CPC1100 Tuning für Schmerzlose

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Bonsai

Aktives Mitglied
Hallo Selbstbauern,

hier möchte ich meine Umbauten an meinem CPC1100 vorstellen.
Vielleicht können sie dem einen oder anderen als Inspiration dienen...

Nach den Umbauten sieht das Teleskop nun so aus.

Link zur Grafik: http://www.dreipage.de/userdaten/90694408/bilder/cpc1100/1.jpg

(Bitte keine gehässigen Kommentare zu meinen Vorhängen! Schließlich habe ich ein C11 und kein C14 ;) )

Die Umbauten im einzelnen:

Aktive Belüftung
Um die Auskühlzeit zu verringern, habe ich 3 40mm Ventilatoren
in den Tubus montiert, welche die Luft nach außen blasen.
Die Drehzahl der Ventilatoren ist regelbar (siehe unten) von "laufen gerade noch" bis "Kaltluftföhn".
Vor der eigentlichen Beobachtung mache ich den OAZ frei und stelle das Teleskop senkrecht, so dass die einströmende Luft durch den OAZ in den Tubus strömt.
Was ich noch machen muss, ist eine Art Strumpf-Okular basteln, welches in den OAZ gesteckt wird und nur einen Strumpf o.ä. in der Mitte hat, um die einströmende Luft zu filtern.

Die Auskühlzeit des CPC verkürzt sich bei maximaler Lüftung auf etwa 20-30 min (Teleskop von Raumtemperatur auf etwa 0° Aussentemperatur).
Auch bei der Beobachtung kann man die Lüfter bei kleinster Drehzahl laufen lassen. Durch die geringe Masse kommt es nicht zu Schwingungen.

Für die Bohrungen der Ventilatoren habe ich mich gegen eine große 40mm Bohrung entschieden, weil ich mangels Werkzeug vermutlich nicht zu einer sauberen Lösung in der Lage gewesen wäre.
Da es aber reicht, eine ringförmige Öffnung nur im Bereich der Ventilatorblätter zu haben, habe ich mich für folgende, auch mit Heimwerkermitteln leicht umsetzbare Lösung entschieden:

Link zur Grafik: http://www.dreipage.de/userdaten/90694408/bilder/cpc1100/2.jpg

Die Luft wird durch eine ringförmig angeordnete Anzahl von kleinen Bohrungen gedrückt. Hierfür habe ich mir zunächst eine Schablone gefertigt und dann die Position der Löcher außen am Tubus gekörnt, vorgebohrt und fertig gebohrt.
Funktioniert wunderbar und geht schnell. Auch bei maximaler Drehzahl kommt es nicht zu störenden Geräuschen durch die übrig gebliebenen Stege zwischen den Bohrungen.

Heizung der Schmidtplatte
Leider habe ich kein besseres Bild (habe selber keine Digitalkamera), aber man kann die Umsetzung erahnen:

Link zur Grafik: http://www.dreipage.de/userdaten/90694408/bilder/cpc1100/3.jpg

Die Heizung erfolgt mittels 2 Windungen Heizdraht, welcher auf doppelseitigem Klebeband auf den Tubus geklebt ist.
Nach außen ist der Draht mit einer Lage schwarzem Textilklebeband abgeschirmt. So baut die Heizung sehr flach und fällt auf dem dunklen Tubus kaum auf. Eine flexible Taukappe lässt sich problemlos überstülpen.

Zu der Verkabelung unten mehr.

Stromversorgung beleuchtbares Sucher-Fadenkreuz

Link zur Grafik: http://www.dreipage.de/userdaten/90694408/bilder/cpc1100/4.jpg

Weil ich schon beim Basteln war, habe ich gleich die Beleuchtung für das Fadenkreuz des Sucherfernrohres an den zusätzlichen Akku geklemmt. Ich war es leid, dass ich jedes mal vergessen habe, die Beleuchtung nach Benutzung auszuschalten und dann die Batterien leer waren :mauer:

Ansteuerung / Kabelverlauf
Bei der Umsetzung der Umbauten waren mir zwei Dinge sehr wichtig:
1. wollte ich keinen Kabelsalat! Das sieht zum einen unschön aus. Zum anderen nervt natürlich auch die Gefahr, dass sich Kabel los- oder sogar ausreißen können bei der nächtlichen Bewegung des Teleskops. Zwar hat das CPC eine Funktion, die Montierung Schwenks von mehr als 360° vermeiden zu lassen, aber das ist ja auch nur eine unvollkommene Hilfslösung.
2. soll nur soviel Strom aus den Akkus gezogen werden, wie ich tatsächlich für Taukappe und Lüftung brauche. Wenn die Lüfter also auf 10% laufen, sollen nicht die restlichen 90% als Wärme in die Luft gehen und die Akkus unnötig leeren!

Meine Lösung sieht so aus:

Link zur Grafik: http://www.dreipage.de/userdaten/90694408/bilder/cpc1100/6.jpg

1. habe ich eine der beiden Azimutalachsen der Gabelmontierung durchbohrt, so dass ich die Versorgungskabel für Lüftung, Heizung und Sucher durch sie hindurch in den Tubus führen kann.
Das Durchbohren war sicher der riskante Teil der Umbauten aber für die Vermeidung des Kabelsalates unvermeidlich.
2. befindet sich hier auch die PWM-Regelung von Lüftung und Heizung. Ich habe dies je mit einem kleinen Board von Conrad umgesetzt. Funktioniert wunderbar. Zusätzlich lässt sich so noch eine Mindestspannung einstellen, ab der hochgeregelt wird.
Das ist für die Lüfteransteuerung wichtig, weil die Lüfter nicht bei knapp über 0 Volt loslaufen sondern bei ca. 3Volt. Damit man dann nicht erst diese Differenz jedes mal am Poti quasi leer fahren muss, stellt man die Mindestspannung an der Regelelektronik ein und gut ist.

Armatur

Link zur Grafik: http://www.dreipage.de/userdaten/90694408/bilder/cpc1100/5.jpg

Die Potis für die Spannungsregelung von Lüftung und Heizung sind eigentlich auch auf den PWM-Platinen.
Ich habe sie jedoch auf dem "Armaturenbrett" installiert, wo schon alle weiteren Anschlüsse der Montierung sind. Alle notwendigen Kabel laufen durch dieses Gehäuse in den Azimutarm zur Elektronik, dann durch die hohle Achse in den Tubus.
Die beiden Knöpfe rechts und links des CPC-Emblems in der Mitte regeln also Lüfter und Heizung. Zusätzlich haben sie die Funktion, dass sie die Stromzufuhr ganz abschalten können, damit bei Nichtbenutzung kein Strom aus den Akkus gezogen wird.
Die beiden Knöpfe ganz links dienen der Regelung der Fadenkreuzbeleuchtung des Sucherfernrohres. Man kann seine Blinkfrequenz von dauerhaft leuchtend über blinken bis komplett aus einstellen.
Drittens ist der Stromanschluss ganz links zu sehen, über den Lüftung, Heizung und Sucher versorgt werden.
Mir war wichtig, dass ich mich von der Originalelektronik des CPC fern halte, da ich durch meine Umbauten nicht riskieren wollte, dort etwas zu zerstören oder die Funktion zu beeinträchtigen!!!

Akkus

Somit brauche ich zwei Akkus. Einen für die Montierung und einen für meine Umbauten. Ich habe mich für Blei-Vlies-Akkus entschieden mit 12Ah. Das reicht locker für eine komplette Nacht.
Auch hier wollte ich unbedingt vermeiden, dass es zu Kabelsalat kommt. Deswegen sollten die Akkus an der Montierung befestigt sein und bei ihren Schwenks mitfahren.
Da es am Markt anscheinend keine passenden Taschen gibt, habe ich kurzerhand selber zur Nähnadel gegriffen und per Hand genäht (eine ganze Woche Arbeit und viel aua! :blush: )
Das Ergebnis waren diese Taschen, welche meiner Meinung nach gut zum Gesamtbild der Montierung passen und somit Blut, Schweiss und Tränen wert waren. :)

Link zur Grafik: http://www.dreipage.de/userdaten/90694408/bilder/cpc1100/7.jpg

Was jetzt fehlt, ist besseres Wetter!
Vielleicht hat da ja auch noch jemand einen Basteltipp?

Viele Grüße und CS

Kai
 
Hallo!

Super saubere Arbeit! Kannste echt stolz drauf sein! BEsonders dass sich die Amaturen so geil in die Originalbedienteile einfügen finde ich supergeil!

Ein Ding ist mir jedoch aufgefallen... warum ist das Kabel für die Sucherbeleuchtung so kurz? Das sieht so aus, als ob das ziemlich unter Spannung steht oder?

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Michael,

darüber, wie ich die Stromversorgung des Suchers möglichst unauffällig machen kann, habe ich mir viele Gedanken gemacht, jedoch keine bessere Lösung gefunden als den "direkten Weg" zum Tubus.
Auf dem Bild sieht es zwar aus, als sei das Kabel unter Spannung, aber das täuscht. Liegt auch etwas an der Perspektive.
Tatsächlich kann man das Kabel noch gut 4cm hin und her bewegen.

Vielen Dank dir und Jörg für das Lob. :)

CS und ein gutes neues Jahr

Kai
 
Mall Kai,

interessanter Umbaubericht, die Lösung mit den kleinen Löchern für die Ventilatoren finde ich interessant. Braucht man da eigentlich noch die Lüftungsgitter davor?

Hast Du eigentlich irgendwas wegen Streulichtunterdrückung gebastelt oder außer der Lüftung sonst nichts am Tubus selbst verändert?

Viele Leute basteln sich ja noch Veloursfolien in die Tuben, aber ich frag mich, ob das wirklich was bringt, da das SCT ja von sich aus wegen der Blendrohre eh nicht gerade tagblind ist.

LG
Thomas
 
Hallo Thomas,

die Lüftungsgitter sind zum Schutz der Ventilatoren in der tat nicht nötig, das stimmt.
Dass ich sie dennoch angebaut habe, hat alleine optische Gründe.
Ohne sie würde man zum einen direkt auf die Bohrungen schauen. Außerdem gäbe es in jedem Fall um die Löcher herum die 4 Schrauben bzw. Muttern zur Befestigung der Ventilatoren im inneren (ansonsten müsste ich die Ventilatoren innen festkleben, was im Falle eines Austausches wegen Defekt auch wieder unschön wäre!)
Die Gitter halten also alles optisch zusammen.

Über Veloursfolie habe ich auch nachgedacht, es dann aber erst einmal verworfen.
Da gibt es den Kritikpunkt, dass dann das Teleskop von Innen mit dem Velour verdreckt wird.
Aber muß ich noch mal ausprobieren, ob man mit und ohne Folie einen Unterschied merkt.

CS

Kai
 
Hallo Kai,
gute arbeit, interessant, wie du alles umgesetzt hast. Und dann noch zur nähnadel gegriffen. :P, das macht auch net jeder. Toll =D
 
Hallo Karsten,

ja, Spiegel selber schleifen, selber drehen, fräsen und bohren oder die Elektronik löten ist ja üblich.
Aber mal zu nähen war eine interessante Erfahrung. :)
Mein neues Hobby wird es sicher nicht werden, aber ich überlege ernsthaft, ob ich mir nicht eine gepolsterte Transporttasche für das Teleskop selber mache, die genau meinen Vorstellungen entspricht.
Mal sehen...

Viele Grüße

Kai
 
Hallo Martin,

da gibt es hier ja doch noch ein weiteres tapferes Schneiderlein! ;)
Respekt, was du dir da so gebaut hast!Nicht nur die Taschen sondern auch die anderen Sachen! :respekt2:

Das ermutigt mich, mir auch mal eine Nähmaschine zu ersteigern und es zu versuchen. Was tut Mann nicht alles für sein Hobby...

Viele Grüße

Kai
 
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