stefan_r
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
Kürzlich, auf der Suche nach einem Fotoapparat, entdecke ich bei SATURN eine kleine Fernglasauswahl und kann natürlich nicht vorbei... Da liegt neben den Standards (Steiner Safari usw. ) ein BURRIS CARIBBEAN 7x50 mit 7°. Ich kannte den Namen nicht, kommt aus den USA, das Glas jedoch natürlich aus China. Es ist ein Glas mit Einzelokulareinstellung und für den nautischen Einsatz gedacht....
Egal, ich setze es also testhalber an und bin sofort angenehm von Schärfe und Kontrast überrascht, und überhaupt, das Einblickverhalten ist angenehm.., irgendwie nehme ich es immer wieder hoch. An nächsten Tag komme ich wieder und kaufe es (149,-) ich muss wissen wie es bei Tageslicht und am Sternenhimmel performt.
Nun habe ich es seit einigen Tagen und bin immernoch sehr begeistert. Ich nutze normalerweise keine Gläser ohne Mitteltrieb, dieses jedoch macht mir auch ohne sehr viel Freude.
Das Sehfeld ist sehr gut Ausgeglichen, die Optik ist gut gerechnet, Farbsäume sind kein Thema und die vollvergütete Porrooptik ist exellent scharf. Die Okulare sind sehr stabil konstruiert und lassen sich gut einstellen. Dabei laufen sie satt und präzise. Eine minderwertige Fukussiermechanik wie heute bei den meißten Porros mit Fokussiereinheit verbaut, ist nicht vorhanden und so störe ich micht auch nicht daran. Aufgrund der guten Abdichtbarkeit des Glases wird die Nitrogengasfüllung vermutlich auch drinnen bleiben und sich nicht verflüchtigen wie bei den Mitteltriebmodellen (Porro).
Ich vergleiche das BURRIS jetzt mit dem TS 7x50 Wildlife mit Zentralfokus. Ich möchte ausloten wie wichtig mir der Fokus im Vergleich zum BURRIS (ohne) tatsächlich ist. Ich einige Anhaltspunkte die Uwe Pilz in einem anderen Thread gegeben hat gern einmal für einen Vergleich der beiden Gläser nutzen.
Sehfeld, Vergrößerung, Öffnung, soweit alles Identisch. Dennoch passte mir beim Wildlife von Anfang an etwas nicht. Jetzt weiß ich was es ist, die Achsen passen nicht, genau wie Uwe es beschrieben hat. Es dauert 2-3 Sekunden bis das Bild räumlich wird und dann ist es nicht entspannt. Setze ich das BURRIS an bin ich sofort mittendrin, alles passt. Der Seheindruck ist deutlich komfortabler und auch der Schärfentiefebereich ist spürbar größer (wohl dem fehlenden Mitteltrieb angepasst).
Der Mitteltrieb des Wildlife hingegen wie eingefrohren, nur schwerst zu bewegen, katastrophal. Auf diese Art Mitteltriebe kann ich gut verzichten und mit dem BURRIS mache ich mich jetzt davon frei. Ich habe damit von 20m bis unendlich alles sehr hochqualitativ scharf und lasse meine Augen fokussieren. die können es ohnehin treffsicherer als jede Mechanik. In Punkto Farbtreue ist das BURRIS dem Wildlife ebenfalls deutlich überlegen. Ich kann beim BURRIS keinen Farbstich erkennen, das Wildlife hat am Tag einen deutlichen rotstich. Das Wildlife ist nach eigener Messung nur 50g schwerer als das BURRIS jedoch gefühlt ist das Wildlife deutlich schwerer, es ist nicht gut ausgeglichen, zumindest im Vergleich zum BURRIS.
Es ergibt sich folgendes Ergebnis:
BURRIS CARIBBEAN 7x50 >vs> TS WILDLIFE 7x50
>Vergütung: nahezu farbneutral >> rotstich
>parallele optische Achsen: passt >> ungenau
>Kontrast an harten Kanten: sehr gut >> sehr gut
>Reflexfreiheit: Tag( Sonne ) sehr gut >> Tag( Sonne ) Verspiegelung untere Sehfeldhälfte
>Bildfeld: 7°/122m weitreichend Randschart >> 7,2°/126m weitreichend randscharf (visuell ist der Unterschied nicht auszumachen)
>Farbsäüme: sehr gut unterdrückt >> treten schneller in Erscheinung
>Handhabung: sehr gut austariert, Armierung griffig >> eher wuchtig, wirkt schwer, Armierung glatt, Plastikgefühl
>Masse(eigene Messung): 1100g >> 1150g
>Objektivschutz: Objektivabdeckungen greifen fest(innenseitig) >> billige Überstülper die leicht runterrutschen
>Preis: 149,- >> 159,-
Fazit:
Ich bin sehr froh das BURRIS einmal näher untersucht zu haben und werde es ganz sicher nicht zurückgeben. Das Preis-Leistungsverhälznis ist meines Erachtens nach exellent. Bei voll ausgefahrenen Okularen lässt sich auch eine Blumenwiese ab ca. 5m Distanz untersuchen, der Schärfentiefebereich erlaubt dann einige Meter weit scharfen Beobachtungsbereich. Insgesamt halte ich es für ein wunderbares Naturbeobachtungsglas. Auch am Sternenhimmel ist es ein wunderbares Glas. Sehr feine punktförmige Sternenabbildung, keine Haken oder ähnliches, deutlich Randschärfer als z.B. Binoctem. Einen Stativanschluss besitz es auch. Hier kann ein Einbein mit Kugelkopf direkt ohne Adapter angesetzt werden! Das ist extrem praktisch und bring auf die Schnelle völlige Ruhe ins Glas.
Das TS geht zurück, der Mitteltrieb bringt keinen entscheidenen Vorteil und ist bei diesem Glas aufgrund seiner Steifheit eher unpraktisch. Das Glas ist insgesamt eher unpräzise gefertigt und müsste zunächst in einer Fachwerkstatt eingestellt werden. Für einen Neukauf empinde ich das als inakzeptabel.
Grüße
Stefan
Kürzlich, auf der Suche nach einem Fotoapparat, entdecke ich bei SATURN eine kleine Fernglasauswahl und kann natürlich nicht vorbei... Da liegt neben den Standards (Steiner Safari usw. ) ein BURRIS CARIBBEAN 7x50 mit 7°. Ich kannte den Namen nicht, kommt aus den USA, das Glas jedoch natürlich aus China. Es ist ein Glas mit Einzelokulareinstellung und für den nautischen Einsatz gedacht....
Egal, ich setze es also testhalber an und bin sofort angenehm von Schärfe und Kontrast überrascht, und überhaupt, das Einblickverhalten ist angenehm.., irgendwie nehme ich es immer wieder hoch. An nächsten Tag komme ich wieder und kaufe es (149,-) ich muss wissen wie es bei Tageslicht und am Sternenhimmel performt.
Nun habe ich es seit einigen Tagen und bin immernoch sehr begeistert. Ich nutze normalerweise keine Gläser ohne Mitteltrieb, dieses jedoch macht mir auch ohne sehr viel Freude.
Das Sehfeld ist sehr gut Ausgeglichen, die Optik ist gut gerechnet, Farbsäume sind kein Thema und die vollvergütete Porrooptik ist exellent scharf. Die Okulare sind sehr stabil konstruiert und lassen sich gut einstellen. Dabei laufen sie satt und präzise. Eine minderwertige Fukussiermechanik wie heute bei den meißten Porros mit Fokussiereinheit verbaut, ist nicht vorhanden und so störe ich micht auch nicht daran. Aufgrund der guten Abdichtbarkeit des Glases wird die Nitrogengasfüllung vermutlich auch drinnen bleiben und sich nicht verflüchtigen wie bei den Mitteltriebmodellen (Porro).
Ich vergleiche das BURRIS jetzt mit dem TS 7x50 Wildlife mit Zentralfokus. Ich möchte ausloten wie wichtig mir der Fokus im Vergleich zum BURRIS (ohne) tatsächlich ist. Ich einige Anhaltspunkte die Uwe Pilz in einem anderen Thread gegeben hat gern einmal für einen Vergleich der beiden Gläser nutzen.
Sehfeld, Vergrößerung, Öffnung, soweit alles Identisch. Dennoch passte mir beim Wildlife von Anfang an etwas nicht. Jetzt weiß ich was es ist, die Achsen passen nicht, genau wie Uwe es beschrieben hat. Es dauert 2-3 Sekunden bis das Bild räumlich wird und dann ist es nicht entspannt. Setze ich das BURRIS an bin ich sofort mittendrin, alles passt. Der Seheindruck ist deutlich komfortabler und auch der Schärfentiefebereich ist spürbar größer (wohl dem fehlenden Mitteltrieb angepasst).
Der Mitteltrieb des Wildlife hingegen wie eingefrohren, nur schwerst zu bewegen, katastrophal. Auf diese Art Mitteltriebe kann ich gut verzichten und mit dem BURRIS mache ich mich jetzt davon frei. Ich habe damit von 20m bis unendlich alles sehr hochqualitativ scharf und lasse meine Augen fokussieren. die können es ohnehin treffsicherer als jede Mechanik. In Punkto Farbtreue ist das BURRIS dem Wildlife ebenfalls deutlich überlegen. Ich kann beim BURRIS keinen Farbstich erkennen, das Wildlife hat am Tag einen deutlichen rotstich. Das Wildlife ist nach eigener Messung nur 50g schwerer als das BURRIS jedoch gefühlt ist das Wildlife deutlich schwerer, es ist nicht gut ausgeglichen, zumindest im Vergleich zum BURRIS.
Es ergibt sich folgendes Ergebnis:
BURRIS CARIBBEAN 7x50 >vs> TS WILDLIFE 7x50
>Vergütung: nahezu farbneutral >> rotstich
>parallele optische Achsen: passt >> ungenau
>Kontrast an harten Kanten: sehr gut >> sehr gut
>Reflexfreiheit: Tag( Sonne ) sehr gut >> Tag( Sonne ) Verspiegelung untere Sehfeldhälfte
>Bildfeld: 7°/122m weitreichend Randschart >> 7,2°/126m weitreichend randscharf (visuell ist der Unterschied nicht auszumachen)
>Farbsäüme: sehr gut unterdrückt >> treten schneller in Erscheinung
>Handhabung: sehr gut austariert, Armierung griffig >> eher wuchtig, wirkt schwer, Armierung glatt, Plastikgefühl
>Masse(eigene Messung): 1100g >> 1150g
>Objektivschutz: Objektivabdeckungen greifen fest(innenseitig) >> billige Überstülper die leicht runterrutschen
>Preis: 149,- >> 159,-
Fazit:
Ich bin sehr froh das BURRIS einmal näher untersucht zu haben und werde es ganz sicher nicht zurückgeben. Das Preis-Leistungsverhälznis ist meines Erachtens nach exellent. Bei voll ausgefahrenen Okularen lässt sich auch eine Blumenwiese ab ca. 5m Distanz untersuchen, der Schärfentiefebereich erlaubt dann einige Meter weit scharfen Beobachtungsbereich. Insgesamt halte ich es für ein wunderbares Naturbeobachtungsglas. Auch am Sternenhimmel ist es ein wunderbares Glas. Sehr feine punktförmige Sternenabbildung, keine Haken oder ähnliches, deutlich Randschärfer als z.B. Binoctem. Einen Stativanschluss besitz es auch. Hier kann ein Einbein mit Kugelkopf direkt ohne Adapter angesetzt werden! Das ist extrem praktisch und bring auf die Schnelle völlige Ruhe ins Glas.
Das TS geht zurück, der Mitteltrieb bringt keinen entscheidenen Vorteil und ist bei diesem Glas aufgrund seiner Steifheit eher unpraktisch. Das Glas ist insgesamt eher unpräzise gefertigt und müsste zunächst in einer Fachwerkstatt eingestellt werden. Für einen Neukauf empinde ich das als inakzeptabel.
Grüße
Stefan