Canon 15x50 IS unscharf bei Stabilisierung?

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chipsy

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Wer ein 15x50IS von Canon besitzt, kann mir vielleicht sagen, ob das Verhalten bei meinem Exemplar ungewöhnlich ist:
Wenn ich die Bildstabi einschalte, sehe ich die anvisierten Objekte leicht unscharf; dieses Verhalten ist aber nicht durchgehend, sondern zu ca. 70% zu beobachten. Am Saturn z.B. leidet die Bildqualität dann phasenweise erheblich.
Nur nebenbei: Ich bilde mir ein, den Titanmond zu erkennen durch indirektes Sehen? Ist das möglich?
 
Chipsy,

ja, der Stabilisierungsmechanismus führt zu einem Verlust an Schärfe. Darüber wurde hier und auch in einschlägigen anderen Foren schon oft berichtet und diskutiert. Bitte einmal etwas suchen. Titan konnte ich schon mit einem 8x32 Fernglas (z.B. Leica Trinovid und Vixen Ultima) direkt sehen. Mit dem Canon sollte das locker möglich sein.

Steve
 
Hi,

ich hatte in den vergangenen Wochen das Vergnügen mit so einem 15x50. Dabei hat mich in erster Linie der Vergleich zum Miyauchi 15x60 interessiert. Egal. Jedenfalls ist mir der Schärfeverlust bei aktiver Stabilisierung als erstes aufgefallen. Schon bei Tag merkt man das. Schau Dir mal genau einen Baum in ein paar hundert Meter Entfernung an und achte auf feinste Strukturen in der Rinde. Je ruhiger ich das Fernglas halten konnte, um so besser wurde das Bild. Manchmal war die Schärfe sehr gut, dann wurde sie schlechter und anschließend wieder besser. Hier spielen sicher das Zittern der Hände und leichte Körperbewegungen eine Rolle. So richtig aufgefallen ist mir das, als ich das Fernglas ohne Stabilisierung aufgelegt habe. Wenn Du genau wissen willst, was für eine exzellente Optik das Canon hat, dann schraube es auf ein Stativ. Ohne Stabilisierung und fest montiert kann man sehen, was das Glas leistet! Freihand mit Stabilisierung gelingt das nur phasenweise.

Ähnlich verhält sich die Sache am Sternhimmel. An hellen Sternen kann man sehr genau sehen, wann man das Glas ruhig hält und wann die Stabilisierung stärker eingreift. Ist die Stabilisierung am ackern, dann zeigen sich bei hellen Sternen "Schweifansätze". In einer ruhigen Phase sind sie weg. Auch hier habe ich festgestellt, je ruhiger ich selbst war, umso besser war das Bild. Und auch hier gilt: willst Du wissen, was die Optik zu leisten vermag, pack es auf ein Stativ. Natürlich ist das nicht Sinn der Sache. Aber man sieht im Vergleich mit und ohne Stativ (z.B. bei schwächsten Sternen an der Wahrnehmungsgrenze), daß die Stabilisierung ein Kompromiss ist und die Optik nicht ausgereizt werden kann.

Irgendwie ist das auch verständlich (zumindest bilde ich mir das ein). Stell Dir ein Leica Ultravid oder ein Zeiss FL mit nicht allzu fest sitzenden - quasi "klappernden" - Prismen vor. Was wird wohl aus der sonst tadellosen Sternabbildung? Trotzdem ist das Canon ein tolles Glas und der Gewinn gegenüber unstabilisierter Freihandnutzung ist enorm! Aber man stellt auch fest, die Stabilisierung setzt der Optik Grenzen ...

Frank.
 
Ja, das leuchtet mir ein. Habe auch schon am Tag den Verlust der Schärfe entdeckt. Allerdings ist die Zunahme an Details durch das ruhige Bild größer als die Verschlechterung der Bildqualität (meine ich zumindest).
Auf dem Stativ macht es tatsächlich einen hervorragenden Eindruck.
Habe auch keinesfalls bereut, es erstanden zu haben.
Ich bin ja mal gespannt, ob/wann Leica eine Bildstabilisierung anbietet - es wundert mich, dass dieses Feature noch so exotisch ist (Zeiss hat ja eins mit mechanischer Stabi, das allerdings wohl nur Profis vorbehalten ist). Schließlich bietet es einen enormen Bildqualitätsgewinn!
 
Hallo zusammen,

mechanische Stabilisierung gibt es nicht nur von Zeiss, sondern auch diese hier (wurden auch schon mit dem Markennamen Seben gesichtet):
Mechanische Bildstabigläser bei Hupra.com
Die Preise mit EUR 549 bzw. 599 sind zwar "nichts", verglichen mit dem Zeiss 20x60S (schlappe EUR 4499,- bei Frankonia Jagd), aber immer noch happig teuer für ein No-Name-Produkt. Hat da schon mal jemand durchgeschaut? Taugen die was? Schade, dass es sonst keine mechanisch bildstabilisierten Gläser in bezahlbaren Preisregionen gibt.

Ciao,

Christof

(der sehr glücklich ist mit seinem Docter Navigator/Navidoc 7x50 und dem Tento 20x60)
 
Das ist wohl die Bauart, die auch in Russland eingesetzt wurde?!
Kann man sich die Funktion so vorstellen: Man drückt auf einen Knopf und die dabei eingesetzte Energie wird in die Drehung einer Masse geleitet, die auf diese Weise durch Kreiseleffekte für ein ruhiges Bild sorgen sollen?
 
Auf der letzten Photokina 2004 in Köln hatte ich Gelegenheit, durch diese russischen Ferngläser mit mechanischer Bildstabilisierung zu schauen, und zwar auf einem kleinen Stand des russischen Herstellers, nicht eines hiesigen Vertreibers.

Obwohl ich kein anderes Fernglas zum Vergleich hatte, fielen mir doch folgende Mängel deutlich auf:

1. Die Transmission ist sehr niedrig, das Bild ist stark farbstichig (gelbgrün). Ich schätze, daß da weniger als 60% des vorn einfallenden Lichts herauskommen.

2. Das Gesichtsfeld ist sehr klein. Die Herstellerangaben, die damals auf Plakaten am Messestand angegeben waren, können einfach nicht stimmen. Ich hatte das Gefühl, durch eine sehr enge Röhre zu schauen, noch deutlich kleiner als bei üblichen Kompaktferngläsern, die üblicherweise bei etwa 50° bis zu nur ca. 40° (bei Zoomferngläsern) liegen. Mir kam es vor, als könnten es nicht mehr als 40° scheinbarer Sehwinkel sein. Daher habe ich auch kein Vertrauen in die im Hupra-Link angegebenen Sehfelder auf 1000 m.

3. Die Pupillenschnittweite (mit t, nicht mit s, wie bei Hupra) ist für Brillenträger viel zu klein. Da dieser Wert üblicherweise ab dem letzten Okularlinsenscheitel gemessen wird, sind solche Werte in den technischen Daten immer mit Vorsicht zu genießen, denn wenn die Hinterlinse mehrere Millimeter tiefer als der Gummirand der Augenmuschel bzw. der Okularfassung liegt (und evtl. auch noch konkav ist), reduziert sich der effektive freie Abstand zur AP beträchtlich bis auf manchmal selbst für Nicht-Brillenträger unzumutbare Werte.

Walter E. Schön
 
> konntest Du schon bestimmte Unterschiede zwischen dem Canon und dem Miyauchi feststellen?

Hallo Jochen,

na klar. Bei freihändiger Nutzung des Miyauchi habe ich nach längerer Zeit den Knopf zum Betätigen der Stabilisierung vermißt und bei längerer freihändiger Nutzung des Canon habe ich am Ende das Stativ vom Miyauchi vermißt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Das Canon 15x50 hatte ich leihweise da, evtl. mit dem Hintergedanken, ob es das Miyauchi vielleicht ersetzen könnte. Kann es aber nicht. Beide Gläser haben ihre Daseinsberechtigung für astronomische Beobachtungen. Von der Optik hat das Canon den Vorteil des größeren Sehfelds mit einer wirklich hervorragenden Randschärfe. Die Stabilisierung frißt aber etwas von der optischen Leistung und nach ein paar Nächten mit beiden Ferngläsern hätte ich das Canon am liebsten auf ein Stativ geschraubt. Das Canon ist kein Leichtgewicht und für längere Beobachtungsorgien werden mir die Arme einfach zu schwer. Zum Beobachten gehört auch das Sehen und Sehen erfordert Konzentration inkl. der nötigen Zeit, um sich auf die Objekte einschießen zu können. Hier hat das Miyauchi mit Winkeleinblick und entspanntem Beobachten halt Vorteile. Ansonsten ist es schwierig, beide Ferngläser direkt am Sternhimmel zu vergleichen. Im Vergleich zum Canon 15x50 hat das Miyauchi entweder die gleiche Vergrößerung mit einer größeren AP oder eine kleinere AP mit einer deutlich höheren Vergrößerung. Mach da mal sinnvolle Aussagen ...

Auf den Punkt gebracht sehe ich das so: um neben dem Teleskop hin und wieder in der Gegend rumzugucken ist das Canon mit seiner wirklich tollen Optik genial. Solange die Arme nicht allzu schwer werden, macht das Beobachten auch eine Menge Spaß. Ist die Fernglasbeobachtung schon zur Sucht geworden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> und will man sich auch mal längere Zeit mit einem Objekt beschäftigen, dann geht nichts über ein gutes Fernglas mit Stativ und Winkeleinblick. Mit dem Miyauchi kann ich mich wirklich aufs Beobachten konzentrieren und auch nach ein paar Stunden stellen sich keine Ermüdungserscheinungen ein (weder in den Armen noch im Hals). Natürlich muß die optische Leistung eines solchen Fernglases stimmen, sonst lassen sich auch bei 45 Grad Einblick Ermüdungserscheinungen nicht sicher ausschließen (z.B. in den Augen oder im Kopf) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Frank,

so ähnlich hatte ich mir das schon vorgestellt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> . Für's längere Schauen mit Stativ, zum Schnellspechteln ohne.
 
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