China Mak TITAN - wir nehmen das Gerät nicht rein

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TS-Wolfi

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Hallo Sternfreunde,

anlässlich der Photokina hat ein chinesischer Hersteller ein, auf dem ersten Blick recht verheißungsvolles, Gerät vorgestellt. Verschiedene Händler, unter anderem auch wir, haben diesen Mak unter TITAN vorangekündigt.

Maksutov:
Brennweite: 2500mm
Öffnung: 203mm
8x50 Sucher
2" Auszug

Wir haben dieses Gerät auf der optischen Bank gehabt. Das Ergebnis war sehr ernüchternd:

Der Fangspiegel ist einfach auf der Meniskus Linse aufgedampft, das Ergebnis war eine erhebliche sphärische Aberation.

Jeder halbwegs vernünftige Schmidt Cassegrain hat eine weitaus bessere Abbildung, sowohl im Deep Sky Bereich, als auch bei Mond und Planeten. Die Bilder waren auf beiden Seiten des Fokus extrem unterschiedlich, so daß dieses Gerät nie beugungsbegrenzt abbilden kann.

Das Shifting war ebenfalls sehr stark ausgeprägt. Selbst bei einem Plössl mit 25mm Brennwweite hat das Objekt den Gesichtsfeldbereich komplett verlassen.

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Wir werden daher mit dem Hersteller Kontakt aufnehmen und folgende Verbesserungen vorschlagen:

1. Andere Mak Konstruktion, der Fangspiegel muß einen eigenen Radius haben.

2. Das Shifting muß deutlich verbessert werden.

Dann wäre das Gerät ev. interessant, als Alternative zum Schmidt Cassegrain oder zu anderen Geräten. So ist es aber eher ein abschreckendes Teil.

Wir verkaufen deshalb den Prototyp in der Nähe unseres Einkaufspreises inkl. MwSt. ... für Euro 650,-

Es ist halt ein Gerät für Bastler, die eine reine kompakte Deep Sky Beobachtung wollen - nicht mehr.

Mit dabei sind Rohrschellen und die 1,25" Adaption bzw. SC Gewinde.

Wolfi Ransburg
Teleskop-Service
www.teleskop-service.de
info@teleskop-service.de
 
Hallo Wolfi,

WiChina Mak TITAN - wir nehmen das Gerät nicht rein
Danke fuer die Info, waer auch zu schoen gewesen wenn die Maks taugen wuerden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Die Bilder waren auf beiden Seiten des Fokus extrem unterschiedlich
Das will ja noch nichts heissen, Standardlink dazu ist immer der gute Roland Christen: http://voltaire.csun.edu/roland/startest2.html
Wenn ich da an meinen MK66 denke, die Unterschiede zw. intrafokal und extrafokal sind sehr ausgepraegt, aber im Fokus kann ich nicht meckern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Was aber natuerlich wohl nicht heisst, das der Titan doch taugt...
Wir verkaufen deshalb den Prototyp in der Nähe unseres Einkaufspreises
Interessant, dass Ihr solche schrottigen Testmuster auch einkaufen muesst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />

Viele Gruesse,
Oliver
 
Hallo Wolfi,

wie ist denn die Hauptspiegelqualität als solches?
(Sonst würden sich Deine vorgeschlagenen Punkte ja nicht unbedingt rechnen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />)

Viele Grüße
Nils
 
Hallo Nils,

der sphärische Hauptspiegel an sich ist sicher nicht schlecht, das können die Brüder recht gut.

Man müsste halt einen Umlenkspiegel rechnen und dann würde aus dem Gerät sicher was werden.

Und auch das Shifting müsste unter Kontrolle gebracht werden.

Wolfi
 
Hi Oliver,

der Unterschied beim MK66 ist, daß der Mak einen eigenen Radius hat, was auch, meines Wissens bei Öffnungen über 150mm sinnvoll ist.

Der Titan hat dies nicht, es ist das einfachere Design, welches bis 127mm Öffnung durchaus gut funktioniert, bei 150mm Öffnung scheiden sich die Geister aber bei 200mm Öffnung geht da nichts mehr, wie wir uns überzeugen konnten.

Wie gesagt, ich bin kein großer Theoretiker aber ich sehe, was der Stern zeigt und das ist nichts gescheites.

Wolfi
 
Hallo Wolfi,

ist alles klar. Es ging mir nur darum, dass unterschiedliche Sternabbildungen im intra- und extrafokalen bei komplexen Teleskoptypen noch nichts ueber die Qualitaet aussagen. Das der TITAN nichts taugt zweifel ich nicht an.

Viele Gruesse,
Oliver
 
Re: Eine blöde Frage ...

Hi,

nö, bei allen Maks mit justierbarem FS ist dieser zwangslaeufig ein separates Bauteil und damit vom Profil der Meniskuslinse entkoppelt. Andere Beispiele fuer aufgedampfte FS sind die enstpr. Version der Russentonne oder das Ylena 150. Über 6" hat man das Verfahren wie Wolfi schon schrieb wohl bisher noch nicht praktiziert.

Clear skies,
Oliver
 
Re: Eine blöde Frage ...

Hallo,

Bei MAKs gibt es mehrere Bauformen, irgendjemand hatte mal alle auf (s)einer Webseite zusammengestellt und einige Theorie dazu ausgebreitet.

Beim MK69 ist der FS z.B. auf "halbem Wege" zwischen Menuskuslinse und Hauptspiegel an einer Spinne befestigt also wie bei einem Newton...sonst kenne ich es aber auch so, das der FS zwar auf der Meniskuslinse aufgedampft ist, aber einen anderen Radius als diese hat.
 
Re: China Mak TITAN - wir nehmen das Gerät nicht r

hallo,

die Annahme, daß der aufgedampfte Sekundärspiegel ein Qualitätskriterium für sich ist stimmt so nicht, so besitzt der 10" Astrophysics Maksutov Cassegrain auch einen aufgedampften Sekundärspiegel:

http://www.astro-physics.com/index.htm?products/telescopes/10mak/10f146mak

der aufgedampfte Spiegel entspricht einem Gregory-Maksutov:

http://www.weasner.com/etx/guests/mak/MAKSTO.HTM (der AP Mak ist offensichtlich ein bißchen anders was die verschiedenen Radien angeht...)

Die Maks mit von der Meniskuslinse getrenntem FS sind dann wohl Rumaks und Simaks und deren Varianten, Besitzer der Bücher von Laux, Rutten und Suiter wissen da aber wohl besser bescheid.

Die schlechte Qualität beruht nicht auf der Tatsache, dass der Sekundärspiegel aufgedampft ist, sondern vielleicht im zu klein gewählten Öffnungsverhältnis oder der Produktionsqualität.

MarioII hat im Nachbarboard mal was über Mak Typen geschrieben: http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=6820&whichpage=5

lg

Philipp

ps: ich habe gerade noch den Rutten hinzugefügt (der ist auch das Ru in Rumak...)
 
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Re: China Mak TITAN - wir nehmen das Gerät nicht r

Hallo Philip,

huch, der AP ist ja tatsaechlich eine Gregory-Mak Variante, das war mir neu. Der ellipsoide statt wie wie beim TITAN (?) spherische HS bringt wohl (auch) die exzellente Korrektur. Der OMC 140 hat ein sehr aehnliches Gregory Design und ist ja nun auch kein schlechter. Beim 200er hat man bei Orion dann ein Rumak Design vorgezogen...

Clear skies,
Oliver
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: China Mak TITAN - wir nehmen das Gerät nicht r

Hallo Phillip,

wie würdest Du die extreme sphärische Aberation dieses Maks erklären?

Ich habe irgendwann gehört, daß die Fangspiegel beim Mak ab einer gewissen Öffnung einen eigenen Radius haben müssen.

Ob der Radius auf die Mak Linse aufgeschliffen ist oder ein eigenes optisches System darstellt, ist eher eine Sache der Fertigungsgenauigkeit (Justage).

Was meinst Du?

Wolfi Ransburg
 
Re: China Mak TITAN - wir nehmen das Gerät nicht r

Hallo,

die extreme sphärische Aberation dieses Maks erklären?
Der TITAN scheint ein klassischer Gregory-Maksutov Cassegrain mit sphaerischem Hauptspiegel und einer Innenseite der Meniskuslinse mit nur einem Radius zu sein. Anscheinend gibt dieses Design bei 8 Zoll keine zufriedenstellende Abbildung ? Abhilfe schafft wohl eine Meniskuslinse mit 2 Radien auf der Innenseite (wie mal bei Zeiss) oder ein asphaerischer ellipsoider Hauptspiegel (AP 10"Mak, OMC140, Questar). Beides treibt bekanntlich den Preis um Dimensionen nach oben und ist in China beim Produzent des TITAN (noch) nicht machbar?

Clear skies,
Oliver
 
MAK-Typologie

Hallo Wolfi,

Mario_II hat einmal eine sehr ausführliche,bebilderte Darstellung der
verschiedenen Maksutov-CassegrainTypen gepostet,ich finde die leider nicht
auf die schnelle,weis auch nicht ob das hier oder beim Astrotreff war.

Ich habe irgendwann gehört, daß die Fangspiegel beim Mak ab einer gewissen Öffnung einen eigenen Radius haben müssen.
Das wurde von Mario auch dort imThread erläutert.Ein Blick auf die Spotdiagramme
von Gregory-Mak und Rumak auf S.109 im Rutten/van Venrooij zeigt sofort,
daß der Gregory (Sekundärspiegel auf die Korrektorplatte aufgedampft,
Radius = Korrektorradius) auf der Achse keine sphärische Aberration haben muß,
im Feld aber starke Koma zeigt.Dies umso stärker,je größer die Öffnung
und je größer das f/ des Hauptspiegels ist.
Wird nun der Radius der Platte verändert,so daß die Feldabbildung verbessert
wird ändert sich damit leider auch der Radius des Sekundärspiegels,so daß
sich der Korrekturzustand auf der Achse ändert.

Beim Gregory-Mak kann man wegen der begrenzten Freiheiten halt nur einen Teil
der Aberrationen beseitigen oder einen Kompromiß wählen,bei dem jeweils
nur eine teilweise Korektur der Abbildungsfehler erreicht wird.
wie würdest Du die extreme sphärische Aberation dieses Maks erklären?
Sie könnte aus dem oben gesagten folgen,oder aus Unvermögen des Herstellers.

Ob der Radius auf die Mak Linse aufgeschliffen ist oder ein eigenes optisches System darstellt, ist eher eine Sache der Fertigungsgenauigkeit (Justage).
Zeiss machte das beim Meniscas.Es erfordert hohe Genauigkeit bei der
Herstellung des Korrektors,müsseen doch alle drei Achsen genau fluchten
und die Mittelpunkte der 3 Flächen zusammenfallen
(Außenfläche des Korrektors,innenfläche des Korrektors,Fläche des Sekundärspiegels).

Besser als ich könnte H.Rutten die Zusammenhänge erklären,zumal ich keine
Diagramme einstellen kann.

MfG,Karsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: MAK-Typologie

Hallo Karsten,

herzlichen Dank, ich denke, Du hast das wirklich gut rübergebracht.

Ich denke, daß der Hersteller, der durchaus vernünftige Optiken machen kann, hier einfach ein Konzept, welches bei kleineren Öffnungen noch funktioniert, überreizt hat.

Ich werde ihm die Gedanken mitteilen und anregen, daß er das Ganze noch mal rechnen soll und ev. mit einem seperaten Fangspiegel arbeiten soll, der seinerseits justierbar ist.

Nochmals vielen Dank

Wolfi
 
Re: MAK-Typologie

Hallo Wolfi,

mich verwundert, daß im Computerzeitalter noch jemand ein Gerät entwickelt, welches anscheinend nicht gerechnet wurde und dann auch noch auf eine Messe schleppt, ohne das Teil mal ordentlich zu checken....

etwas erstaunt

Johann
 
Re: MAK-Typologie

Hi Johann,

wie Du sicher mitbekommst, ist nicht nur der Druck der Händler untereinander sehr groß, was auch gerne weidlich ausgenützt wird.

Auch die Hersteller stehen mit dem Rücken zur Wand und versuchen auf Biegen und Brechen neues Zeug auf den Markt zu werfen.

Das Ergebnis dieses Drucks, der vom Markt über die Händler auf die Hersteller ausgeübt wird, ist:

- Die durchschnittliche Qualität wird reduziert
- Es kommen Schnellschüsse raus, damit man was präsentieren kann
- Die Zeit für eine vernünftige Produktentwicklung wird immer kürzer, denn Zeit ist schließlich Geld

Daß die Sache dann unterm Stricht teurer wird, weil dann Geräte produziert werden, die nicht funktionieren, ist klar.

Das gilt nicht nur für die Astro Branche:

- Medikamente (dieses Athrose Mittel)
- Autos (Rückrufaktionen in rauhen Mengen)

Nur um zwei prominente Beispiele zu nennen. Die Astro Branche ist halt auch der normalen wirtschaftlichen Gesätzmäßigkeit unterworfen.

Wolfi
 
Re: MAK-Typologie

Daß die Sache dann unterm Stricht teurer wird, weil dann Geräte produziert werden, die nicht funktionieren, ist klar.

Das gilt nicht nur für die Astro Branche:

- Medikamente (dieses Athrose Mittel)
- Autos (Rückrufaktionen in rauhen Mengen)

Nur um zwei prominente Beispiele zu nennen. Die Astro Branche ist halt auch der normalen wirtschaftlichen Gesätzmäßigkeit unterworfen.

Wolfi

Hi Wolfi,
....gut daß zumindest die Condome noch dicht sind und das (zu)halten was die versprechen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruß,
Robert
 
Re: MAK-Typologie

Ich für meinen Teil akzeptiere nur noch Kondome mit beiliegenden Datenblättern über PV-Wert; vor allem der Valley-Wert gibt Auskunft über die Dichtigkeit. Alle anderen Werte in Inch; Interferogramm spar ich mir, komme eh nicht zum lesen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />
 
Re: MAK-Typologie

Hallo Wolfi,

ja das trifft wohl auf viele Branchen zu, Stichwort "Windows" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Was ich aber nicht ganz verstehe ist, dass man sich damit schnell den Markennamen ruiniert was kaum umsatzfördernd sein wird...

CS
Wolfgang
 
Re: MAK-Typologie

Hallo Wolfi,

nicht so schnell schießen.

1, nur wegen aufgedampften Fangspiegel kann niemand sagen, woher die sphärische Aberration kommt, beim Mak liegt es sehr oft am falsch polierten Radius der Linse der Hauptsächlich die sphärische Abberation korrigiert

2, nur vom Anschauen kann niemand sagen, ob der Fangspiegel nicht doch einen anpolierten Fangspiegel mit etwas anderem Radius besitzt

3, In solchen System kann die Endkorrektur durchaus auch über den Hauptspiegel oder die Linse erfolgen

Also nochmals nur weil der Spiegel aufgedampft ist, sagt dir dies null und nichts woher der Fehler kommt. Erst wenn der Hersteller das Design rausrückt oder jemand alle Flächen vermisst kann eine genaue aussage gemacht werden.Im Normalfall passet das Design heute aber immer, auch bei den Chinesen, kannst du das Design nicht mal anfragen ?
 
Re: MAK-Typologie

Hi Markus,

ich habe das Design, deshalb kenne ich die Ursache.

Der Hersteller weiß bereits Bescheid.

Wolfi
 
Re: China Mak TITAN - wir nehmen das Gerät nicht r

Hallo Oliver,

der Bomak ist ein anderes Modell, es ist ein 3 elementiger Mak mit eigenem Fangspiegel.

Der sogenannte Titan ist ein Modell mit 2opt. Elementen, der Fangspiegel ist nur auf die Meniskus Linse aufgedampft ohne eigenen Radius.

Das Ergebnis war erhebliche sphär. Aberadion, die der Bosma Mak nicht hat.

Wolfi
 
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