Brennweitenverkürzte Russentonne?

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Mithridates

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Hallo,

ich habe verschiedentlich gelesen, daß man bei der "Rusentonne" durch Entfernen
der hinteren Korrektorlinsen die Brennweite deutlich verkürzen kann.
Soweit ich weiß, ist die Tonne dann auch fotographisch noch gut nutzbar (einige
schwören sogar darauf...).
Was mich allerdings interessieren würde ist, ob sie dann auch noch visuell ein-
setzbar ist. Vorallem in Verbindung mit einem Zenitspiegel oder -prisma.
Kommt man damit dann überhaupt noch in den Fokus? (Klar, daß der Fokussieran-
schlag entfernt sein muß).
Hat da jemand praktische Erfahrungen gesammelt? Ich konnte dazu leider bisher
noch nicht allzuviel finden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Gruß,
Björn
 
Nun doch noch... Ich kenne es eher so rum, daß visuell keine Bildverschlechterung zu bemerken sein soll. Fotografisch - keine Ahnung. Ich hatte damals auch mit dem Gedanken gespielt, ob ich die Korrekturelemente rausnehmen soll, es dann aber gelassen. Ob mit 1000 oder 750 mm Brennweite - ein Richfieldgerät wird die Tonne nicht.
 
Hallo,
Ich habe zwei Russentonnen, bei beiden habe ich den Anschlag für die Unendlichposition entfernt. Dadurch kann man den Fokus weiter vom Fotoanschluss entfernen.
Das ist dann erforderlich, wenn man neben einem Okular noch ein Zenitprisma verwenden will zum Beobachten. Die optischen Eigenschaften können durch das Entfernen des Korrektors eigentlich nur verschlechtert werden.
Grüße Martin
 
Hi Martin,

ich glaube, daß sollte man mal näher betrachten. Der Korrektor dient nur dazu, ein fotografisch geebnetes Bildfeld abzuliefern. Ansonsten ist das Mak-Cassegrain ja aus seinem optischen System heraus schon hervorragend korrigiert.
Ich würde also damit rechnen, daß das System mit verkürzter Brennweite visuell gleich gut bleibt, solange die Okulare mit der stärkeren Bildfeldwölbung zurecht kommen.
Gerade das scheint mir aber unkritisch, weil ja mit der Tonne üblicherweise 1,25" Okulare zum Einsatz kommen. Das bedeutet 28mm Diagonale, anstatt 43mm Diagonale für die der kleinbild-gerechte Korrektor gedacht ist.

Soweit ich mich erinnere wurde die Tonne ohne Korrektor auf 780mm Brennweite "vermessen". Hinzu kommt aber nach dem Zenitprisma/-Spiegel noch eine deutliche Verlängerung.
Die unveränderte Tonne kommt etwa von 1000 auf 1280mm. So ist damit zu rechnen, daß man nach Entfernen des Korrektors mit Zenitspiegel wieder bei 1000mm liegt.
Immerhin bringt das noch ein Stück wertvolle AP.

Clear Skies
Sven
 
Ich würde also damit rechnen, daß das System mit verkürzter Brennweite visuell gleich gut bleibt, solange die Okulare mit der stärkeren Bildfeldwölbung zurecht kommen.
Hallo Sven,
Das ist schon möglich, hört sich auch ganz logisch an, ich hab es aber nicht ausprobiert, und kann dazu nichts sagen. Ich weis, daß es solche Optiken gibt bei denen die Korrekturoptik entfernt wurde. Ich hab aber bisher keine benutzt, daher kann ich auch keine Aussagen dazu machen.
Mein Gedanke war lediglich, daß ich die Russentonne auch mit Korrektor sehr gut finde und als Reisefernrohr misbraucht habe. Ich bin immer etwas vorsichtig beim Auseinandernehmen von Geräten, wenn ich nicht weis ob ich sie auch genau so gut wieder zusammenkriege. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Grüße Martin
 
Hallo!

Also - ich habs mal gemacht!!!

Die zwei Linsen lassen sich ohne grossen Aufwand entfernen und wieder einsetzen (Positionen und Ausrichtung natürlich mitmalen!!!). Man kommt dann auf gut 700 mm Brennweite, kriegt aber den Fokus nicht mehr soweit raus wie vorher. Es geht dann nur noch mit Okular direkt an der Tonne. Für Zenitspiegel oder extra Fokussierer reicht's nicht mehr!
Einen Unterschied in der Qualität konnte ich nicht feststellen.
Ich habe die Dinger also wieder eingebaut und habe Zenitspiegel UND Schneckenfokussierer dran - das kommt dann auf ca 1400 mm !!!

Klaren Himmel wümscht

friedl
 
Hi Martin,

OK, genau das ist der Grund, weshalb meine Tonne auch noch den Korrektor hat. Ich habe sie auch zuerst als Leitrohr, dann als Reisegerät. Und da brauch ich die Brennweite schon. Wenn ich dann den Korrektor nicht richtig wieder hineinbekomme...

Clear Skies
Sven
 
konnte ich (leider) verifizieren

Hi Stephan, Hi Martin und ganz besonders Friedrich!

Friedrich, leider habe ich Deinen Beitrag erst jetzt gelesen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Du hast aber vollkommen Recht, wenn die Korrekturlinsen entfernt sind, läßt sich mit
einem Zenitspiegel nicht mehr fokussieren.
Ich habe gestern Abend mal den Test gemacht, und zwar aus genau dem Grund, den
Sven erwähnte: "wertvolle AP", ich denke gerade bei der Tonne wäre es Klasse...
Aber leider hat sich heraus gestellt, das bei meiner Kombination (Intes Adapter+
Antares Zenitspiegel) zum Fokussieren gerade noch ein paar Milimeter fehlen...
Denn die Tonne läßt ja Vergrößerungen über 150x nicht wirklich zu... Da wäre es dann
mit mit meinen Okularen bei einer Brennweite von 710+ interessanter als bei 1000(?)+...
Es geht da ja nicht mehr um maximale Vergrößerung, sondern um "Bild"...

Marty, ich wollte Dir hier eigentlich Links auf fotographische Ergebnisse mit der
"verkürzten" Tonne präsentieren, aber dummerweise weiß ich den Suchbegriff nicht
mehr... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Aber nochmal vielen Dank für Eure Reaktionen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Wenn ich etwas länger gewartet hätte, hätte ich mir einiges sparen können... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
Thx, Friedrich!!!

Gruß,
Björn
 
Hallo Björn.
Als ich vor einigen Jahren meine Russentonne auf einen Mini-Dobs gesetzt hatte, habe ich auch einige Zeit darauf verwendet, mit und ohne Korrekturlinse zu beobachten und zu testen. Nach einigen Abenden an gleichen Objekten, aber mal mit und mal ohne Linse, kann ich mit bestem Willen keinen Qualitätsverlust erkennen wenn der Korrektor draussen ist. (sollte er wohl auch nicht, denn eigentlich soll das Bildfeld für die Fotografie geebenet werden. Mit 1.25" Okularen hat man weniger als 20 mm Feldlinsendurchmesser und damit entfällt die Notwendigkeit eines grösseren Bildfeldes. Aber ch habe gehört - weiss nicht mehr wo - dass u.U. das geebnete Bildfeld zu Kosten der Qualität auf der Achse gehen kann). Also könnte man mit dem Argument OHNE Korrektor womöglich sogar für visuellen Einsatz eine Verbesserung erwarten (die ich aber nicht bestätigen kann, s.o.)
Das Problem mit dem Fokussierweg habe ich so gelöst, dass ich mir selber ein Drehteil gemacht habe: links M42, rechts das Innengewinde für das Zenitprisma, das ganze Ding so kurz wie möglich; durch die Einspannerei auf der Maschine kam ich auf 8 mm Länge. Und damit lässt sich mit allen Okularen scharfstellen. Kennst Du jemand mit einer Drehmaschine?
Zur AP: genau deswegen wollte ich den Korrektor draussen und habe ihn jetzt permanent rausgelassen. Und mit meinem 4.7 mm Meade UWA komm ich immerhin noch auf 150 X, was die Tonne grade noch gut kann ohne schlappzumachen.
Viel Spass beim Basteln, Jürgen.
 
Alternative

Anstatt die Brennweite durch Entfernung der Korrekturlinse zu verkürzen kann man, falls vorhanden, mit langbrennweitigem Okular und 2"-Okularadapter eine größere AP erzielen.
Beispielsweise verwende ich gerne mein 40er Pentax Weitwinkelobjektiv zusammen mit dem 2" Russen-Adapter. Zwar kann ich nicht den vollen Durchlaß der 2"-Hülse ausnutzen, aber immerhin die 40mm des M42-Anschlusses.
Bei 25facher Vergrößerung ergibt sich ein 3°-Gesichtsfeld ohne Tunnelblick.

Ralf Gerstheimer
 
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