Breiter oder enger UV/IR-Sperrfilter bei der Planetenfotografie mit Farbkamera?

Dane Vetter

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

mich würden eure praktischen Erfahrungen mit unterschiedlichen UV/IR-Sperrfiltern bei der Planetenfotografie interessieren, insbesondere an modernen Farbkameras mit infrarotempfindlichen Sensoren wie dem Sony IMX585.

Ich selbst verwende einen L-1-Filter von Astronomik an meiner ASI 585 MC und mich beschäftigt gerade, ob für Planetenaufnahmen ein enger durchlassender Filter wie der L-2 möglicherweise eine Optimierung darstellen könnte. Die Frage ist aber ausdrücklich nicht auf Astronomik beschränkt, sondern gilt genauso für vergleichbare Filter anderer Hersteller.

Theoretisch liefert ja ein breiterer Filter etwas mehr Signal. Ein enger begrenzender UV/IR-Sperrfilter könnte dagegen Fokusunterschiede zwischen verschiedenen Wellenlängen sowie geringe Restfarbfehler von Barlow, ADC, Korrektor oder anderen Linsenelementen stärker reduzieren. Bei einer Farbkamera könnte sich das möglicherweise durch einen klarer definierten Fokus, sauberere Farbkanäle oder eine etwas schärfere Abbildung bemerkbar machen. So zumindest meine Theorie. Ob das in der Praxis überhaupt wirklich sichtbar ist, ist nun für mich die Frage. Vielleicht sind das auch einfach nur zu theoretische Gedanken.

Hat jemand unterschiedliche UV/IR-Sperrfilter unter möglichst vergleichbaren Bedingungen direkt an Planeten getestet? Ich schätze mal, dass das bei der Planetenfotografie mit der stärkeren Vergrößerung mehr Einfluss haben könnte, als bei Deep Sky. War ein sichtbarer und reproduzierbarer Unterschied bei Schärfe, Kontrast, Farbwiedergabe oder Fokussierung feststellbar?
 
Hallo Dane,

ich habe mich kürzlich auch mit der Frage beschäftigt, da es doch ein größeres Angebot an UV/IR Cut Filtern gibt und für mich die Erkenntnis gezogen: Wenn ich mit einem System ohne bzw. mit sehr wenig Farbfehler arbeite (Spiegel + apochromatische Barlow oder apochromatischer Refraktor), dann nehme ich meinen Astrodon Filter (breit). Wenn ich mit einem System arbeiten würde, dass einen gewissen Farbfehler aufweist, dann würde ich mit einem engeren Filter (Baader IR/UV Cut CMOS oder Astronomik L3) arbeiten.

Persönlich glaube ich, dass der Unterschied nur sehr marginal ist und wahrscheinlich in der Praxis im Seeing, Fokus, Auskühlung, Höhe des Objekts, ADC Justierung, Kollimation usw. untergeht.

CS, Frank
 
Hallo Frank,

danke für deinen Input! Deine Einschätzung entspricht im Wesentlichen auch der üblichen theoretischen Begründung, wie aus der Beschreibung zu den Filtern zu entnehmen ist. Offen bleibt für mich allerdings weiterhin, ob sich dieser Unterschied in der Praxis tatsächlich sichtbar und reproduzierbar nachweisen lässt.

Bitte nicht falsch verstehen, ich halte die Argumentation grundsätzlich ebenfalls für plausibel, ich "vermute" ja das gleiche. Mich würden nur konkrete Vergleichsaufnahmen oder praktische Erfahrungen unter möglichst identischen Bedingungen interessieren.
 
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