Bresser Galaxia 114/900 zum Einstieg

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas chrix_
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chrix_

Hallo zusammen,

seit meiner Kindheit fasziniert mich die Astronomie und eigentlich alles was in irgendeiner Weise mit dem Universum zu tun hat. Als Kind hatte ich bereits ein Bresser-Teleskop (keine Ahnung was für eins), mit dem ich hauptsächlich den Mond beobachtet habe - mehr ging da auch nicht.

Nach Jahren habe ich mir nun wieder ein Teleskop bestellt (kommt wohl am Mittwoch, 15.07.2020). Wie in der Überschrift schon erwähnt handelt es sich um das Bresser Galaxia 114/900 (LINK: BRESSER Spiegelteleskop Galaxia 114/900 EQ-Sky mit Smartphone Kamera Adapter | Bresser ). Ich habe mich für das Teleskop nach langer Recherche entschieden und denke, dass es für den Einstieg ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bietet - so die Hoffnung. :)

In erster Linie geht es mir erstmal um den Einstieg in das Thema und um Planetenbeobachtung (insb. Saturn und Jupiter), sowie die Sonne und den ein oder anderen Nebel und/oder Galaxie. Ich hoffe, dass ich mit diesem Teleskop erste Erfolge feiern kann. Die Erwartungshaltung setze ich mal nicht allzuhoch, da mir bewusst ist bzw. ich denke, dass ich für den Preis jetzt kein High-End Teleskop erwarten kann.

Warum schreibe ich jetzt hier? Erstmal um "Hallo" zu sagen, und natürlich hoffe ich auch auf den ein oder anderen Tipp zu dem o.g. Teleskop in der Bedienung und welches Zubehör sich lohnen kann. Ich will jetzt erstmal keine Unsummen ausgeben.

Ich habe bei Youtube Videos gefunden von ähnlichen Teleskopen 114/900; 114/500 und 114 f/9 (114/1000??), und die Bilder, die damit gemacht wurden, sehen schon spektakulär aus.
Bsp. Teleskop 114/500: Astrophotography with Tasco 114mm/500
Bsp. Teleskop 114 f/9 (114/1000??): Saturn through a 4" Newtonian Telescope (Celestron Powerseeker 114EQ)

Bei den Videos handelt es sich jetzt ja um Teleskope mit anderer Brennweite. Ist die Abweichung zu dem von mir gekauften Teleskop groß, oder sehe ich die Planeten, Galaxien usw. ähnlich?

Was brauche ich/empfehlt Ihr an Zubehör um bspw. die Galaxien genauso zu sehen wie in dem Video? Reicht das Standardzubehör im Lieferumfang oder muss ich mir noch Okkulare etc. extra zulegen?

Ich bin absolut neu auf dem Gebiet und bin froh, dass ich schonmal weiß, wie ich das Teleskop äquatorial einstellen muss ;-D

Viele Grüße aus dem Saarland

Christoph
 
Hallo Christoph,

willkommen im Forum.

Die Bestellung würde ich an Deiner Stelle gleich wieder canceln und mich erstmal schlau machen... Es gibt hier einige Threads zu dem Thema Einsteigerteleskope und auch Threads über das von Dir bestellte bzw ähnliche Teleskope.

Größte Schwachstelle ist das Stativ, das einfach viel zu schwach für das Gerät ist. Über den Spiegel kann ich nicht viel sagen aber wenn Du Planeten betrachten willst, dann brauchst Du hohe Vergrößerungen und damit einen stabilen Unterbau. Sonst hast Du Jupiter und Saturn nur als tanzende Lichtpunkte vor Dir und wirst keine Freude haben.

Übrigens heißt hohe Vergrößerunge ausdrücklich nicht: 'Vergrößerung: 45- bis 675x' wie es im Werbetext zu dem von Dir bestellten Teleskop beschrieben wird. Das ist kompletter Bullshit!!! Allein deswegen würde ich so ein Ding niemals kaufen. Die maximal sinnvolle Vergrößerung, die bei dieser Öffnung bei besten Komponenten noch sinnvoll wäre ist 228fach. Und - wie gesagt - das wäre möglich, wenn es sich um ein hochfeines Teleskop mit optimal abgestimmten Komponenten handeln würde. Das ist es aber nicht!

Wenn es ein Newton Teleskop sein soll und günstig für den Einstieg, dann wäre sowas eine Alternative:

Das ist kompakter, hat eine stabile Montierung, sogar etwas mehr Öffnung und ist auch noch günstiger. Du brauchst halt einen Tisch zum Draufstellen. Besser für den Einstieg und für Planeten wäre sowas:


Der gleiche Preis, deutlich mehr Öffnung (wichtig für Galaxien und Nebel) und ein sehr stabiler und einfach zu bedienender Unterbau. Das ist ein wirklich gutes Teleskop zum gleichen Preis wie das "Spielzeug", was Du bestellt hast!

An Zubehör brauchst Du ein ausgewogenes Set an Okularen, das variiert je nach Teleskop. Für den Einstieg sind in der Regel ein oder zwei Okulare dabei, die man erstmal probieren kann. Bei dem 150 mm Dobson wären das 10 mm und 25 mm was 120fach und 48fach Vergrößerung bedeutet. Dazu käme ein echtes Übersichtsokular mit 40 mm und noch was für hohe Vergrößerungen mit 5 oder 6 mm. Höhere Vergrößerungen machen eigentlich keinen Sinn mit dieser Teleskopklasse. Überhaupt ist es nur in wenigen Fällen sinnvoll, über 250 oder 300fach zu vergrößern.

Für die Sonnenbeobachtung brauchst Du einen Sonnenfilter. Den kann man selbst bauen und der kostet dann ca 30 Eur.

Sorry für die harschen Worte, aber mit dem Gerät was Du bestellt hast, ist Frust absehbar!

CS.Oli
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Oli,

erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Das das Stativ nicht das beste ist habe ich auch schon gelesen. Habe auch jetzt mal im Forum gesucht und auch Berichte zum Galaxia gefunden (hät ich mal besser früher gemacht...Schande über mein Haupt...).

Da steht eigentlich überall schon das, was du angesprochen hast. Allerdings habe ich auch gelesen, dass mit dem Spiegel an sich einiges zu sehen ist.

Jetzt die Frage, hilft es, am Stativ rumzubasteln und es stabiler zu machen, würde mal behaupten, dass ich handwerklich begabt bin.

Die Teleskope die du verlinkt hast, machen auch einen guten und interessanten Eindruck, allerdings habe ich vergessen zu erwähnen, dass ich Stadtnah (Kleinstadt) wohne und ich nur einen Balkon zur Verfügung habe. Der Boden ist erstmal schief wegen dem Wasserabfluss, hinzu kommt ein Geländer, dass ca. 1,20-1,30m hoch ist und ich habe noch einen Balkon direkt über mir.

Deshalb kommt ein Dobson für mich eher nicht in Frage, wobei die Bauart und auch der massive Unterbau ganz klar einen besseren Eindruck macht, als ein dreibeiniges Stativ.

Gibt es vlt. auch ein Stativ, dass man separat kaufen kann bzw. das man empfehlen kann?

VG Chris
 
Hallo Chris,

gibt es natürlich. Ein Skywatcher AZ 4 wäre eine Möglichkeit. Ich hoffe mal, dass da eine Standard Prismenschiene (Vixenstyle) dran ist. Wenn es äquatorial sein soll, da kenn ich mich nicht so gut aus. Da kann vielleicht jemand anders raten.

Du hast bei Online Bestellungen aber immer eine Rücktrittsrecht.

CS.Oli
 
Hallo Chris,

willkommen im Forum.

ergänzend zu dem was Oli geschrieben hat, diese Sets, ja, sind preiswert, das Problem daran, es wird an der Montierung gespart.
Unter Montierung meine ich jetzt Stativ und das Achsenkreuz an dem das Teleskop befestigt wird.
Die Optik ist meist recht ordentlich.
Aber im ganzen ist das Ganze recht "wackeldackelig" ;).
Da kommt wirklich auf Dauer keine Freude auf.

Was bist Du denn bereit an Euronen auszugeben? Also Dein Budget.

Zum Dobson:
Wie tief ist denn Dein Balkon?
Das mit der Höhe der Brüstung ist einfach zu lösen, einfach einen "Unterbau" basteln.
Ich habe mir eine passende Holzplatte besorgt, an die ich einfach vier höhenverstellbare Beine geschraubt habe.
Schon konnte ich über meine knapp 1m hohe Brüstung in der Waagerechten beobachten.
Ich bin jetzt nicht grad der super Fan der Dobson, aber bei knappen Budget, irgendwas zwischen 300,- und 500,.€, sind die Teile einfach die beste Lösung.
- stabil montiert
- intuitiv zu bedienen
- kommen dem, was man so als "Allrounder" bezeichnen würde am nächsten. Grundsätzlich, die eierlegende Wollmilchsau, den Allrounder gibt es nicht.
- bis 8", 10" sind die Teile m.E. auch noch transportabel.
- mit einem Öffnungsverhältnis von ca. f/6 nicht sooo anspruchsvoll in den Okularen
- mit Telrad-Sucher und Deep-Sky Reiseatlas eine tolle Kombination.

"Sativmontierung", also Stativ (am besten Stahlrohrstativ), Achsenkreuz (egal ob Alt/AZ oder parallaktisch) an das das Teleskop dran montiert wird, ist mit 300,- bis 500,- € kaum zu schaffen, evtl. über den Gebrauchtmarkt.
Der Unterbau ist das A&O. Stabiles Stativ, stabile Montierung, da m.E. niemals sparen.
Da lieber mit der Optik etwas kleiner anfangen, dafür aber einen ordentlichen Unterbau anschaffen.
Du kannst jedes Teleskop mit einer standard Prismenschiene, natürlich von Größe und Gewicht abhängig, an (fast) jede Montierung befestigen, ohne Bastelei.

[EDIT]
P.S.
Bitte lass Dich nicht von den Videos und Bildern "täuschen".
Da wird mit DSLR-Kameras gearbeitet, laaaangee Belichtungszeiten, Bildebearbeitung... ...
Da steckt viel Zeit und Arbeit drin.
Was Du durch Dein Teleskop visuell zu sehen bekommst hat damit nur wenig zu tun.
Auch wirst Du dort "Oben" rein visuell kaum Farbe sehen, bis auf die Planeten, einige Sterne und einige Nebel und das nur mit viel Übung und Beobachtungserfahrung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also mein Balkon ist ca. 1,40 Meter tief. Allerdings auch nicht ebenerdig durch den Abfluss für das Wasser.
Könnte sich mit gewissem aufwand auch ausgleichen lassen, allerdings nicht so einfach denke ich.

Also ich habe es bei amazon bestellt und habe damit ja ein 30-tägiges Rückgaberecht. Ich werde es einfach mal testen und wenn es wirklich gar nix taugt, zurückschicken.

@Oli, welche Montierung das Teleskop hat war für mich jetzt auch aus der Beschreibung nicht ersichtlich, also welcher Standard. Da steht nur äquatorial Montierung.

Heute morgen habe ich durch Zufall gesehen, dass ich hier bei mir im Ort eine Sternwarte habe und eine Teleskop-Firma.
APM-Telescopes APM Telescopes

Vlt. kennt die ja jemand. Dort kann ich mich dann ja ggf. über andere Stative beraten lassen und auch neue Teile direkt dort kaufen.

Ich bin aber ehrlichgesagt auch immer etwas skeptisch beim Fachhandel vor Ort. Auf der einen Seite haben die ja die fachliche Qualifikation und Erfahrung, auf der anderen Seite wollen die natürlich auch Umsatz machen....wenn ihr wisst was ich meine.

Hat vlt. jemand Erfahrung mit der Firma?
 
Also mein Balkon ist ca. 1,40 Meter tief. Allerdings auch nicht ebenerdig durch den Abfluss für das Wasser.
Könnte sich mit gewissem aufwand auch ausgleichen lassen, allerdings nicht so einfach denke ich.

Da legst Du einfach auf der einen Seite ein Brett drunter - fertig. Ausserdem muss ein Dobson auch nicht eben stehen, weil Du eh in 2 Achsen nachführen musst.

APM ist ein Anbieter von sehr guten Teleskopen und Teleskop-Zubehör, aber nicht unbedingt ein Schnäppchenparadies.

Ich persönlich kaufe gern beim Fachhandel, aber man muss da informiert hingehen und nicht alles glauben was einem angepriesen wird. Vor allem, wenn es Probleme mit der Ware gibt, zahlt sich der gute Kontakt zum Fachhandel aus. Fachhandel heißt für mich aber auch über Online-Fachhändler.

Amazon nutze ich nur für Kleinkram, der offensichtlich identisch ist mit Produkten aus dem Fachhandel aber durch Direktversand aus China um ein Vielfaches günstiger ist. Da muss man aber auch wissen was man kauft und braucht etwas Geduld, denn der Versand dauert oft 1 - 2 Monate.

Teste das Teleskop einfach an den Planeten und dem Mond. Jupiter, Saturn und Mars sind ab Mitternacht gut sichtbar. Da wirst Du schnell merken, dass Du kaum scharfstellen kannst, weil das Teleskop bei jeder kleinsten Berührung solche Hüpfer macht, dass Du kaum ne Chance hast. Die Barlow-Linse kannst Du getrost vergessen, die taugt eh nix und die angepriesenen Vergrößerungen sind komplett sinnlos - da siehst Du nur Matsch.

Bin gespannt auf Deine Rückmeldung.

CS.Oli
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, dann erstmal vielen Dank für das erste Feedback, ich werde mich dann hoffentlich Mittwoch-Nacht bzw. Donnerstag melden (sofern das Wetter mitspielt).

Die erste Heruasforderung wird eh die äquatoriale Ausrichtung, da man ja im zweiten Schritt den Polarstern anvisieren muss/soll und mein Balkon Richtung Süden liegt. Das wird auch noch ein Spaß...

Hoffe die Enttäuschung ist nicht allzu groß.

Chris
 
Hallo Chris,

für die ersten Versuche reicht es wenn Du die Montierung grob nach Norden ausrichtest. Du musst halt dann in beiden Achsen nachführen. Das ist aber erstmal kein Problem. So schnell dreht sich die Erde nun auch wieder nicht!

CS.Oli
 
Hallo Chris,

Also mein Balkon ist ca. 1,40 Meter tief. Allerdings auch nicht ebenerdig
1,40m schränkt Dich meiner Erfahrung nach mit einem Dobson ein. Der "Standard" vorgeschlagene 200/1200-er Dobson wird da leider nicht funktionieren, kürzer, so bis 1000mm wäre für mich die Grenze. Denn Brennweite eines Newton ungefähre Baulänge des Tubus.
Das mit dem "schrägen" Boden ist wirklich kein Problem.
Der "puristische" Dobson hat ja keinerlei Elektronik verbaut, alles wird manuell erledigt. Bei PushTo oder GoTo ist das was anderes, aber da liegen die Preise auch ein Stück höher.

Diese Art der Montierung wird auch parallaktische Montierung oder deutsche Montierung genannt.
Wenn diese Montierung einigermaßen nach Norden ausgerichtet ist, was für visuelle Beobachtung, wie Oli schon schreibt, vollkommen ausreicht, brauchst Du nur in einer Achse, der RA-Achse, nachführen. Am besten geht das halt mit einem Kompass.

APM kenne ich leider nicht aus eigener Erfahrung.
Großteile (Montierung, Tubus, Zenitspiegel usw. etc.) besorge ich mir, wie auch Oli, lieber im (Online)-Fachhandel.

Würde auch erst mal testen und wenn es dann gar nicht passt, zurück damit.

Noch mal zu den Montierungen.
Es gibt die parallaktische Montierung, von total manuell bis mit allen möglichen technischen Finessen ausgerüstet. Je nach Geldbeutel ;).
Diese Art der Montierung ist für Astrofotografie ein Muss!
Bringt aber für den visuellen Beobachter den Vorteil das nur in der RA-Achse nachgeführt wird. Manuell oder mit Motor.
Sehr praktisch und angenehm ;).

Dann die Alt/AZ-Montierung, vereinfacht rauf/runter (Altitude) und links/rechts (Azimuth).
Die einfachste und kostengüstigste Variante ist die RockerBox eines Dobson.
Dann gibt es sie eben auch als "Stativmontierung".
Da wiederum als Einarm Alt/AZ.
Beispiel

Als Gabelmontierun
Beispiel

und als Montierungskopf von der Funktion ähnlich der Rockerbox, im ganzen allerdings kleiner und meist aus Metall.
Das Ganze gibt es von puristisch manuell bis eben auch mit allen möglichen technischen Raffinessen ausgestattet.
Beispiel
 
Hallo zusammen,

seit meiner Kindheit fasziniert mich die Astronomie und eigentlich alles was in irgendeiner Weise mit dem Universum zu tun hat. Als Kind hatte ich bereits ein Bresser-Teleskop (keine Ahnung was für eins), mit dem ich hauptsächlich den Mond beobachtet habe - mehr ging da auch nicht.

Nach Jahren habe ich mir nun wieder ein Teleskop bestellt (kommt wohl am Mittwoch, 15.07.2020). Wie in der Überschrift schon erwähnt handelt es sich um das Bresser Galaxia 114/900 (LINK: BRESSER Spiegelteleskop Galaxia 114/900 EQ-Sky mit Smartphone Kamera Adapter | Bresser ). Ich habe mich für das Teleskop nach langer Recherche entschieden und denke, dass es für den Einstieg ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bietet - so die Hoffnung. :)

In erster Linie geht es mir erstmal um den Einstieg in das Thema und um Planetenbeobachtung (insb. Saturn und Jupiter), sowie die Sonne und den ein oder anderen Nebel und/oder Galaxie. Ich hoffe, dass ich mit diesem Teleskop erste Erfolge feiern kann. Die Erwartungshaltung setze ich mal nicht allzuhoch, da mir bewusst ist bzw. ich denke, dass ich für den Preis jetzt kein High-End Teleskop erwarten kann.

Warum schreibe ich jetzt hier? Erstmal um "Hallo" zu sagen, und natürlich hoffe ich auch auf den ein oder anderen Tipp zu dem o.g. Teleskop in der Bedienung und welches Zubehör sich lohnen kann. Ich will jetzt erstmal keine Unsummen ausgeben.

Ich habe bei Youtube Videos gefunden von ähnlichen Teleskopen 114/900; 114/500 und 114 f/9 (114/1000??), und die Bilder, die damit gemacht wurden, sehen schon spektakulär aus.
Bsp. Teleskop 114/500: Astrophotography with Tasco 114mm/500
Bsp. Teleskop 114 f/9 (114/1000??): Saturn through a 4" Newtonian Telescope (Celestron Powerseeker 114EQ)

Bei den Videos handelt es sich jetzt ja um Teleskope mit anderer Brennweite. Ist die Abweichung zu dem von mir gekauften Teleskop groß, oder sehe ich die Planeten, Galaxien usw. ähnlich?

Was brauche ich/empfehlt Ihr an Zubehör um bspw. die Galaxien genauso zu sehen wie in dem Video? Reicht das Standardzubehör im Lieferumfang oder muss ich mir noch Okkulare etc. extra zulegen?

Ich bin absolut neu auf dem Gebiet und bin froh, dass ich schonmal weiß, wie ich das Teleskop äquatorial einstellen muss ;-D

Viele Grüße aus dem Saarland

Christoph

Hi Christoph,

ich gestatte mir zu Deinem Post ein paar Anmerkungen.

  1. Zu Deiner Auswahl: Den Bresser-Raketenwerfer würde ich definitiv nicht in Betracht ziehen. Stativ schwach, vmtl. Kugelspiegel - es wurden schon Alternativen aufgezeigt. Stativ zu wackelig, gleich eine "richtige Montierung" - wenn es nicht gleich Fotografie sein muss - zum Umschauen und Orientieren dürfte ein Dobson einfacher zu nutzen sein.
  2. Das von Dir zitierte Video mit einem kleinen Tasco 114/500 (was seinerzeit auch was anderes war als die heutige Chinaware) wurde von einer großen EQ6-Montierung von Leuten gemacht, die wußten was sie tun, das ist mit dem Wackeldreibein in der Package zu vergleichen wie eine Smart mit einem schweren SUV.
  3. Das Rohr dass Du Dir ausgesucht hast würde auf dem mitgelieferten Dreibein rumwackeln wie ein Lämmerschwanz. UND die mitgelieferte Montierung ist unmotorisiert! Und ob man die mit den EQ-typischen Nachrüstsätzen so aufrüsten kann, dass man sie auch guiden, das heißt für die Fotografie mit einer Steuerung richtig nachführen kann, müßte man auch erst prüfen. Die Batteriemotoren von Bresser haben soweit ich sie kenne keine dafür notwendige Schnittstelle (St4).
  4. Für die Planetenbeobachtung kannst Du Dir auch einen Refraktor, also ein Linsenfernrohr in einer Gabelmontierung anschaffen, auch das geht durch die händische Nachführung einfacher als mit einem mechanischen Achsenkreuz, bei dem Du manuelle per biegsamer Welle die Montierung nachdrehen musst. Zudem bringt das auch nur was wenn sie eingenordet ist - Blödsinn, wenn man einfach am Himmel spazierensehen und sich Mond und Planeten ansehen will.
  5. Besuch APM mal, ich wohne unter der Woche in Saabrücken und kenne den Betrieb schon lange. Das sind keine Billigheimer, aber die haben Ahnung und vernünftige Ware. Ich halte mich beim Blind nach Katalog bestellen immer sehr zurück, erst ansehen, dann kaufen ist in dem Genre eine gute Idee. Schildere Deine Beobachtungssituation und man wird Dir da besseren Rat erteilen als die meistens vollkommen überzogenen Anpreisungen im Versandhandel.
CS
Jörg
 
Hallo,
gestern hatte ich die erste Chance den Saturn, Jupiter mit zwei Monden und die Sonne zu beobachten!
Ich muss sagen, ich als Einsteiger bin doch sehr begeistert wie gestochen scharf der Saturn mit seinen Ringen zu sehen ist.
Beim Jupiter konnte man auch leicht die roten Streifen und Muster erkennen. GENIAL!!!

Aber jetzt mal zum Teleskop (Erfahrung nach einem Abend):

Die Optik ist sehr gut. Mit dem 20mm Okular ist das Bild gestochen scharf. Allerdings sind die Planeten dann relativ klein.

Das 4mm Okkular kann man wie ihr schon geschrieben habt vergessen. Vlt. ist es besser bei der Beobachtung des Mondes?!
Für Saturn und Jupiter aber ungeeignet.

Die Barlow-Linse (x3) die bei dem Teleskop dabei war ist auch nicht so das wahre. Die Planeten waren damit zwar etwas größer. allerdings unscharf. Vlt. muss ich aber da noch den Umgang mit üben?!

Zum Stativ:
Wie von euch beschrieben steht es nicht bombenfest, ABER: DA ich selbst nicht allzugroß bin (1,70) kann ich das Stativ komplett einfahren, das erhöht die Stabilität massiv. Schrauben fest angezogen und mit den Biegsamen Wellen kann man das Teleskop "relativ" ruhig durch den Himmel navigieren. Auch wenn es dann mal etwas wackelt, hört es nach 3-4Sekunden auf und man hat wieder ein scharfes Bild.
Fotos kann man allerdings nur machen, wenn man eine Bluetooth-Fernbedienung für das Smartphone hat, da sonst beim auslösen oder beim Tippen auf dem Handy das Teleskop zittert.

FAZIT:

PRO:
- Für den Astro-Einstieg finde ich das Teleskop gut
- Ausreichende Stabilität für Beobachtung von Sonne und Planeten
- Mit dem Smartphone-Adapter lassen sich Bilder und Videos machen (Bluetooth-Fernbedienung f. Kamera empfehlenswert).
- Umfangreiches Zubehör
- Teleskop sieht in der Carbon-Optik sehr schön und wertig aus
- Gute Verarbeitung
- Sonnenfilter war schon mit dabei
- Preis-/Leistungsverhältnis passt für mich

Contra:
- 4mm Okular und Barlow-Linse (x3) nicht wirklich zu gebrauchen, da das Bild unscharf wird.
- Stativ im AUSGEFAHRENEN Zustand nicht so stabil
- Äquatoriale Montierung ist komplex zum Einstellen
- Durch größe und Gewicht ist das Teleskop nicht unbedingt für mobil geeignet
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Als nächstes werde ich jetzt APM mal einen Besuch abstatten für bessere Okulare, da ich denke, da man da noch mehr rausholen kann.

Insbesondere der Saturn war zwar gestochen scharf, aber gerade mal Stecknadelkopf groß und in gelb zu sehen.

Vlt. kann man da noch mehr rausholen, etwas größer und auch Strukuren oder Farben erkennen, aber vlt. lag es auch am Himmel?!
 
Hallo Christoph,

danke für die Rückmeldung! Damit können vielleicht auch andere was anfangen. Das ist immer wichtig.

Dass das 4 mm Okular nicht funktioniert - wie auch die Barlow - kann ein Problem der Optik sein. Geringe Vergrößerungen sind immer unkritisch. Bei 125fach sollte eigentlich noch ein einigermaßen scharfes Bild rauskommen, vor allem bei der Brennweite Deines Teleskopes.

Das Seeing spielt natürlich eine Rolle und bei höheren Vergrößerungen wirkt das unter Umständen auch einfach unschärfer. Das ist Erfahrungssache - einschätzen kann mans halt erst, wenn man verschiedene Teleskope probiert hat.

Bin mal gespannt was Du berichtest, wenn Du evtl. ein besseres Okular hast.

Das "große" Gewicht ist relativ, wenn Du daneben einen 8" Dobson stellst ;) und der gilt unter Hobbyastronomen noch als gut transportabel.

CS.Oli
 
Was meinst du mit Problem der Optik? Ist das Okular dann nicht gut genug verarbeitet, oder liegt es am Tubus?
 
@VisuSCor 900/4 = 225, nicht 125, was bei 114 mm Öffnung zu viel ist.

Mit dem Teleskop wird vermutlich alles in Ordnung sein. Seit Jahren wird mit dem 4 mm Okular und der Barlow Linse leider ungeeignetes Zubehör mitgeliefert. Aber wie ich sehe, ist ein Leuchtpunktsucher dabei, sehr gut! Hier hat der Hersteller gelernt, denn früher gab es 6x30 Sucher, die keine Hilfe waren.

Falls das 20 mm Okular aus Metall ist und Glaslinsen hat, dann ist das tatsächlich recht gut und kann weiter benutzt werden. Mein Vorschlag ist, sich noch zwei Okulare zu kaufen: 9 mm Weitwinkel (66 Grad, "Goldkante"), neu um die 40 Euro in Deutschland, in China oder hier gebraucht um die 20 Euro. Dazu ein 32 mm Plössl, aber das ist gebraucht kaum zu bekommen, weil es so universell ist: China 15 Euro, hier etwa 30. Damit bist Du dann gut ausgestattet. Theoretisch ginge noch ein 6 mm Okular, aber es gibt sehr wenige Nächte, wo es zum Einsatz kommen kann und ich bin mit dem Einblick des 6 mm UWA nie zufrieden gewesen. Die nächst beste Wahl, wenn man denn unbedingt will, wäre ein 6 mm Planetary Okular, aber um die 70 Euro sind schon Geld für etwas, das man vielleicht 3 mal im Jahr braucht. Das kannst Du immer nochmal irgendwann kaufen.

Als Zubehör empfehle ich Dir den Deepsky Reiseatlas. Mehr brauchst Du nicht, um Dich am Himmel zurecht zu finden. Mit dem Leuchtpunktsucher bist Du hier schon bestens bedient. Ich fing mit der klassischen drehbaren Sternkarte an, aber sie hat mich eher verwirrt und der Reiseatlas funktionierte für mich sofort.

Falls Dich das Nachführen mit der Zeit nervt, so gibt es zu Deinem Teleskop einen Nachführmotor. Nicht billig, aber funktioniert ohne Basteln.

Mein Tipp speziell zu dieser Jahreszeit: Deepsky Brothers Der Sommer hat für dieses Teleskop schöne Objekte zu bieten und das ganz ohne Frieren. :)

Ich empfehle, Beobachtungen kurz zu notieren: Objekt, Datum und Uhrzeit, Instrument, mit welchen Orientierungspunkten hast Du das Objekt gefunden und mit welchem Okular wie gesehen. Im Laufe der Zeit erleichtert das die Beobachtung.

Prinzipiell könnte man nun noch auf die Justierung eingehen, aber Du hast die Planeten gut gesehen, also besteht da erstmal kein Handlungsbedarf.

Michael
 
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