Bresser Uranus oder was?

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joerch

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Hallo zusammen erst mal,
ich habe schon einige male hier im Forum gestöbert und möchte jetzt endlich auch mit mischen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Angeregt durch die tollen Werbungen von Aldi, Lidl und Co. habe ich nach einem Teleskop für mich gesucht.
Ich möchte gerne ein Gerät das auch für Fotografie tauglich ist. Damit scheiden schon einige Geräte aus.
Ich bin jetzt kurz davor mir ein Bresser Uranus 102/900mm zu bestellen. Die Motorisierung dafür werde ich dann später nachrüsten. Auf der Suche nach Infos bin ich aber nicht besonders fündig geworden.
Gibt es jemand der mir über das Teil berichten kann? Gibt es Fotos im Netzt die mit dem Uranus gemacht wurden?
Preislich ist das für mich schon die obere Grenze? Zweite Überlegung war das Lidl-Scope zu kaufen und irgendwann etwas größeres, oder ärgere ich mich dann nächste Woche?
Puh; <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
Dank für Eure Tips
Gruß aus dem Sauerland
Jörg
 
Hallo Jörg,

hm, es gibt ja zweierlei Fotografie. Zum einen die DeepSky-Fotografie, welche sich um Nebel und Sternhaufen dreht.
Sodann die Planeten-Fotografie, die auch den Mond einschliesst.

Die DeepSky-Fotografie ist eigentlich zuerst eine Frage der Montierung, und danach erst eine Frage der Optik. Hier ist das Uranus als Linsenteleskop nach dem Prinzip Fraunhofer-Achromat keine besonders gute Lösung. Zum einen hat es einen Farbfehler, der visuell wie fotografisch einen blauen Hof um jeden Stern bzw. um jedes Objekt herum zeigt. Zum andern hat das Gerät mit Blende 9 (f/9) recht lange Belichtungszeiten. Damit sind selbst für helle Objekte kaum Belichtungen unter 20 Minuten sinnvoll, üblich sind um die 40 Minuten. Sodann wird für diese Technik ein Leitfernrohr benötigt, mit dem kontrolliert wird, ob die Montierung auch wirklich genau einem Stern folgt.
Wichtig ist hier auf jeden Fall eine stabile, parallaktische Montierung. (Gerade die Goto-Montierungen sind ja allermeist azimutal und eignen sich insofern schlecht.)
Da diese Sache nicht einfach ist, sollte man hier zunächst nicht durch das Teleskop fotografieren, sondern erst einmal mit dem 50mm oder 135mm-Objektiv einer Spiegelreflex-Kamera arbeiten. Diese können wegen der geringen Vergrößerung auch noch gut von Hand nachgeführt werden und bieten z.B. bei Blende 4 schon nach 5 Minuten sehr schöne Bilder.

Anders sieht es bei der Planetenfotografie aus. Verwendet man eine Webcam oder eine Digitalkamera, so sind interessante Planetenbilder möglich. Eine motorische Nachführung ist allerdings zumindest wünschenswert. Hier stört auch das Öffnungsverhältnis f/9 nicht, im Gegenteil.
Leider stört auch hier der Farbfehler der Optik, aber bei einigen Objekten ist das nicht so wichtig, bzw. man kann eventuell Filtern. Bei Mondbildern (schwarzweiss), oder bei Mars, stört das Filtern weniger, bei Jupiter und Saturn z.B. wird aber das Bild sehr gelbstichtig.

Vielleicht wäre ein Spiegelteleskop eine bessere Lösung? Oder Du versuchst erstmal, Beobachtungserfahrung zu sammeln, bevor Du Dich ans Fotografieren wagst.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

ich würde natürlich erst mit Beobachten anfangen und mit der Fotografie bei den Planeten starten.
DeepSky Fotografie dauert sicherlich ein wenig, weil ich bestimmt erst ein wenig suchen muss. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Wichtig ist hier auf jeden Fall eine stabile, parallaktische Montierung. (Gerade die Goto-Montierungen sind ja allermeist azimutal und eignen sich insofern schlecht.)

Das Uranus hat doch eine äquatoriale Montierung und ist ohne GoTo System. Davon bin ich schon ab, da die Nachführung für längere Belichtungen nicht taugen sollen.
Die ersten Bilder wollte ich sowieso aus Kosten- und Geschwindigkeitsgründen mit der Digitalkamera machen.

Jörg
 
Moin Jörg,
Das Uranus hat doch eine äquatoriale Montierung und ist ohne GoTo System. Davon bin ich schon ab, da die Nachführung für längere Belichtungen nicht taugen sollen.
Die ersten Bilder wollte ich sowieso aus Kosten- und Geschwindigkeitsgründen mit der Digitalkamera machen.

Soviel ich erkennen kann, ist die Uranuskombination ein Refraktor auf der Meade LXD500 Montierung. Zum Refraktor kann ich nichts beisteuern. Wer sagt denn, dass die Montierung für längere Belichtungen nichts taugen soll? Ich hab eine mit Broncerädern (LXD 500B) und Fotos mit Brennweiten bis zu 500mm sind damit möglich, wobei ich 500mm auch als oberen Grenzwert sehe (allerdings nur aus Gründen der etwas eingschränkten Steuerbarkeit der Motoren).

Plantenfotos mit Webcam sind mit der Montierung auch möglich. Das Stativ sollte man aber gegen ein stabileres austauschen, der Gewinn ist enorm.

Dennoch würde ich gleich auf eine andere Montierung z. B. der GP setzen wenn Du auch fotografieren willst. Die Steifigkeit der Montierung in Kombination mit dem Stativ ist das A und O bei der Deep-Sky Fotografie. Wenn man die nicht länger auf wenige hundertstel Millimeter genau nachgeführten kann, nutzt einem ein "Profiobjektiv ooocch nichtzzz!!

Ich nutze meine LXD 500B mit einem 90/1000mm Refraktor als Leitrohr. Fotografiert wird zu 99 % mit herkömmlichen Objektiven zwischen 35 mm und 300mm Brennweite, manchmal auch 500mm (da übe ich aber noch). Das 300mm Objektiv habe ich mit der LXD 500B nachweislich punktgenau nachführen können. Gelegentlich, so wie bei der Sofi dieses Jahres wird auch mal durch den Explorer fotografiert oder auch mal Mond/Planetenfotos.

Von der Stange ist sie aber nicht gut eingestellt. Ich hab schon Hand anlegen müssen, bevor sie zuverlässig arbeitet - darum der Tip zu einer GP. Wenn es schon eine LXD500 sein sollte, dann nur die mit dem Broncerädern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> die LXD 500 B. Da äußern die sich aber nicht auf der Homepage von Bresser - Aufpassen!!

Deep Skyfotografie? Dafür ist so ein Refraktor nicht konstruiert.

Gruß Burkhard
 
Hallo Joerg,
ich habe mir vor vielen Jahren ein Bresser Uranus gekauft und habe damit wunderschöne "Sternstunden" erlebt. Das heute angebotene Modell ist mit meinem nicht mehr ganz identisch, meins hat noch 1000mm Brennweite und auch die Montierung ist etwas anders, meins ist wohl noch eine frühere Ausgabe der EQ-2 oder EQ-3. Daher kann ich Dir nicht genau sagen, was das jetzige System wirklich taugt.
Mit meinem Gerät habe ich zuallermeist visuell beobachtet. Wenn man sich ein bischen am Himmel auskennt, war das Einstellen der Objekte meist kein Problem. Wenn sie visuell nicht gleich oder im Sucher zu erkennen waren, haben mir die Teilkreise für Rektaszension und Deklination manchen guten Dienst erwiesen.
Fotografisch war das ganze jedoch nur "in Grenzen" nutzbar, so dass ich damit nicht allzuviel gemacht habe. Am besten war es natürlich, wenn ich meine Kamera mit deren Objektiven einfach "oben" drauf angeschraubt habe, auf "B" gestellt und dann mit dem Fernrohr nachgeführt habe. Zuerst von Hand, dann habe ich mir den zugehörigen Schrittmotor zugelegt, das hat die Arbeit schon gut erleichtert. War das Gerät gut ausgerichtet (dank Polsucher meist kein großes Problem!) hielt der Motor das Objekt der Begierde doch einige Minuten durchaus exakt im Fokus.
Problematischer war es für mich, als ich dann die Kamera direkt hinters Okular klemmen wollte. Da wurde das ganze fürs Stativ doch schon etwas schwerer zu tragen und vor allem konnte ich viele Objekte im Sucher der Kamera doch nicht richtig fokussieren.
Einfacher war es dann schon, wenn ich eine Webcam genommen habe, um damit Planetenfotos zu machen.
Insgesamt war ich mit dem Gerät durchaus zufrieden, bis ich dann vor gut einem Jahr mir ein C8 auf einer GP-DX Montierung gekauft habe. Das ist ehrlich gesagt dann doch eine ganze Klasse besser, das Einstellen geht viel exakter, die Motoren sind absolut prima und seitdem macht mir das Fotografieren erst richtig Spaß! (Schade nur, dass man so wenig Zeit hat).
Mein Fazit: Das Bresser Uranus ist ein tolles Rohr mit dem man schon viel am Himmel sehen kann. Die Montierung hätte gerne besser sein können, aber hat bei mir (für den Anfang) über viele Jahre durchaus ihren Zweck erfüllt.
Du wohnst im Sauerland? Das ist vielleicht nicht allzuweit von Bad Lippspringe entfernt, dann kannst Du einfach mal bei mir vorbeikommen und das Bresser Uranus anschauen und ausprobieren.

LiboriusWichard
(Email: wdzieran@aol.com) aus Bad Lippspringe bei Paderborn
 
Moin,
ich hab mich noch mal umgesehen. Es ist wirklich die LXD 500 Montierung von Meade, aber welche? Ich nehme an die mit den Alurädern, also die billigere Variante. Die mit im Paket erhältlichen MA Okular habe ich auch. Da gibt es wirklich bessere, selbst die Meade Plössl der 3000 Serie sind erheblich besser (größeres Gesichtsfeld um 50 Grad, schärfer, farbreiner).

Wenn Du ernsthaft später auch mal Fotografieren willst, ob nun Piggyback oder wie auch immer kann ich Dir nur zu anderem Equipment raten. Nicht das es damit nicht geht, aber Du müsstest die Montierung überarbeiten, Motoren sind auch nicht gerade billig, ein Hartholzstativ müßte auch noch her, bessere Okulare und schon hast Du noch weitere 100te Teuros investiert. Auf diesem Weg ist so mancher übermüdet und hat das Hobby aufgegeben.

Astrofotografie hat so seinen Preis und der steckt zunächst in einem stabilen Stativ, einer guten und leistungsstarken Montierung und erst in der zweiten Linie bei den optischen Komponenten.

Nur mal zur Info: Ich sattele meine Objektive nebst Kamera nicht auf das Leitrohr auf, sondern befestige die Schose nebeneinander auf einer selbstgebauten Aluadapterplatte. So kann ich selbst mit der LXD 500B Montierung, die "nur" 6,8 Kg tragen kann (selbst nach alter Meade-Werbung), mit bis zu insgesamt 9kg belasten. es ist schon einiges machbar. Nur Du musst selbst noch Hand anlegen und einige 100 €uros "nachinvestieren".

Gruß Burkhard
Meine HP mit einigen "chemischen" Bildern, Montierung LXD 500 B

 
Hallo LiboriusWichard,

vielen Dank für das tolle Angebot. Das werde ich mir überlegen und mich dann noch mal melden. Sind etwas über 70 km von hier. Ich habe auch schon überlegt mal nach Paderborn zur Sternwarte zu fahren. Dort kann man sich bestimmt auch mal gut informieren.
 
Hallo Burkhard,

Ich hab mich noch mal umgesehen. Es ist wirklich die LXD 500 Montierung von Meade, aber welche? Ich nehme an die mit den Alurädern, also die billigere Variante. Die mit im Paket erhältlichen MA Okular habe ich auch. Da gibt es wirklich bessere, selbst die Meade Plössl der 3000 Serie sind erheblich besser (größeres Gesichtsfeld um 50 Grad, schärfer, farbreiner).

erst mal Dank für die vielen Tips. Wenn ich das so lese, wird das meinen finanziellen Rahmen wohl sprengen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
Das Uranus ist ja schon nicht das preiswerteste Gerät, find ich. Bei Teleskop-Service.de habe ich noch ein Skywatcher Refraktor - Öffnung 90mm Brennweite 900mm gesehen für 298,-. Was ist von sowas alternativ zu halten. Oder hättest du einen anderen Vorschlag so in der Preisklasse? Das die Qualität nicht wie bei einem "Großen" ist, damit werd ich wohl leben müssen. Ich möchte mich halt hinterher nur nicht ärgern weils die gleiche Qualität preiswerter gibt, oder für paar Euros mehr was wesentlich besseres. Ja ja, diese Anfängerprobleme. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Übrigens schöne Bilder auf deiner Homepage!

[Offtopic]
Musikseite? Bist du musikalisch tätig? Da kommt leider ein Fehler 404, Seite nicht verfügbar, wenn ich auf den Link klicke.
[/Offtopic]

Gruß
Jörg
 
Hallo Jörg,
oh der Musiklink, danke für den Hinweis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Tja, welcher Refraktor nun? leider kenn ich die Qualität der Skywatcher-Refraktoren nicht. Ich hab gutes gehört, aber auch negatives wie schlackernde Okularauszüge. Ich möchte Dir deshalb nur den Tip geben, hierzu im Forum die Kollegen noch mal zu befragen und auch den Teleskop-Service.

Mit 90 mm und guter Qualität kann man schon leben. Letzlich ist es ein Einstieg und die Lichtmenge eines 8" ist natürlich nicht zu erwarten. Aber es gibt auch 80mm APOs, recht "preiswert" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> und das es sie gibt hat auch seinen Grund. Die Skyview-Montierung wäre eine Alternative, reicht sicher für einen 90mm Refraktor. Falls möglich würde ich dann einen 90mm Refraktor mit Blende 11 vorziehen, also 1000mm Brennweite, da hierdurch der Farbfehler geringer wird. Bei 102mm sollten es schon 1000mm Brennweite sein. Falls möglich, würde ich in einem Astro-Laden durch allerlei Refraktoren einfach mal durchschauen und sie miteinander vergleichen.

Eins mußt Du noch bedenken. Mit der Zeit brauchst Du noch weiteres Zubehör wie Okulare etc. Du solltest also noch für die nächsten Monate weiteres Geld sparen. Astronomie ist wie alle Hobbys, es verschlingt immer ein bißchen Geld <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Also so viel Öffnung wie nötig, aber so viel Qualität wie möglich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Der Explorer 395 den ich habe z. B. zeigt nicht so viel Deep Sky wie ein 8 Zöller, ist aber äußerst robust, die Qualität der Optik noch so gut, dass ich ihn neben des Missbrauchs als Leitrohr <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> auch noch zum Spechteln einsetze (gelegentlich auf einer uralten billigen Uranus- Montierung, nicht zu vergleichen mit der jetzigen). Er ist mir auch für die Fokalfotografie nicht zu schade, wie meine Sofi-Bilder zeigen. Jedes zweimal gekaufte Teleskop ist ein einmal zu viel gekauftes.

Gruß Burkhard
 
Danke noch mal für Eure Tips!

Ich habe mich jetzt für ein Skywatcher Achromat 90/900 auf EQ-3 Montierung mit 25mm und 6,5mm Plössl entschieden! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Die Nachführung werde ich dann angang nächsten Jahres nachrüsten. Im Moment ist mir das Gerät teuer genug, daher müssen größere, oder bessere Teleskope nocht etwas warten.
Aber ich denke für den Einstieg wirds für mich OK sein.

Bin ja denn mal gespannt wann das gute Teil kommt. Bericht folgt.....


Jörg
 
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