Bunter Mond

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Bartkauz

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Liebe Mondsüchtige,

was tun, wenn der helle und hochstehende Vollmond tiefere DeepSky-Aufnahmen unmöglich macht? Nicht ärgern, daß der Himmel ausgerechnet dann glasklar ist, sondern einfach die Ursache fotografieren:

Mit meiner neuen DSLR Canon 1000D an meinem alt-ehrwürdigen 60/750 Refraktor drückte ich gestern 7-mal mit 1/40s @ ISO 100 ab uns stackte die Einzelaufnahmen. Heraus kam eine recht scharfe Abbildung des "Fast-Vollmondes":

Link zur Grafik: http://astrofotografie.hohmann-edv.de/aufnahmen/img/mond/mond.2009-11-01.19-24UTC.jpg

Das ist eigentlich noch nichts ungewöhnliches und mindestens schon 1000-mal gezeigt worden. Der Mond ist halt fast farblos.

Fast....

Dreht man nun die Farbsättigung bis zum "Gehtnichtmehr" auf, dann fallen die feinen Farbnuancen auf und zeigen die unterschiedliche mineralische Zusammensetzung der Mondoberfläche:

Link zur Grafik: http://astrofotografie.hohmann-edv.de/aufnahmen/img/mond/mond.2009-11-01.19-24UTC.bunt.jpg

Alle Bilder sind 50%-Verkleinerungen, die mit einem Klick darauf in Originalgröße gezeigt werden.

Nun hoffe ich, daß ich Euch mit dem farbenfrohen Mond ein wenig erfreuen konnte. Kommentare sind wie immer herzlich willkommen!

Details zur Aufnahme findet Ihr auf meiner ´Mondseite´
 
Wahnsinn, sowas habe ich noch nicht gesehen!

Gruß Mike
 
Hallo Klaus,

schöne Bilder von gestern, ich hatte leider nur Samstag Fotogelegenheit - aber zu Deinem ...

Zitat von Bartkauz:
... Heraus kam eine recht scharfe Abbildung ...
... Dreht man nun die Farbsättigung bis zum "Gehtnichtmehr" auf, dann fallen die feinen Farbnuancen auf und zeigen die unterschiedliche mineralische Zusammensetzung der Mondoberfläche ...
... muß ich doch etwas anmerken - bei einem Anfänger würde ich das "überlesen", bei Deinen Bildern hier meine ich:
Doch recht arg überschärft, wie man noch besser in der Großversion sieht, und auch die "feinen Farbnuancen" sind (wenn auch absichtlich) doch allzu extrem überzogen.

Aber die Geschmäcker sind verschieden - und damit ich nicht als oller Meckerpott dastehe: Gugg doch mal die auch sättigungsverstärkten Farben dort.

Mehr Aufmerksamkeit verdient hingegen die hier sehr librationsbegünstigt weitreichende Schattengrenze im Mondsüden (so randnah sieht man auch Endymion auf der Gegenseite selten) - ich hatte am Wochenende auf eine 24h-Animation dieser Schattengrenze gehofft, aber wetterbedingt vergeblich.

Mondsüchtige Grüße+cs,
Dietmar
 
Hallo Comety, hallo Mike,

vielen Dank für Eure netten Kommetare!

@Comety: ´Mofitechnisch´ hatte ich in den letzten Jahren wenig Glück mit dem Wetter. Entweder war der Himmel ganz dicht oder so stark zugeschleitert, daß Aufnahmen nur sehr bedingt möglich waren.
 
Hallo Dietmar,

vielen Dank auch für Deinen Kommentar!

Zitat von wasguggsuda:
... muß ich doch etwas anmerken - bei einem Anfänger würde ich das "überlesen", bei Deinen Bildern hier meine ich:
Doch recht arg überschärft, wie man noch besser in der Großversion sieht, und auch die "feinen Farbnuancen" sind (wenn auch absichtlich) doch allzu extrem überzogen.
Du hast recht, beide Bilder sind absichtlich deutlich stärker geschärft und kontrastverstärkt als ich es normalerweise mache. Denn sie sollen den Mond nicht so zeigen, wie er sich am Nachthimmel präsentiert, sondern jedes noch so feine Detail, das im Summenbild steckt, deutlicher zeigen. Bei einer ´normalen´ Mondaufnahme würde ich Dir Recht geben, klar überschärft.

Die feinen Farbnuancen sind im unbearbeiteten Bild enthalten. Man wird sie aber nicht wahrnehmen, genauso wenig wie beim Blick durch das Okular. Durch das (absichtlich!) ´überzogene´ Anheben der Farbsättigung sind es natürlich keine ´feinen Farbnuancen´ mehr, vielmehr entsteht ein ´bunter Mond´, was ja Titel meines Beitrags ist.
 
Hallo Klaus !

Und da die Farbdarstellung auf die
Beschaffenheit der Mondoberfläche
zurückgeht handelt es sich um eine
nützliche Information, die auch noch
ästhetisch dargestellt ist!

Gruß Dirk
 
Hallo Klaus,

Zitat von Bartkauz:
... beide Bilder sind absichtlich deutlich stärker geschärft und kontrastverstärkt als ich es normalerweise mache. Denn sie sollen den Mond nicht so zeigen, wie er sich am Nachthimmel präsentiert, sondern jedes noch so feine Detail, das im Summenbild steckt, deutlicher zeigen. Bei einer ´normalen´ Mondaufnahme würde ich Dir Recht geben, klar überschärft.
genau. Und wie Du ja auch auf Deiner Webseite darstellst, "verfremdet" zuviel Schärfung mit zuviel Radius das Bild kräftig - wie eben hier, es entsteht eben kein "deutlicheres" Detail, sondern feine Details werden vergröbert, und bekommen Schärfungsränder (wie am deutlichsten der Mondrand zeigt). Dagegen bietet das "DeRinging" von Registax5 zwar neuerdings auch ein wenig Abhilfe, könnte aber hier leider nicht mehr viel "übertünchen".
Die Vergröberung kann aber bei anschließender Bildverkleinerung vielleicht Sinn machen, wie Deine Bilder ja auch zeigen.

Zitat von Bartkauz:
Durch das (absichtlich!) ´überzogene´ Anheben der Farbsättigung sind es natürlich keine ´feinen Farbnuancen´ mehr, vielmehr entsteht ein ´bunter Mond´, was ja Titel meines Beitrags ist.
Schon klar, wie weit die Sättigung überzogen wird, ist auch Geschmackssache - aber die "Farb"töne des Mondes hängen auch stark von der Beleuchtung ab: Vergleiche mal mit dem moonwiki-Artikel "Colored regions on the moon's surface", oder einfach ganz kurz Deine bläulichen Mondrandregionen mit dem Bild dort ...
"Richtig wissenschaftliche" Falschfarben am Mond (wie bei den Galileo-Sondenkarten) sind dann auch nochmal ein anderes Thema.

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo,

angeregt durch das oben gezeigte Bild habe ich mich an mein Vorhaben erinnert auch mal einen farbigen Mond zu versuchen wenn ich einen Chinaapo habe (ein Versuch mit einem 102/1000 FH war nicht so wirklich erfolgreich). Da das Wetter im Moment nicht gar so erbaulich ist habe ich mal ein etwas älteres Bild aus der Konserve genommen und etwas an den Farben gezogen. Perfekt ist es sicherlich nicht geworden, aber zumindest zeigt es ein paar unterschiedliche Farben auf der Oberfläche.

Link zur Grafik: http://www.nachtleuchtende-wolken.de/bilder/astro/mond/Mondfarben.jpg


MfG

Rainmaker
 
Hallo Klaus,

weisst Du woher die zweifarbigkeit der meisten Maria herkommt? Sind das zeitlich unterschiedliche "Füllungen" mit Lava oder lediglich eine unterschiedliche Bedeckung der Basalte?

Viele Grüße
Reiner
 
Hallo Dietmar,

Zitat von wasguggsuda:
... "verfremdet" zuviel Schärfung mit zuviel Radius das Bild kräftig - wie eben hier, es entsteht eben kein "deutlicheres" Detail, sondern feine Details werden vergröbert, und bekommen Schärfungsränder ...
Ja, das ist sogar ein sehr wichtiger Hinweis! Ein zu großer Schärfungsradius nimmt dem Bild Detailinformationen. Deshalb habe ich einen Radius von 1px gewählt, allerdings mit ziemlich kräftiger Wirkung. In der vollen Auflösung sind dabei ganz leichte Schärfungsränder zu sehen, die aber in der 50%-Verkleinerung verschwinden.

Grundsätzlich sind ja alle Informationen im unbearbeiteten Bild schon enthalten, sie werden unterhalb einer gewissen Schwelle nur nicht wahrgenommen. In besonderem Maße ...

Zitat von wasguggsuda:
Schon klar, wie weit die Sättigung überzogen wird, ist auch Geschmackssache
... gilt dies für die Farbinformationen, die unsere Augen noch viel schlechter wahrnehmen als die reinen Luminanzinformationen. Und richtig, der Grad der ´idealen´ Anhebung der Farbsättigung hängt selbstverständlich vom persönlichen Geschmack ab.

Ich hab mich mal ein bißchen umgeschaut und bin auf eine Aufnahme von Johannes Schedler gestoßen, die ich persönlich sehr ansprechend finde. Hier sieht man aber, daß er die Farbsättigung sogar noch weiter aufgedreht hat. Und freilich eine deutlich größere Optik bei bestem Seeing einsetzt - mit gnadenlos perfekter Nachbearbeitung: --> APOD vom 16.2.2006 Johannes Schedler ist nun mal ein absoluter Meister seines Fachs.
 
Hallo Reiner,

Zitat von reiner:
weisst Du woher die zweifarbigkeit der meisten Maria herkommt? Sind das zeitlich unterschiedliche "Füllungen" mit Lava oder lediglich eine unterschiedliche Bedeckung der Basalte?
Auf dem APOD vom 16.2.2006 (siehe Link weiter oben) ist das mal kurz erklärt. Offenbar erscheinen titanreiche Mineralien eher bläulich, während titan- und eisenarme Mineralien eher rötlich - orange ´kommen´. Ich bin aber kein ´Lunarmineraloge´, so daß ich hier auch keine erschöpfende Auskünfte geben kann.
 
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