Brillentaugliches 7x50 für den Hausgebrauch

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Seymour

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Servus,

es folgt ein Kurzroman, daher vorab die drängendste Frage: Kann jemand was zum Fujinon 7x50 WP-CF sagen oder möchte eine Alternative ins Spiel bringen?

Hintergrund (lang und geschwätzig):

Mein Fernglas ist seit einigen Jahren ein schnuckeliges Zeiss Conquest Compact 8x20 B T. Toll nicht nur für unterwegs. Aber das Handling ist bei der kleinen Austrittspupille und mit Brille halt etwas kniffelig, einfach mal so hochreißen ist (bei mir) nicht. Und in der Dämmerung baut so ein kleines Glas ja nun prinzipbedingt recht früh ab.

Und so scheint eine weitere Anschaffung angezeigt. Ich neige zu einem Porro 7x50 und hoffe dazu auf ein paar Stimmen. Ich hab die Suchfunktion bemüht, aber kaum eins der noch vor wenigen Jahren empfohlenen Gläser dieser Sparte scheint noch auf dem Markt zu sein. Ich würde unter Umständen auch ein Gebrauchtes nehmen, aber da ist man halt immer vom Angebot abhängig.

Bei meinen Anforderungen steht die Ergonomie klar im Vordergrund. Damals vor dem Kauf des Zeiss hab ich - wenngleich unter anderen Vorzeichen - zahlreiche Gläser in die Hand genommen und dabei unter anderem festgestellt:

- Eine höhere Vergrößerung als 8x macht bei mir aus der freien Hand wenig Sinn.
- Einzelokkularfokussierung ist absolut nicht meins, es muss schon ziemlich zwingend Zentralfokussierung sein. Schade eigentlich, dadurch fällt das so hoch gelobte Williams raus.

Dazu kommt: Es lag vielleicht an den unkritischen Testbedingungen an den schönen Sommertagen damals, aber es könnte sein, dass ich in Sachen Bildqualität relativ schnell zufrieden bin. Beziehungsweise den Unterschied eines echten Spitzenprodukts nicht wirklich zu schätzen weiß. Gut, das Zeiss hat mich damals irgendwie umgehauen im Vergleich zu den anderen Kompaktgläsern, und zur Ausgabe von wesentlich mehr Geld veranlasst als geplant. Aber das Fuji 8x30 FMTR-SX beispielsweise und das Nikon 8x32 SE, also da hatte ich einfach nicht das Gefühl, dass der Gegenwert zum deutlichen Mehr an Größe und Gewicht mich gar so sehr "anspringt". (Vom Preis weit, weit jenseits aller Schmerzgrenzen gar nicht zu reden.) (Und der Einzelfokussierung.) (Aber ich schweife ab.)

In der Summe bin ich jedenfalls nach ein wenig herumgooglen momentan auf das oben erwähnte Fujinon 7x50 WP-CF fixiert, eine Ausführung des preisgünstigeren Fuji Marine-Glases mit Zentralfokussierung. Da könnte ich einen Vorführer für gut 200 Euro bekommen. 22 mm Eye Relief, mit 1150g noch nicht sooo schwer, Sehfeld 126 auf 1000m nicht sooo eng, mithin: Papierform OK. Auf die wassersport-taugliche Abdichtung könnte ich verzichten, aber so lange dadurch keine wichtigeren Merkmale beinträchtigt werden, nehm ich das halt mit. Und bei den 7x50erm gibts ja sonst in der Preislage praktisch nur solche Marine-Gläser oder aber eher lieblos gemachte Billigteile mit unnötig engem Sehfeld. Und/oder Einzelfokussierung. Oder hab ich was übersehen?

Auf die 7x50 bin ich im Übrigen verfallen, nachdem ich zunächst 8x56 und 9x63 in Betracht gezogen hatte - bevor ich gepeilt hatte, dass die Austrittspupille dort auch nicht größer ist. Es gibt da ja ein paar Preisknaller, Tasco Essentials, Bresser Spezial Jagd, Orion Mini Giant, Celestron SkyMaster. Aber dann hab ich mir gedacht, da es mir das Plus an Vergrößerung eh nicht so sehr bringt, wär ein 7x50 handlicher, manche auch leichter und aufgrund einer etwaigen besseren Vergütung fürs Geld dann vielleicht auch in der Dämmerung im Vorteil. Ein 6x42 hätt ich dann noch eher genommen, aber das gibt's ja wohl nicht.

Oder wie seht ihr das?
 
Hi,
ich bin Brillenträger und nutze ein ganz einfaches Eschenbach 7x50 Arena P 7x50 B Ww...
(z.B. hier: http://www.amazon.de/Eschenbach-4241750-Arena-7x-Weitwinkel/dp/B001Y2H8PI)

Ich komme damit sehr gut klar und es war günstig - ich nutze es für Vögel im Garten und die Sterne.

Natürlich ist das Glas billig und für Dich wahrscheinlich keine wirkliche Alternative?!

Ach ja, ich vergaß, das Glas hat einen sehr weiten Augenabstand (damit meine ich vom linken zum rechten Auge)... Das war für mich der Initialkaufgrund.

Gruß
Ernie
 
Also ich bin keinesfalls drauf versessen, mutwillig viel Geld auszugeben ;-) eher im Gegenteil. Hab grad erst trotz allem auf Ebay so ein Bosma 8x30 für 43 Euro abgegriffen - weil ich unbedingt auch mal ein Glas mit Strichplatte wollte. Also ich würde nie ein Glas allein deshalb ablehnen, weil es wenig kostet.

Aber der Gegenwert muss halt stimmen. Und ich hab den Eindruck, meine Anforderungen sind stellenweise etwas speziell. Und ein Fernglas kann wirklich eine Anschaffung fürs Leben sein. Da hab ich mich damit abgefundenm dass ein paar Euro mehr über die Zeit gesehen weniger ins Gewicht fallen als irgend ein Detail, das einen dann ständig nervt.

Aber vor allem wohn ich jetzt nicht mehr in Stuttgart, wo ich mal eben zum Fernrohrland hinfahren und alles Mögliche begrabbeln kann, und dann hinterher auf dem Heimweg womöglich noch drei, vier Läden in der Innenstadt mitnehmen. Ich wohn jetzt in der Pampa und muss mir entweder schicken lassen oder nen Tagesausflug nach Köln oder ins Ruhrgebiet ansetzen.

Und...

... die ham sie ja wohl nicht alle. Das Glas mag nicht schlecht sein - aber 105 auf 1000m, also 6 Grad reales Sehfeld, explizit als "Weitwinkel" hinzustellen ist eine Unverschämtheit.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Die Großmärkte, z.B. Saturn haben eine überraschend große Auswahl an Gläsern. Man kann sie wenigstens in der Verkaufshalle ausprobieren, das ist schon mal was.
Das gesamte Einblickverhalten eines Fernglases lässt sich schlecht nach Katalog oder auch nach Empfehlungen beurteilen - dies kann nur helfen, die Suche einzuschränken. Selbst probieren ist unumgänglich.
Alternative ist es, zwei oder drei Gläser im Versand zu bestellen und N-1 zurückzugeben. Darüber sollte man mit dem Verkäufer reden, dass man ein Auswahl bestellt, dann wird man vielleicht zielgerichtet beraten.
Letzte Variante ist ein Teleskoptreffen. Dort sind viele Ferngläser "unterwegs".
 
Und ich hab den Eindruck, meine Anforderungen sind stellenweise etwas speziell. Und ein Fernglas kann wirklich eine Anschaffung fürs Leben sein. Da hab ich mich damit abgefundenm dass ein paar Euro mehr über die Zeit gesehen weniger ins Gewicht fallen als irgend ein Detail, das einen dann ständig nervt.
Moin,
Ich möchte ihnen unbedingt das Vixen Foresta 7x50 Wide empfehlen. Es ist gewissermaßen konkurrenzfrei in seinem Preissegment und ist für ca. 340,- euro zu haben (preislich mal ausgoogeln).

Die optische Qualität hebt sich deutlich von preiswerteren Modellen ab, jedoch weniger von noch teureren. Meines wissens sind hier sogar Triplets verbaut was ein sehr augeglichenes Sehfels erzeugt. Die Vollvergütung ist erstklassig. Der Mitteltrieb könnte aufgrund der gegebenen Wasserdichtigkeit (kann ich auch gut drauf verzichten) etwas schwergängig sein, das muss man ausprobieren. Ansonsten hochdehbare Augenmuscheln, 20 mm Abstand, 124m Sehfeld und 930g Gewicht. Ergnomisch liegen Sie damit sehr gut.

Beste Grüße,
Stefan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich hab grad gesehen, das Williams gibt's ja auch als "Wildlife" mit Mitteltrieb!

http://www.teleskop-express.de/shop...e---Porro---gummiarmiert---stickstoffgef.html

Laut Auskunft des Teleskop-Service mit optisch identischen Objektiven und Okkularen, lediglich mit anderen Prismen als das Marine. Hat das hier schon jemand?

Ansonsten überlege ich nach der Lektüre weiterer Forenbeiträge schon fast wieder, doch eine Stufe drunter zu bleiben - auf ein Glas mit 5 bis 6 Millimeter Austrittspupille. In meinem Alter (40) ist schon fast fraglich, was mir die 7,1 mm jemals für einen Vorteil bringen werden, während Nachteile wie enges Sehfeld, und relativ hohes Gewicht und geringe Auswahl bei den 7x50-ern nicht von der Hand zu weisen sind.

Vorfreude ist die schönste Freude <g>
 
Die Austrittspupille dient zwei Zwecken
1) Der maximalen Leuchtdichte lichtschwacher Objekte (kaum ausnutzbar ohne Nebelfilter)
2) dem bequemen Finden der Pupille am Tage

Der zweite Grund ist die Ursache für die benenung als Marineglas - neben der wasserdichtigkeit: Azuf einem schwankenden Schiff ist es nicht einfach, einen "bequemen" Einblick zu erhaschen.
Am Tage hat die eigene Pupille ja nur 3 mm, und ein 7x50 würde sich nicht lohnen, ein 7x25 würde reichen. Ich habe ein Taschenfernglas 8x24: Da muss man sich viel Mühe geben, dass Austrittspupille und die Augenpupille genau übereinanderliegen. Dies nimmt eine 7mm-AP einem ab.

Fazit: Auch in etwas fortgeschrittenem Alter hast du was von einer großen AP - alerdings eher am Tage.
 
Hallo, mein Fernglasvirus hat mit einem "kleinen" Leitz Trinovid begonnen. Das Glas hat eine geniale Schärfe, aber natürlich zuwenig Öffnung + schwieriges Einblicksverhalten.

Ich bin dann beim Nikon 10x50 Action EX gelandet (ca 200€). davon gibt es auch eine günstigere Variante. Für mich hatte das teurere EX ein besseres Einblickverhalten. Darüber hinaus ist es Stickstoffbefüllt.
Das Glas kommt von der Randschärfe natürlich nicht an das Leica heran. Es bietet aber einen guten Preis/Leistungswert.
Von diesem Glas gibt es auch eine 7x50 Variante.
Mir persönlich waren 7x zu wenig, deshalb das 10x50.
In letzter Zeit kommt der Wunsch nach mehr Vergrößerung.
Lange Rede, 10x50 Gläser werden häufig als der ideale Kompromiß betrachtet. Dem würde ich zustimmen.
Grüße
Kai
 
So, nach einiger Zeit das vorläufige Zwischenergebnis:

Ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass das perfekte Glas für meine nicht zuletzt durch diesen Thread leicht modifizierten Ansprüche das Zeiss Victory 7x42 ist.

Oder wäre - wenn man den "Anschaffungswiderstand" vernachlässigen könnte =;-)

Da ich aber nicht mal den Preis des zweitplazierten Kandidaten (Meopta 7x42) vor meinem schlechten Gewissen rechtfertigen kann, ist es halt das 7x50 Wildlife vom Teleskopservice geworden, mit dem ich fast in jeder Hinsicht sehr zufrieden bin. Optisch und von der Verarbeitung her bin ich (ohne den direkten Vergleich mit wirklich absoluten Top-Gläsern) hochgradig zufrieden. Es wiegt 1.178g (mit Kappen, ohne Riemen), also 78g mehr als angegeben, was aber in der Praxis weniger problematisch ist als ich es mir vorgestellt hätte.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt betrifft die Handhabung. Es fällt spürbar klobiger aus als die klassische Binoctem-Form, hier im Haus vertreten durch ein gut 50 Jahre altes Iveco 7x50. Das nötigt mir infolge relativ kleiner Hände (Handschuhgröße 8) eine etwas komische Handhaltung ab. Wenn ich "richtig" zupacke, komme ich mit den Fingerspitzen nur noch so gerade eben an die Fokussierung. Zum präzisen Fokussieren muss ich es daher vorwiegend mit einer Hand stabilisieren und die andere so weit nach oben drehen, dass sie nicht mehr trägt, sondern nur noch seilich stützt. Und nachfokussieren muss man halt oft, weil aufgrund der hohen Öffnung die Tiefenschärfe nicht so hoch ausfällt.

Aber das sind wirklich Peanuts. Der günstigste Weg zum Kauf des Glases führt über Amazon, wo es derzeit für 149,- plus Versand zu haben ist. Und das wage ich als absolutes Killerschnäppchen zu bezeichnen.
 
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