Carbon-Tubus kleben und/oder schrauben?

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Janice

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Hallo wiedermal ...

Da ich sehr günstig einen Carbon-Tubus bekommen kann - und ein passendes (2,5mm Wand) Alurohr nicht finde - werde ich die Chance nutzen und auf das Aluminium verzichten. Ich habe jetzt schon einiges zum Verkleben von Karbon gelesen und entsprechend den Kleber UHU Endfest 300 bestellt. Doch jetzt noch einmal meine Frage.

Ich würde gern den OAZ über einen Adapterring im Tubus befestigen. Der Ring hat ein Außenmaß von 72mm und steht nur ca 5mm in den Tubus hinein (siehe Skizze) Um ihn zu befestigen müsste ich !gut! kleben oder eben sehr nah am Rand entsprechende Bohrungen setzen. Meine Frage: Ist das überhaupt realistisch - wo doch die Bohrungen zum Rand nur ca 2mm haben?

Wie fest hält der Kleber wirklich? Reicht es ohne Schrauben für einen 2" OAZ + 2 ZS + Okular bei so einem schmalen Ring und soviel Spiel? Oder würdet ihr eine anderes Rohr als Adapter statt dem Ring wählen und dieses dann in den Tubus kleben?

Dankeschön

Janice



 

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Hallo,

bei solchen Klebungen steigt die Festigkeit mit der Fläche und einem geringen Spalt. Solltest Du es so ausführen würde ich dem 2 Komponenten Harz Baumwollflocken oder Glasschnitzel beimischen und nicht vergessen Rohr und Adapter gut anzuschleifen.

Besser wäre es allerdings einen Rand aus Karbon- oder Glasgewebeband ins Rohr zu laminieren (etwas breiter als die Ansatzfläche des Ringes) und nach dem Aushärten desselben den Ring dann dort einzusetzen. Das ergibt eine bessere Zentrierung.
Nach der Aushärtung und entsprechender Aufrauhung kann der Ring dann straff eingepasst werden und wieder Harz mit etwas Baumwollflocken versetzen (in die Ringnut). Anschliessend würde ich eine Belastungsprobe machen.

CS Porsti
 
Danke Porsti

Kannst du mir noch etwas erklären? Dieses Gewebeband: Woher kann ich das beziehen - und was bedeutet "Laminieren"? Kann ich das mit meinem bescheidenen Werkzeug selbst machen?

Oder was hältst du davon: Eine größeres Alurohr (übliches 80mm) mit 1mm Wandstärke nehmen. 5cm Rohrstück absägen - und auftrennen. Streifen entfernen, dass ich es in den Tubus drücken kann. Dann komme ich auf 72mm und könnte Alurohr in den Tubus kleben und den Ring dann passend ins Alurohr quetschen und kleben. Wäre dann auch zentriert und hört sich zentrierter als mit Geweband an - wobei ich das natürlich nur vemute!

Sag mal, kann ich übliche Einpressmuttern mit dem Kleber in den Tubus kleben? 3 Stück unter der Taukappe (auch Karbon wahrscheinlich) kann ich leider nicht verhindern.

Liebe Grüße
Janice

 
Nochmal Hallo,

Glasfasermaterial gibt es bei den "Modellbauern" oder als Reparaturmaterial "Matte" für Autos im Baumarkt. Vielleicht kennst Du einen Flugmodellbauer? Der kann Dir da weiterhelfen.

Auffüttern mit anderem Material kann man auch machen. Das hat den Vorteil, dass man ein breiteres Stück verschrauben kann.

Für die anschliessende Klebung Metall auf Metall würde ich "Stabilit" auch aus dem Baumarkt nehmen.

Die Muttern, ich denke Du meinst Einschlagmuttern, finde ich für den Zweck nicht so geeignet.

CS Porsti
 
Danke Porsti

Das Problem: Ich würde die Objektivfassung (kollimierbar) auch lieber einkleben (leichter als beim OAZ) nur habe ich dann keinen Zugang mehr zu den Blenden ... daher hatte ich gedacht, ich setzte die Fassung mit 3 Madenschrauben unter der Taukappe über Einschlagmuttern in den Tubus. Ok, dann muss ich irgendwie über einen Klemmmechanismus nachdenken.

Dankeschön - ich werde nach einem Rohr und dem Stabilit schauen - hoffentlich hält das alles ;)

Liebe Grüße
Janice
 
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Hallo Janice
An meinem Carbontubus habe ich den Adapterring aus rostfreien Stahl gedreht und spielfrei gleitend ca 5mm tief in den Carbontubus eingepasst und mit Uhu Endfest 300 eingeklebt. Das hält bombenfest. Der Tubus muß vorher am besten auf einer Drehbank genau rechtwinkelig zur optischen Achse sauber gedreht werden damit die Okulare auch später richtig zentrisch und gerade auf der optischen Achse zu liegen kommen. Mit einem Adaptering aus Aluminium würde ich allerdings vorsichtig sein. Klebverbindungen mit Alu können problematisch sein, da die Verbindung auf dauer durch Korrosion und nachlassen der Haftung sich lösen kann. Ausserdem dehnt sich Aluminium bei Themperaturänderungen deutlich mehr als Stahl. Stahl passt im Ausdehnungsverhalten deutlich besser zu Carbon als Aluminium. Druckstellen durch Klemmschrauben entstehen sehr leicht im Alu. Im Stahl ist nach einem Jahr gebrauch noch nichts davon zu sehen. Sollte der Adapter im Durchmesser deutlich kleiner sein als der Innendurchmessr des Tubus so muß auf dem Adapter ein zusätzlicher Ring aufgeschrumpft / geklebt werden um den Unterschied im Durchmesser auszugleichen. Beim festschrauben mit kleinen Schräubchen bricht der Tubus sehr leicht aus. Es ist also davon dringend abzuraten. Klebeflächen bitte leicht aufrauhen und Metalteile vor dem Kleben mit Verdünnung oder Aceton entfetten! Die Entscheidung einen Carbontubus zu nehmen ist eine gute Entscheidung.

Gruß Peter
 
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Hallo Peter ...

Super Tipps!!! Danke! Nun, gute Entscheindung ?! ... hmm ... ehrlich gesagt war mir langsam einfach alles etwas zu schwer. Ich hatte Alu geplant - aber ich hätte 76x3mm nehmen müssen -> Das wäre ja wieder ein ganz schöner Brocken. 75x2,5mm war mein Favorit - gab es auch in sehr harter/zugfester Legierung --- bzw. gab es nicht mehr, da der Händler das Maß nicht mehr vorrätig hat und haben wird. Der Vorteil wäre sicher die gute Verarbeitungsmöglichkeit gewesen ... eben mal schnell ein Loch bohren, feilen, sägen. Bei Carbon muss da ja alles eine recht große Sauerei mit den Fasern sein.

Du sagtest, ich solle "den Tubus drehen" von wegen 90° ... Du meinst jetzt die Hülse, oder? Den Carbontubus werde ich schlecht drehen können und muss wohl hoffen das er 90° hat. Wenn ich die Hülse ohne Anschlag und "schmatzend" in den Tubus bekomme, dann denke ich weiß ich was du meinst. Dann werde ich wohl wirklich einen anderen Adapterring drehen lassen. Hoffentlich wird das mit Stahl kein größeres Problem. Kenne mich da nicht aus - muss ich wohl den Dreher fragen :)

Ok, von Löchern rätst du ab ... klar, sieht zudem auch nicht so toll aus. Nur was mache ich mit dem Objektiv? (C63/840 mit Da=70mm) ... der Tubus ist innen ja 74mm ... -> ich habe 4mm Spiel. Mein Plan: Eine kollimierbare Fassung eben über Madenschrauben und Einschlagmuttern im Tubus fixieren. Das Problem mit dem Kleben: wenn ich sowohl OAZ- als auch Objektivfassung geklebt habe, dann habe ich keinen vollen Zugang mehr in den Tubus. Dass wäre mir nicht wirklich recht, da ich sicher noch Jahre brauche bis ich die Blenden drin habe ;)

Wie hast du das gemacht? Gibt es vielleicht Praxiserfahrung mit einer Objektivfassungsklemmung? Ich habe hier z.B. eine 1" Gewindefassung - die kann man enger oder weitermachen über eine Imbusschraube. So etwas könnte man doch sicher auch invertieren und eine Fassung bauen, die sich von ihnen gegen den Tubus drückt und das Objektiv aufnimmt. Nur ich habe eben nur 4mm Spiel für diese Fassung - sonst passt entweder das Objektiv oder das Licht nicht mehr durch ;)

Ach Peter, kann ich den Tubus normal lackieren lassen? Ich weiß, manche mögen das Carbon-Design ... ich find' es aber eher langweilig. UND: Muss ich bei den Rohrschellen oder Leitrohrschellen auf irgendetwas aufpassen? Das Material ist ja recht hart und sicher entsprechend spröde.

So, genug Fragen :)

Liebe Grüße
Janice


 
Hi Janice,

also ich kann mir nicht vorstellen, das die Zeissianer die Linsen schief in die Objektivfassung eingebaut haben. Ich denke, das wenn du an den beiden äusseren Enden der Obj.-Fassung Tesaband bis auf d=74 aufwickelst, sich eine (wenn überhaupt) nur vernachlässigbare Schieflage der Justage ergibt. Das Ganze wäre günstig, einfach, schnell und rückbaufähig.

CS

Michael

PS: Per 10Grad Temperatur wäre der Unterschied von Stahl zu Alu ca. 0.01mm... ob das wirklich ein Problem ist?

 
Hallo Michael

Du bist nicht der der erste, der mir von einer Fassung abrät. Jemand mit anderem C63/840 Eigenbau empfahl mir das auch -> aber dann eben mit Madenschrauben.

Ich habe da jemanden gefunden der mir das drehen würde. Er hat da sicher noch den einen oder anderen super Einfall.

LG
Janice
 
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Hallo Janice,
evtl. am hinteren Ende ein Alustück einsetzen. Entweder als Rohr 74X1mm oder als Blech rundbiegen. Oder aber als richtiges Adapterteil so das es aus dem Tubus übersteht und dein Adapter dann komplett in das Alustück reingebaut wird. Aber das müsste sicher auch gedreht werden.
Grüße, Andreas
 
Hallo Andreas ...

Genau das war jetzt mein Plan - nur eben nicht Alu sondern Stahl. Möchte es komplett im Tubus versenken, sieht sonst komisch aus. Ich fürchte ein fertiges Rohr gibt es nicht - könnte aber ein 80x1 nehmen und einen Streifen entfernen und dann auf 74 zusammenrollen. Das geht sicher und mit meinem Dremel bekomme ich das hin.

Liebe Grüße
Janice
 
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Hallo,

da hat sich das Blatt doch gewendet. Wenn Du einen Dreher beschäftigst, dann kann er Dir doch gleich ordentliche Abschlussringe (vorn und hinten) aus Alu drehen. Das ist sicher die solideste und auch technisch beste Lösung. Auch das plandrehen des Rohres ist damit möglich. Damit wird es ein Profi-Teleskop und die ganze Harz Schmiererei entfällt.

Ich denke ein versierter Dreher macht das. Lege Ihm alle Teile vor und die Maße. Er weiß dann schon wie er das ganze gestaltet. Das wird evtl. etwas teurer aber wesentlich ansehnlicher und dauerhafter!

CS Posti
 
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Hallo Porsti ...

Eben sind meine Möbel gekommen ... und natürlich die falschen:( Wenn man nicht alles selber macht ... wo waren wir ... ach ja, drehen lassen ;)

Ja, mein Dreher wohnt leider nicht in der Nähe und dreht mir quasi per Zeichnung aus der Ferne. Aber er weiß dann schon was ich brauchen werde denke ich. Jetzt nur noch mal zum Verständnis: Das ich die Hülsen dann exakt auf 90° drehen lasse ist klar und wenn's ohne Anschlag in den Tubus kommt, dann reicht das ja auch. ABER: Meinst du wirklich den großen Karbon-Tubus plandrehen???? Geht das???? Die Firma wo ich ihn herbekomme sägt in mir zu - also wird wohl zumindest an einer Seite exakt sein - was ja reicht :) Aber ich denke schon dass beide Seiten optisch genau winklig sind. Wenn ich eine Hülse oder einen Ring in den Tubus schiebe, und dann die Hülse an den Tubus anschlagen lasse, dann muss er ja auch 100% exakt gesägt sein. Werde ich ja sehen. Die Hülse wird sich ja schon exakt in den Tubus fügen - und wenn die Hülse genau auf 90" gedreht ist und dort der OAZ anliegt, dann reicht das sicher.

Wie gesagt: Ein Telementor-Eigenbauer sagte mir: "Komplizierte Objektivkollimierungsfassung ist nicht sooo wichtig - aber sehr wohl ein exakt sitzender OAZ

LG
Janice
 
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Hallo,

plandrehen ist natürlich über alle Zweifel erhaben. Sägen ist schon wieder ein Kompromiß. Wenn das Objektiv justierbar im Tubus sitzt, ist sägen natürlich ausreichend. Aber dann hast du ja noch die Auszugseite. Und wenn du eine Seite plandrehen lässt, dann auch die andere. Aber ich sehe schon, daß ess Dich gepackt hat, den Job so gut wie möglich zu erledigen. Da ist mir nicht bange!!! Das wird ein richtiges Profi-Teil.

CS Porsti
 
Hallo Porsti

Ja, ich habe alles Griff. Meine extravaganten neuen Wünsche wie Ausziehbare Taukappe, Klappdeckel, Klap(sonnen)blendring und dann alles ohne große Bohrung und Materialschlacht ... ja, das ist eine Herausforderung. Aber ich habe ja hier immer super Anregungen gefunden und eben auch einen sehr erfahrenen Dreher. Der wird mir schon den unnötigen Unsinn wieder ausreden :)

LG
Janice
 
Zitat von Janice:
Dann werde ich wohl wirklich einen anderen Adapterring drehen lassen. Hoffentlich wird das mit Stahl kein größeres Problem. Kenne mich da nicht aus - muss ich wohl den Dreher fragen

Da es hier um mich geht ... Stahl ist auch kein Problem. Ich würde 1.4305 vorschlagen. Dank hohem Schwefelgehalt läßt er sich gut drehen und wenn Du das Teleskop nicht in Salzwasser oder einem Säurebad versenken willst wird da auch nix korrodieren.

Die Enden vom Tubus auf 90° drehen läßt sich sicher machen, jedoch hat meine Drehe keinen so großen Spindeldurchlaß. Soll heißen ich müßte mit Lünette arbeiten. Geht sicherlich auch, aber ich würde eine andere Strategie vorziehen. Auf der Arbeit habe ich eine wassergekühlte Trennschleifmaschine mit der unsere Proben geschnitten werden. Ich teste die Tage mal mit einem Stück Irgendwasrohr wie rechtwinkling der Schnitt wird. Wenn das optimal paßt würde ich mal sagen ich säge Dir den Tubus damit rechtwinklig. Kostet auch nix.

meint
Eike
 
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