"Brücke" auf dem Mond ... u.a., mit dem "Torpedo"

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wasguggsuda

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Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker/076_0700_oneill_bridge_allsums_bearb.jpg

Hier versinkt das Mare Crisium - das Meer der Gefahren, etwas unter 4 Milliarden Jahre alt - im Dunkel der Mondnacht. Durch die tiefstehende Sonne wird der Lava-Meeresrücken Dorsum Oppel gut sichtbar.

Gut sichtbar werden dabei auch die in der Lava fast versunkenen Krater Yerkes und Lick. Etwas südwestlich des kleinen Kraters E Yerkes scheint der Wall des Mare Crisium durchbrochen - das nördliche „Kap" heißt heute Promontorium Olivium (früher: Kap Olivium, 1865 durch Birt/Lee benannt), das untere südliche Promontorium Lavinium ( Karte ).

Die Formation zwischen diesen beiden gab zu einigen Spekulationen Anlaß: Am 29. Juli 1953 soll John O’Neill, Wissenschaftsredakteur der New York Herald Tribune, bei Mondbeobachtungen mit seinem eigenen Teleskop eine bisher einzigartige Formation, eine Brücke, entdeckt haben.

Seinen Berechnungen zufolge soll die "gigantische Naturbrücke" eine Spannweite von 30 km und eine Breite von 2 km gehabt haben. In der Presse soll die Entdeckung Aufsehen erregt haben, vor allem, nachdem ein UFO-Enthusiast behauptet haben soll, die Spektralfotos des Mount Wilson Observatoriums hätten ergeben, daß die Konstruktion aus Eisen sei.

Nun, die "Brücke" erwies sich später als Beobachtungsfehler. Angeblich soll die schlechte Auflösung vieler verwendeter Fernrohre für zwei tatsächliche kleine Krater, die spätestens auf Sondenfotos deutlich geworden sein sollen, zur Verwechslung mit einer Brücke geführt haben (siehe Pfeil).

Im Januar 1998 beschrieb Sky & Telescope den „Brücken"beobachtungsfehler, der nur bei Sonnenuntergang, nicht jedoch bei Sonnenaufgang sichtbar sein sollte.
Seitdem wird diese verhinderte Mondattraktion immer wieder einmal mit neuzeitlichen Teleskopen betrachtet, z.B. hier von Bill Arnett mit einer EOS D30 an einem 12-Zoll-LX200.

Ob allerdings der kleine „Torpedo", mit dem dieses obenstehende Bild entstand (13.10.2003 03:24 MESZ/CEST, Newton 76/700, mit 2x+2,3x-Barlow auf ca. f=3m, 1024 ToUCam-Bilder, bearbeitet mit Giotto) 1953 bereits zu Klarheit geführt hätte, wenn er denn verfügbar gewesen wäre, mag ich nicht beurteilen ...

Gruß+cs,
Dietmar

P.S. Wer Wesentliches mehr findet, bitte melden!
P.P.S. Kann die Sondenfotos nicht wiederfinden, dito!
P.P.P.S. Bitte nicht Rimae Cauchy suchen, sind nicht aufgelöst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> !

( Link zu Fotos von Lunar Orbiter ,allerdings bei Sonnenaufgang)
 
Re: "Brücke" auf dem Mond ... u.a., mit dem "Torpe

hallo dietmar,

eine sehr interessante beschreibung dieses
monddetails, das kannte ich noch nicht.
das bild zeigt eigentlich sehr gut, daß hier
keine echte brücke vorliegt.
den tschibo hast du ja mit f46 praktisch
schon ganz ausgefahren, oder glaubts du, daß
bei noch besserem seeing sogar f60 oder mehr
geht?

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hier versinkt das Mare Crisium - das Meer der Gefahren, etwas unter 4 Milliarden Jahre alt - im Dunkel der Mondnacht.

Dietmar, das hast du soooo schön gesagt !!!!

Der Rest der Story ist auch sehr interessant.

Da ich vorher auch mal einen "Torpedo" hatte, wollte ich dir mal einen Tip geben, ich hab bei Mondphotos nicht so viele Bilder gemacht. Sondern nur 10-20. Von diesen hab ich dann von Hand die besten aussortiert und mit Giotto addiert. Das Resultat war oft schärfer als das Addieren von 1000 Bildern. Kannst du ja mal ausprobiern, ob das bei dir auch klappt.

Grüße aus Wuppertal

Peter
 
Re: "Brücke" auf dem Mond ... u.a., mit dem "Torpe

Hallo Tom,

bei gutem Seeing müßte beim Torpedo auch mehr Brennweite gehen, aaaaber: Einerseits regen Ergebnisse mit zusammengesteckten kleinen Barlows eher zum Selbermachen an, und andererseits passt die 5xPowermate weder in den 1zölligen Auszug noch kostenmäßig zur Torpedo-ToUCAm-Kombi ... finde ich ...
Bin schon gespannt auf deine weiteren Ergebnisse!

Gruß+cs,
Dietmar
 
Re: "Brücke" auf dem Mond ... u.a., mit dem "Torpe

Hallo Peter,

danke! Zu deinem Tip: Der funktioniert oft, ist aber kein Universaltip. Ich zeige am besten mal die besten Einzelbilder der "Brücke" mit den 76mm Öffnung des "Torpedo" wie beschrieben (oben), und den 200mm eines Newtons mit f=4m (unten), Kontrast linearisiert und leicht geschärft mit Giotto:

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker/076_0700_oneill_bridge_best_bearb.jpg
Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker/200_1000_oneill_bridge_best_bearb.jpg

Nun denn, die Dateigröße legt zwar nahe, daß diese mehr Details enthalten, aber spätestens beim Vergleich der Strukturen des "Sumpf des Schlafes" (Palus Somni, siehe ) Karte möchte ich behaupten, daß meine etwas aufwendige Bearbeitung mit Giotto visuell besser ist als selbst das beste Einzelbild des 8-Zöllers.

Bei all dem muß ich noch darauf hinweisen, daß unter dem schlechten Seeing dieser Nacht schon interessant ist, wie der "Torpedo" gegenüber dem 8-Zöller abschneidet ...

Gruß+cs,
Dietmar

P.S. Übrigens finde ich teilweise ganz super, was du aus dem 114er so herausholst!
 
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