Chinagläser - Prismen groß genug?

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tom1970

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Hi,

bei den bekannt erhätlichen Chinagläsern (Groß-Ferngläser, Miyauchikopien)
werden ja die Prismen als genügend groß beworben. Als Beweis soll gelten,
daß die AP kreisrund ist.
Nun ja, kein richtiger Beweis, da eine zu kleine Feldblende auch dazu führt
und natürlich dann nicht die ganze Öffnung genutzt wird.

Bei den ehemaligen Miyauchikopien haben ja die Händler in der Werbung für
die neuen Modelle die jetzt genügend dimensionierten Prismen aufgeführt.
Also waren diese ehemals zu klein und schatteten ab?

Wie ist es denn nun? Wird die volle Öffnung genutzt und hat alles seine
Richtigkeit?

Viele Grüsse
Thomas
 
Dazu kann ich etwas sagen: Ich hatte vor einiger Zeit mal ein Bresser 11x56 bestellt, ein typisches China-Glas. Die Austrittspupille sollte ja bei etwa 56 mm/11 = 5.1 mm liegen. Gemessen habe ich ganze 4.5 mm. Die blenden also gnadenlos ab und verschenken damit die Lichtstaerke des Instruments. Effektiv hatte ich ein 11x50 in der Hand, aber mit den Dimensionen und dem Gewicht eines 11x56. Meiner Meinung nach ist das eine [zensiert]ung der Kunden.

Gruss,
Holger
 
Re: Chinagläser - abgeblendet

HAllo Holger,

die Versuchung ist halt groß.... es ergeben sich nämlich fast nur Vorteile:
das Bild wird brillanter (da die Farb- und Abbildungsfehler bei kleinerer Öffnung auch geringer werden)
man kann kleinere Prismen nehmen (also das Standardgehäuse der 50er Gläser nur mit dickeren Objektivrohren)
Reflexe werden weniger ätzend

NUR: wie Du so schön gesagt hast, könnte man dann ja gleich ein billigeres, leichteres 50er Glas nehmen!

Meine Erfahrung: Lidl 10x50 der letzten Jahre ist abgeblendet auf 10x40 und da auch die "Rotzergütung"
noch Licht frißt, bleibt kaum mehr Licht übrig als bei meinem Canon 10x30 IS - wegen des schlechteren kontrasts
sogar weniger. Es lohnt sich also immer:
1) Austrittspupille nachmessen mit Lineal (ist allerdings leider nicht sehr genau)
2) Vom Objektiv her durchs Okular schauen, ob auch vom Rand aus noch der gesamte Kreis des Okulars sichtbar ist

Gruß
 
Hallo Thomas,

zum Thema "Blenden" und "Pupillen":

Der Durchmesser der FELDblende begrenzt Dir "nur" das scheinbare SehFELD in m/1000 m oder Grad, nicht aber den Durchmesser der Eintrittspupille (EP).

Das, was Du mit ausgestrecktem Arm hinter dem Okular siehst, die AP, ist kein Bild der Feldblende, sondern der sogenannten "Aperturblende". Diese ist diejenige Blende oder Fassung, die Dir das Lichtbündel in der Bildmitte begrenzt. Sie wird in der Regel von der Objektivfassung gebildet und ist damit gleichzeitig die EP.

Übernimmt allerdings eine andere Fassung oder Blende, z.B. vor oder zwischen den zwei Prismen, die Funktion der Aperturblende, dann begrenzt diese Dir den Durchmesser des Bündels. Dann kommen solche Sachen wie 50 statt 56 mm Durchmesser der EP zu Stande.

Es stimmt dann auch, dass eine runde AP keine Gewähr für genügend große Prismen ist. Man kann aber bei genauer Betrachtung der AP aus Abstand Armlänge erkennen, ob Porroprismen ausreichend groß sind und aus BAK4 statt aus BK7 bestehen: sind sie nicht ok, dann sieht man einen hellen quadratischen Kernbereich in der AP, und die vier Randbereiche sind leicht bläulich gefärbt.

Dies ist ein Zeichen dafür, dass die bei Porroprismen genutzt interne Totalreflexion nicht bis zum Rand funktioniert, für bestimmte Farben ist der Einfallswinkel auf die Reflexionsflächen der Prismen zu klein (zu steil) und sie werden nicht reflektiert. Folge ist verringerte Transmission.

Ich würde mir zumindestens vor einem Kauf mal genau die AP daraufhin ansehen.

Viele Grüße,
Infinity

 
Pupille messen

Hi Hanz,

die Pupillenvermessung gelingt genauer mit einem Messschieber. Oder aber mit einem Satz Bohrer. In vielen Werkstaetten finden sich sortierte Bohrersets 1 mm bis 5.9 mm in 0.1mm Abstufung. Einfach einen passenden Bohrerschaft vorhalten und schauen, ob man noch was sieht.

Nachtrag: Das setzt voraus, dass der Bohrerschaft genau den Nenndurchmesser des Bohrers hat. Um sicherzugehen, nach Wahl des "passenden" Bohrers mit dem Messschieber nochmal den Bohrer vermessen.
 
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