Wellmann
Aktives Mitglied
Hallo!
Die Videos für dieses Bild hatte ich eigentlich schon abgeschrieben. Vor dem Löschen habe ich sie noch mal angeschaut, und mich dann doch entschlossen sie zu bearbeiten. Und das war eine gute Entscheidung. Der Fall zeigt deutlich, dass die übliche Seeing-Skala für Mondbilder nur bedingt gilt. Es gab eine starke Unruhe im Bild, das ständig mit einer Periode von etwa 0,5 Sekunden kräftig verzerrt wurde („Bild auf Gummileinwand“), jedoch war die Schärfe relativ konstant auf gutem (aber nicht optimalem) Niveau. AviStack ist damit offensichtlich gut klar gekommen. Verwendet wurden 200 von 800 Frames, eine Schärfung mit Giotto, keine Tonwertanpassung, ich wollte den eigenartigen dunklen Charakter des Bildes (Terminator!) unbedingt erhalten..
Am Bild sind fünf Einzelbilder beteiligt, am Krater Clavius selbst drei Bilder. Lediglich im rechten Bereich gibt es einige kleine Gebiete mit guter Auflösung. Diese Gebiete habe ich mit einer hoch auflösenden Clementine-Aufnahme (Map-A-Planet/USGS) verglichen. Als Maßstab habe ich den Durchmesser von Clavius D mit 27km angesetzt (Wert aus Internet und Dietmars hervorragender Clavius-Dokumentation). Wegen der nicht klar definierten Grenzen der äußeren Kraterwälle habe ich alle Durchmesser auf die höchsten Ränder der Wälle bezogen.
Um die folgenden Zahlen zu verstehen ist es unbedingt zu beachten, dass die Kraterdurchmesser natürlich aus dem Clementine Bild bestimmt werden müssen und nicht(!) aus dem Teleskop-Bild, weil unter einer gewissen Grenze der Durchmesser im Teleskop-Bild nicht mehr durch den echten Kraterdurchmesser bestimmt wird, sondern einen nahezu konstanten Wert annimmt, der durch die PSF der Optik bestimmt wird. Es ergab sich unter Beachtung der Mondentfernung von gerundet 368000km aus unserem unkomprimierten Originalbild folgendes Resultat für unsere 30cm SC Optik:
Kraterdurchmesser > 1,6km bzw. 0,84“: Krater werden strukturiert abgebildet, um so besser, je weiter der Wert über den 0,84“ liegt. (Der Wert ist fast zweimal schlechter als das Rayligh-Kriterium). Verallgemeinert für beliebige Teleskope der Öffnung D in Metern gilt für den Kraterdurchmesser a in Bogensekunden: a = 0,25/D
Kraterdurchmesser > 0,75km bzw. 0,42“: Krater werden sauber und kontrastreich detektiert, um so besser, je weiter der Wert über den 0,42“ liegt. Die Abbildung ist schon deutlich durch die PSF mitbestimmt. (Der Wert liegt zwischen Dawes und Rayligh-Kriterium). Verallgemeinert für beliebige Teleskope gilt: a = 0,13/D. Diese Faustformel gibt eine realistische Grenze dafür, was mit einem Amateur-Teleskop fotografisch sichtbar gemacht werden kann.
Kraterdurchmesser > 0,56km bzw. 0,32“: Alle Krater werden mit gleichem, durch die PSF bestimmtem Durchmesser abgebildet, der Kontrast ist um so besser, je weiter der Wert über den 0,32“ liegt. Bei 0,32“ ist der Kontrast praktisch Null, d.h. der Krater nicht mehr detektierbar. (Der Wert liegt sogar noch deutlich besser als das Dawes-Kriterium). Verallgemeinert für beliebige Teleskope gilt: a = 0,1/D.
Diese Betrachtung gilt für eine sehr gute (aber nicht ideale) 30% obstruierte Optik bei ordentlichem Seeing für das fertig bearbeitete, geschärfte und unkomprimierte Bild. Bei besserem Seeing sind diese Grenzen wohl nicht mehr zu übertreffen, lediglich könnte erreicht werden, dass diese Werte nicht nur in kleinen Bereichen, sondern im ganzen Bild gelten. Sie stimmen bestens mit unseren Berechnungen überein, und bestätigen auch die Aussagen bezüglich der PSF-bestimmten Abbildung kleiner Strukturen. Sie gelten nicht uneingeschränkt für Rillen, dort soll angeblich (Internet) die Grenze der Detektierbarkeit (nicht Abbildung) bei zweimal besser als Rayligh also bei unserer Optik bei 0,23“ liegen, dieser sehr optimistisch angesetzte Wert wäre aber noch zu überprüfen.
Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/ClaviusMosaik.jpg
Volle Auflösung
Gruß, Peter
Copyright: Jede Verwendung des Bildes in welcher Art auch immer nur nach vorheriger Rücksprache.
Die Videos für dieses Bild hatte ich eigentlich schon abgeschrieben. Vor dem Löschen habe ich sie noch mal angeschaut, und mich dann doch entschlossen sie zu bearbeiten. Und das war eine gute Entscheidung. Der Fall zeigt deutlich, dass die übliche Seeing-Skala für Mondbilder nur bedingt gilt. Es gab eine starke Unruhe im Bild, das ständig mit einer Periode von etwa 0,5 Sekunden kräftig verzerrt wurde („Bild auf Gummileinwand“), jedoch war die Schärfe relativ konstant auf gutem (aber nicht optimalem) Niveau. AviStack ist damit offensichtlich gut klar gekommen. Verwendet wurden 200 von 800 Frames, eine Schärfung mit Giotto, keine Tonwertanpassung, ich wollte den eigenartigen dunklen Charakter des Bildes (Terminator!) unbedingt erhalten..
Am Bild sind fünf Einzelbilder beteiligt, am Krater Clavius selbst drei Bilder. Lediglich im rechten Bereich gibt es einige kleine Gebiete mit guter Auflösung. Diese Gebiete habe ich mit einer hoch auflösenden Clementine-Aufnahme (Map-A-Planet/USGS) verglichen. Als Maßstab habe ich den Durchmesser von Clavius D mit 27km angesetzt (Wert aus Internet und Dietmars hervorragender Clavius-Dokumentation). Wegen der nicht klar definierten Grenzen der äußeren Kraterwälle habe ich alle Durchmesser auf die höchsten Ränder der Wälle bezogen.
Um die folgenden Zahlen zu verstehen ist es unbedingt zu beachten, dass die Kraterdurchmesser natürlich aus dem Clementine Bild bestimmt werden müssen und nicht(!) aus dem Teleskop-Bild, weil unter einer gewissen Grenze der Durchmesser im Teleskop-Bild nicht mehr durch den echten Kraterdurchmesser bestimmt wird, sondern einen nahezu konstanten Wert annimmt, der durch die PSF der Optik bestimmt wird. Es ergab sich unter Beachtung der Mondentfernung von gerundet 368000km aus unserem unkomprimierten Originalbild folgendes Resultat für unsere 30cm SC Optik:
Kraterdurchmesser > 1,6km bzw. 0,84“: Krater werden strukturiert abgebildet, um so besser, je weiter der Wert über den 0,84“ liegt. (Der Wert ist fast zweimal schlechter als das Rayligh-Kriterium). Verallgemeinert für beliebige Teleskope der Öffnung D in Metern gilt für den Kraterdurchmesser a in Bogensekunden: a = 0,25/D
Kraterdurchmesser > 0,75km bzw. 0,42“: Krater werden sauber und kontrastreich detektiert, um so besser, je weiter der Wert über den 0,42“ liegt. Die Abbildung ist schon deutlich durch die PSF mitbestimmt. (Der Wert liegt zwischen Dawes und Rayligh-Kriterium). Verallgemeinert für beliebige Teleskope gilt: a = 0,13/D. Diese Faustformel gibt eine realistische Grenze dafür, was mit einem Amateur-Teleskop fotografisch sichtbar gemacht werden kann.
Kraterdurchmesser > 0,56km bzw. 0,32“: Alle Krater werden mit gleichem, durch die PSF bestimmtem Durchmesser abgebildet, der Kontrast ist um so besser, je weiter der Wert über den 0,32“ liegt. Bei 0,32“ ist der Kontrast praktisch Null, d.h. der Krater nicht mehr detektierbar. (Der Wert liegt sogar noch deutlich besser als das Dawes-Kriterium). Verallgemeinert für beliebige Teleskope gilt: a = 0,1/D.
Diese Betrachtung gilt für eine sehr gute (aber nicht ideale) 30% obstruierte Optik bei ordentlichem Seeing für das fertig bearbeitete, geschärfte und unkomprimierte Bild. Bei besserem Seeing sind diese Grenzen wohl nicht mehr zu übertreffen, lediglich könnte erreicht werden, dass diese Werte nicht nur in kleinen Bereichen, sondern im ganzen Bild gelten. Sie stimmen bestens mit unseren Berechnungen überein, und bestätigen auch die Aussagen bezüglich der PSF-bestimmten Abbildung kleiner Strukturen. Sie gelten nicht uneingeschränkt für Rillen, dort soll angeblich (Internet) die Grenze der Detektierbarkeit (nicht Abbildung) bei zweimal besser als Rayligh also bei unserer Optik bei 0,23“ liegen, dieser sehr optimistisch angesetzte Wert wäre aber noch zu überprüfen.
Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/ClaviusMosaik.jpg
Volle Auflösung
Gruß, Peter
Copyright: Jede Verwendung des Bildes in welcher Art auch immer nur nach vorheriger Rücksprache.