebel in der Leier gefunden auf die Art und den "Möbelhaus-Kometen". Heute benutze ich liebend gern die Koordinaten-Methode, da mein TAL ja eine entsprechende Montierung hat und Teilkreise (!!). Diese Methode kannst du aber mit deinem Dob nicht nutzen. Keine Teilkreise für RA und Dec und keine parallaktische Montierung (Du müsstest nochmal umrechnen...).

Zurück zu deinem o.g. Zitat: Auf der Karte nachsehen...das ist doch nicht gepfuscht!! Stell dir vor, du ziehst um. In eine große Stadt. Tokio z.B. (um es wirklich deutlich zu machen). Ja um Himmels willen, wie willst du dich da zurechtfinden OHNE Karte?? Und fragen hilft auch nix...
Erst nach einiger Zeit wirst du nicht mehr im Stadtplan nachsehen müssen, um zu einem bereits bekannten Punkt zu finden. Und Jahre später kennst du dich +- komplett aus.
Genau so ist das auch am Himmel. Also, GEDULD!! Don't panic.
Und immer den Karkoschka dabei und die eine oder andere Aufsuchkarte aus einem Planetariumsprogramm.

Grüße
Mike
 
Finden, nicht suchen

Hallo Freunde der Nacht,

mein erstes ernsthaftes Teleskop war auch ein TAL und auch ich habe 15 Monate gesucht und nix gefunden! Das Studium von RA und DEC und dem ganzen Zeug, dazu der Sucher, der das Bild nicht nur auf den Kopf stellt, sondern auch noch ganz andere und viel mehr Sterne zeigt als das blosse Auge, das war einfach zuviel.

Als ich dann eines Morgens völlig verzweifelt den letzten sichtbaren *Stern* im Osten anpeilte, siehe da, es war Saturn! Ein fantastisches Erlebnis! Vielleicht gerade wegen der 15 Monate so überwältigend?

Hätte ich damals schon den Telrad gehabt und die Telrad-FinderCharts dann wären mir diese 15 sinnlosen (?) Monate erspart geblieben...

Nun finde ich (zum Fotografieren) alles mit meiner Goto-Montierung. Auf Anhieb. Mit dem Telrad zeige ich heute auf ca. 1 Bogenminuten genau. Und finde auch alles...
 
Re: Finden, nicht suchen

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Also,Rektaszension und Deklination werde ich auf keinen Fall benutzen.
Der einzige Weg,etwas zu sehen,ist sich zu gedulden.
Das witzige ist,ich habe gestern den Mond ohne Sucher nicht gefunden,obwohl ich pie mal Daumen genau drauf gehalten habe ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Unglaublich...

Mit Sucher 5 Sekunden gebraucht und dann gestochen scharf...ist ja schonmal was <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

FINDEN und SEHEN werde ich die Sachen auf jeden Fall....früher oder später....notfalls mit GoTo.


 
Re: Finden, nicht suchen

Hi Leute,

also ich machs immer so: <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

- in Karte gucken und Position (so gut wie möglich) merken.
- rausdüsen zum Spechtelplatz (Karte vergessen !) und feststellen, dass das Gedächtnis doch nicht mehr so gut ist.
- mit dem Sucher die (noch ungefähr reproduzierbare) Region durchforsten
- freuen wie ein Schneekönig, wenn es doch noch klappt und das Objekt der Begierde im Oku steht.
- mindestens 5min verweilen

Dadurch prägt sich die einmal gefundene Position des Objekts dauerhaft ein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> und wird immer wieder (und vor allem schneller) gefunden.
 
Re: Finden, nicht suchen

Hi Shaft,
GoTo... da kommt dann auch bei mir der sportliche Ehrgeiz durch! GoTo kommt mir vor wie U-Bahn fahren: Du kommst zwar sicher am Ziel an, aber WO man sich eigentlich befindest, davon hat man keine Ahnung.
N.B. Wie wichtig der Sucher am Teleskop ist, das hast du ja gerade eben am Mond feststellen können.
Grüße
Mike
 
Re: Finden, nicht suchen

Hi Mike,

Du kommst zwar sicher am Ziel an, aber WO man sich eigentlich befindest, davon hat man keine Ahnung.

Das hört man ja öfter. Komischerweise war es bei mir genau umgekehrt!

1. Man muß der Montierung ja jeden Abend erstmal sagen, wo sie überhaupt hinzeigt! Deshalb kenne ich jetzt alle helleren Sterne mit Vornamen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Und auf diese Sterne muß man dann möglichst präzise zeigen. Ich kann mit dem Telrad jetzt auf ca. 1 Minute genau peilen. Der Stern ist damit auf Anhieb so gut wie im Zentrum des ersten CCD Bildes...

2. Durch die Anzeige von RA und DEC auf der Steuerbox habe ich RA und DEC sehr schnell kapiert. Das ist mir in Jahren des Lesens aller greifbarer Bücher nicht wirklich gelungen.

3. Dadurch, daß ich nicht mehr Stunden damit verliere, in meinem Sucher die Sombrero Galaxie zu *Erahnen* und 100 Probebelichtungen machen muß, um sie wirklich auf dem Chip zu haben, habe ich viel mehr Zeit, in meinem Planetariumsprogramm nach interessanten Objekten in der Nähe zu forschen.

...deshalb weiß ich heute *erheblich* besser wo ich mich befinde, als zu der Zeit als ich noch am Himmel gestochert habe...

 
Re: Finden, nicht suchen

Hi Tom,
das leuchtet mir freilich ein. Kann mir gut vorstellen, daß beim Fotografieren viel Zeit nötig ist, die man kaum damit verschwenden mag, lange nach dem Objekt zu suchen. Und vor allem dann dürfte GoTo saugut kommen, wenn das Objekt selber visuell kaum sichtbar ist. Irgendwann schaff ich mir wohl auch mal sowas an.
Bis dahin mach ich mir aber mein "GoTo" selber mit RA und Dec aus der Karte und einer SucherAnblick-Simulation aus "Eye&Teleskop" als Aufsuchkarte. Damit läßt sich ganz nett auch auf schwächliche Funzelchen zielen, die dann erst im Okular sichtbar werden.

Suum cuique.

Grüße
Mike

P.S. "2. Durch die Anzeige von RA und DEC auf der Steuerbox habe ich RA und DEC sehr schnell kapiert. Das ist mir in Jahren des Lesens aller greifbarer Bücher nicht wirklich gelungen."
Du warst doch auch mal TALianer... Mir hat die einfache Erklärung der Teilkreiserei auf Armins Seite genau den Durchblick durch diese Problematik verschafft.
 
Re: Finden, nicht suchen

Hallo Tom

15 Monate?? Da übertreibst Du aber ein bisschen, oder? Vermutlich war es eher ein sehr verregnetes Jahr... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ich glaube, das beste Hilfsmittel (neben einer Steuerbox) um die Rektaszension/Deklination kennenzulernen, und zu begreifen um was es da überhaupt geht, ist und bleibt die gute alte drehbare Sternkarte (ausser man kennt jemand der ein echtes dreidimensionales Himmelsgewölbe/kugel gebaut hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ).

Wenn man sich mit solch einer Karte/Gerät mal beschäftigt und dann irgendwann begriffen hat was sie anzeigt, dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Vorallem weil das Begleitheft meistens auch sehr informativ ist.
Darüberhinaus leistet sie auch noch erste Hilfe um schnell mal irgend etwas am Himmel zu finden (z.B. Kometen) oder die aktuelle Position/Sichtbarkeit der Sonne und Planeten am Himmel zu lokalisieren.

Gruss
Greuti
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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