Celestron Comet Catcher 140/500 abblenden?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

ForenSeil

Aktives Mitglied
Hallo!
Habe gerade einen Comet-Catcher 140/500 für 190€ ersteigert (hoffe das war nicht zu viel).
Ich möchte ihn u.a. gerne zum Fotografieren einsetzen.

Nun habe ich gelesen, dass das nicht ohne weiteres geht, weil

-Das Teleskop weit offen zu viel Menge Koma aufweist
-Das Auflagemaß (also Abstand zwischen Sensor und Auszug) sehr klein ist

Zu ersterem habe ich gelesen, dass das Koma praktisch komplett verschwindet wenn man auf F5 abblendet. Aber wie blendet man es ab? Ich vermute mal es hat keine eingebaute Iris-Blende, oder??
Kann man einfach einen "Deckel mit Loch" bauen und auf die Front des Teleskops setzen, oder muss man eine Iris (in ein Okular?) einsetzen etc.?

Zu zweiten - ist das wirklich so eng? Ich habe eine Sony NEX Systemkamera, welche weil sie keinen Spiegel hat nur ein sehr kurzes Auflagemaß braucht und somit gegenüber Nikon- und Canon DSLRs etwas mehr luft hat. Wie Adaptiert man es am besten, wenn man nicht durch ein Okular fotografieren will?

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Kann das jemand mit dem engen Auflagemaß bestätigen?

Sollte man vielleicht anstelle eines 1,25" - T2 Adapters einen 1,25" - C-Mount Adapter holen?
Ich habe bereits sowohl einen T2-NEX als auch einen C-Mount-NEX Adapter.

(T2 Auflagemaß = 5,50cm; C-Mount Auflagemaß = 1,752cm)



 
Hallo!

Zitat von ForenSeil:
Zu ersterem habe ich gelesen, dass das Koma praktisch komplett verschwindet wenn man auf F5 abblendet. Aber wie blendet man es ab? Ich vermute mal es hat keine eingebaute Iris-Blende, oder??
Die hat (fast) kein astronomisches Teleskop. Übrigens heißt es die Koma.

Kann man einfach einen "Deckel mit Loch" bauen und auf die Front des Teleskops setzen, oder muss man eine Iris (in ein Okular?) einsetzen etc.?
Ersteres. Vernünftig abblenden kann man nur in Pupillen, also in der Ebene der Eintrittsöffnung und ihren Abbildern. Im Okular gibt es freilich keine Pupille, sondern eine Luke, somit nützt Abblenden nichts.

Grüße

fquadrat
 
Danke! Werde mich dann mal nach einem Zweitdeckel zum durchlöchern umaschauen!

Habe mir jetzt übrigens für das andere Problem für knapp 13€ einen 1,25" zu C-Mount Adapter aus UK bestellt - mal gucken ob es reicht.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Liane (ein Name wäre ganz nett),

der CometCatcher ist ein, soweit ich das eben verstanden habe, ein Schmidt-Newton und den blendet man am besten ab, indem man eine Ringblende direkt auf den Hauptspiegel legt. Das effektive Abblenden ist besonders bei Spiegeloptiken auf diese Art sinnvoll und leicht realisierbar. Eine Blende vor der Öffnung, sprich der Schmidtplatte, bringt nur eine Vignettierung des Bildfeldes, ansonsten garnichts.

Grüße,
Matthias
(mein Name!)
 
Hallo Matthias,

gerade am Hauptspiegel würde ich die Optik zumindest am Anfang nicht abblenden.

Man muß den Spiegel herausnehmen und danach die Optik wieder justieren, und wenn der SN sich ähnlich einer Schmidtkamera verhält, besteht das Ergebnis der Aktion in der Einführung von Vignettierung.

Schmidtkameras werden übrigens nur - und bereits von der Konstruktion her - in der Ebene des Krümmungsmittelpunktes (Bereich der Schmidtplatte) abgeblendet; man spricht von einer Schmidtblende. Der Hauptspiegel ist hier deutlich größer als die wirksame Öffnung.

Bei einem reinen Newton wäre dagegen der Hauptspiegel der richtige Ort für eine Aperturblende, da hier die Eintrittspupille liegt.

Mein Vorschlag wäre eine Ringblende nahe der Schmidtplatte. Wenn keine Vignettierung erfolgt, ist das in Ordnung, wenn doch, dann ohne Aufwand wieder rückgängig zu machen und durch eine Blende am HS zu ersetzen.

Alternativ kann man eine lange Taukappe basteln und mit einer Ringblende in der Ebene des Krümmungsmittelpunktes versehen.

Allerdings bietet jedes Newtonteleskop eine andere Kombination von Eintrittsöffnung, Hauptspiegeldurchmesser, kleiner Fangspiegelachse und den Abständen dieser Objekte zueinander, also kann es durchaus sein, daß selbst diese Konstruktion sich völlig anders verhält, als man auf den ersten Blick annehmen würde.

Grüße

fquadrat
 
Systeme wie ein SN oder SC habe ich noch nicht genauer unter die Lupe genommen. Ich gebe dir natürlich Recht in Bezug auf das Gesamtsystem und deren Eigenheiten. Besonders die Rolle der Schmidtplatte hatte ich bedacht - danke für die Hinweise.

Grüße,
Matthias
 
Hallo,

was damals mit Kleinbildfilm und SLR so möglich war,
http://www.planetarium-berlin.de/PotW/02_49/PotW.html
sollte Dir stabil montiert und nachgeführt, mit einer DSLR auch möglich sein.
Ohne im Vorfeld zu viel Angst vor der geringen noch vorhandnen Restkoma zu haben. Nur ein Beispiel von Vielen!

Okularschlitten festsetzen und mit dem Micro Fokus
http://www.teleskop-austria.at/shop/index.php?lng=de&m=2&kod=sbau-aus-mhe-la
Zwischenrimngen und Bojonet - Kameraadapter eine stabile Fokusdistans einstellen.
Dann schauen ob man mit der Abbildung wie im Beispiel oben leben kann.

Astrofotos sind, ob Amateurhaft oder in Profiqualität, immer ein Zeitdokument für eine tolle Beobachtungsnacht, Die es wert ist festzuhalten!
In erster Linie für sich selbst als Bestätigung, ich war Zeuge der Epoche als der Komet, der Venustransit oder die Supernovä in M82 aufleuchtete.

Allein das rechtfertigt schon unser Hobby und nicht der Wettkampf, wer hat das fehlerfreieste Astrofoto!

Ich besitze auch einen Comet - Catsher der mir seit Jahren vielfälltige tolle Beobachtungen ermöglicht hat und werde Ihn auch behalten!
Dabei achte ich immer wieder staunend auf das was Er mir zeigt und nicht so sehr auf etwaige kleine Schwächen in der Darstellung.

Ich wünsche Dir viel Spass mit dem Gerät!

Gruß Günter
 
Hallo FS, den Comet Catcher abzublenden, würde nicht den erhofften Effekt bringen. Dazu müsstest Du die Öffnung so stark reduzieren, dass Dir dabei das Licht ausgeht. Die Koma von einem Schmidt-Newton ist zwar nur halb so groß wie bei einem gewöhnlichen Parabol-Newton, weist aber im übrigen dieselbe funktionale Abhängigkeit auf. Dort kuriert man diese ja in der Praxis auch nicht durch Abblenden. Hier sind die Argumente Schritt für Schritt:

(1) Parabol-Newton

Der beugungsbegrenzte Feldradius (bei dem der Strehlwert 80% erreicht) ist für einen gewöhnlichen Parabol-Newton durch folgende Formeln gegeben

h_DL [mm]= f α_DL = F³/90

α_DL [Radian]= F²/(90 D[mm])

Dabei ist h_DL der Feldradius in mm in der Brennebene und α_DL der entsprechende Feldwinkel in Radian, f und D sind Brennweite und Öffnung in mm, und F = f/D ist das Öffnungsverhältnis. Der Suffix 'DL' steht für Diffraction Limited, also 'beugungsbegrenzt'.

Ein Parabol-Newton mit denselben optischen Parametern wie der Comet Catcher, nämlich f = 500 mm, D = 140 mm, und F = 3.57, hätte dann einen beugungsbegrenzten Feldradius von

h_DL = (3.57³/90)mm = 0.505 mm

α_DL = 3.57²/(90*140) = 0.00101 Radian = 0.058° = 3.5' (Bogenminuten)

(2) Schmidt-Newton

Die Koma von einem Schmidt-Newton, bei dem die Korrektorplatte dicht beim Fokus des sphärischen Hauptspiegels steht, ist halb so groß wie die von einem gewöhnlichen Parabol-Newton mit denselben optischen Parametern. Der beugungsbegrenzte Feldradius ist dann doppelt so groß:

h_DL [mm]= f α_DL = F³/45

α_DL [Radian]= F²/(45 D[mm])

Und für den Comet Catcher hat man dann

h_DL = (3.57³/45)mm = 1.01 mm

α_DL = 3.57²/(45*140) = 0.00202 Radian = 0.116° = 7' (Bogenminuten)

(3) Sensorfeld

Die Sony NEX hat ein APS-C Chip mit einer Größe von nominell 22.5 mm x 15.0 mm mit einer Diagonale von 27 mm und einem maximalen Radiusabstand von 13.5 mm in den Bildecken:

h_max = 13.5 mm

α_max = h_max/f = 13.5mm/500mm = 0.027 Radian = 1.55° = 93' (Bogenminuten)

Das Sensorfeld ist also erheblich größer als der durch die Koma definierte beugungsbegrenzte Bereich.

(4) Effekt durch Abblendung

Wir sind jetzt soweit, dass wir die eingangs gestellte Frage nach dem Effekt einer Abblendung untersuchen können. Dazu setzen wir zunächst h_DL = h_max, bzw. α_DL = α_max, d.h. wir fordern eine beugungsbegrenzte Abbildung bis in die Bildecken. Damit erhalten wir

h_DL [mm]= f α_DL = F³/45 = h_max = 13.5 mm

oder auch

α_DL [Radian]= F²/(45 D[mm]) = α_max = 0.027 Radian

Daraus ergibt sich dann

F³ = 45*13.5 = 607.5

F = f/D = 8.5

Die Öffnung müsste dann auf

D = f/F = 500mm/8.5 = 59 mm

schrumpfen, das wäre also völlig unrealistisch, zumal der Umlenkspiegel einen großen Teil der dann noch verblieben Öffnung abschattet.

(5) Weniger radikale Abblendung

Man kann noch einen Schritt weitergehen und untersuchen, ob eine beugungsbegrenzte Abbildung auf dem zentralen Teil des Sensors bis zu einem Feldradius von z.B. 10 mm (entsprechend 75% vom Maximum) ausreicht und zu einer praktikablen Lösung führt. Damit ergibt sich dann

F³ = 45*10 = 450

F = 7.7

und

D = f/F = 500mm/7.7 = 65 mm

Auch damit wäre gar nichts gewonnen, weil die wesentliche lichtsammelnde Funktion der Optik immer noch dahin wäre. Die Idee mit der Blende funktioniert also nicht, weil eine viel zu starke Abblendung nötig wäre und dem Instrument dabei das Licht ausgeht.

Ein Komakorrektor für gewöhnliche Parabol-Newtons würde die nur halb so große Koma des Schmidt-Newtons überkompensieren und das Resultat wäre ein gleich großer Komaeffekt mit entgegengesetztem Vorzeichen. Die Komaschwänze würden dann nach innen zeigen, damit wäre also auch nichts gewonnen. Möglicherweise kann man da mit dem Arbeitsabstand oder mit anderen Linsenkombinationen experimentieren und sehen, ob das was bringt ...

Du solltest Dir nicht allzu viel den Kopf darüber zerbrechen und erst mal visuell mit dem Comet Catcher starten.

Gruß, Peter
 
hallo Leute,

"fquadrat" :
>Mein Vorschlag wäre eine Ringblende nahe der Schmidtplatte. Wenn keine Vignettierung erfolgt, ist das in Ordnung, wenn doch, dann ohne Aufwand wieder rückgängig zu machen und durch eine Blende am HS zu ersetzen.<

Ich blendete meinen CC vor der S-Platte
auf f/ 4.6 / 5.0 / 5.5 ab.

bei Ersteren war beim nutzen einer 1/2 Format DSLR ( 350D)
immer noch Koma erkennbar. Ab f/5.5 war die Abb. übers Feld langsam akzeptabel.
Der FS "wächst" dann leider proportional...

Ich bin nun den Weg gegangen einen alten Vixen 100/600
mit Komakorrektor & Okularschlitten zu betreiben.
Die Abb. ist unterm Strich besser als beim CC !
Ein vergleichbarer Apo mit 80-100mm Apertur ist nicht so farbrein und zudem wensentlich teurer.

Gruß
Christian



 
hallo Leute,

sorry, das ist aber heute Nostalgie !
KB Filme waren grob auflösender und
daher "genügsamer". Die Koma und Bildfeldwölbung wurde so
partiell überdeckt. Die DSLR`s und CDD Kameras sind leider
gnadenlos anspruchsvoll und decken jedes Defizit sofort auf.
Der CC ist dem so belassen leider nicht gewachsen...

Günter:
>was damals mit Kleinbildfilm und SLR so möglich war<

Gruß
Christian
 
Hallo in die Runde,
ich habe auch noch so ein Gerät in meiner Sammlung und vor einiger Zeit meine modifizierte 20d mit MPCC-Komakorrektor dahinter gehängt. Die unten verlinkten Aufnahmen sind weit davon entfernt, perfekt zu sein, aber dennoch nett anzuschauen. Aufgenommen aus der City von Münster- abblenden war nicht nötig...

clear skies
Michael

http://www.sternfreunde-muenster.de/bigpic.php?bid=1085
http://www.sternfreunde-muenster.de/bigpic.php?bid=1082
http://www.sternfreunde-muenster.de/bigpic.php?bid=1077
http://www.sternfreunde-muenster.de/bigpic.php?bid=1084
 
Michael, danke für deinen Beitrag. Deine Fotos sind sehr überzeugend. Es ist immer wieder schön, Antworten von Leuten zu lesen, die das betreffende Instrument kennen und damit gearbeitet haben. Die formelartigen Zeilen von P_E_T_E_R, so interessant sie für den einen oder anderen Theoretiker auch sein mögen, bringen eigentlich nichts, wie deine Ergebnisse zeigen.

Für den Threadstarter dürften sie eine ernsthafte Ermutigung sein.

Tom
 
Zitat von sindbad:
Michael, danke für deinen Beitrag. Deine Fotos sind sehr überzeugend. Es ist immer wieder schön, Antworten von Leuten zu lesen, die das betreffende Instrument kennen und damit gearbeitet haben. Die formelartigen Zeilen von P_E_T_E_R, so interessant sie für den einen oder anderen Theoretiker auch sein mögen, bringen eigentlich nichts, wie deine Ergebnisse zeigen.
Hallo Tom, die hier gestellte Frage war doch, ob es eine realistische Option gibt, die Koma dieses schnellen Schmidt-Newtons durch Abblenden wesentlich zu reduzieren. Auf diese konkrete Frage habe ich wohl eine ausreichende und negative Antwort gegeben, auch wenn Dir analytische Argumente und Formeln anscheinend ein Graus sind. Die von Michael gezeigten Bildbeispiele zeigen ja bei genauerem Hinsehen auch die Schwachstellen dieser Optik.

Der für einen Newton gerechnete MPCC eliminiert ja an einem Schmidt-Newton nicht die Koma, sondern er überkompensiert diese. Effektiv beibt damit dann so viel Koma wie ohne MPCC, nur mit entgegengesetztem Vorzeichen! Schau Dir mal die elongierten Sternscheiben im äußeren Feldbereich an, die sind teilweise 100 bis 200μm groß!

Ich möchte den Comet Catcher und die damit gemachten Bilder nicht schlechtreden, aber man sollte doch seine Grenzen erkennen und akzeptieren. Ich besitze selber einen, benutze ihn aber nur noch visuell. Was photographisch damit geht, kann man schön an Michaels Bildern sehen, da sind wir uns völlig einig.

Gruß, Peter

 
Hallo Peter,

das alte Schätzchen hat schon seine Grenzen, macht aber immer noch Spaß, vor allem visuell. Mit meinem (ebenso alten) Televue-Widefield 24 und UHC-Filter ist der Nordamerikanebel einfach nur schön anzusehen. Zum Vergleich habe ich noch eine alte chemische Aufnahme angehängt; Daten: M17, Agfa1000RS, 25 Minuten belichtet ohne Korrektor. Eine Aufnahme vom Equipment mit DSLR bringe ich gleich hier unter: Link

clear skies
Michael
 

Anhänge

  • xl17_135.jpg
    xl17_135.jpg
    94,1 KB · Aufrufe: 1.106
Zitat von Michael_Dütting:
Zum Vergleich habe ich noch eine alte chemische Aufnahme angehängt; Daten: M17, Agfa1000RS, 25 Minuten belichtet ohne Korrektor.
Hallo Michael, das zeigt ja nochmal sehr schön, was mit dem Comet Catcher möglich ist.

Apropos M17 und Photochemie, da habe ich auch noch was in meinem Archiv. Ist allerdings nicht mit dem Comet Catcher, sondern mit meiner Schmidt-Kamera gemacht. Aufnahmedatum 22/23 Aug. 1979, Belichtungszeit war 10 Minuten auf Ektachrome 200 Rollfilm. Das Equipment kannst Du hier sehen. Das Feld von 5° x 6.5° zeigt M16 und M17. Auf der Originalaufnahme ist so viel Detail, dass man das ohne weiteres auf 40cm x 50cm vergrößern kann.

Mit der maximal zulässigen Dateigröße im Webformat ist es leider unmöglich, davon einen Eindruck zu vermitteln. Wenn Du in diese sehr stark komprimierte Bilddatei hineinzoomst, bleibt von den meisten Sternen nur noch ein einziges Pixel. Damit man trotzdem eine Vorstellung von der Bildqualität im Feld bekommt, habe ich zwei quadratische Breiche am Feldrand markiert und vergrößert dargestellt.

Mit nostalgischen photochemischen Grüßen,
Peter

 

Anhänge

  • M16_M17_85kB.jpg
    M16_M17_85kB.jpg
    84,1 KB · Aufrufe: 1.074
  • M16_M17_A.jpg
    M16_M17_A.jpg
    78,4 KB · Aufrufe: 1.041
  • M16_M17_B.jpg
    M16_M17_B.jpg
    99,7 KB · Aufrufe: 1.045
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben