Celestron C8 Doppelteleskop mit Matsumoto EMS

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So, es ist vollbracht.

Komplett wiegt das Bino 14Kg, das sind 1,5Kg mehr als ursprünglich geplant.
Die Alu Dreh- und Frästeile wiegen doch etwas mehr als ich erwartet hatte.

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-21.jpg

Dennoch ist das Teilchen sehr gut transportabel und als Henkelmann auch einfach zu tragen

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-22.jpg

Das Wetter ist perfekt, also ist heute first light

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-23.jpg

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-24.jpg

Grüsse Jochen
 
So, der erste Test ist gelaufen.
Ich kann mich nicht erinnern jemals so gute Bedingungen gehabt zu haben um am ersten Tag ein neues Instrument zu testen :-)

Zuerst habe ich beide Tuben separat am Stern justiert, mit den Bob Knobs geht das ja ruckzuck.
Dann mit den beiden Stellschrauben am rechten EMS die Bilder deckungsgleich bringen - hoppla, geht nicht, vertikal bin ich schon am Anschlag und die Bilder decken sich noch nicht.
Die Ursache ist schnell gefunden, der rechte Tubus bewegt sich in der Spiegelzelle und kippelt hin und her.
Es ist fast nicht zu glauben, aber die Spiegelzelle ist nur mit zwei 3mm Schrauben am Tubus befestigt.
Nachdem ich die Teile zueinander ausgerichtet und die beiden Schrauben fest angezogen habe hat es gepasst, nun hatte ich deckungsgleiche Bilder.
Hier muss ich unbedingt nachbessern und mindestens 2 weitere Schrauben verwenden.
Noch mal schnell die Tuben kollimiert, dann konnte es losgehen.

Mit Freude stelle ich fest, dass die Hauptspiegel in der Fokusposition noch ca 10mm von den Klemmringen entfernt sind, die ihren Anschlag darstellen.
Das bedeutet, dass ich in Sachen Backfokus und Vignettierung noch im grünen Bereich bin.
Für mich ist das sehr erfreulich, denn ich hatte es nicht unbedingt erwartet.

Zuerst hielt ich auf Saturn und der Anblick war wirklich toll.
Er steht recht niedrig über den aufgeheizten Nachbardächern und die Luft ist da nicht besonders ruhig.
Dennoch bekomme ich mit dem Ethos 17 bei 130x ein knackiges Bild und erkenne sogar leichte Wolkenbänder auf der Kugel.
Das Ethos 13 bei 170x geht auch noch, das Bild ist dann aber nicht mehr ganz so knackig.

Als nächstes halte ich auf M51, die ich kürzlich mit dem 125er Borg Doppelrefraktor ganz hervorragend beobachten konnte, fast noch besser als im 12,5" Dobson mit Binoansatz.
Im Doppel C8 kommt die Galaxie nicht so gut und ist ziemlich flau, ich denke hier fehlt einfach die Kontrastleistung der APOs.
Für die Galaxienjagd werde ich deshalb wohl bevorzugt den DoppelBorg benutzen.

Jetzt aber zu der Objektkategorie wegen der ich die Sache mit den Doppel SCT überhaupt angegangen bin - die Kugelsternhaufen.
Also halte ich auf M13, zuerst mit den 32mm Kasai.
Der KS ist ganz nett anzusehen, ersäuft aber bei noch nicht wirklich dunklem Himmel etwas im grauen Hintergrund.
Ich probiere die Ethos 17 - WOW, da ist er in seiner ganzen Pracht auf tiefschwarzem Samt.
Eine ganze Weile kann ich mich von dem Anblick gar nicht lösen, dann greife ich aber doch noch zu den Ethos 13.
Die sind auch nicht schlecht, aber für das heutige Seeing fast schon wieder zuviel.

Bei den KS spielt die Öffnung und die durch sie mögliche Auflösung wie erwartet den 125er Doppelrefraktor klar an die Wand und ich bin begeistert, denn mein primäres Ziel ist erreicht.

Die besonders gute Nachricht ist, dass die Gabel absolut stabil ist, hier gibt es keinerlei Probleme weder im Zenit noch am Horizont.
Das ist sehr beruhigend, denn hier hatte ich doch leichte Zweifel, da die Gabel ja ursprünglich nur das halbe Gewicht tragen musste.
Beim C11 bin ich da auf der sicheren Seite, dessen Gabel hat die selben Querschnitte wie die des C14.

Ein grosses Drama ist allerdings die Gewichtsverteilung.
Das Teleskop ist extrem hecklastig und an gemütliches Surfen am Himmel in 2 Achsen ist nicht zu denken.
Das Gegenteil ist der Fall, man sucht sich ein Objekt, hält minimal darüber und klemmt dann die Achse.
Durch das Gewicht sinkt das Heck etwas ab und das Objekt ist im Okular.
Das ist furchtbar unpraktisch und eine Nachführung ist so auch völlig unmöglich.

Das hatte sich zwar schon in er Bauphase abgezeichnet, aber bevor ich hier nach Lösungen suche, wollte ich erst mal sehen, was das Teleskop überhaupt leistet.
Das Ziel muss sein, dass die Tuben ohne Klemmung in jeder Position gewichtslos stehen bleiben, so ist es auch bei meinem Doppelrefraktor.
Zusätzliche Ausgleichsgewichte mag ich nicht anbringen, also muss ich den Drehpunkt des Gabellagers verschieben.
Wie genau ich das anstelle, darüber mache ich mir in den nächsten Tagen Gedanken.

Dass nicht alles auf Anhieb reibungslos funktionieren würde war mir natürlich klar.
Zum Glück scheinen die Probleme aber alle lösbar, gravierende Rückschläge blieben zum Glück aus.
Nun geht es ans Feintuning und am Ende werde ich auch noch ne Runde Veloursfolie spendieren ;-)

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

Super klasse.
Ich finds cool das du dir diesen Traum erfüllst und uns daran teil haben lässt.
Ein sauberes Ergebnis.
Da würde ich auch gern mal durch schauen.
Auch dein kleiner Bericht macht einen Objektiven Eindruck.
Toll.
 
Hi Jochen,
ich war mir ziemlich sicher, dass das was wird bei Dir!
Sieht gut aus, die restlichen Themen packst Du sicher auch noch.
 
Danke für euer feedback!

Heute habe ich das Bino noch mal komplett zerlegt um es dann mit stärkeren und auch einigen mehr Schrauben wieder zusammen zu bauen.
Nun hält es die Kollimation perfekt.
Heute Abend habe ich dann beide Tuben wirklich sauber kollimiert und Saturn sowie M13 waren noch mal besser als gestern, obwohl die Bedingungen eher schlechter waren.
Ich kann mich gar nicht erinnern je so einen guten Saturn gesehen zu haben, Cassini war praktisch umlaufend zu sehen und die Wolkenbänder gut erkennbar.

Zum Vergleich habe ich auch mal das Portaball mit Binoansatz rausgepackt, aber Saturn wie auch M13 haben mir im C8 deutlich besser gefallen.
Vor allem konnte man sehen, dass das Portaball viel stärker unter dem Seeing leidet.

Zum Balanceproblem habe ich auch schon eine Idee, wie ich die Drehachse nach hinten verlegen kann.
Allerdings brauche ich dafür CNC gefertigte Teile, und das wird wieder ein paar Wochen dauern.
In der Zwischenzeit werde ich mich mal um's C11 kümmern und es auch auf diesen Stand bringen.

Schon jetzt ist klar, dass sich die Sache gelohnt hat.
Bei Planeten und Kugelsternhaufen ist das C8 Bino in seinem Element und zeigt mir bisher nicht gekannte Eindrücke.
Heute habe ich auch mal kurz auf M31 sowie Hi/Chi gehalten, aber das machte keinen grossen Spass, weil das Feld viel zu klein ist.
Ich denke Planetarische Nebel könnten auch noch gut gehen, das muss ich demnächst noch testen.
Und für alles Andere habe ich ja den 125er Doppelrefraktor.

Grüsse Jochen
 
In den letzten Tagen habe mit der perfekten Kollimation des Doppel C8 gekämpft.
Was war das beim Doppel Borg doch so schön einfach, Tuben zusammen schrauben und passt.
Nun, 800mm Brennweite sind halt auch was Anderes als 2m Brennweite.
Dazu kommt noch das Problem der Kollimation der optischen Tuben selbst, sprich die Justage der Fangspiegel.
Ausserdem drehen sich die EMS ja bei der Drehung der Tuben mit und müssen dann wieder parallel gestellt werden was die Kollimation aber wieder ändert.

Zuerst packte bei ausgebauter Korrektorplatte ich einen Laser in die Okularauszüge und justierte die Tuben so lange, bis die beiden Laserpunkte an der Wand auf gleicher Höhe und im genauen Abstand der Tuben zueinander waren.
Danach Korrektorplatte rein und schauen.
Die Bilder der beiden Tuben waren weit davon entfern deckungsgleich zu sein, mit dem Laser geht also gar nicht.

Danach brachte ich die beiden Bilder durch die Justage an einem ca 2000m entfernten Turm deckungsgleich, was ein ziemlicher Krampf ist, weil man zwischen Justieren und Überprüfen immer wieder die Korrektorplatte montieren bzw. demontieren muss.

Mit dieser Einstellung ging ich dann abends unter den Nachthimmel, aber bis die Fangspiegel der beiden Tuben justiert waren war es mit halbwegs deckungsgleichen Bildern auch schon wieder vorbei.

Es blieb mir nichts übrig als die komplette Kollimation in der Dämmerung zu machen, wo ich die Möglichkeit habe die Tuben auch permanent per Sterntest zu überprüfen und nachzujustieren.
So habe ich es dann auch gemacht und nun sind die Tuben 100% parallel, die Bilder sind deckungsgleich, wenn die Justageschrauben am rechten EMS auf Mittelstellung stehen.

Nun warte ich auf die CNC Teile von Steffen, mit denen ich die Drehachse verschieben kann.
In den nächsten Tagen werde ich mich also erst mal um die beiden C11 kümmern können :-)

Grüsse Jochen
 
So, diese Woche sind die Teile von Steffen angekommen, ich muss sagen, er hat mal wieder perfekt gearbeitet.
Hier sieht man die beiden neuen 3D gefrästen Tubushalter neben den alten Originalen:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-27.jpg

Sinn und Zweck der Teile ist es ja, den Drehpunkt um 83mm nach hinten zu legen, damit das Doppelteleskop mit meinen Okularen perfekt im Gleichgewicht ist.
Hier sieht man die neuen Halter an den Tuben montiert:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-28.jpg

Und hier sind die abgedrehten, alten Halter auf die flache Seite der Neuen aufgeschraubt:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-29.jpg

Hier nun das Ergebnis, das mit zwei 17mm Ethos Okularen perfekt austarierte C8 Doppelteleskop:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-30.jpg

Damit ist diese Geschichte auch zu Ende, das C8 Doppeltelekop ist nun fertig und einsatzbereit.

Demnächst geht es aber mit dem C11 Doppelteleskop weiter und natürlich gibt es dann auch einen shootout zwischen den beiden Geräten.

Grüsse Jochen
 
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Hier noch ein kleines Update.
Schon bei der Planung des Instrumentes war mir klar, dass ich eventuell etwas Öffnung durch Vignettierung verlieren würde, weil ich mit dem Hauptspiegel extrem weit nach vorne rücken muss um den sehr langen Backfokus der beiden EMS auszugleichen.
Um dem entgegen zu wirken habe ich die zentralen Blendrohre der C8 um jeweils 50mm gekürzt.

Heute habe ich nun den Test mit einem grünen Laser gemacht und der Eingriff hat sich gelohnt, beim Fokus auf Unendlich habe ich immer noch die vollen 200mm Öffnung :-)

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-31.jpg

Grüsse Jochen
 
Und noch ein kleines Update.
Nachdem sich die Gewichtserleichterung der Gabelbrücke beim C11 bewährt hat, habe ich auch analog beim C8 durch ein paar Bohrungen noch mal 1,5 Kilo eingespart.
Damit bin ich dann doch bei meinem ursprünglich geplanten Gesamtgewicht von 12,5 Kilo incl. EMS angekommen:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-32.jpg

Grüsse Jochen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jochen,

mein Gott, was für ein Projekt. Ich gratuliere Dir, hast ja alles perfekt hingekriegt.

Tolle Arbeit.

Allzeit viel Spass damit.
 
Danke, Manfred !

Heute habe ich noch ein paar Feinarbeiten gemacht.
Zuerst habe ich aus schwarzem POM zwei Abdeckungen gedreht, welche das C8 verschliessen, wenn die EMS nicht montiert sind:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-33.jpg

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-34.jpg

Dann habe ich noch 2 grosse Aluringe gedreht, wofür könnten die wohl sein?

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-35.jpg

Richtig, das gibt meine Sonnenfilter.
Da der Abstand der Tuben nur einen Millimeter beträgt kann ich keine Filter von aussen aufstecken, ich muss sie also innen montieren.
Der zweite Thousand Oaks Glasfilter ist schon bestellt...

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-36.jpg

Und zu guter Letzt gibt es noch eine Aufbewahrungs- und Transportkiste.
Ich habe lange nach einer Grösse gesucht, bei der ich die EMS hätte montiert lassen können, aber leider gibt es das nicht. Die Kiste wäre dann riesig mit viel Luft um das Gerät und kaum noch transportabel.
Aber auch so ist das Bino dann in 2 Minuten einsatzbereit, und auskühlen muss es ja eh ein wenig :-)

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/astro/c8-37.jpg

Grüsse Jochen
 
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