CZJ 8x30 - Was sind die besten Baujahre?

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Barista

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Hallo,

ich habe mir vor einiger Zeit ein CZJ 8x30 (Seriennummer 4XXX) bei ebay ersteigert und bin von dem Glas sehr angetan. Lediglich die Farbe und der Kontrast könnten meiner Meinung nach besser wiedergegeben werden (ich bin Laie, daher weiß ich nicht wie man diese Kriterien genau benennt). Soweit ich weiß, hat mein Glas noch keine Vergütung, die diese Dinge verbessern soll.

Kann man denn sagen, welche Seriennummern des CZJ als die Hochphase angesehen werden können, d.h. wann wurden die besten Gläser gebaut? Die späteren sollen ja teilweise schon wieder schlechter sein.



René
 
Hallo René!
Bin kein Topfachmann, deshalb mit Vorbehalt: Die MC-Vergütung wurde meines Wissens um 1980 eingeführt. Serien-Nr.: ab ca. 5 Mio.. Die ersten MC-Exemplare wurden noch nicht explizit dahingehend beschriftet ("multi-coatet"), haben aber diese Vergütung dennoch (rötlich-violett). Die 4 Mio.-Gläser sind natürlich auch vergütet, aber halt nicht "Multi" und schimmern eher grünlich! Ich habe von jeder Version eins und nutze meist das 5 Mio.-Gerät (ohne MC-Beschriftung), wenngleich ich, ehrlich gesagt, zugeben muß, daß ich keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden "Deltrintem" bemerke. Ist bei mir wohl eher ´ne Sache des Hinterkopfes. Dein Glas ist also keineswegs "unvergütet" und kaum schlechter als "MC". Frank Schäfer oder Dirk Mohlitz können definitiv fundiertere Aussagen treffen, ich denke aber, daß ich tendenziell richtig liege. Übrigens wüßte ich nicht, daß diese "MC" nochmals verändert/verbessert worden sein soll.
Ich hoffe, Dir geholfen zu haben,
immer guten Durchblick wünscht
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />Werner <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
> Kann man denn sagen, welche Seriennummern des CZJ als die Hochphase angesehen werden können, d.h. wann wurden die besten Gläser gebaut? Die späteren sollen ja teilweise schon wieder schlechter sein.

Hallo René,

ein optimales CZJ 8x30 gibt es eigentlich nicht. Werner hat das Thema Vergütung schon angesprochen. Jüngere Gläser haben den Vorteil einer verbesserten MC Vergütung mit einer höheren Transmission und besserem Kontrast. Dafür haben sie einen Nachteil: die "Streulichtbremse" in Form eines Trichters zwischen Objektiven und objektivseitigen Prismen (*) ist bei diesen Gläsern aus Plastik mit einer mangelhaften Innenschwärzung. Das führt unter bestimmten Bedingungen zu ziemlich lästigen Reflexen, z.B. bei Seitenlicht oder wenn der noch recht helle Himmel in der Dämmerung eine dunkle Szenerie beleuchtet. Bei älteren Gläsern mit Seriennummern um 3 oder 3,5 Mio. ist diese "Streulichtbremse" aus Metall und innen ordentlich mattschwarz beschichtet. Die alten Gläser zeigen wegen der damals noch recht einfachen Vergütung oft ein Bild mit einem Stich in Richtung Gelb, die Transmission ist niedriger und der Kontrast unter "normalen" Beobachtungsbedingungen (s.o.) ist schlechter als bei einem Fernglas mit Seriennummer > 5 Mio und MC Vergütung.

Ein optimales Deltrintem/Jenoptem müsste eigentlich eine moderne MC Vergütung und die alte Ausführung der "Streulichtbremsen" sowohl objektiv- als auch okularseitig haben. So ein Glas hätte unterm Strich eine ordentliche Transmission, das Bild wäre im Zentrum sehr scharf und kontrastreich und ungünstige Beobachtungsbedingungen würden die Bildqualität deutlich weniger beeinflussen als das bei den jüngeren Exemplaren mit der Sparvariante in Form von "Plastetüten" zwischen Objektiven und Prismensystem der Fall ist. Wer etwas bastlerisches Geschick hat, kann ein jüngeres Deltrintem bei der Unterdrückung von Reflexen selbst optimieren. Das Thema hatten wir schon mehrmals, ist gar nicht lange her. Noch ältere Ferngläser (von vor 1945) haben einen anderen Vorteil: die alten König-Okulare liefern ein Bild mit besserer Randschärfe. Nun könnte man sich so ein altes 8x30 besorgen, dessen Okulare in ein Fernglas der 60-er Jahre mit ihrer besseren Innenschwärzung integrieren und dieses Fernglas mit richtig gut MC-vergüteten Objektiven und Prismen aus einem Glas von Anfang der 90-er Jahre ergänzen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />. Das Ergebnis dürfte interessant sein ...

Wo Dein Fernglas einzuordnen ist, weiß ich nicht mit Sicherheit. Die Vergütung wird ihre Grenzen haben und sollte es sich schon um die neuere "Sparvariante" mit den "Plastetüten" handeln, dann wäre das wohl Pech. Irgendwann wurden diese Dinger eingeführt und wenn die Vergütung zu dieser Zeit noch nicht den Titel "T3M-Mehrschichtvergütung" trug, dann mußt Du u.U. mit einem weniger optimalen 8x30 leben (weniger Transmission, schlechterer Kontrast, Anfälligkeit für Reflexe). Es könnte gut sein, dass ein nur wenige Jahre älteres Exemplar mit einer geringeren Anfälligkeit für Reflexe in der Summe der optischen Eigenschaften besser abschneidet. Aber das sind Vermutungen, ich kenne Dein 8x30 nicht.

Du siehst, ganz so einfach kann man die 8x30 Gläser nicht in gut und schlecht einteilen. So wie ich das sehe, gibt es wirklich kein optimales CZJ 8x30. Möglicherweise wären die 8x30 Nachfolger von Docter-Optik eine gute Idee. Ich hatte lange keins in den Händen und wüsste heute gern, ob diese Ferngläser eine hohe Transmission mit gutem Kontrast und wenig Reflexen verbinden. Leider sieht man diese Docter-Optik "Classic" Gläser selten auf ebay und die Herstellung ist längst eingestellt.

Wenn Du mit Deinem 8x30 nicht glücklich wirst und keine weiteren Risiken auf ebay eingehen willst, dann solltest Du Dir andere Alternativen suchen. Auf Anhieb fallen mir da das Vixen Ultima 8x32 und natürlich das Nikon 8x30 E II ein. Letzteres ist eins der besten Porrogläser, die man in dieser Größenordnung heute noch kaufen kann (neben dem deutlich teureren Nikon 8x32 SE). Allerdings spielt es sowohl vom Preis als auch von der optischen Leistung in einer völlig anderen Liga.

(*) dieser Trichter hat zwei Aufgaben: er soll Falschlicht, welches durch die Objektive eindringt und nicht zum Bild beiträgt, vom Eintritt ins Prismensystem abhalten. Desweiteren soll das Antireflexprofil auf der Innenseite des Trichters Streulicht unterdrücken. Aufgabe 1 wird erfüllt. Bei Aufgabe 2 versagen diese Trichter in jüngeren Ferngläsern oft wegen ihrer eher glänzenden Innenseite. Alte Ferngläser schneiden da besser ab, weil die Innenseite richtig mattschwarz ist und das Streulicht deutlich reduziert wird.

Frank.
 
Hallo Frank!
Ist wie immer Verlaß auf Dich! Genau das habe ich mit "fundierterer Aussage" gemeint! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Gruß, <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />Werner <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Frank,

vielen Dank für den fundierten Bericht. Besser hätte man es nicht schreiben können.

CS,

Christof
 
Dannke für die sehr ausführlichen Anmerkungen!!!

Vorab: Ich bin mit dem CZJ sehr zufrieden und glaube nicht, dass ich für den Preis (knapp über 40 Euro) etwas vergleichbares bekommen hätte.

Ich hatte mich nur gefragt, ob es sich lohnt, noch nach einem vergüteten Modell Ausschau zu halten oder ob die Unterschiede nur marginal sind.

Bei meinem CZJ kommt mir das Bild irgendwie fast zu hell vor, d.h. manchmal wirkt das tagsüber ein wenig wie ein leicht überbelichtetes Foto. Ich fände ein wenig mehr Farbe und Kontrast sehr schön, was ja durch eine Vergütung unterstützt werden könnte.
Ich habe aber noch nie einen direkten Vergleich gehabt, weshlab ich nicht weiß, ob der Unterschied denn groß ist.

Vielleicht halte ich mal weiter bei ebay Ausschau. Ich bin da noch nie angegangen, lasse mir aber auch immer viel Zeit, bis ich bei einem Angebot mitmache.
 
Hallo,

Ersteinmal ein schönes neues Jahr euch allen!
Seit kurzem besitze ich ein "aus Jena M 8x30" mit der Seriennummer 5,3 Millionen. Das Exemplar ist bereits mit der MC-Vergütung versehen und auch als solches beschriftet.
Nach umfangreichem Abgleich mit meinem Deltrintem 8x30 mit einfacher Blauvergütung fällt es mir jedoch sehr schwer einen Unterschied in der Abbildungsleistung zu erkennen. Eine Kontraststeigerung bei dem MC-vergüteten Zeiss 8x30 durch die erhöhte Transmission konnte ich nicht wirklich feststellen.
Was mir auch aufgefallen ist: Die augenseitigen Okularlinsen des MC-8x30 haben einen etwas kleineren Durchmesser als die des einfach vergüteten Deltrintem.

Was mich aber bei den Vergleichen am meissten erstaunt hat war die Gegenüberstellung des "aus Jena 8x30 - MC" mit den russischen 8x30 Gläsern vom Typ BPC5 8x30. Entgegen den Erwartungen empfinde ich das MC-vergütete Zeiss 8x30 in Schärfe und Kontrast den russischen Vergleichsgläsern der Baujahre 1981 bis 1998, welche ebenso über eine MC-Vergütung verfügen (alle wirksamen Glasoberflächen bis auf die Objektivlinsen- die haben zumeisst eine bläuliche Farberscheinung) als minimal unterlegen. Den Gelbstich der Russen, welchen ich nicht als unangenehm empfinde, könnte für den, im Vergleich zu den Zeiss Gläsern, besser empfundenen Kontrast verantwortlich sein.
Die Zeiss Gläser haben, so finde ich, ein farbneutraleres Bild, wodurch Sie im Vergleich mit den Russen etwas "dunkler" im Durchblick erscheinen.


Viele Grüsse,
Florian
 
Hallo Frank,

Deltrintem ,bestes Baujahr ? Darunter fällt ist meins,
Seriennummer 6993246, neu gekauft vom Markus Ludes 1991,
noch nie runtergeschmissen, keine Farbabriebe, keine Kratzer.... im Luxusköcher aus braunem Leder.
Summasummarum Zustand noch wie neu, weil ich darauf aufpasse.
Im Jahr 2005 von Simone Hauptmann erfolgreich innen matt geschwärzt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />.
Allerdings im Moment noch ohne Königs, Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Mit freundlichem Gruß,Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo zusammen,

meine Erfahrungen mit den Deltrintems: sie haben eine große Fertigungsstreuung. Ich hatte schon verschiedene Exemplare, mit und ohne MC. Mein letztes war ein Panorama Berlin, aber 100% CZJ, und das war schärfemäßig am besten. Aber auch das hatte keine Chance gegen das Zeiss West Diafun, welches kleiner, leichter, viel schärfer und kontrastreicher ist. Gut, dafür hat das Diafun das geringere Sehfeld, weniger Räumlichkeit und einen wesentlich höheren Preis. Und randscharf ist es auch keinesfalls. Jedenfalls musste das Panorama Berlin dem Diafun als Unterwegs-Glas weichen.

Die Schärfe auf der Achse ist nicht bei allen Exemplaren der Deltrintems gleich gut. Da gibt es erhebliche Unterschiede! Ich besaß auch schon mal eine Gurke, die links sichtbar weniger Schärfe hatte als rechts.

Das nicht vergütete Exemplar, welches ich besaß, hatte weniger Streulicht, die Blende in den Objektiven war zwar auch aus Plastik, aber richtig matt innen. Trotzdem ist auch das keine optimale Lösung. Überhaupt ist das Streulicht ein massiver Schwachpunkt aller Deltrintems. Er lässt sich leicht wesentlich verbessern, aber nur mit großem Aufwand wirklich eleminieren. Und dann frage ich mich, ob sich der Aufwand wirklich lohnt.

Mir ist im Vergleich zwischen normal und MC-vergüteten Deltrintems übrigens durchaus aufgefallen, dass Kontrast, Farbsättigung und Farbneutralität beim MC-Exemplar deutlich besser waren. Insofern würde ich immer die neueren Baujahre bevorzugen. Ob es bestimmte Baujahre / Seriennummernblöcke gibt, die besonders gut oder besonders schlecht waren? Gute Frage... ich fürchte, die Serienstreuung ist größer als der Unterschied in den Baujahren. Aber vielleicht weiß da ein Experte hier mehr.

Bei den Preisen von teilweise unter 50 Euro hält sich das Risiko beim Gebrauchtkauf ja sehr in Grenzen. 8x30 ist keine gefragte Größe, und das Glas wurde wohl in riesiger Stückzahl produziert.

CS,

Christof
 
> Allerdings im Moment noch ohne Königs

Hallo Gerd,

ich habe noch ein altes Delturis (8x24) mit den tollen König-Okularen. Wenn ich mal auf ebay ein Deltrentis mit SN > 69xxxxx finde, dann baue ich mir ein Deltrenturis. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Weitwinklige Grüße, Frank.
 
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