Bücher und Tau?

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Lorchi

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Hallo,

recht oft wirds beim Beobachten draußen feucht. Das nimmt mir mein lieber Karkoschka leider so langsam übel - die Seiten werden welliger und damit weniger flexibel, so leidet auch die Bindung.

Was macht denn Ihr?

Grüße, Henning
 
Hallo Henning,

ich habe immer ein paar Klarsichthüllen bei. Der kompakte Karkoschka passt da bequem rein, aber bei größeren Büchern müsste man wohl eine Schreibtischunterlage mit hochklappbarer Klarsichtfolie nehmen. Bei den matten Hüllen hält sich die Reflektion der Rotlichtlampe noch in einigermaßen erträglichen Grenzen. In jedem Fall ist das aber besser, als sich nachher über ruinierte Seiten zu ärgern.

Viele Grüße
Skysurfer



 
Hallo Henning!

Altmodisch aber gut: die Bücher mit Folie einbinden. Das mussten wir früher mit allen Schulbüchern so machen und es hat sich auch bei meiner Uranometria bewährt.

Die Light-Lösung ist ein Handtuch, das man bei Nichtbenutzung drüberlegt. Mit einem Handtuch schütze ich auch mein Notebook vor Tau und wer Douglas Adams gelesen hat, weisss sowieso, dass Handtücher essentiell sind <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruß,
Tom
 
Hallo Tom,

mein Gott Du nimmst die Uranometria mit raus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Respekt! Mir wäre die zu schwer.

Gruß
Marcus
 
Hallo,

ich hatte mal gehört es gäbe auch eine Art Imprägnierspray die man für Sternkarten, Bücher und ähnliches verwenden könne.
Leider weiß ich nicht mehr wo ich das gelesen habe.
Kennt von Euch jemand ein solches Spray und taugt das was?
Ich brauche es vor allem für die Karten des SkyAtlas 2000.

Viele Grüße Jürgen
 
Hmm klingt gut. Ich sollte es wohl nicht offen liegen lassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> dann muss ich nämlich immer neu aufschlagen...
 
Hallo Marcus,

Bevor ich ein Notebook hatte, war die Uranometria immer dabei. Bei eh schon 30+x kg Ausrüstung spielen zwei Bücher mehr dann auch keine Rolle mehr, gell?

Neben der Uranometria waren dann noch Bücher wie der Kepple/Sanner oder der Burnham mit an Bord. Schliesslich will man ja auch wissen, was einen erwartet. Also hatte ich immer eine ganze Plastikbox voller Bücher mit dabei, die vorher aus dem Regal gezogen und nachher wieder dorthin zurückgestellt wurden.

Dann kam der Entschluss, alles einfacher zu machen: heute habe ich das Notebook mit externem Akku hoher Kapazität (oder Anschluss ans Bordnetz des Autos) und einem roten Bildschirmfilter dabei. So gibt es weder Probleme mit der Adaption noch mit Strommangel. Als Software laufen Guide und mein Planer Eye&Telescope, der in meiner aktuellen Entwicklerversion (noch nicht im Handel) aber bereits so mächtig geworden ist, dass ein zusätzliches Sternkartenprogramm wie Guide nur noch für Spezialfälle benötigt wird (z.B. Asteroiden, Planetenmonde oder Pluto lokalisieren).

Als kleinen Hightech-Akzent gönne ich meinem Dobson digitale Teilkreise (Sky Commander), deren Auslesung per Bluetooth drahtlos an die Software übermittelt werden kann. So sehe ich ohne Strippen immer, wo das Fernrohr grade hinzeigt. Beim Weiterschubsen des Dobsons zieht die Sternkarte gleich mit, das ist sehr praktisch. Damit kann ich mir oft ersparen, das einzustellende Objekt erst im Sky Commander aufzurufen.

Kein Umblättern mehr, alle Objektinfos per Mausklick und meine Beobachtungen kann ich gleich schwubbeldiwupp im Logbuch eintragen. Zugegeben, das sind beträchtliche Investitionen, aber der ganze Spass zur Optimierung des visuellen Spechtelns kostet immer noch signifikant weniger als eine leistungsfähige gekühlte CCD-Kamera.

Das Thema "Bücher am Fernrohr" tritt für mich immer mehr in den Hintergrund. Wer meint, soviel Technik würde Romantik oder Stimmung beim Spechteln gefährden, dem schlage ich vor, es mal unvoreingenommen auszuprobieren oder mitzuerleben. Ich empfinde diese Infrastruktur als sehr angenehm, weil ich mich voll auf den Himmel konzentrieren kann und auf das, was im Okular zu sehen ist. Man ermüdet nicht so schnell, sieht viel mehr und für mich bringt das ganze viel mehr Spaß als früher in der "Papierzeit". Ich muss aber auch zugeben, dass mir die perfekte Funktion der selbst geschaffenen Infrastruktur ebenfalls eine Menge Freude macht: meine seit zehn Jahren gereifte Vision vom maximalen Spechtelkomfort ist inzwischen Realität geworden, was persönlich sehr befriedigend ist. Es erfreut mich immer wieder ungemein, wie schön meine damals von manchen Skeptikern als Spinnerei oder Science Fiction abgetanen Ideen inzwischen im Feldeinsatz funzen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Ob digital oder paper based: Es kommt drauf an, gut vorbereitet zu sein! Nur keine Zeit verschwenden, wenn endlich mal klarer Himmel ist und man draussen steht. Mir erscheint es zunehmend als Anachronismus, als visueller Beobachter auf Computerunterstützung bei der Beobachtungsplanung zu verzichten. Ich vermute, dass in ein, zwei Dekaden die Teleskopsteuerungen solche Planungsfunktionalitäten an Bord haben werden. Eine Goto-Steuerung, die nicht "weiss", ob die angefahrenen Objekte im getragenen Fernrohr unter gegebenem Himmel überhaupt sichtbar sein könnten, ist m.E. ziemlicher Unsinn. Aktuell trifft dies für alle mir bekannten Steuerungen aber noch so zu. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Wer den ganzen Krempel nicht mit rausschleppen will, der kann mit E&T seinen zusammengestellten Beobachtungsplan auch als HTML ausgeben lassen und dann drucken. So hat man alle Infos auf Papier dabei, was durchaus praktischer sein kann. Ich benutze Papier gerne bei eisigen Winter-Sessions, denen ich mein Notebook nicht aussetzen möchte. Ich kann Kälte nämlich besser ab als die Elektronik <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruß,
Tom
 
Hallo Tom,

Deinen Aufbau mit den Teilkreisen und der Software, die per Bluetooth "mitzieht", finde ich sehr interessant. Hast du da mehr Infos zu?
 
Meine Bluetooth-Lösung

Hallo Sebastian!

Ich gebe mal eine genauere Beschreibung, weil du danach fragtest:

Mein Dobson ist mit einem Sky Commander ausgestattet. Das Teil hat eine RS232-Schnittstelle, mit der es mit diversen Kartenprogrammen kommunizieren kann. Guide, TheSky und Skymap Pro unterstützen den Sky Commander direkt.

Um auch mit anderer Software (insbesonders meiner eigenen) arbeiten zu können, habe ich mir einen ASCOM-kompatiblen Treiber für den Sky Commander geschrieben. Auf der ASCOM Mailingliste wurde zwar mal ein solcher Treiber in einer Testversion angeboten, aber er funktionierte mit meinem Gerät leider nicht. Der ASCOM-Treiber ist fest auf 9600 Baud eingestellt, aber keines meiner Programme hat jemals bei 9600 Baud erfolgreich mit dem SC zusammen funktioniert. Ich betreibe den SC bei 2400 Baud jedoch problemlos. Mit meinem (provisorischen) Treiber kann nun jeder ASCOM Client die Position eines Sky Commanders auslesen.

Die Funkstrecke zwischen Teleskop und Notebook sieht so aus: notebookseitig ist es ein ganz gewöhnlicher USB Bluetooth Dongle, wie du ihn überall für etwa 25 Euro bekommst. Teleskopseitig benutze ich einen Pico Plug. Mit einem Gender Changer zwischen dem seriellen Kabel des Sky Commander und dem Pico Plug (nötig, weil beide Stecker weiblich sind) klappt die Verbindung. Der Pico Plug braucht noch eine 6V-Versorgung. Dazu habe ich mir einen Batteriehalter für 4*AA gekauft und einen passenden Stecker drangelötet. Der Sky Commander, der Pico Plug und das Akkupack sind mit Klettband (von Tesa) am Tubusoberteil des Dobsons befestigt. Das hält zuverlässig und das Aufrödeln geht fast so schnell wie diesen Text zu lesen.

Ohne Vorkenntnisse von Bluetooth musste ich ca. zwei Stunden experimentieren, bis alles lief. Zunächst muss man den Pico Plug per Kabel an den PC anschliessen und konfigurieren. Das ist nötig, damit der PC den Pico Plug als zugelassenen Kommunikationspartner akzeptiert. Gleichzeitig stellt man die Parameter der seriellen Übertragung ein. Die Doku zum Pico Plug ist ausreichend und erklärt alles klar genug.

Anschließend kann man die Kabelverbindung PC <-> Pico trennen und den Pico an den Sky Commander anschliessen. Wenn der SC eingeschaltet ist und der Pico Saft hat, kann man vom PC aus eine Verbindung aufbauen. Die PC-seitige Bluetooth-Konfiguration nennt einem dann einen COM-Port, mit dem die Verbindung angesprochen wird. Diesen COM-Port stellst du nun im Sternkartenprogramm ein, achtest darauf, dass die seriellen Parameter dort so eingestellt sind wie in der Pico-Konfiguration und dann klappt es.

Die Gesamtkosten meiner Lösung belaufen sich auf ca. 85 Euro (natürlich ohne den SC, der mit ca. 600 Euro zu Buche schlägt, aber für Dobsonauten das Gerät der Wahl ist) - nicht gerade nachgeschmissen, aber der Komfort ist wirklich genial. Wer ein Notebook nicht in unmittelbarer Teleskopnähe stehen hat (z.B. unterhalb eines Dreibeins), spart die Stolperfallen und gewinnt Bewegungsfreiheit.

Mir gefällt vor allem die Möglichkeit des "passiven GOTO": selber schieben, aber stets sehen, wo das Scope relativ zum Ziel hinzeigt. Wenn ich das Objekt gefunden habe, gleiche ich den SC nochmal darauf ab und habe dann wieder volle Positionsgenauigkeit.

Gruß,
Tom
 
Re: Meine Bluetooth-Lösung

Hallo Tom,

Vielen Dank für die Beschreibung. Find ich mal richtig funktionell, auch wenn es vielleicht etwas viel Konfigurierkram ist, aber das macht man ja nur einmal.
Könnt mir sowas später auch mal gut für meinen Dob vorstellen.
 
Re: Meine Bluetooth-Lösung

Der Spruch im Abspann soll übrigens von Albert Einstein stammen.

Jenseits der Ironie überwiegen die Vorteile durch den hohen Komfort ganz klar - wer's nicht gesehen hat, kann das aber schwer nachvollziehen. Für mich ist die Spechtelei mit dem ganzen "Spielkram" schöner und einfacher geworden. Hätte ich gerne schon vor zehn Jahren gehabt.

Nach wie vor ist es nicht verboten, mit einem stromlosen Fernrohr zu beobachten und in Karten und Büchern herumzusuchen (wie ich es ca. 20 Jahre lang getan habe). Mir kommt das inzwischen schrecklich umständlich vor - es geht ja viel einfacher!

Suum cuique.
 
Re: Meine Bluetooth-Lösung

Hallo Sebastian!

Ich denke, dass sowas in ein paar Jahren Standard bei den Teleskopsteuerungen sein wird. RS232 ist schon ziemlich out, USB noch nicht durchgehend bei den Steuerungen eingeführt. Warum nicht gleich zusätzliche Bluetooth-Module integrieren? Wenn die Hersteller das in Serie bauen, kostet das nicht viel.

Gruß,
Tom
 
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