Crayford oder nicht?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

ubit

Aktives Mitglied
Hi,

so langsam schwenke ich in meiner Planung vom Gebrauchtkauf zum Kauf von Neugeräten beim Händler um... Um das Budget nicht übermäßig zu strapazieren muss natürlich gespart werden wo möglich. Daher:

Die GSO Dobsons können ja bei den meisten Händlern wahlweise mit Crayford Auszug geliefert werden. Bringt das viel? Es geht ja nur um visuelle Beobachtung. Wenn ich das richtig verstehe, dann ist der Crayford shiftingfrei, der Standardauszug nicht. Beim Dobson wandern die Objekte aber doch eh durch das Blickfeld und man muss immer mal wieder nachführen. Also: Lohnt es sich den Crayford zu nehmen oder reicht der Standardauszug? Was kann der Crayford mehr?

Fotografisch kann man am Dobson ja wohl kaum mehr als etwas Webcam an Mond und Planeten machen. Hätte der Crayford dabei irgendwelche Vorteile?

Ciao, Udo
 
Hallo Udo,

vor einiger Zeit hatte ich Dir, auch diesbezüglich, eine PN geschickt.

Grundsätzlich braucht man keinen Crayford-Auszug. Nur, wenn man ihn hat, möchte man ihn nicht mehr missen, vor allem, wenn er die 1:10 Untersetzung hat. Das macht sich vor allem bei hohen Vergrößerungen bemerkbar, man stellt halt einfach besser scharf. Der "Normalauszug" ist, verglichen mit dem "normalen" Crayford soooo schlechter nun aber auch nicht. Generationen sind damit gut zurande gekommen, warum sollte das heute anders sein.

Verschiedene Händler haben diese Geräte in einer Standardausführung, d.h. mit nur einem Okular und dem 6x30 Sucher statt dem 8x50.
Ich würde auf beide verzichten und den Telrad oder Leuchtpunkt nehmen. Ist ein FINDER und kein Sucher...

Aber: da du eh zwei Okus brauchst, ein 32mm für den Überblick, ideal in 2" und ein kurzes so um die 7-9mm Brennweite, kommst Du auch wieder nicht unbedingt billiger.
Man kann`s so und so sehen.

CS
Winfried
 
Hallo udo,

Markenübergreifend kann man sagen, dass die in der Einsteigerklasse verbauten Zahn- und Triebauszüge zwar recht grober Machart sind, aber funktionieren. Mit der groben Fokussierung kommt man noch klar und gegen das Shifting kann man durch Unterlage von Tesafilmstreifen unter(!) die Gleitlager, in nicht so gravierenden Fällen auch nur über die beiden winzigen Madenschrauben (ober und unterhalb der Feststellschraube)zur Einstellung der Gängigkeit in Verbindung mit dem über die vier Schrauben am Fokussierwellenkasten (Andruck der Foklussierwelle ist darüber regelbar) einiges tun. Ganz wegzukriegen ist das Shifting meist nicht, aber sicher so weit zu regeln, dass es nicht mehr lästig ist.

Die Crayfords der Einsteigerklasse müssen auch penibel eingestellt werden und an den Möglichkeiten dafür hapert es oft schon, übrigens durchaus auch bei 1 zu 10 untersetzten Modellen. Die Fokussierung läuft zwar genau und feinfühlig aber häufig rutscht der OAZ bei schwerer Zuladung oder Druck aufs Okular einfach durch und das ist auch oft nicht vollständig abzustellen.
Diese Auszüge sind auch oft recht offen gebaut, lassen also mehr licht bis in den Tubus durch als ein zahn- und Trieb.

Ich habe kürzlich von einem Zahn- und Trieb mit selbst adaptierter 1 zu 6 Untersetzung (Conrad machts möglich/Knopfautomat) auf einen kürzer bauenden Crayford umgestellt (kleinerer FS/längerer Tubus/andere Fokallage).
Rein visuell ist der Crayford ok, war der alte Zahn- und Trieb aber auch.
Wenn Du an anspruchsvolle Fotografie mit eventuell schwerer Zuladung denkst, bist Du mit einem Zahn- und Trieb plus Untersetzung m.E. wahrscheinlich besser bedient oder musst für einen richtig guten Crayford auch richtig gutes Geld hin legen.

CS
*entfernt*


 
Hi Udo und Günther,

nebenbei, bei Fotografie kommt man mit dem hochbauenden Crayford auch nicht mit der DSLR in den Focus. Jedenfalls mit meiner nicht. Diese normal verbauten Crayford`s von GSO sind mehr für den visuellen Bereich gebaut, da muß ich Dir, Günther, völlig recht geben. Ich fotografiere ja auch nicht mit den Dobsons.
Man kann sie aber recht fest anziehen und sie tragen mein 14mm UWA von Meade mit knapp 700 Gramm ganz gut.

Aber, auch daß muß man sagen, sie lösen sich auch recht schnell wieder... und dann macht`s plums...
Aber natürlich nur in der Fassung, auf den Spiegel können sie ja zum Glück nicht donnern.

Summa Summarum: der "alte" Auszug hat auch seine Vorteile.

CS
Winfried
 
Hallo Günter,

der Knopfautomat 1:6 bei Conrad, kannst Du mal eine genauere Adresse bei Conrad angeben, damit ich es in deren Katalog finde.

Gruß und danke im voraus Rolf
 
Ach so, nicht bedacht, dass Du in Frankreich lebst.

Laut Conrad AGB Mindestbestellwert 50 Euro. Reichelt leider gar 150 Euro.

1. Vielleicht gibt's in Frankreich einen Pendent zu Conrad/Reichelt und co. (Suchhilfe: Diese Knopfautomaten werden eigentlich im Audiobereich z.B. als Lautstärkeregler eingesetzt)

2. Vielleicht findest Du noch etwas bei Conrad oder Reichelt, was Du sowieso brauchst (wobei ich die Versandkosten nach F nicht kenne. Vielleicht kannst Du hierüber mehr erfahren.

3. Wenn es so etwas in Frankreich tatsächlich nicht zu bekommen sein sollte (was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann), könntest Du vielleicht eine Umfrage in einem französischen Forum starten und eine Sammelbestellung machen.

4. Wenn gar nichts anderes geht, kannst Du mir eine PM schicken. Das müßten wir doch einigermaßen finanzschonend hinbekommen: Günstigste Möglichkeit als DHL Päckchen intern. 8,90 - allerdings unversichert. Ja ja, und plus Conrad/Reicheltversand für D.

Gruß und CS
Je


P.S. Ich hoffe, Du weißt, dass ein wenig Basteln angesagt ist? Nichts Wildes - aber alten Knopf runter und den Knopfautomaten dran: Das funktioniert leider nicht. Es gibt aber hier im Forum oder anderswo reichlich Dokus über gelungene Lösungen.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben