China-Fuji 10x50: Wer hat´s, wie isses?

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Hogel

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Hallo,
liebäugle mit dem Gedanken, mir ein 10x50 China-Fuji (APM oder TS 10x50 HD Marine) zu bestellen. Wer hat durchgeschaut? Wer hat verglichen mit dem "Original"? Wer kann berichten?
Danke :-) Rolf
 
Re: China-Fuji 10x50: Wer hat´s, wie isses? Super!

Halllo,
nach der Nullresonanz zu diesem Thread habe ich mir gerade
eins bestellt und am Wochenende erste Tests gemacht.
1. Eindruck: Spitzenoptik, die den Vegleich mit dem Original
nicht scheuen muss.
Testbericht folgt hier demnächst! :-) Rolf
 
Re: China-Fuji 10x50: Wer hat´s, wie isses? Super!

Hallo Jürgen,
bitte warte doch einfach den ersten Erfahrungsbericht ab,
der heute oder morgen hier erscheint.
Soviel vorab: Ich habe direkt mit meinem Zeiss Dekarem 10x50
verglichen und hatte bis vor einer Woche ein Fujinon 7x50
leihweise für ca. 4 Wochen zur Verfügung. Von daher weiß ich, wovon ich rede.
Grüße :-) Rolf
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo zusammen,
hier meine ersten Eindrücke von TS 10x50 Marine:

Einige Jahre habe ich schon mit verschiedenen Ferngläsern
den Nachthimmel beobachtet:
- Pentax 7x50 PCF
- Zeiss Jenoptem 7x50
- Nikon Marine 7x50
- Nikon Action 8x40
- Vixen Ultima 8x56
- TS 8x56
- Eschenbach Farlux 9x63
- Zeiss Dekarem 10x50
Von all diesen Gläsern habe ich nur das Zeiss 10x50 behalten, mit dem ich zuletzt auch viel beobachtet habe,
benutze es aber meist am Tage zur Vogelbeobachtung.
So richtige Freude ist bei mir mit all diesen Gläsern aber
nicht aufgekommen, sodass ich in letzter Zeit mit meinem
12,5"/f4,8 Dobson rausgefahren bin, ohne eine Fernglas im
Okularkoffer zu haben.
Dann hatte ich bis vor einer Woche für einige Zeit (insgesamt 4 Wochen) ein Fujinon 7x50 leihweise zur Ver-
fügung und dieses Glas hat mich umgehauen, was Schärfe,
Kontrast und Einblickverhalten etc. angeht. Allerdings war
mir die AP von 7mm bei dem oft schlechten Himmel am Nieder-
rhein zu viel und im direkten Vergleich mit dem 10x50er Zeiss war der Hintergrund eher grau und Deep-Sky-Objekte
soffen gegenüber dem 10x50 regelrecht ab.
Dennoch war ich beeindruckt - so sehr, dass ein 10x50
Fujinon ins Auge fasste, aber knapp 600 Euro? für ein Fern-
glas?
Als ich dann in verschiedenen Foren von dem TS 10x50 Marine
las, war schnell klar, dass ich so ein 10x50 ausprobieren
wollte.
Ruckzuck bestellt und am nächsten Tag war das Glas gut verpackt da. Die Daten des Glases sind bekannt oder auf der
Seite von Teleskop-Service nachlesbar und so beschränke ich
mich ganz auf die Darstellung meiner subjektiven Eindrücke:

Das gummiarmierte Glas steckt in einer schwarzen Gewebe-
tasche mit Klettverschluss, hat fest verbundene Objektiv-
deckel (die aber meist von selber runterklappen) und ist
insgesamt (bis auf die Deckel) sehr sauber verarbeitet.
Die Gängigkeit von Knickbrücke und der Fokussierung der
Okulare ist genau richtig (wenn auch beim Fujinon etwas
leichtgängiger).
Im direkten Vergleich hatte ich das 10x50 Dekarem und in
frischer Erinnerung die Eindrücke von besagtem 7x50
Fujinon. Beobachtet wurde die Milchstraße rund um den Schwan
und an einem zweiten Abend der fast volle Mond durch oft
größere Wolkenlücken.

1) Schärfe
Das TS zeigt in der Bildmitte die gleiche, sehr gute Schärfe
wie das Zeiss oder das Fujinon. Nach etwa 70% wird das
Zeiss zum Rand hin unschärfer, das TS nach etwa 90%, das
Fujinon erst am äußersten Rand. Man muss aber beim TS wirk-
lich nach dieser Unschärfe suchen und verrenkt sich dabei
die Augen. Wirklich auffallen tut sie nicht!

2) Kontrast/Brillianz
Das TS hat - und das war der erste, umwerfende Endruck - ein
enorm brilliantes Bild (genau wie das Fujinon), während die
Bilder vom Mond und von Sternfeldern im Zeiss etwas gelb-
licher und "milchiger" waren. Blickt man dann wieder durch
das TS, glaubt man, es habe jemand eine Schutzfolie von der
Optik gezogen: pechscharzer Himmel, knackig helle, fein
definierte Sternpünktchen. Hier hat sich also mit den Jahren
hinsichtlich der Vergütung eine Menge getan (mein Zeiss ist
immerhin etwa 30 Jahre alt!).
Der fast volle Mond zeigt beim TS zwei kleine Reflexe, aber
die waren auch im Zeiss ähnlich zu sehen. Stellt man den Mond ganz an den Rand des Gesichtsfeldes, so bleibt im TS die Mondscheibe schön rund dank des sehr ebenen Bildfeldes.

3) Handhabung
Dabei ist es leicht, mit dem TS die richtige Schärfe einzu-
stellen. Der Einblick (in meinem Fall ohne Brille) ist an-
genehm, es gibt keine Black-Outs. Der Augenanstand ist sehr
komfortabel, viel besser als beim Zeiss, an das man unan-
genehm ran muss. Das TS liegt satt in der Hand und weil es
so schwer ist (1,6 kg / Fujinon 1,4 kg) verstärkt sich durch
die Masseträgheit das Zittern der Hände nicht so stark wie
beim nur 900 gr schweren Zeiss. Das Bild im TS ist also ein
Stück ruhiger.
Natürlich habe ich das TS auch mal am Tag getestet. Wenn man
das Glas auf ein Stativ stellt, kann man gut kontrollieren,
ob die Justage stimmt, wenn man Okjekte (Dachgiebel etc.)
in verschiedene Segmente des Gesichtsfeldes stellt und die
Plazierung in beiden Okularen vergleicht: Justage tipp topp!

Fazit:
Man packt das TS 10x50 Marine aus, schaut durch und ist vom
ersten Moment an begeistert. Man fühlt sich sofort wohl und
weiß, dass man durch eine Spitzenoptik schaut.
Wenn man bedenkt, dass man für eine vergleichbare Qualität
das Doppelte (beim Fujinon) oder gar das 4-5fache (bei Zeiss
West oder Leica) zahlen muss, dann sind die 299Euro für das
TS ein Schnäppchen.
Allerdings muss man bedenken, dass man mit dem 10x50 Marine
einen Spezialisten für den Nachthimmel kauft, denn für die
Tagesbeobachtung ist das Glas durch die Einzelfokussierung
zu langsam und für Wanderungen auf die Dauer zu schwer.

Aber am Nachthimmel ist das TS 10x50 Marine ein echter
Kracher! - ohne Zweifel!

Grüße :-)Rolf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf,

vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Man merkt das Du viel Erfahrung mit Ferngläsern am Himmel hast. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Mit dem TS Marine scheinen die Chinesen ja wirklich mal eine qualitativ gute Fernglasserie hinbekommen zu haben indem sie offensichtlich nicht nur das äußere von Fujinon kopiert haben sondern sich das Fujinon auch von innen angesehen haben.

Ich glaube Dir auch sofort, dass Du die Vorzüge des Marine TS auch im Vergleich und aus der Erinnerung ganz gut einordnen kannst.
Ein kleiner Wermutstropfen sei aber trotzdem angebracht.
Du hast das Marine TS nicht direkt (und auch nicht indirekt) mit einem aktuellen Fujinon 10x50 FMX vergleichen können. Der Vergleich aus der Erninnerung mit einem 7x50 FMX hinkt aus vielen Gründen.
Insofern würde ich an Deiner Stelle keine Vergleiche zu dem Original Fujinon 10x50 FMX ziehen.

Viele Grüße, Jürgen
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Jürgen,
ich gebe dir vollkommen Recht! Das wäre natürlich toll,
wenn man diese beiden Gläser mal im direkten Vergleich
testen könnte. Außerdem - bei aller Begeisterung für
das TS Marine - habe ich , glaube ich, klar gemacht, dass
ich durchaus für das Fuji plädiert hätte, wäre es nicht
so teuer.
Aber ein direkter Vergleich - das wär´s!
:-) Rolf
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf,

es scheint derzeit noch nicht allzu viele Erfahrungsberichte zu diesen Ferngläsern zu geben. Daher finde ich es gut, dass Du gleich eins gekauft hast. Erfahrungen aus erster Hand sind immer die besten! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> Zu Deinem kleinen Bericht habe ich ein paar Anmerkungen. Du schreibst:


Das TS zeigt in der Bildmitte die gleiche, sehr gute Schärfe
wie das Zeiss oder das Fujinon. Nach etwa 70% wird das
Zeiss zum Rand hin unschärfer, das TS nach etwa 90%, das
Fujinon erst am äußersten Rand. Man muss aber beim TS wirk-
lich nach dieser Unschärfe suchen und verrenkt sich dabei
die Augen. Wirklich auffallen tut sie nicht!

Hier habe ich eine etwas andere Erfahrung mit dem APM HD 10x50 gemacht. Zum einen muß man bedenken, dass sich die Sehfelder in ihrer Größe unterscheiden. Das CZJ 10x50 kommt mit 7,2 Grad Sehfeld, das TS Marine müßte (wie das APM HD) etwa 6,5 Grad liefern. Würde man das Sehfeld des Dekarem auf 6,5 Grad beschränken, dann wären die Unterschiede wohl weniger auffällig. Dazu kommt die Geschichte mit der Bildfeldwölbung und die Kompensation der dadurch verursachten Randunschärfe durch Akkommodation, welche natürlich individuell recht unterschiedlich ausfallen kann. Bei meinem Vergleich mit einem Dekarem schnitt das APM Fernglas bei der Randschärfe zwar besser ab, allerdings empfand ich den Gewinn nicht als so umwerfend, dass ich dafür das deutlich höhere Gewicht in Kombination mit den recht großzügigen Abmessungen des chinesischen Militärglases in Kauf genommen hätte. Meine Erfahrungen hatte ich vor einiger Zeit hier im Forum eingestellt: APM HD 10x50 und ein altes Dekarem ...

Du schreibst weiter:


Das TS hat - und das war der erste, umwerfende Endruck - ein
enorm brilliantes Bild (genau wie das Fujinon), während die
Bilder vom Mond und von Sternfeldern im Zeiss etwas gelb-
licher und "milchiger" waren.

In dem Punkt kann ich Dir nur bedingt folgen. Wie erkenne ich an Sternfeldern eine Gelbfärbung? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />


Blickt man dann wieder durch
das TS, glaubt man, es habe jemand eine Schutzfolie von der
Optik gezogen: pechscharzer Himmel, knackig helle, fein
definierte Sternpünktchen. Hier hat sich also mit den Jahren
hinsichtlich der Vergütung eine Menge getan (mein Zeiss ist
immerhin etwa 30 Jahre alt!).

Welche Seriennummer hat denn Dein CZJ Glas? Ich vermute, mit einem jüngeren Exemplar könnte sich das Ergebnis noch etwas relativieren. Allerdings wird auch ein Dekarem/Jenoptem der letzten Generation bei der Transmission nicht an diese chinesischen Militärgläser herankommen. Die Vergütung ist wirklich sehr gut und meine Einschätzung geht dahin, dass das APM HD Exemplar bei Transmission und Kontrast irgendwo zwischen einem Docter-Optik Nobilem und einem Fujinon liegen müßte. Jedenfalls zeigt mir das APM HD 10x50, dass die chinesischen Hersteller erstaunlich gute Ferngläser auflegen können, wenn sie wollen.

Nun müßte man wirklich mal ein Fujinon und ein TS Marine oder APM HD direkt miteinander vergleichen und am besten auch deren Transmission vermessen. Vergleicht man solche Gläser aus der Erinnerung oder vergleicht man ein 10x50 mit einem 7x50, dann kann man mit seiner Einschätzung auch mal daneben liegen ...

Frank.
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf,
Du schreibst:
während die
Bilder vom Mond und von Sternfeldern im Zeiss etwas gelb-
licher und "milchiger" waren. Blickt man dann wieder durch
das TS, glaubt man, es habe jemand eine Schutzfolie von der
Optik gezogen
Ich habe schon ältere Zeiss Gläser gesehen, bei denen sich ein Belag zwischen den Prismen gebildet hat. Bei diesen Gläsern war das Bild tatsächlich gelblich gefärbt und etwas milchig. Dabei muss der Belag noch nicht einmal deutlich auffallen, wenn man verkehrt herum durch das Glas schaut. Vielleicht ist das bei Dir der Fall. Sonst würde mich ein derart extremer Unterschied doch wundern.

CS. Frank
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Ich habe auch das Marine 10x50 und kann deine Begeisterung teilen, Rolf. Ein Blick in die Milchstraße genügt, um festzustellen, dass man sein Geld nicht zum Fenster rausgeworfen hat.
Ich benutze es als reines Astro-Glas, meist freihändig, hin und wieder aber auch auf Stativ.
Das Glas ist insgesamt nichts für jedermann (Gewicht), aber wenn es zu einem passt, hat man sehr viel von dem Glas, denn die Optik überzeugt.
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo an beide Franks,
also an meinem Zeiss (Produktionsnummer müsste ich erst nach-
schauen, Glas befindet sich im Wochenendhaus)gibt´s keinen
Belag o.ä., vielleicht habe ich die Sache auch ein wenig überstrieben darsgestellt, ABER der Unterschied in der Klar-
heit des Bildes war deutlich.
Auch den Bericht von Frank S. habe ich schon längst gelesen.
Mir geht es gar nicht darum, Zeiss/Jena Gläser in irgend-
einer Weise schlecht zu machen (schließlich habe ich ja
selber eins und werde es auch behalten!)- von daher: ihr
Zeissianer und Fujinoner: Fühlt euch doch nicht ständig auf den Schlips getreten!
Mir geht es nur um das TS 10x50 Marine und mein kleiner
Beitrag soll anderen Beobachtern helfen bei der Wahl eines
Fernglases. Dass es eins aus China ist - ja, da frage ich
mich, was kommt heute eigentlich nicht aus China?
Natürlich kommt aus China auch viel Billigzeugs minderer
Qualität, aber wenn die mal was wirklich Gutes bauen, sollte
man auch zugreifen und nicht mit dem Voruteil: Igitt, das
kommt ja aus China reagieren.
Gut ist, was beim Durchschauen richtig Spaß macht und für den Beobachter ein Optimum an Beobachtbarkeit rausholt und dazu muss da nicht "Nagler" oder "Zeiss" draufstehen!
Beim vorletzten ITV sah mich ein Sternfreund, wie ich mit
meinem 60er Takahashi und einem China-Bino beobachtet habe
und meinte im Vorübergehen: "Vorsicht, bei Chinateilen kotzt
son edles Teil aus Japan leicht!" Sicher war das auch
scherzhaft gemeint, zeigt aber den ganzen "Markendünkel"
wie bei uns in der Schule: Da gibt es Leute, die sich die
Schuhe mit den drei Streifen leisten können (bzw. deren
Eltern) und da gibt es "Zwei-Streifen-Asis" - no comment!
Aber vielleicht rede ich mich jetzt da in was hinein, das
ihr so gar nicht gemeint habt. Sorry!
Grüße :-) Rolf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf,

ich will Dir Dein neues Fernglas nicht schlecht machen. Du hast offensichtlich zu einem günstigen Preis ein qualitativ hochwertiges Glas aus China gekauft. Daran muß ich mich wohl erst noch gewöhnen, dass jetzt aus China auch Ferngläser in gehobener optischer Qualität zu haben sind.

In diesem Sinne hast Du also ein Schnäppchen gemacht und das ist in unserer schönen neuen Welt aus moderner betriebswirtschaftlicher Sicht völlig in Ordnung.

Ich dagegen bin völlig veraltet mit meinen Ansichten und kein Fan der globalen Wirtschaft, die ständig auf der Suche nach dem billigsten Herstellungsort sind und die Mitarbeiter einer Firma beliebig global auswechselbar sind.

Ich mag noch solche Firmen die sich einen Namen erworben haben durch qualitativ hochwertige Produkte, die ein solides Firmengebäude mit einer Adresse haben.
Die Ihre Mitarbeiter bis zur Pensionierung beschäftigen. Die eine soziale Sicherung Ihren Mitarbeitern gewähren und bei denen Kinderarbeit verboten ist. Ich mag solche Firma bei denen Umweltschutz kein Fremdwort ist und die eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung haben und nicht nur ein "Kopierzimmer".
Ich mag auch Firmen die das Patentrecht anerkennen und sich nicht mit fremden Federn schmücken. Die einen guten Service bieten und gerne auch mal 30 Jahre Garantie auf Ihre Produkte geben.
In diesem Sinne bin ich mit meinen "romantischen" Vorstellungen einer guten Firma ein hoffnungslos veralteter Markenfan, der auch weiterhin lieber ein Original kauft als eine chinesische Kopie.

Viele Grüße, Jürgen
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf,
nun sei doch mal nicht so empfindlich. Ich wollte doch nur eine Erklärung suchen für Dein "milchiges Bild wie durch ne Schutzfolie". Ältere Zeiss-Jena Gläser haben manchmal Beläge, die das Bild so aussehen lassen, wie Du es beschrieben hast. Ich habe lange mit einem Dekaris (das ist das CZJ Glas mit Einzelokulareinstellung) beobachtet und dies zeigte kein so extrem schlechtes Bild. Das Glas hatte ich mal günstig erworben (als die alten CZJ-Gläser am Anfang der 90-er Jahre billig verhökert wurden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />) und habe es mir hingebastelt (Belag zwischen Prismen entfernt, geschwärzt und justiert). Jetzt benutze ich für Astrobeobachtungen übrigens ein Meopta 12x60 (habe ich bei eBay günstig ersteigert, da eine Okularlinse entkittet war).
Dein Test ist schon sehr interessant sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />. Das China-Fuji scheint ja ein recht gutes Glas für (verhältnismäßig) wenig Geld zu sein. Da man die gebrauchten CZJ-Gläser häufig erstmal wieder hinbasteln muss, ist das China-Fuji sicher eine Alternative für nicht bastelwillige Sternfreunde im selben Preisniveau wie das oft benutzte CZJ-10x50.

CS. Frank
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf,

ich habe auch ein TS Marine 10x50 und bin auch von der Optik sehr angetan. Ich habe jedoch auch seit kurzen ein Zeiss 7x50 und kann erst jetzt nachvollziehen, welche Auswirkungen der Gewichtsunterschied macht.
Beim Gewicht des TS Marine 10x50 ermüdet man schon schneller, wenn man freihändig beobachtet. Die Trägheit hilft dann auch nichts mehr, wenn die Arme nach ca. 10min. ermüden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/confused.gif" alt="" /> Beim Gewicht eines Zeiss 7, bzw. 10x50 hält man schon länger durch und ohne große Anstrengungen hat man auch ein besseres Wahrnehmungsvermögen bei der Beobachtung von Details in der Milchstraße.
Wirklich vorbildlich ist Frank Schäfers Vergleich, alleine das Foto spricht Bände.
Ein weiterer Kritikpunkt am TS Marine 10x50 und auch am TS Marine 7x50 sind die vorderen Verschußklappen, die sich wirklich ständige eigenständig öffnen.
An der Optik kann ich jedoch auch nichts aussetzen, sie ist wirklich knackscharf, kontrastreich und farbtreu.

Viele Grüße

Olaf
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Jürgen,

Du sprichst mir aus der Seele <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/appl.gif" alt="" />!

Gruß

Manfred
 
Vergleich???

Hallo Rolf!

Man packt das TS 10x50 Marine aus, schaut durch und ist vom
ersten Moment an begeistert. Man fühlt sich sofort wohl und
weiß, dass man durch eine Spitzenoptik schaut.

Mag so sein, aber warum suggerierst Du, Dein Statement sei ein "Vergleich", obwohl Du die Produkte, mit denen Du Vergleiche anstellst, aus eigener Anschauung nicht kennst?

Wenn man bedenkt, dass man für eine vergleichbare Qualität
das Doppelte (beim Fujinon) oder gar das 4-5fache (bei Zeiss
West oder Leica) zahlen muss, dann sind die 299Euro für das
TS ein Schnäppchen. ...
Dennoch war ich beeindruckt - so sehr, dass ein 10x50
Fujinon ins Auge fasste, aber knapp 600 Euro? für ein Fern-
glas?

Nach Lektüre dieser Sätze antworte ich mal selbst, weil ich glaube, hier den Grund zu sehen: Du hast einfach nicht die 600/1200 Euronen ausgeben können/wollen und führst uns hier Deine kognitiven Dissonanzen vor, indem Du den Kauf des günstigeren Glases nachträglich rechtfertigst.

Es mag sicher sein, dass es sich beim TS 10x50 Marine um ein feines Fernglas handelt. Was mich aber stört, ist dieser Pseudovergleich, der keiner sein kann. Frei nach dem Motto: "Mein Polo ist besser als der Mercedes - weil ich auch mit dem Polo gut von A nach B gelange." Der nicht genannte Nachsatz: "Den Mercedes kann ich mir nicht leisten."

Sorry, aber mich ärgern generell Statements hier im Forum, in denen von Forums-Teilnehmern über Produkte geredet und geurteilt wird, die sie aus eigener Anschauung und Erfahrung nicht kennen.

CS

Stefan
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Ich dagegen bin völlig veraltet mit meinen Ansichten und kein Fan der globalen Wirtschaft, die ständig auf der Suche nach dem billigsten Herstellungsort sind und die Mitarbeiter einer Firma beliebig global auswechselbar sind.

Ich mag noch solche Firmen die sich einen Namen erworben haben durch qualitativ hochwertige Produkte, die ein solides Firmengebäude mit einer Adresse haben.
Die Ihre Mitarbeiter bis zur Pensionierung beschäftigen. Die eine soziale Sicherung Ihren Mitarbeitern gewähren und bei denen Kinderarbeit verboten ist. Ich mag solche Firma bei denen Umweltschutz kein Fremdwort ist und die eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung haben und nicht nur ein "Kopierzimmer".
Ich mag auch Firmen die das Patentrecht anerkennen und sich nicht mit fremden Federn schmücken. Die einen guten Service bieten und gerne auch mal 30 Jahre Garantie auf Ihre Produkte geben.
In diesem Sinne bin ich mit meinen "romantischen" Vorstellungen einer guten Firma ein hoffnungslos veralteter Markenfan, der auch weiterhin lieber ein Original kauft als eine chinesische Kopie.

Hallo Jürgen,

so altmodisch und allein bist Du nicht! Ich verhalte mich genauso.
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

...davon einmal ganz abgesehen: Auch Fujinon produziert Eigenentwicklungen in China (u.a. auch Ferngläser), bei bestimmten Produkten kann und muss man dass. Ein Geheimnis ist das nicht, schließlich findet man die entsprechenden Fabriken auch auf unseren japanischen Website. Aber das gilt eben nicht für alle Produkte, würden wir z.B. die FMTs mit gleicher optischer und mechanischer Qualität in China fertigen lassen können, dann würde Fujinon das auch sofort machen. Offensichtlich ist das aber momentan noch nicht der Fall.
Kleine Randbemerkung: Wir haben übrigens gerade eine Produktfertigung gerade von China nach Japan zurückverlegt...hat aber mit Astro-Gläsern nichts zu tun.

Stefan Korth
Fujinon Europe GmbH
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

... von daher: ihr
Zeissianer und Fujinoner: Fühlt euch doch nicht ständig auf den Schlips getreten! ...

Hallo Rolf,

wie kommst Du darauf, dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlt? Nach dem Lesen Deines Berichts stellten sich mir halt ein paar Fragen zu Punkten, die ich nicht so richtig nachvollziehen konnte. Dazu habe ich mich geäußert und das war's auch schon. Der Preis für diese UO Ferngläser ist ja durchaus verlockend und die optische Leistung ist erstaunlich gut. Persönlich habe ich mich trotzdem gegen das APM 10x50 HD entschieden und mein altes CZJ Glas behalten. Für meine Zwecke sprachen Gewicht, Abmessungen und die Einzelokulareinstellung gegen das APM Fernglas. Auch wenn ich Deine Begeisterung verstehe, so halte ich diese Punkte für wichtig genug, um sie nochmal anzusprechen. In Deinem Fazit merkt man deutlich, dass Dir das Fernglas sehr gut gefällt und das ist doch ok. Allerdings erinnert mich das auch ein wenig an Werbung aus dem Astromarkt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />:


Man packt das TS 10x50 Marine aus, schaut durch und ist vom
ersten Moment an begeistert. Man fühlt sich sofort wohl und
weiß, dass man durch eine Spitzenoptik schaut.
Wenn man bedenkt, dass man für eine vergleichbare Qualität
das Doppelte (beim Fujinon) oder gar das 4-5fache (bei Zeiss
West oder Leica) zahlen muss, dann sind die 299Euro für das
TS ein Schnäppchen.

Ich bin noch immer der Meinung, dass diese UO Ferngläser nicht so ganz an ihre originalen Vorbilder heranreichen und ich bin mir recht sicher, man bekommt mit einem UO Fernglas auch kein Zeiss FL oder Leica Ultravid. Der Vergleich der Preise für Porrogläser mit Einzelokulareinstellung mit den Preisen für Dachkantgläser mit Innenfokussierung, welche völlig andere Anforderungen an die Konstruktion stellen, hinkt ein wenig. Vergleichbare Qualität ist für mich etwas anderes. Ich kenne das UO 10x50 und ich kenne auch das Leica 10x50 Ultravid und das 10x42 Victory FL. Mit meinem alten Bericht würde ich niemandem einreden wollen, er bekäme mit einem UO 10x50 eine zu den Spitzenmodellen von Leica oder Zeiss vergleichbare Qualität für 299 Euro. Ob man mit dem UO Fernglas wirklich ein zum 10x50 Fujinon vergleichbares Astroglas bekommt, müßte wohl erstmal mit einem direkten Vergleich geklärt werden.

Was das "Nachempfinden" von optischen Geräten anderer Hersteller betrifft, so kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Persönlich teile ich die Auffassung vom Jürgen. Wenn mir einer dafür "Markendünkel" unterstellen oder das Prädikat "Marken-Fetischist" anhängen sollte, dann müsste ich damit leben, auch kein Problem. In der Vergangenheit kamen viele Innovationen im Bereich Fernoptik aus Deutschland und auch heute ist das noch immer der Fall. Ich würde mich freuen, wenn es auch in 10 Jahren hierzulande noch Firmen wie Zeiss, Leica, Optolyth oder Docter-Optik gibt, die uns Fernglasfreaks mit ihren Ideen, neuen Produkten und einem vernünftigen Service viel Freude am Hobby bereiten. Die Entwicklung neuer Ferngläser auf hohem optischen Niveau setzt gute Optiker und Konstrukteure mit viel Erfahrung voraus und das nötige Fachwissen und die Kompetenz dafür vorzuhalten, kostet sicher nicht wenig Geld. Wenn der Markt für hochwertige Produkte immer kleiner und für "nachempfundene" Produkte immer größer wird, dann könnte die Entwicklung auch eine unangenehme Richtung einschlagen. Das gilt sicher genauso für verschiedene Hersteller im Bereich der Astrooptik. Deshalb bin ich auch bereit, abseits von "Geiz ist geil" und "Hauptsache billig" mehr Geld für Qualität bei dem Hersteller auszugeben, der mir Produkte aus eigener Entwicklung in der von mir gewünschten Qualität mit einem dazu passenden Service anbietet. Wenn ich in Zukunft noch Qualität von Zeiss, Leica, Miyauchi, Fujinon oder Vixen kaufen möchte, dann kann es nicht schaden, wenn ich als Kunde ein klein wenig Verantwortung für die künftige Entwicklung des Fernoptik- oder Astromarktes übernehme. Persönlich gehe ich mit meinen Wünschen lieber zum Fachhändler und der Anbieter, der die "Geiz ist geil Mentalität" bedient, hat schon mal einen Kunden weniger. Es kann gut sein, dass diese Einstellung nicht in unsere Zeit paßt, aber so sehe ich das nunmal.

Frank.
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

In diesem Sinne bin ich mit meinen "romantischen" Vorstellungen einer guten Firma ein hoffnungslos veralteter Markenfan, der auch weiterhin lieber ein Original kauft als eine chinesische Kopie.

Die Einstellung ist garnicht verkehrt. Es wäre sogar besser, wenn mehr Leute so denken würden.
Allerdings kann ich den Zusammenhang zwischen dieser Einstellung und dem Marine 10x50 nicht ganz nachvollziehen. Zum Beispiel bedient Zeiss einen ganz anderen Markt! Nämlich hauptsächlich den der Jäger und Ornithologen. (abgesehen vom Zeiss 7x50 Marineglas)
Das gilt auch für Docter. Ich war auf der Suche nach einem guten, modernen Glas ausschließlich für die Astronomie. Bei Docter muss ich jedoch einen Mitteltrieb mitbezahlen den ich garnicht brauch/möchte. Ausserdem wollte ich ein wasserdichtes und stoßfestes Glas.
Das Glas liesse sich also nurnoch mit Steiner vergleichen. Aber Steiner hält mich für blöd (Sports-Auto-Focus...) und das Glas in der Preisregion (Ranger) hat laut mehreren Vergleichstests ein schlechtes Preis/Leistungs-Verhältnis. Hab selber mal durchgeschaut und kann das bestätigen.

Bleibt also, wenn man mal aus Deutschland rausgeht, nurnoch Fujinon. Doch am Bestehen dieser Firma kann ich kein größeres Interesse haben als bei United Optics. Die Japaner haben früher selber Technik geklaut wie die Raben. United Optics wird aber in Zukunft in der selben Position sein wie Fujinon. Die werden nicht immer nur kopieren müssen. Ist das 10x50 überhaupt als Kopie zu sehen? Porrogläser mit Einzelokularverstellung wurden erstens nicht von den Japanern erfunden (nen Innovations-Preis bekommen die von mir also nicht!), zweitens hat die äussere Erscheinung des Produktes keinen direkten Einfluss auf die Qualität der Optik. Da die Optik der beiden Gläser angeblich nicht gleich ist... hab ich irgendwie kein schlechtes Gewissen.

Wenn ich ein Allround-Glas oder ein Taschenfernglas suche, sind die deutschen Hersteller wieder die ersten an die ich mich wende.
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo zusammen,
also mir werden jetzt zu viele (moralische) Zeigefinger geschwungen. Normalerweise veröffentliche ich hier kaum Tests, es sei denn, - und das schien mir in diesem Falle so - ein neues Gerät ist auf dem Markt von besonderem Interesse.
Mit meinem "1. Erfahrungsbericht" wollte ich lediglich den Sternfreunden eine Hilfe sein, die sich
a) mit dem Gedanken tragen, ein gutes Fernglas zu kaufen und
b) die neugierig sind, wie sich so ein neues Produkt (auch noch aus Fernost, zu günstigem Kurs)im Rahmen anderer, etablierter Ferngläser (hier das Zeiss 10x50) schlägt.

Ob mir das gelungen ist, kann ich aus den Rückmeldungen kaum entnehmen, denn die, die hier geantwortet haben, rekrutieren sich (mit Ausnahmen) aus einem illustren Kreis eingefleischter Fernglasbeobachter, die mit Argus-Augen über jede Veröffentlichung zu wachen scheinen und ihre heiligen Kühe hüten.

Ich wollte Interesse wecken für ein gutes Fernglas - mehr nicht!

Ich danke allen für ihre - wie auch immer - kritischen An-
merkungen.
:-) Rolf

PS.: An Serenitatis: "Si tacuisses...!
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf,

Hallo zusammen,
also mir werden jetzt zu viele (moralische) Zeigefinger geschwungen.

das mag aus Deiner Sicht so aussehen. Du hast auch einen schönen Testbericht über das Chinaglas geschieben und wenn Du es dabei belassen hättest wäre es auch wohl gut gewesen.

Nun hast Du Dich aber selbst durch einige Äußerungen in die Lage manövriert, dass Dir einige Leute hier ein paar Antworten geben, die Du gar nicht haben wolltest.

Erstens hast Du das China 10x50 mit dem Original Fuji 10x50 verglichen, ohne dass Du je einen Blick durch das Fujinon 10x50 geworfen hast und behauptest aber, dass das Chinaglas "locker" mit dem Original mithalten könne.

Zweitens machst Du dann auch noch einen Preisvergleich zwischen dem Chinaglas und dem doppelt so teueren Fujinon und behauptest, das Chinaglas habe das bessere Preis-Leistungsverhältnis...

Drittens wirfst Du den Leuten Markendünkel vor wenn sie ein westliches Markengerät kaufen.

Allein zu diesen drei Punkten haben einige hier im Forum eben eine andere Meinung als Du (ich zum Beispiel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ) und haben Dir in diesen Punkten nicht zugestimmt. Wenn Du Dich mit Deinen Äußerungen so "aus dem Fenster" hängst wirst Du es aushalten müssen, dass andere Dir widersprechen und das hat wenig mit moralischem Zeigefinger zu tun.


Viele Grüße, Jürgen
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Jürgen,
bitte nenne mir eine einzige Stelle in meinem Bericht, an der
ich über einen Vergleich mit einem 10x50 Fujinon geschrieben
habe!
Lest erst mal richtig!!!
:-) Rolf
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf,

1. Posting:

1. Eindruck: Spitzenoptik, die den Vegleich mit dem Original
nicht scheuen muss.

3. Posting:

Wenn man bedenkt, dass man für eine vergleichbare Qualität
das Doppelte (beim Fujinon...

Das TS zeigt in der Bildmitte die gleiche, sehr gute Schärfe
wie das Zeiss oder das Fujinon.


Viele Grüße, Jürgen
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Lieber Jürgen,
das hast du alles richtig rausgesucht. ABER: diese Aussagen
beziehen sich alle auf die optische Qualität des 7x50 Fuji,
durch das ich 4 Wochen lang schauen durfte.
:-) Rolf
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf!


<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />

Ich will jetzt hier keine Exegese betreiben, aber nach Lektüre eines Deiner Postings sehe mich in meiner Annahme einer nachträglichen Kauf-Rechtfertigung Deinerseits bestätigt, hast Du doch erst am 24.10. hier im Forum geschrieben ("Mein bestes Fernglas"):

... mein bestes Fernglas für Tag und Nacht war bisher mein altes Zeiss/Jena 10x50 Dekarem, aber seit ich für einige Zeit leihweise ein Fujinon 7x50 benutzen konnte, weiß ich jetzt, was das Zeiss alles nicht kann. Allerdings war mir die AP zu groß. Also eines Tages wirds mit Sicherheit mal ein Fujinon 10x50! Grüße :-) Rolf

Ich stimme Jürgen zu, dass Du mit Kritik rechnen musst, was u.a. Deinen Pseudovergleich mit einem Fernglas betrifft, das Du nicht kennst. Wenn es Dich mal nach Süddeutschland in den Odenwald verschlagen sollte, lade ich Dich herzlich zu einem echten Fernglas-Vergleich ein; ich besitze nämlich u.a. das Fujinon FMT-SX I 10x70, das Fujinon FMT-SX I 7x50 und das Fujinon FMT-SX II 10x50.

CS

Stefan
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

also mir werden jetzt zu viele (moralische) Zeigefinger geschwungen.

Hallo Rolf,

in einem Forum kann man doch auch mal solche Themen diskutieren. Mir ist es nicht egal, welche Entwicklung der Markt für Optik in Zukunft nehmen wird und dementsprechend richte ich mein Kaufverhalten ein. Ob es am Ende was nützt, das wird die Zukunft zeigen. Jedenfalls sehe ich es nicht ein, Hersteller und Händler mit meinem Geld zu unterstützen, wenn sie mit Billigimporten aus Fernost den Markt aufmischen wollen und die Hersteller das Nachsehen haben, die in der Vergangenheit immer wieder mit eigenen Ideen und interessanten Produkten den Markt bereichert haben. Das aber nur am Rande, nun noch ein paar Gedanken zu Deinem Bericht.


Mit meinem "1. Erfahrungsbericht" wollte ich lediglich den Sternfreunden eine Hilfe sein, die sich
a) mit dem Gedanken tragen, ein gutes Fernglas zu kaufen und
b) die neugierig sind, wie sich so ein neues Produkt (auch noch aus Fernost, zu günstigem Kurs)im Rahmen anderer, etablierter Ferngläser (hier das Zeiss 10x50) schlägt.

Ich denke, dass ist Dir auch gelungen. Es gibt noch nicht viele Berichte zu diesen Ferngläsern und da sind Deine Eindrücke im Vergleich mit dem alten Dekarem sicher sehr willkommen. Es wird immer zu einzelnen Punkten unterschiedliche Auffassungen geben. Der eine findet die Abmessungen und das Gewicht dieser Gläser gerade richtig, ein anderer kommt damit nicht klar. Die Bewertung der Randschärfe wird individuell sehr unterschiedlich ausfallen und auch bei den Eindrücken zu Kontrast und Transmission wird es verschiedene Meinungen geben. Der eine hält das TS Marine für ein Spitzenglas, der nächste sieht das etwas differenzierter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />...

Das ist alles für Diskussionen in einem Forum ganz normal. Wenn ich im Teleskop-Board schreibe, dass mir im Vergleich mit einem 130mm Newton ein 120/600 Synta Refraktor bei Deep-Sky die schärfere Abbildung und das schönere Bild liefert, dann kann ich mich gleich mal warm anziehen. Wer seine Erfahrungen hier einstellt, der muß auch mit anderen Meinungen rechnen. Was ich an Deinem Bericht kritisiere, das sind die Schlußfolgerungen:


Man packt das TS 10x50 Marine aus, schaut durch und ist vom
ersten Moment an begeistert. Man fühlt sich sofort wohl und
weiß, dass man durch eine Spitzenoptik schaut.
Wenn man bedenkt, dass man für eine vergleichbare Qualität
das Doppelte (beim Fujinon) oder gar das 4-5fache (bei Zeiss
West oder Leica) zahlen muss, dann sind die 299Euro für das
TS ein Schnäppchen.

In der Fernglas-Liste zu Beginn Deines Berichts konnte ich kein modernes Zeiss oder Leica Fernglas entdecken. Auch das 10x50 Fujinon taucht nicht auf und vom Vergleich eines 10x50 TS Marine mit einem 7x50 Fujinon kann man nicht unbedingt auf das 10x50 Fujinon schließen. Deine Eindrücke, die Du sehr schön im Bericht geschildert hast, kann ich zum großen Teil nachvollziehen. Ich melde aber meine Bedenken zu den Schlußfolgerungen an. Dein Fazit erweckt den Eindruck, dass mir das 10x50 TS Marine für runde 300 Euro eine zum Fujinon 10x50 oder zu den ungleich teureren Zeiss oder Leica Ferngläsern vergleichbare Qualität liefern würde. Das sehe ich etwas anders und ich frage mich, wie Du zu dieser Einschätzung kommst. Der Vergleich zwischen einem 7x50 und einem 10x50 ist nicht gerade geeignet, um ein anderes, nicht in den direkten Vergleich einbezogenes 10x50 bezüglich seiner optischen Leistung und dem Verhältnis von Preis zu Leistung zu bewerten. Im Bericht selbst konnte ich auch keine Hinweise auf einen Vergleich des 10x50 TS Marine mit Zeiss (West) oder Leica Ferngläsern entdecken. Wie kommst Du zu der Einschätzung einer zu diesen Ferngläsern vergleichbaren Leistung? Wenn Du Dein Fazit in diesen Punkten noch untermaueren kannst, dann mach es bitte und wir können gern weiter diskutieren. Da ich selbst noch keinen direkten Vergleich zwischen einem Fujinon 10x50 und einem UO 10x50 machen konnte, würde ich mich auch nicht so weit aus dem Fenster lehnen, um den UO 10x50 Gläsern einen "Schnäppchen-Status" oder das Prädikat "Spitzenoptik" zu verleihen.

Nochmal: Dein Bericht gefällt mir sehr gut, nur die Schlußfolgerungen finde ich etwas merkwürdig.

Frank.
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Frank S.,
erstes Zugeständnis: Ich hatte zum direkten Vergleich kein
10x50 Fujinon und der Schluss meinerseits vom 7x50 Fujinon
(durch das ich intensiv geschaut habe) auf das 10x50 Fujinon
ist schwierig.
zweites Zugeständnis: Ich habe mich zu weit aus dem Fenster
gelehnt und nicht mit soviel Breitseiten gerechnet.

Ich habe durch bei den letzten ITVs und bei anderer Gelegen-
heit unter gutem Landhimmel durch einige Leicas und wenige Zeiss/West geschaut. Erschreckt hat mich nach anfänglicher
Begeisterung immer der Preis - nicht weil ich das Geld nicht
hätte, sondern weil aus meiner Sicht das Preis-Leistungsver-
hältnis nicht stimmt. Dass ich (auch finanziell) durchaus
verrückte Sachen mache, zeigt der Kauf des kleinen 60er Ta-
kahashi Fluorit Refraktors (du hast selbst mal geschrieben,
dass man - so in etwa - nicht alle Tassen im Schrank haben
muss, wenn man für 60mm Öffnung ca. 800 Euro auf den Tisch
legt).
Dann kam die Sache mit dem 7x50er Fujinon - ein absolutes
Sahneteil und wegen der großen AP der Wunsch nach einem
10x50 Fujinon. Ja, und dann bin ich in der Tat vor dem Preis
zurück geschreckt und habe es (gegen alle bisherige Erfahr-
ung, dass sich billig nie lohnt) mit einem "China-Billig-
Teil" versucht. Und jetzt kommt´s: Das "China-Billig-Teil"
entpuppt sich als China-Böller und steckt Fujinon, Zeiss
und Leica NICHT in den Sack, aber kommt verdammt - soweit
ich das erinnern kann! - nah an die Marken aus den Edel-
schmieden mit ihren (wieder aus meiner subjektiven Sicht)
überzogenen Preisen ran.
Das musste ich der Fernglasgemeinde unbedingt mitteilen.
Und so ist dieser Bericht über meine ersten Eindrück ent-
standen. Natürlich habe ich vorher deinen Vergleich Marine/Zeiss gelesen, aber das, was dich gestört hat, waren für mich eher Kleinigkeiten, wenn nur die Optik stimmt und wenn nur 70% des Bildfeldes scharf wären, dann wollte ich es
schon mit dem TS Marine probieren.
Aber dass mir dann so viel Kritik (die ja nie schlecht ist,
es sei denn sie paart sich mit Arroganz, Häme und Zynismus)
entgegenschlägt, das hätte ich eben nicht gedacht. Denn aus
meiner (blauäugigen) Sicht befand ich mich auf "astrono-
mie.de" doch unter (Stern-) Freunden - oder doch nicht?
Na, da hilft kein lamentieren.
Grüße an alle :-) Rolf
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Stefan,
vielen Dank für die Einladung zum Beobachten. Dass ich das
Fujinon nähme, wenn es günstiger wäre, habe ich doch nie be-
stritten! Später habe ich eben nur entdeckt, dass das TS Marine ebenso wie die Fujinons (jetzt verallgemeinere ich vom 7x50 auf das 10x50, das ich NICHT kenne)eine sehr gute Optik besitzt - mehr habe ich nie behauptet.
Aber Vieles beantwortet dir vielleicht schon meine etwas
ausführlichere Antwort an Frank Schäfer.
Wir begraben das Kriegsbeil (hey, hat´s da ein Kriegsbeil
gegeben?) - ok.?
Grüße :-) Rolf
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Rolf,

Aber dass mir dann so viel Kritik (die ja nie schlecht ist, es sei denn sie paart sich mit Arroganz, Häme und Zynismus)

Das ist genau die richtige Einstellung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Aus so einem Forum wird eben diskutiert und da ist man sich eben nicht in allen Punkten einig. Leider kommt das dann immer recht barsch rüber, weil man ja auch keine Betonungen schriftlich transportieren kann.
Wenn wir uns unter dem Sternenhimmel, oder in der Kneipe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> getroffen hätten, hätten wir uns garantiert prächtig über die verschieden Ferngläser unterhalten und hätten Spaß beim Fachsimpeln gehabt.
Außerdem möchte ich nochmals betonen das ich Deinen Erfrahrungsbericht wirklich als gut, autentisch und nützlich empfunden habe.
Das wesentliche Fazit aus Deinem Bericht ist für mich, dass man mit dem TS Marine offensichtlich eines der besten Ferngläser für Astronomie in der Preisklasse um 300 Euro bekommt.
Man muß ja auch anmerken, dass die "Markenhersteller" von Nikon, Minolta, Olympus usw. in dieser Preisklasse ebenfalls Ihre Gläser in China fertigen lassen.
Wie weit das TS Marine nun noch von dem Orignal Fujinon 10x50 FMX entfernt ist und wieviel einem dieser Unterschied wert ist, muß eben jeder für sich selbst entscheiden und müßte man wohl in einem eigenen Vergleichstest erst heraus finden.

Wir begraben das Kriegsbeil (hey, hat´s da ein Kriegsbeil gegeben?)

Ich habe ganz sicher kein kriegsbeil ausgegraben, sonst hätte sich das bestimmt noch anders angehört und ich hätte Dir nicht dreimal vorweg gesagt, dass ich Deinen Erfahrungsbericht weitgehend gelungen finde.

Also, lass Dich bitte nicht von weiteren Postings über Deine Erfahrungen abbringen, auch wenn Dir nicht immer jeder in jedem Punkt zustimmt (Solche Postings gibt es auf A.de nur selten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ).

Viele Grüße, Jürgen
 
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