Carbontubus...

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Hallo,

also es ist schon möglich einen Carbon Tubus selber zu bauen. Aber es ist nicht einfach und sauteuer.

Meiner ist 150 cm lang, Durchmesser innen 36 cm, außen 38 cm und wiegt 7,6 kg. Knüppelhart
Baubericht kommt bald !
Kosten ca 800 Euro, ein Haufen Nerven und etwa 30 Stunden Arbeit mit Finish !

Wer handwerkliches Geschick hat kann es nachbauen. Aber Jörg hat Recht, die Materialien sind sorgfältig und mit ausreichend Schutz der Gesundheit zu verarbeiten.
Eine Oberfläche wie bei den Profis bekommt man nur sehr schwer oder gar nicht hin, aber ein Schönheitswettbewerb will man ja nicht gewinnen.

Hier ein Bild wo er noch nicht ganz fertig war, insbesondere die Oberfläche war nicht fertig.


Link zur Grafik: http://www.astronomie-hoefferhof.de/images/RCNA/Tubus/fertig.jpg



Grüße

Richard
 
Ich hab schon laminiert, zuletzt war es eine 5m Segeljolle.
Um eine saubere Oberfläche zu bekommen, brauchts keine Außenform. Ordentlich schleifen vor der letzten Laminatlage reicht auch. Epoxy ist nicht UV-stabil, da ein Teleskop nicht ständig der Sonne ausgesetzt ist, spielt das auch keine Rolle.
@ Richard
800,-Euro für den ganzen Tubus? Kannst Du die Kosten aufschlüsseln? Das erscheint mir doch ziemlich viel.

Gruß, Jörg!
 
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Hallo Jörg,

alles fällt mir sicher nicht mehr ein. Ich habe auch die Spiegelzelle aus Kohlefaser gemacht.
Es sind etwa 750 Euro gewesen. Da fehlen sicher noch einige Teile.

was preis anzahl

form 120 1 120
cfk 249 1 249
Harz + Härter 1 kg 20,35 2 40,7
Harz 2,5 kg 32,96 2 65,92
Härter 1 kg 24,4 2 48,8
Sandwich 8,06 3 24,18
Glasgewebe 19,87 1 19,87
Abreißgewebe 21,6 1 21,6
Thixo 8,09 1 8,09
Trennspray 12,97 1 12,97
Trennwachs 7,14 1 7,14
Schnipsel 6,9 1 6,9
Behälter 20 1 20
Roller 2,69 8 21,52
Klarlack 17,62 2 35,24
Kleinteile 50 1 50


751,93

Grüße

Richard
 
Alle Achtung, so genau hab ich meinen Materialverbrauch nie erfasst. Da sieht man deutlich, was Kleinteile und Zubehör verschlingen.

Gruß, Jörg!
 
Hallo Thomas

Gute Arbeit. Ist doch schon was ganz anderes als so ne "Pappröhre". Die Festigkeit ist schon enorm. Ich hatte auch meine Tips von Werner. Der Georg Dittie hatte den Fangspiegeltubus von seinem Schiefspiegler zuerst auch aus Geax (Harpapiertubus)gemacht. Nachdem dieser Tubus einmal umgefallen war zerplatze dieser in mehrer Teile. Den neuen machte er dann aus Petinax aber auch das reicht bei weitem nicht an die Stabilität von Carbon-Verbund heran. Mein 250er Schiefpiegler von über 2,20 Meter länge kommt komplett gerade mal auf 17.5 KG wobei alleine die Optikteile mehr als 6Kg ausmachen und die zwei Prismenschienen, obwohl schon abgespeckt, 1.5Kg. Die Steifigkeit und Justierstabilität des Geräts ist beispiellos.

Gruß Peter
 
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Hallo,

ohne Eure Arbeit irgendwie schlechtmachen zu wollen, behaupte ich, daß Ihr mit normalem Glasgewebe in den Punkten Gewicht und Stabilität vergleichbare Ergebnisse erreicht hättet.
Ok, manchmal muß es das besondere sein... ;)

Gruß, Jörg!
 
Zitat von Erposs:
Hallo,

ohne Eure Arbeit irgendwie schlechtmachen zu wollen, behaupte ich, daß Ihr mit normalem Glasgewebe in den Punkten Gewicht und Stabilität vergleichbare Ergebnisse erreicht hättet.
Ok, manchmal muß es das besondere sein... ;)

Gruß, Jörg!

Das kann schon stimmen, aber die paar Euro upgrade sind dann auch nicht mehr schlimm. Meine Hoffnung ist, dass die Carbonröhren weniger thermische Ausdehnung zeigen als alles andere. Und Schwarz ist auch schön.

 
Hallo Thomas,

gerade das Schwarz ist ein Nachteil der Kohlefaserröhren, Stichwort Wärmestrahlung und dadurch unterschiedliche Temperaturausdehnung...man müßte eingentlich den hübschen CFK-Tubus in Styropor verpacken.

Viele Grüße Felix
 
Hi,

genau das ist ja der Vorteil des CFK. Es hat einen sehr geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten !
Es ist gelinde gesagt Kac.. wenn man eine Belichtungsserie startet, ins Bett geht und dann Nachts aufsteht um die Warte zu schließen und schon bevor man auch nur eines der Bilder gesehen hat weiß das sie alle Schrott sind ! Warum, weil die Temperatur sich um 2 - 3°C geändert hat und der Fokus weg ist !!
Die wenigen Nächte die man nutzen kann kann man nicht immer dabei sein. Arbeiten muss man auch mal. Deshalb gebe ich lieber ein paar Euros mehr aus und bin sicher das Problem ist weg oder so minimal das ich damit leben kann. Wer mal zwei Nächte in Folge umsonst belichtet hat weiß wovon ich rede. Das Gleiche sind die Durchbiegungen des Tubus die minimal werden. Meine Kiste ist immer gut temperiert so das ich keine Probleme mit Tubusseeing bekommen sollte. Ist ja immer draußen. Zusätzlich läuft permanent ein Lüfter !
Also es ist nicht nur Spaß am Geld ausgeben. Es hat alles einen Sinn!
Visuell glaube ich ist das der Overkill. Da reicht HP dicke aus !

Grüße

Richard
 
Hallo Leute

Wieviel spart man denn mit Glasfaser? Betrachten wir uns die Auflistung weiter oben. Da machen der Materialpreis des Kohlefasergewebes rund ein Drittel der Gesammtkosten aus. Geht man davon aus das Glasfaser in etwa die Hälfte kostet spart man bei diesem Projekt etwa 125€. Das währen gerade mal 17% vom jeztigen Wert. Bei dem ganzen Aufwand den man hat sollte man daran auch nicht mehr sparen. Und habt ihr schon man Glasfaserlaminat bearbeitet? Das juckt anschließend überall als hätte man die Krätze.
Zum Gewicht:
Auf Austellungen konnte ich einmal einen Glasfasertubus in die hand nehmen etwa DM.100mm X 1M lang bei etwa 3mm Wand. Ergebnis: schwer wie Blei
Und nun zum Wärmehaushalt:
Kohlefaser- und Glasfaserlaminat nimmt im Gegensatz zu Metal nur relativ wenig Wärme auf und kann daher sehr schnell mit wenig Wärme erwärmt werden und kühlt trotz relativ geringer Wärmabstrahlung ebenso schnell wieder ab. Laminate sind gute Wärmeisolatoren. Man benutzt zum Beispiel Glasfaserplatten um der Wärmeabfluss von beheitzten Formen in den Maschinenkörper von Spritzmaschinen / Pressen zu unterbinden. Hat man den Tubus zu dem mit Hartschaumkern, der zu über 90% aus Luft besteht, laminiert so hat man eine perfekte und sonst unerreichte Isolation. Wärmeverzug und Wärmefluss ist bei Metalltuben ein ständiger und übler Begleiter. Ein Wärmeverzug macht bei Kohlfaserlaminat nur einen sehr geringen Bruchteil dessen aus was Metal veranstaltet. Daher gibt es hier keinerlei negative Auffälligkeiten und die Justierstabilität ist beispiellos stabil. Die schwarze Farbe ist kein Nachteil. Schwarze Flächen absorbieren viel Wärme und geben sie aber auch schneller wieder ab was eine schnelle Aklimatisation unterstützt. Luftgekühlte Motoren werden beispielsweise dewegen auch mattschwarz lakiert um eine bessere Kühlung zu erreichen.
Fazit: Eine Aklimatisierung erfolgt deutlich schneller als bei einem Metalltubus. Die Auskühlungsprocedur wird ausschließlich vom den Optischen Komponenten ( Spiegel/Linsen )bestimmt. Themperaturveränerungen haben im Gegensatz zu Metalltuben praktisch keinerlei Einfluss auf die Verformung und Justierung des Geräts.

Gruß Peter
 
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Hallo Zusammen,

ich habe gesucht bin aber nicht fündig geworden...weiß jemand genau wie sich GFK - CFK und Hartpapier zueinander verhalten was den Ausdehnungkoeffizienten betrifft? Wenn CFK sich da deutlich von den beiden anderen Alternativen abhebt machts natürlich Sinn, über einen Blechtubus braucht man ja diesbezüglich gar nicht nachzudenken.

Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix

Kohlefasern besitzen einen schon fast einzigartigen negativen Wärmeausdehnungskoeffizienten das bedeutet: Kohlefasern ziehen sich bei Erwärmung leicht zusammen. Schau nach bei Wikipedia! Das wirkt der Längenausdehnung des Harzes entgegen. Gerade daraus ergibt sich dieses einmalige neutrale Ausdehnungsverhalten von Kohlefaserlaminaten was allerding noch leicht durch art des Laminataufbaus differieren kann. Stichwort: Gewebeart Leinwand/Körper.
Ob Glasfasern und die Fasern im Hartpapier ähnliches Verhalten aufweisen möchte ich erst einmal bezweifeln.

Gruß Peter

 
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Hallo Peter,

wenn sich das durch entsprechndes Gewebe und evtl Faseranordnung (diagonal) irgendwo bei praktisch Null bewegen würde wäre das bei einem Fotonewton natürlich genial und würde den Aufwand und die Kosten rechtfertigen. Ich habe zwar keine Fotoambitionen aber da werde ich mich aus Neugier mal mit befassen...

Viele Grüße Felix
 
Hi,

ich habe eine Lage Glasgewebe dazwischen weil mir das empfohlen wurde. Das Zeugs läßt sich wesentlich schlechter verarbeiten.

Wenn man die Kohlefaser schleift meint man auch man hätte Krätze. Den Staub nicht auf die Haut kommen lassen, passiert es doch, nicht drüber reiben sondern mit viel viel Wasser abspülen.
Beim Schleifen immer Atemschutz tragen.
Bei Haufler.de gibt es öfters sehr gute Angebote für Restposten. Da habe ich mein Gewebe auch her gehabt. Sonst hätte ich fast das Doppelte bezahlt. Unterm Strich hat es sich gelohnt.

Grüße

Richard
 
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