franz1
Aktives Mitglied
Hallo,
nach etwas längerer Durststrecke konnte ich Manfred wieder Daten zur Endausarbeitung liefern.
Ich habe dazu parallel mit 2 Setups (auf einer Montierung) gearbeitet.
Die Historie des Objekts beginnt im 10 Jahrhundert mit dem persischen Astronom Al Sufi. In seinem Buch über Fixsterne beschreibt er auch einige Nebel, die wir heute als Deep-Sky Objekte bezeichnen.
Darunter findet sich auch eine "kleine Wolke" im Bereich des Sternbildes Füchslein (Vulpecula). Im 17. Jahrhundert fand sich der Haufen in der lange verschollenen Liste des italienischen Beobachters Hodierna wieder. Nachdem es lange Zeit ruhig geworden war, trat in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts D.F. Brocchi auf den Plan, der die markante Konstellation als Grundlage für eine Karte zur Kalibrierung von Photometern nutzte (daher die häufige Bezeichnung Brocchi's Cluster). Ihre heutige gängige Bezeichnung erhielt das Objekt jedoch erst einige Jahre später, als Per Collinder 1931 seinen fundamentalen Katalog der Sternhaufen veröffentlichte.
In gewisser Hinsicht ist Collinder 399 ein Novum. Man mag kaum glauben, das die Anordnung der Sterne sich nur aus reinem Zufall ergeben hat. So schön und markant die Form auch sein mag - für Astronomen ist eher interessant, das sich hier eine Ballung einiger heller Sterne findet, was ein Hinweis auf einen nahen offenen Sternhaufen sein kann. Zurückblickend finden sich in der Literatur sowohl Argumente für und gegen einen Haufen. Seitdem jedoch die genauen astrometrischen Daten der Sterne vorliegen, was dem Hipparchos Satteliten zu verdanken ist, ist klar: Zumindest in der Gesamtheit der Anordnung der Sterne ist Collinder 399 kein echter Sternhaufen. Das wird sowohl durch die Spektralfarben, als auch die Eigenbewegung der Sterne untermauert. Zudem ergeben sich aus den von Hipparcos gemessenen Parallaxen Entfernungen der Sterne zwischen 230 und 1130 Lichtjahren.
Bilddaten
Bilddaten und andere Größen
NGC 6802 zählt aufgrund seiner exklusiven Lage direkt links neben Collinder 399 zu den häufig besuchten NGC-Sternhaufen. Laut aktuellem "New Catalog of Optically Visible Open Clusters and Candidates" befindet sich der Haufen in einer Distanz von 1124 pc, und damit deutlich im Hintergrund der meisten Sterne des Kleiderbügels. Zudem gehört NGC 6802 mit einem Alter von rund 1,5 Milliarden Jahren schon zu den älteren Vertretern. Die leuchtkräftigsten Sterne haben ihrem Leben längst ein Ende gesetzt. Was bleibt ist die Population der Hauptreihensterne, die schonender mit ihren Reserven umgehen. So wundert es nicht, dass die hellsten Mitgliedssterne nur etwa 13m hell sind - das gros liegt noch darunter. Der Haufen ist unter sehr guten Bedingungen bereits mit kleinen Refraktoren oder sogar etwas größeren Ferngläsern erreichbar. Dann ist jedoch auch mit indirekter Sicht nicht viel mehr als ein sehr schwacher Nebel auszumachen. Ab etwa 8" ist der Nebelbarren deutlich erkennbar, und die ersten Sterne werden aufgelöst. Um in den Genuss eines schön aufgelösten Sternhaufens zu kommen, ist jedoch noch mehr Öffnung anzusetzen. Die beiden Sternpaare nördlich des Haufens bieten einen sehr schönen Kontrast zum Haufen.
Wir hoffen, Widefield und Detailaufnahme gefallen.
LG und CS
Franz und Manfred
nach etwas längerer Durststrecke konnte ich Manfred wieder Daten zur Endausarbeitung liefern.
Ich habe dazu parallel mit 2 Setups (auf einer Montierung) gearbeitet.
Die Historie des Objekts beginnt im 10 Jahrhundert mit dem persischen Astronom Al Sufi. In seinem Buch über Fixsterne beschreibt er auch einige Nebel, die wir heute als Deep-Sky Objekte bezeichnen.
Darunter findet sich auch eine "kleine Wolke" im Bereich des Sternbildes Füchslein (Vulpecula). Im 17. Jahrhundert fand sich der Haufen in der lange verschollenen Liste des italienischen Beobachters Hodierna wieder. Nachdem es lange Zeit ruhig geworden war, trat in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts D.F. Brocchi auf den Plan, der die markante Konstellation als Grundlage für eine Karte zur Kalibrierung von Photometern nutzte (daher die häufige Bezeichnung Brocchi's Cluster). Ihre heutige gängige Bezeichnung erhielt das Objekt jedoch erst einige Jahre später, als Per Collinder 1931 seinen fundamentalen Katalog der Sternhaufen veröffentlichte.
In gewisser Hinsicht ist Collinder 399 ein Novum. Man mag kaum glauben, das die Anordnung der Sterne sich nur aus reinem Zufall ergeben hat. So schön und markant die Form auch sein mag - für Astronomen ist eher interessant, das sich hier eine Ballung einiger heller Sterne findet, was ein Hinweis auf einen nahen offenen Sternhaufen sein kann. Zurückblickend finden sich in der Literatur sowohl Argumente für und gegen einen Haufen. Seitdem jedoch die genauen astrometrischen Daten der Sterne vorliegen, was dem Hipparchos Satteliten zu verdanken ist, ist klar: Zumindest in der Gesamtheit der Anordnung der Sterne ist Collinder 399 kein echter Sternhaufen. Das wird sowohl durch die Spektralfarben, als auch die Eigenbewegung der Sterne untermauert. Zudem ergeben sich aus den von Hipparcos gemessenen Parallaxen Entfernungen der Sterne zwischen 230 und 1130 Lichtjahren.
Bilddaten
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NGC 6802 zählt aufgrund seiner exklusiven Lage direkt links neben Collinder 399 zu den häufig besuchten NGC-Sternhaufen. Laut aktuellem "New Catalog of Optically Visible Open Clusters and Candidates" befindet sich der Haufen in einer Distanz von 1124 pc, und damit deutlich im Hintergrund der meisten Sterne des Kleiderbügels. Zudem gehört NGC 6802 mit einem Alter von rund 1,5 Milliarden Jahren schon zu den älteren Vertretern. Die leuchtkräftigsten Sterne haben ihrem Leben längst ein Ende gesetzt. Was bleibt ist die Population der Hauptreihensterne, die schonender mit ihren Reserven umgehen. So wundert es nicht, dass die hellsten Mitgliedssterne nur etwa 13m hell sind - das gros liegt noch darunter. Der Haufen ist unter sehr guten Bedingungen bereits mit kleinen Refraktoren oder sogar etwas größeren Ferngläsern erreichbar. Dann ist jedoch auch mit indirekter Sicht nicht viel mehr als ein sehr schwacher Nebel auszumachen. Ab etwa 8" ist der Nebelbarren deutlich erkennbar, und die ersten Sterne werden aufgelöst. Um in den Genuss eines schön aufgelösten Sternhaufens zu kommen, ist jedoch noch mehr Öffnung anzusetzen. Die beiden Sternpaare nördlich des Haufens bieten einen sehr schönen Kontrast zum Haufen.
Wir hoffen, Widefield und Detailaufnahme gefallen.
LG und CS
Franz und Manfred