Crescent Nebel NGC 6888

steffens

Aktives Mitglied
Hallo,

Nach längerer Pause möchte ich auch mal wieder ein Bild präsentieren - wenn auch ein langweiliges Standardobjekt, und das auch noch nicht aktuell. ;)
Da ich ja an meiner Balkonsternwarte sehr mit Lichtverschmutzung gestraft bin, habe ich mir im letzten Sommer doch mal einen Duo-Narrowband-Filter zugelegt. Für meine Lieblingsobjekte - Galaxien - nützt mir der zwar kaum etwas, aber für den gelegentlichen Abstecher zu Emissionsnebeln ist das wirklich ein Gamechanger. Keine brutalen ringförmigen Gradienten und ordentlich Signal schon nach verhältnismäßig kurzer Belichtungszeit, das ist nicht zu verachten. Aber ich predige zum Chor - Ihr wisst das natürlich alle längst.

Zum Objekt selbst muss auch nichts gesagt werden. Der Nebel um Wolf-Rayet-Stern WE 136 ist hinlänglich bekannt und fotografiert. Aber damit eignet er sich gut als Testobjekt. Außerdem gefällt mir das "Gehirn" einfach sehr!
Also habe ich an 8 Nächten von Juni bis November verteilt insgesamt 8,5 Stunden DNB-Aufnahmen (102 x 300s) und noch 50 Minuten (15 x 200s) RGB für die Sterne gesammelt.

Hoffentlich sagt Euch meine Variante auch zu. Für Kommentare und Verbesserungsvorschläge bin ich offen. Der DNB+RGB Workflow ist ja auch noch neu für mich.

Grüße und CS,
Steffen

NGC 6888 (Link zur vollen Forenauflösung)

Technische Daten in der Galerie
 
Ich find es überhaupt nicht langweilig.
Sehr schöne Auflösung ohne übertriebene Effekte.
Wäre es noch um 90° gedreht dann könnte sogar die Bubble noch mit drauf sein.

CS
Franz
 
Hallo Steffen,

willkommen zurück :) Das ist doch toll geworden. Trotz BASF. Auch die Auflösung ist top. Das hätte ich einem Duo-Narrowband gar nicht zugetraut. Was für ein Modell ist das denn? Ich kenne davon nur Halos und wenig Kontrast im OIII. Und Standardobjekte schauen sich die Leute immer gern an. Bei Exoten bekommt man deutlich weniger Resonanz. Und für dich sind zumindest die Standardobjekte unter den Gasnebeln noch unverbraucht.

Ich bin vermutlich ähnlich weit von der BASF weg wie du. Die macht von mir aus gesehen so einen kompakten Lichtdoom. Der geht aber nicht bis auf Höhen, wo ich aufnehme. Ist bei mir auch im Nordosten, also nicht so relevant. Alles was dort durchläuft nehme ich sowieso erst auf, wenn es richtig hoch in Richtung Osten steht. Bei mir ist Bortle 5, also nicht ganz so schlimm wie bei dir, aber ich finde das geht doch überraschend gut. Sobald ein Objekt höher als 40° steht habe ich auch kaum mehr Gradienten. Selbst der Halbmond ist da bereits wesentlich schlimmer.

Ist da eigentlich zweimal Deconvolution drüber gelaufen? Die Infos in der Galerie lassen darauf schließen. Gibt es mittlerweile einen Update für die Deconvolution in Graxpert? Ich habe mir da mal eine Beta runtergeladen, aber dann war das auf einmal weg und ward nie wieder gesehen. Und jetzt habe ich einen neuen Rechner und komme da nicht mehr dran. Für das Objekt fand ich das Resultat ganz in Ordnung. Für die Sterne fand ich es furchtbar...wie eigentlich bei allen anderen KI Decon Tools auch. Die einzige Ausnahme ist BXT, das auch mich aber nicht mehr wie reine Deconvolution wirkt.

Grüße,
Joachim
 
Hallo Franz, Joachim und Jörg,

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen, das freut mich sehr!
Wäre es noch um 90° gedreht dann könnte sogar die Bubble noch mit drauf sein.
Ja, richtig, schade dass die nicht mit drauf ist. Allerdings habe ich standortbedingt eigentlich nur noch Langzeitprojekte, teilweise über mehrere Jahre. Da fasse ich die Kamerarotation nur sehr ungern an.

Das hätte ich einem Duo-Narrowband gar nicht zugetraut. Was für ein Modell ist das denn?
Das ist zum Einstieg und Ausprobieren der einfache Svbony SV220. Genügt aber meinen Ansprüchen völlig und ich konnte keine unerwartet schlimmen Halos feststellen.

Ist da eigentlich zweimal Deconvolution drüber gelaufen? Die Infos in der Galerie lassen darauf schließen. Gibt es mittlerweile einen Update für die Deconvolution in Graxpert?
Jein ;)
In diesem Bild habe ich die Siril-Deconvolution für die RGB-Sterne genutzt und die GraXpert Object-Deconvolution für den sternlosen DNB-Nebel.
Tatsächlich nutze ich in meinem Workflow aber auch manchmal beides auf den gleichen Daten, jeweils in vorsichtiger Dosierung. Vielleicht ähnlich wie mehrere Durchläufe mit BXT, die auch Sterne und Flächenobjekte getrennt adressieren.

Mit KI-Deconvolution für die Sterne habe ich bisher auch keine besonders guten Erfahrungen gemacht. Das sieht wirklich schnell furchtbar aus.
Die Object-Deconvolution von GraXpert ist immer noch auf dem RC-Stand und ein echtes Release wird es wohl nicht mehr geben. Das GraXpert Python-Script in Siril bietet die Funktion aber an, wenn die 3.1.0rc2 Version von GraXpert installiert ist.

Grüße und CS,
Steffen
 
Hallo Steffen,

tolles Bild in sehr sauberer Qualität.
Besonders gelungen ist die feine Detailzeichnung der Schockfronten,
keine störenden Farbsäume und ein angenehm ruhiger Hintergrund.

Die Farbgebung ist ausgewogen und lässt sowohl Struktur als auch Tiefe gut zur Geltung kommen.

Insgesamt ein technisch sauberes und ästhetisch stimmiges Ergebnis

Grüße und CS
Karsten
 
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