Specht
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Hallo zusammen!
Dieser sehr kleine Planetarische Nebel gehört sicher zu den interessantesten Objekten, die ich je beobachtet habe. Der PN befindet sich etwa 2.5° nördlich von Albireo im Schwan und bildet mit φ Cyg und 9 Cyg ein kleines Dreieck:
Die Helligkeit des Objekts beträgt etwa 10 mag, sein Durchmesser aber nur etwa 8". Der PN ist auch in Stadtnähe gut zu sehen. Im Übersichtsokular habe ich die helleren Sterne um das Objekt einmal eingezeichnet (V=60x, GF=1°) und die Position mit einem Kringel markiert. Bei dieser Vergrößerung wirkt er jedoch nur stellar:
Eine gute Aufsuchkarte ist wichtig. Bei Cartes du Ciel sucht man nach seiner Bezeichnung im PN-Katalog von Perek und Kohoutek: PK64+5.1. Guide findet den PN unter seiner Bezeichnung im PNG-Katalog: 64.7+05.0. Die beste herkömmliche Aufsuchkarte findet man m.M. nach im TriAtlas von José Torres (Karte C134).
PK64+5.1 ist auch als "Campbells Stern" oder "Campbell´s Hydrogen Star" bekannt. Anders als andere Planetarische Nebel ist sein Zentralstern ein Wolf-Rayet-Stern, um den sich ein zarter rötlicher Ring befindet. Ein OIII-Filter hilft bei der Beobachtung nicht, wegen seiner besonderen Natur wird er durch diesen Filter sogar dunkler. Interessant sind Beobachtungen mit einem Hß-Filter. Was man wahrnimmt, hängt vom Seeing, der Vergrößerung und der Teleskopöffnung ab. Die Farbwahrnehmung wird von zart orange über deutlich orange, rötlich oder sogar feuerrot beschrieben. Farbwahrnehmungen sind immer sehr subjektiv, deshalb hier einmal meine Beobachtungen des Objekts, über die Jahre mit Öffnungen zwischen 8" und 16" (ohne Filter):
-Unter V=100x wirkt der PN stellar mit deutlich orangener Tönung. So fällt er mir auch im Übersichtsokular sofort auf.
-Ab etwa V=200x wird er zum "blinking planetary": Bei direktem Sehen sieht man den ZS, bei indirektem Sehen wird er sprunghaft größer und man sieht auch den umgebenden Nebel. Der Farbeindruck wird mit zunehmender Öffnung intensiver. ZS und umgebender Nebel sind nicht zu trennen.
-Bei V=300x und optimalem Seeing löst sich bei 12,5" der Nebel vom Zentralstern. Es sieht jetzt aus wie ein Stern mit einem Beugungsring. Die Farbe ist jetzt deutlich rötlich.
Einen Sommer konnte ich den PN mehrmals mit 16" beobachten. Bei sehr gutem Seeing lag bei V=520x ein fast roter Ring um den ZS. Sowas vergisst man nicht...
Vielleicht nehmt ihr den PN ja in der nächsten Zeit mal in euer Beobachtungsprogramm mit auf.
salü+cs, volker.
Dieser sehr kleine Planetarische Nebel gehört sicher zu den interessantesten Objekten, die ich je beobachtet habe. Der PN befindet sich etwa 2.5° nördlich von Albireo im Schwan und bildet mit φ Cyg und 9 Cyg ein kleines Dreieck:
Die Helligkeit des Objekts beträgt etwa 10 mag, sein Durchmesser aber nur etwa 8". Der PN ist auch in Stadtnähe gut zu sehen. Im Übersichtsokular habe ich die helleren Sterne um das Objekt einmal eingezeichnet (V=60x, GF=1°) und die Position mit einem Kringel markiert. Bei dieser Vergrößerung wirkt er jedoch nur stellar:
Eine gute Aufsuchkarte ist wichtig. Bei Cartes du Ciel sucht man nach seiner Bezeichnung im PN-Katalog von Perek und Kohoutek: PK64+5.1. Guide findet den PN unter seiner Bezeichnung im PNG-Katalog: 64.7+05.0. Die beste herkömmliche Aufsuchkarte findet man m.M. nach im TriAtlas von José Torres (Karte C134).
PK64+5.1 ist auch als "Campbells Stern" oder "Campbell´s Hydrogen Star" bekannt. Anders als andere Planetarische Nebel ist sein Zentralstern ein Wolf-Rayet-Stern, um den sich ein zarter rötlicher Ring befindet. Ein OIII-Filter hilft bei der Beobachtung nicht, wegen seiner besonderen Natur wird er durch diesen Filter sogar dunkler. Interessant sind Beobachtungen mit einem Hß-Filter. Was man wahrnimmt, hängt vom Seeing, der Vergrößerung und der Teleskopöffnung ab. Die Farbwahrnehmung wird von zart orange über deutlich orange, rötlich oder sogar feuerrot beschrieben. Farbwahrnehmungen sind immer sehr subjektiv, deshalb hier einmal meine Beobachtungen des Objekts, über die Jahre mit Öffnungen zwischen 8" und 16" (ohne Filter):
-Unter V=100x wirkt der PN stellar mit deutlich orangener Tönung. So fällt er mir auch im Übersichtsokular sofort auf.
-Ab etwa V=200x wird er zum "blinking planetary": Bei direktem Sehen sieht man den ZS, bei indirektem Sehen wird er sprunghaft größer und man sieht auch den umgebenden Nebel. Der Farbeindruck wird mit zunehmender Öffnung intensiver. ZS und umgebender Nebel sind nicht zu trennen.
-Bei V=300x und optimalem Seeing löst sich bei 12,5" der Nebel vom Zentralstern. Es sieht jetzt aus wie ein Stern mit einem Beugungsring. Die Farbe ist jetzt deutlich rötlich.
Einen Sommer konnte ich den PN mehrmals mit 16" beobachten. Bei sehr gutem Seeing lag bei V=520x ein fast roter Ring um den ZS. Sowas vergisst man nicht...
Vielleicht nehmt ihr den PN ja in der nächsten Zeit mal in euer Beobachtungsprogramm mit auf.
salü+cs, volker.