Brennweite beim selbstgeschliffenen Spiegel ...

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Nils

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Hallo zusammen,

zunächst zu Beginn: Ich habe noch nie einen Spiegel geschliffen.

Nun zur Frage ansich: Kann man beim Spiegel-selbstschleifen eigentlich die Brennweite und damit das spätere Öffnungsverhältnis bestimmen? Ich meine, ist der Spiegelrohling am Anfang völlig plan, oder ist da schon eine Mulde vorgegeben, bei der man dann "lediglich" die Oberfläche glätten muss?
Wenn man das kann, wie ginge das dann? Ich weiß, dass man sich aus Gipps eine Art Schleifklotz bauen muss, mit dem man dann schleift. Könnte man den dann anpassen? Wenn ja, wie kompliziert ist das und ist es für Anfänger zu empfehlen?

Vielen Dank!
Gruß

Nils
 
Hi Nils,
ich habe auch noch keinen Spiegel geschliffen. Aber ich hab das Buch "Das Fernrohr für jedermann" von Rohr (ist aber glaube ein anderer Rohr als der hier im Forum) gelesen. Dort werden alle Schritte beschrieben und bebildert zum Selbstschleifen eines 15 cm Spiegels. Am Anfang sind die beide Scheiben plan. Die Untere ist fixiert, die Obere (der spätere Spiegel) wird über die untere bewegt. Im ersten Schritt wird eine Kugelfläche geschliffen. Den Krümmungsradius kann man mit einer Lichtquelle leicht bestimmen. Die Brennweite ist dann der halbe Krümmungsradius. Du kanns dem Spiegel jedes (sinnvolles natürlich) Öffnungsverhältnis geben. Wenn ich ein Zimmer hätte (Bastelkeller oder so) würde es mich sehr reizen ein Spiegel zu schleifen. Leider habe ich bei mir einfach keinen Platz.

Hasta luego, Vicente.
 
Hallo Nils!

1. Es gibt durchaus Rohlinge bei denen schon eine Mulde vorhanden ist, diese sind aber eher die Ausnahme und kosten auch etwas mehr. Der "normale" Rohling ist auf beiden Seiten plan und auch schon poliert, sprich durchsichtig.

2. Falls du einen schon vorgefrästen Rohling hast, musst du natürlich ein entsprechendes Gipstool mit derselben Krümmung erstellen. Ich habe es so gemacht:
Den Spiegel erst einmal mit einem runden Zeitungspapierkreis abdecken, damit das ganze wieder leicht getrennt werden kann. Dann auf das Zeitungspapier gleichmäßig 2x2cm Fließen verteilen. Den Rand des Rohlings mit einem wasserfesten Band rundherum abdichten, damit der Gips hineingegossen werden kann. Nach ca. 1-2 Tagen ist alles trocken und kann getrennt werden. Die Fliesen habe ich dann noch mit einem Schraubenzieher rundherum vom Gips frei gekratzt, so dass ca. 2/3 der Fliesenhöhe frei liegt. Dann noch das Tool mit Klarlack besprühen und somit wasserdicht machen. Fertig!
Alternativ könnten auch die Fließen erst später aufgeklebt werden, damit habe ich aber noch keine Erfahrungen gemacht, da es mir doch etwas zu heikel erschien.
Der Schliff kann dann bei Körnung 120 bis evtl. auch 320 beginnen, höher aber nicht, da sich natürlich erst die Fließen anpassen müssen.

Das hört sich vielleicht jetzt nach viel Arbeit an, ist aber erstaunlich einfach, wenn man es einmal gemacht hat. Ich schleife meine Spiegel immer mit mehreren Tools, wobei ich die Tools, die ich später verwende natürlich erst an die schon vorhandene Krümmung anpassen muss.
Ich habe mit dieser Methode schon 2 Spiegel (6“ und 8“) erfolgreich geschliffen, auch wenn meine vorher plan waren, was aber nur eine untergeordnete Rolle spielt. Der Vorteil von mehreren Tools beim Schliff ist, dass man schneller die nötige Pfeiltiefe erreichen kann, und auch später noch den Krümmungsradius sehr leicht beeinflussen kann. Somit habe ich bis auf +/- 3cm meine gewünschte Brennweite immer erreicht.

Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte!
Viel Erfolg! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
 
Hallo Decay,

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Der Vorteil von mehreren Tools beim Schliff ist, dass man schneller die nötige Pfeiltiefe erreichen kann, und auch später noch den Krümmungsradius sehr leicht beeinflussen kann. Somit habe ich bis auf +/- 3cm meine gewünschte Brennweite immer erreicht.
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Mir leuchtet der Vorteil von verschiedenen Tools nicht ein. Warum für verschiedene Körnungen verschiedene Tools, warum geht es dann schneller? Ich habe bisher immer mit einem Tool Grob- und Feinschliff bis Carbo1000 durchgeführt. Verwendet habe ich Feinsteinzeugfließen, die sind durchgängig gleich hart, härter als Glas!

Achim
 
Hallo Achim!

Also gut, dann noch etwas genauer:
Ich verwende für den Grobschliff ein sehr kleines Tool, Größe: ca. 1/5 bis 1/4. Damit schliefe ich dann gezielt nur in der Mitte mit kreisenden Bewegungen und zusätzlich mit einen 5kg Gewicht. (Carbo80)
Sobald ich dann bis auf ca. 80% der Pfeiltiefe gekommen bin, verwende ich ein Tool, der Größe 1/3 bis 1/2. Damit schleife ich dann den Rest bis zum Rand des Spiegels weg, diesmal mit der "gewöhnlichen" Strichführung aber immer noch mit dem 5kg Gewicht und Carbo80.
Sobald dies dann erreicht ist, ist normalerwiese auch die nötige Pfeiltiefe erreicht, falls nicht kann ich ja dann immer noch mit Tool 1 oder 2 entsprechend gezielt die Mitte oder den Rand bearbeiten.
Tool 3 ist dann das gewöhnliche Tool, welchen den gesamten Spiegel überdeckt. Ab hier verwende ich dann Cabo120 bis Carbo1200.

Ich glaube schon, dass man hier Zeit einsparen kann, aber um wieviel es letztlich schneller geht kann ich auch nicht sagen.
Wie wäres: Schleifen wir unseren nächsten Spiegel z.B. 10" zusammen, und schauen wer schneller ist? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Decay
 
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