JPoepsel
Aktives Mitglied
Hallo Freunde der wieder länger werdenden Nächte,
nun war es wieder eine Zeit lang ruhig um das Capella-Team, was aber nicht heißt, dass wir untätig waren...
Als wir uns das Teleskop 2002(!) zulegten, wurde es mittels eines WindowsXP-Rechners gesteuert, in dem auch die Spezialkarten für die Motorsteuerung und die Encoder saßen. Als Software diente Autoslew von Philipp Keller. Und durch die Spezialkarten waren wir dann ziemlich festgelegt und das Baby werkelte auch 2018 noch unter XP. Untragbar wurde die Situation, als wir eine neuen Kamera mit reichlich Megapixeln installierten und XP schlicht überfordert war...
Also musste eine Radikal-Verjüngungskur her. Die Servo-Steuerung wurde durch eine SiTech Servo II ersetzt und den Fokus treibt nun ein ESP8266 nebst H-Bridge und selbst geschriebenem ASCOM-Fokustreiber. Und aus dem alten XP-Rechner wurde ein neuer Windows 10 Rechner.
Und damit klappte dann auch der Zugriff auf die neue Kamera gut.
Zur Kamera: Weil wir in der Eifel nicht mit einem Subarcsec.-Seeing rechnen, war klar, dass wir im Primärfokus bei 1800mm Brennweite (f3) arbeiten wollten. Nun ist im Primärfokus der Platz für die Kamera (nebst ggf. zusätzlichem Filterrad) begrenzt, will man nicht zu viel des 24“-Lichteimers verdecken. Unsere STL6303 nebst Filterrad schied deshalb aus. Außerdem wollten wir eine Kamera mit kleinen Pixeln, so dass wir bei gutem Seeing dieses auch nutzen können.
Letztlich viel unsere Wahl auf eine Farb-CMOS-Kamera: Die ZWO ASI094MC Pro mit 36 MPixeln (4,88 mu Pixelkantenlänge) und 14 Bit Dynamik. Ein Sprung ins Kalte Wasser nach 15 Jahren CCD-Monocolor-Kamera-Erfahrung. Ergänzt wird die Kamera durch zwei übereinander liegende Filterschieber mit je zwei 50mm x 50mm „Filtern“: In dem einen der Schieber stecken ein Astronomik L UV-IR Block Typ 2c Filter und ein STC Astro Duo-Narrowband Filter, in dem anderen ein geschwärztes Aluminium-Blech und „Nichts“.
So können wir mit der Kombination beider Filter Darks, RGBs mit UV/IR-Sperre und Ha/OIII machen. Die beiden Schieber stecken in einem Gehäuse, dass nicht zusätzlich zu Vignettierung beiträgt. Angetrieben werden sie durch zwei Minischrittmotoren (die Teile, die in DVD-Drives für das Öffnen /Schließen der Klappe zuständig sind), die wiederum durch einen ESP8266 nebst Schrittmotor-Steuerung bewegt werden. Ein selbst geschriebener ASCOM-Filterwheel-Treiber bindet das Ganze an den PC an.
Zu guter Letzt wurde ein Off-Axis-Guider vor den Filtern auf Basis einer ZWO ASI290MM Mini montiert. Vorbei die (SBIG-)Zeit, bei der beim Guiden durch Schmalbandfilter der Guidstern so dunkle wurde, dass man die Guider-Belichtungszeit hochdrehen musste. Ein Segen!
Ob nun die neue Kamera nebst Filtern ein Segen für die Bilder war, sollte sich rausstellen. Um es kurz zu machen: Frank hat geflucht, wie ein Rohrspatz. Einerseits wg. der Rohdaten selbst, die gerade im „unteren Bereich“ wohl viel unruhiger sind, als bei CCDs, anderseits aber auch wegen der ungewohnten Bearbeitungsschritte mit fast 40 Megapixeln. Debayern, Extraktion von Ha und OIII aus einem Bild, riesige Datenmengen... Aber das soll Frank selbst was zu schreiben.
Entscheidend sind letztlich die Ergebnisse, von denen wir heute zwei vorstellen wollen Einmal ein wirklich dunkler PN in Bootes, aufgenommen im Mittel bei einem Seeing von ~1.9“ FWHM und einmal eine Galaxiengruppe in Canes Venatici bei einem Seeing von ~1.6“ FWHM.
Jacoby 1:
Das Bild in groß und Bildinfos hier, das Bild in 4480 x 3141 Pixeln hier.
NGC 5002/05/33:
Das Bild in groß und Bildinfos hier, das Bild in 3314 x 2386 Pixeln hier.
Trotz noch nicht perfekt justierter Kamera (die Chip-Ebene ist gegenüber der Bildebene-Ebene etwas verkippt – bei f3 eine Einstellung im 100el mm-Bereich) sind die Bilder u.E. durchaus gelungen. Wir haben noch ein paar weitere Bilder in der Piep – stay tuned...
CS
Josef & Frank & Stefan
www.capella-observatory.com
nun war es wieder eine Zeit lang ruhig um das Capella-Team, was aber nicht heißt, dass wir untätig waren...
Als wir uns das Teleskop 2002(!) zulegten, wurde es mittels eines WindowsXP-Rechners gesteuert, in dem auch die Spezialkarten für die Motorsteuerung und die Encoder saßen. Als Software diente Autoslew von Philipp Keller. Und durch die Spezialkarten waren wir dann ziemlich festgelegt und das Baby werkelte auch 2018 noch unter XP. Untragbar wurde die Situation, als wir eine neuen Kamera mit reichlich Megapixeln installierten und XP schlicht überfordert war...
Also musste eine Radikal-Verjüngungskur her. Die Servo-Steuerung wurde durch eine SiTech Servo II ersetzt und den Fokus treibt nun ein ESP8266 nebst H-Bridge und selbst geschriebenem ASCOM-Fokustreiber. Und aus dem alten XP-Rechner wurde ein neuer Windows 10 Rechner.
Und damit klappte dann auch der Zugriff auf die neue Kamera gut.
Zur Kamera: Weil wir in der Eifel nicht mit einem Subarcsec.-Seeing rechnen, war klar, dass wir im Primärfokus bei 1800mm Brennweite (f3) arbeiten wollten. Nun ist im Primärfokus der Platz für die Kamera (nebst ggf. zusätzlichem Filterrad) begrenzt, will man nicht zu viel des 24“-Lichteimers verdecken. Unsere STL6303 nebst Filterrad schied deshalb aus. Außerdem wollten wir eine Kamera mit kleinen Pixeln, so dass wir bei gutem Seeing dieses auch nutzen können.
Letztlich viel unsere Wahl auf eine Farb-CMOS-Kamera: Die ZWO ASI094MC Pro mit 36 MPixeln (4,88 mu Pixelkantenlänge) und 14 Bit Dynamik. Ein Sprung ins Kalte Wasser nach 15 Jahren CCD-Monocolor-Kamera-Erfahrung. Ergänzt wird die Kamera durch zwei übereinander liegende Filterschieber mit je zwei 50mm x 50mm „Filtern“: In dem einen der Schieber stecken ein Astronomik L UV-IR Block Typ 2c Filter und ein STC Astro Duo-Narrowband Filter, in dem anderen ein geschwärztes Aluminium-Blech und „Nichts“.
So können wir mit der Kombination beider Filter Darks, RGBs mit UV/IR-Sperre und Ha/OIII machen. Die beiden Schieber stecken in einem Gehäuse, dass nicht zusätzlich zu Vignettierung beiträgt. Angetrieben werden sie durch zwei Minischrittmotoren (die Teile, die in DVD-Drives für das Öffnen /Schließen der Klappe zuständig sind), die wiederum durch einen ESP8266 nebst Schrittmotor-Steuerung bewegt werden. Ein selbst geschriebener ASCOM-Filterwheel-Treiber bindet das Ganze an den PC an.
Zu guter Letzt wurde ein Off-Axis-Guider vor den Filtern auf Basis einer ZWO ASI290MM Mini montiert. Vorbei die (SBIG-)Zeit, bei der beim Guiden durch Schmalbandfilter der Guidstern so dunkle wurde, dass man die Guider-Belichtungszeit hochdrehen musste. Ein Segen!
Ob nun die neue Kamera nebst Filtern ein Segen für die Bilder war, sollte sich rausstellen. Um es kurz zu machen: Frank hat geflucht, wie ein Rohrspatz. Einerseits wg. der Rohdaten selbst, die gerade im „unteren Bereich“ wohl viel unruhiger sind, als bei CCDs, anderseits aber auch wegen der ungewohnten Bearbeitungsschritte mit fast 40 Megapixeln. Debayern, Extraktion von Ha und OIII aus einem Bild, riesige Datenmengen... Aber das soll Frank selbst was zu schreiben.
Entscheidend sind letztlich die Ergebnisse, von denen wir heute zwei vorstellen wollen Einmal ein wirklich dunkler PN in Bootes, aufgenommen im Mittel bei einem Seeing von ~1.9“ FWHM und einmal eine Galaxiengruppe in Canes Venatici bei einem Seeing von ~1.6“ FWHM.
Jacoby 1:
Das Bild in groß und Bildinfos hier, das Bild in 4480 x 3141 Pixeln hier.
NGC 5002/05/33:
Das Bild in groß und Bildinfos hier, das Bild in 3314 x 2386 Pixeln hier.
Trotz noch nicht perfekt justierter Kamera (die Chip-Ebene ist gegenüber der Bildebene-Ebene etwas verkippt – bei f3 eine Einstellung im 100el mm-Bereich) sind die Bilder u.E. durchaus gelungen. Wir haben noch ein paar weitere Bilder in der Piep – stay tuned...
CS
Josef & Frank & Stefan
www.capella-observatory.com