Dachkant, Porro und das Gesichtsfeld

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

pacolov

Aktives Mitglied
Hallo, zusammen,

ich möchte mir demnächst ein Fernglas kaufen, zur astronomischen Beobachtung, aber auch für Naturbeobachtungen auf Wochenend-Trips und auf Reisen.

Da ich am Stadtrand von Hamburg wohne, ist mein Himmel als aufgehellt zu bezeichnen, < 5m. Das Budget liegt bei um die €300 - wenn es weniger kostet, stört es mich auch nicht.

Ich hatte mich im Grunde schon auf Porro 10x50 (Nikon Action) eingeschossen, bis ich gestern im Outdoor-Laden meiner Wahl mal ausgiebig Gelegenheit zum Ausprobieren diverser Gläser diverser Marken hatte. Dabei erschien mir nach langem Hin- und Herprobieren das Porro exterm unhandlich und sperrig. Die Fernglasseiten von astronomie.de zeichnen Porros gerade in der Handhabbarkeit aus - seh' ich nicht (um es mit Strombergs Worten zu sagen).

Also habe ich auch mal einen Blick auf die Dachkant-Variante geworfen und ja - das gefällt mir von der Ergonomie her viel besser. Ich habe sicherlich 40 Minuten damit verbracht, durchs Fenster in die Natur in der Ferne zu schauen - mit diversen Fabrikaten. Favorit in der Handhabbarkeit war das Nikon Sporter 8x42, die Ferngläser mit 10x Vergrößerung sagten mir aber von der optischen Leistung mehr zu, insbesondere das Sporter 10x50.
Ich bin weder auf Nikon noch auf die Sporter-Serie festgelegt, sie seien einfach mal stellvertretend genannt. Die meisten anderen Modelle (Steiner, Docter) waren schon zu teuer für mich und es gab auch noch ein par günstigere, die aber ganz schöne Verfärbungen des Bildes zeigten und mich beim Durchschauen nicht überzeugen konnten.

Also, wenn ich meinen Himmel mit meinem Wunsch nach Handhabbarkeit und 10x-Vergrößerung kombiniere komme ich auf ein 10x42 Dachkant - mit diesem Gedanken habe ich dann erstmal das Geschäft wieder verlassen zum Nachdenken.

Gestern Abend schaute ich mir im Internet auf der Nikon-Website nochmal die genauen Spezifikationen an und da ist mir dann erst eine Sache aufgefallen: Das mit knapp über 100€ sehr günstige Action (Porro) liefere 65° SGF, das knapp doppelt so teure 8x42 Sporter (Dachkant) nur knapp über 50°. Mein erster Gedanke: "Das ist dir beim Ausprobieren überhaupt nicht aufgefallen". Ich war wirklich verblüfft, zumal hier im Forum ja auch häufig von "Tunnelblick" gesprochen wird und dringend von 50° abgeraten wird. Das will ich mir natürlich gerne zu Herzen nehmen. Kann es sein, dass ich so fixiert auf andere Aspekte beim Ausprobieren war, dass mir der SGF-Unterschied nicht aufgefallen ist oder Spielt beim tatsächlichen GF bei Dachkant-Gläsern noch etwas Anderes eine Rolle?

Momentaner Favorit ist das Nikon Monarch 10x42, welches immerhin schon knapp über 55° SGF bietet und eben genau dem o.g. Wunsch entspricht.

Fragen, welche bleiben:
1. Was ist nun mit meinem Gesichtsfeld-Paradoxon? Hab ich das wirklich so dermaßen verahnt?
2. Sollte ich die Handlichkeit etwas zurückstellen und doch ein 10x50 statt eines 10x42 bevorzugen? In Hamburg sehe ich da zwar keinen direkten Vorteil, aber ich fahre auch gerne mal ins Dunkle Skandinavien...

Fragende Grüße,
Pascal

P.S. Ich hatte auch ein Porro-Zoom in den Händen. Tolles Feature mit dem Zoom, hätt ich gern, aber da ist das enge Gesichtsfeld extrem aufgefallen. Also total planlos war ich nicht :-D
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Pascal!

Ich würde auch an das TS Adventure 10x42 mit GF 101m/1000m denken. Das sind 5,8 Grad!
http://www.teleskop-express.de/shop...achkant---wasserdicht---phasenkorrigiert.html

Hab mir vor Kurzem das 8x42 besorgt und bin sehr zufrieden damit. Leichtere Farbsäume gibt es an sehr kontrastreichen Stellen - trotz Phasenkorrektur -, das wäre der einzige Punkt, an dem aus meiner Sicht Kritik ansetzen könnte. Wobei man auch den günstigen Preis von 129 Euro nicht vergessen sollte. Ein 10x42 scheint mir für den stadtnahen Bereich auch sinnvoll. Hab ich mir auch schon überlegt. Plus: mehr Vergrösserung, kleinere AP. Minus: kleineres Gesichtsfeld im Vergleich auch zum 8x42 Dachkant (TS, 129m/1000m).
Auf längere Sicht würde ich an zwei Gläser denken, ein kompaktes, leicht transportables Dachkant, und ein leistungsfähigeres Porro (10x50) auch für dunklere Himmel weiter ausserhalb Hamburgs. Nur ein Glas liefe auf weniger Gesichtsfeld oder weniger Vergrösserung oder kleinere AP hinaus (nur in Stadtnähe vorteilhaft). Es gibt ja schon günstige Porros mit FMC-Vergütung... Würde dabei aber ans Gewicht denken und 900g nicht unbedingt überschreiten, wenn du - wie ich - fast ausschliesslich an Fernglas-Freihand-Beobachtung interessiert bist.

Freundliche Grüsse!
Herbert
 
Hallo, Herbert,

danke für den Tip mit dem TS-Glas - werde ich im Auge behalten. Ich bin noch etwas unschlüssig - in der Preisregion hätte ich instinktiv wohl selbst ausschließlich ein Porro erwogen. Wie schaut es bei deinem 8x42 denn mit der Randschärfe und den Reflexen an hellen Himmelsobjekten aus?

Ein zweites Fernglas wollte ich dann in absehbarer Zeit nicht mehr kaufen, aber Hamburg und Finnland in meinem Falle lassen sich auch himmelstechnisch eher garnicht vereinbaren :-) Die Milchstraße in Lappland ist so gewaltig, dass es wohl aber auch mit einem 10x42 beeindruckend wäre, sollte es ein solches werden.

Grüße,
Pascal
 
Hallo Pascal,

über mangelnde Randschärfe könnte ich beim TS wirklich nicht klagen. Reflexe an hellen Himmelsobjekten können wohl generell nur den Mond betreffen, denn selbst einfachste Ferngläser zeigen, soweit ich sie kenne, an Sirius oder an Mars (Venus gerade nicht zu sehen) noch keine Reflexe. Ich wüsste nicht, ab welcher Preiskategorie man bei Ferngläsern den Mond wirklich astrein, d.h. reflexfrei abgebildet hätte? Beim TS sind sie so schwach (stark?), dass ich damit (dennoch) gut leben kann (ich kenne es aber - im Negativen - auch ganz anders). Zur Mondbetrachtung sind wohl ohnehin Teleskope vorzuziehen, bzw. "Taggläser". Wichtig ist der (hier vorhandene) gute Kontrast und die punktförmige Sternabbildung.

Das 8x42 dunkelt einen aufgehellten Himmel bei mir in Graz bereits ganz leicht ab(!), erst mein (schwaches) 10x60 Porroglas tut das gar nicht, sodass ich persönlich wenig Bedenken habe, auf ein besseres 10x50 Porro aufzurüsten und 10x40/42 bzw. 12x50 vorerst beiseite geschoben habe. 10x42 dürfte für Hamburg aber ideal sein. Nur hätte ich schwerere Bedenken wegen der Nebel und Galaxien, die du unter prächtigem finnischen Himmel eigentlich am besten (freihand)mit einem 7x50 oder 8x56 beobachten könntest (10x50 stellt hier schon einen Kompromiss dar). Nebel und Galaxien ect. zählen überdies zu den am besten mit passenden Ferngläsern beobachtbaren Himmelsobjekten! In Hamburg wirst du das meist ohnehin vergessen können (zumindest mit Ferngläsern).

Vielleicht ist doch AP 5 (also 8x40/42 oder 10x50) der vertretbarste Kompromiss, wenn du wirklich nur ein Glas willst? Wenn es kompakt sein soll (Tag), in Dachkant-Bauweise (auch als 10x50 - würde ich wohl machen)? Müsste da die Suche von vorne beginnen? Ich glaube, mit um die 300 Euro Kapital könnte man da schon fündig werden.

Wohlgesinnte Zusatzfragen mit Grüssen,
Herbert
 
Hallo, Herbert,

erstmal vielen Dank für Deinen Rat.

Zitat von lestrade:
Nur hätte ich schwerere Bedenken wegen der Nebel und Galaxien, die du unter prächtigem finnischen Himmel eigentlich am besten (freihand)mit einem 7x50 oder 8x56 beobachten könntest

Tja, das ist wirklich etwas verzwickt. Hier in Hamburg habe ich ja nun auch zwei Teleskope zur Verfügung - hier geht es mir einfach darum, dass ich auch gerne einfach mal freihand (ist mir wichtig) so den Himmel weiter erkunden möchte, mit den Teleskopen beobachte ich immer recht zielgerichtet. Auch hat man mehr Beobachtungszeit und muss nicht soviel an der Ausrüstung vor- und nachbereiten. Aber gerade weil ich hier ja auch die "echten Tuben" jederzeit zur Verfügung habe, wenn mir danach ist, spielt die Ergonomie eine größere Rolle im Verhältnis zur optischen Leistung.

Im Urlaub wäre dann allerdings das Fernglas meine oft einzige Ausrüstung. Dafür bin ich auch nur ein, zwei Wochen im Jahr da und das auch nicht nur zum Spechteln. Hier hätte ich dann allerdings nicht das ideale Gerät dabei, was in Finnland schade wäre - die Milchstraße da oben ist der Wahnsinn.

Zitat von lestrade:
Vielleicht ist doch AP 5 (also 8x40/42 oder 10x50) der vertretbarste Kompromiss, wenn du wirklich nur ein Glas willst? Wenn es kompakt sein soll (Tag), in Dachkant-Bauweise (auch als 10x50 - würde ich wohl machen)? Müsste da die Suche von vorne beginnen?

Sollte es bei einem Gerät bleiben, wäre also wohl 8x42 das richtige - ich fand 10x Vergrößerung beim Testen einfach "ergiebiger", aber das konnte ich leider nicht am Nachthimmel verifizieren.

Angesichts des günstigen Vorschlags von dir könnte ich natürlich auch erstmal ein 10x42 Dachkant zu 140€ kaufen und dann vielleicht zur nächsten Reise besagtes 8x50 Porro, wie Nikon Action VII.

Stellt sich nur die Frage, ob man vom Qualitätsaspekt her mit einem 8x42 oder 10x50 dann generell besser fährt als mit zwei Einstiegsmodellen. Das muss ich wohl aber mit mir selbst ausmachen.

Es wurmt mich auch immer noch die Frage, warum mir beim Testen der krasse Unterschied im Gesichtsfeld nicht aufgefallen ist. Ich werde im Laufe der Woche auf jeden Fall noch ein weiteres Geschäft anfahren und nochmal testen.

Grüße und CS,
Pascal
 
Hallo,

Du willst ja im Wesentlichen astronomische Beobachtungen machen, dann wäre ein 10x56 evtl. eine Alternative. Ich habe das Nikon Monarch 10x56 dafür, welches astronomische sehr gut ist. In der Tageslichtbeobachtung stört der Farbfehler allerdings recht stark.

Meinen Testbericht zu dem Glas findest Du hier

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo, Andreas,

vielen Dank für Deinen Beitrag und den ausführlichen Test. Besonders interessant fand ich die Abweichungen zwischen Werksangaben und deinen Messwerten. Auch wenn die Ermittlung der optischen Parameter sicherlich Spielraum zulässt, spätestens beim Gewicht musste ich schmunzeln.

Grundsätzlich möchte ich auch am Tage beobachten, hatte das im Eingangspost aber nur kurz erwähnt, astronomische Beobachtung steht im Vordergrund. Ich stelle fest, dass alleine die astronomische Beobachtung je nach Einsatzort nicht vereinbare Leistungsmerkmale erfordert - hatte mir das nicht soo schwierig vorgestellt :-D

Ich überlege, ob ein 8x42 nicht doch einen guten Kompromiss darstellen würde, der mir in Hamburg nicht zu drastischen Einbußen führen wird, das Fernglas aber universeller einsetzbar macht, auch am Tage. Hier gibt es ja auch ein Monarch-Modell, also: Händler finden und alles nochmal anschauen, auch 10x56.

Grüße und CS,
Pascal
 
Hallo Pascal!

Nochmals kurz, da ich eine längere Antwort beim Blättern hier gerade verwurschtelt habe.
Bei 8x42 allein fehlt dir halt Vergrösserung, bei 10x42 (an sich super für Hamburg und Natur tagsüber!) plus lichtstarkes 8x50(56) fehlt dir (in beiden Fällen) u.U. Gesichtsfeld! Nur ein möglichst gutes 10x50 Dachkant könnte nahezu alles vereinen, am wenigsten darunter noch Kompaktheit bieten, aber schon mehr als ein Porro-Glas. Lappland zuliebe etwas mehr schleppen, oder ein 10x42 zusätzlich (für Hamburg und Umgebung beste Wahl)?
Mein Resümee für weiteres persönliches Räsonieren. ;-)

Dass die Parameter so gegenläufig sein müssen! Ich weiss!

CS ! ( - diesbez. am Wichtigsten, doch am wenigsten steuerbar)

Herbert
 
Nächtlicher Nachtrag: Bei zwei Gläsern wäre natürlich ein 10x50 Porro nochmals die bessere Wahl, wegen des potentiell grösseren Gesichtsfelds.

Grüsse!
Herbert
 
Hi, Herbert,

hatte mich schon gewundert, warum ein 8x50 kein größeres Gesichtsfeld als ein 10x50 gleicher Bausweise haben soll ;-) Dein nächtlicher Nachtrag hat dann mein Weltbild wieder ins Lot gebracht.

Ein spontaner Besuch bei dem Elektrofachhandel, der nach dem sechsten Planeten benannt ist, war sehr ernüchternd, die hatten nur eine Marke ausgestellt (Steiner), etwas zu teuer für mich. Immerhin war aber auch ein 8x42 und ein 8x56 Dachkant ausgestellt, das Letztere war viel zu groß und zu schwer für meinen Geschmack. Ich denke, ein 10 (oder 8) x 42 ist doch das richtige, wie ich eingangs schon erwogen hatte.

Um dem Räsonieren wieder Vorschub zu leisten - Es bleibt die Frage, ob 8x oder 10x. 8x wäre wohl ein Allrounder, 10x für Hamburg besser. Ich tendiere ehrlich gesagt zum 8x, eben weil es universeller einsetzbar wäre, z.B. in Lappland. Ggf. müsste man beides mal in Hamburg ausprobieren. Bei 8x42 ist die Produktvielfalt ja erschlagend.

Soweit der Stand der Dinge :-)
Grüße,
Pascal
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Pascal,
die Bewertung der Fernglasleistung hat (wie bei allen visuellen Geräten) viele subjektive Komponenten.
Meiner Meinung nach wird das Gesichtsfeld und die Randschärfe bei freihändig benutzten Geräten etwas überbewertet. Wenn man durch ein Glas schaut, dann konzentriert man sich auf die Bildmitte. Der Rand wird ohnehin nicht scharf gesehen. Wenn man ein Objekt am Rand sehen will, bewegt man das Glas so, dass das Objekt dann in der Bildmitte ist. Anders ist die Situation, wenn man das Glas auf ein Stativ montiert. Bei fest montierten Gläsern bewegt sich der Blick eher im gesamten Gesichtsfeld, hier ist eine möglichst hohe Randschärfe natürlich vorteilhaft. Ich habe das beim Zeiss 10x50 bemerkt. Wenn man so ein Glas freihändig benutzt, dann stört mich die Randunschärfe nicht, bei Benutzung eines Stativs schon.
Ein großes Gesichtsfeld ist bei bewegten Objekten vorteilhaft. Bei Astrobeobachtungen kann man (meiner Meinung nach) auch mit einem moderaten Feld leben.
Ich beurteile ein Glas vor allem nach der Mittenschärfe (kann man sehr gut am Mond oder weit entfernten, kontrastreichen irdischen Objekten - z.B. Kirchtumuhren - beurteilen), dem Streulicht (Straßenlampe, bzw. - mit entsprechender Vorsicht - irdische Beobachtungen bei tiefstehender Sonne in Sonnennähe) und Transmission (ist schwieriger zu beurteilen, wird im Vergleich mehrerer Gläser an großflächigen Nebeln deutlich). Für sehr wichtig halte ich auch die mechanischen Eigenschaften, hier besonders eine tadellos funktionierende Fokussierung.
Natürlich sind ein möglichst großes Gesichtsfeld und eine hohe Randschärfe auch nette Eigenschaften, aber bei kompakten Gläsern meist nur bei entsprechend teuren Gläsern der Spitzenklasse bzw. bei nicht so kompakten und schwereren Porrogläsern erhältlich.

CS. Frank
 
Hallo Pascal!

Dann würde ich auch zum 8x42 raten! Sterne kannst du damit auch bei schlechterem Himmel in Hamburg noch gut betrachten, Nebel und Galaxien in Lappland aber mit einem 10x42 dann vermutlich schlechter (AP 4,2). Das Glas soll für deine Zwecke ja zusätzlich kompakt sein.
Lichtschwächere, flächige Objekte bei nicht zufällig mal klarerem Himmel in Stadtnähe zu beobachen, ist (offenbar) illusorisch. War gestern mit meinem TS 8x42 im Süden von Graz (immerhin 12km) wieder draussen auf der Jagd nach Andromeda: vergiss es. Als unvorhergesehen Hochnebel-Schleier kamen, leuchtet WIEDER alles im Nordwesten! Sterne waren aber einige Zeit lang halbwegs gut zu sehen (Aufhellung auch bei AP 5,25 noch sekundär). Das Handling (auch Gewicht...) war tadellos. Eine gewisse Randschärfe finde ich auch freihand nicht unbedeutend. Man möchte doch wenigstens zwei Orion-Gürtelsterne nebeneinander scharf sehen? (Ganz) Billiger Kram kriegt das anscheinend nicht hin, man muss ihn daher - selbstredend - meiden. Ein ausreichend großes Gesichtsfeld halte ich fürs fernglastypische Orientierungssehen wichtig. Wenns allerdings dafür deutlich mehr GF sein soll, könnte man auf ein kleiner vergrößerndes Taschenglas (6x18?) parallel zurückgreifen (und es im Theater, für Altarbilder...sonst verwenden). Lambert Spix empfiehlt das in seinem lesenswerten Fernglas-Buch (S.85), wobei er dabei anscheinend v.a. an das Hervortreten nur der hellsten Sterne denkt (und ein 10x25 mit 7° vorschlägt).

Such dir was Schönes aus! Viel Freude!
Herbert
 
Hallo, ihr beiden,

vielen Dank für die weitere Unterstützung. Der 8x42-Gedanke ist nun soweit ausgereigt. Ich war gerade nochmal beim Outdoor-Händler und dort konnte ich nochmal alles genau begutachten. Die Auswahl war zwar wieder klein, aber zu folgenden Schlüssen hat es gereicht:

1) Das Nikon Action VII 10x50 (Porro, 65°) hat tatsächlich das größere Gesichtsfeld als das Nikon Sporter 10x50 (Dachkant, >50°). Der Unterschied war subjektiv so gering, dass man wirklich schon genau hinschauen musste. Das verwundert mich, da ich z.B. ein 60° Planetary und ein 72° Übersichtsokular habe, bei denen ich den Unterschied als eklatant empfinde. Soll aber weiter nicht stören, anscheinend kann man auch mit 50° und mehr SGF gut leben.

2) Das tatsächliche Feld mit einem 8x42 ist soviel größer, als bei z.B. einem 10x50 gleichen Fabrikats, dass man wirklich mehr sieht (natürlich dafür nicht so stark vergrößert).

3) Ein 8x42 lässt sich noch recht komfortabel freihändig bedienen und ist in Puncto "allgemeiner Mitnehm-Tauglichkeit" die Obergrenze. Ein 10x50 ist schon soviel größer und schwerer, dass ich das garnicht mehr mit mir rumschleppen wollen würde.

Also stellt sich noch die Frage, welches 8x42. Momentan stehen zum Diskurs:

- Nikon Monarch 8x42 (280€)
- TS Triplet 8x42 (130€)
- TS Adventure 8x42 (130€ - Unterschied??)
- Vixen Atrek 8x42 (250€)

Gibts hier Empfehlungen?
Das Vixen hatte ich erst garnicht auf dem Zettel, liest sich aber nicht schlecht. Eine Chance, das im Laden mal anzufassen finde ich hier wohl nicht.

Grüße,
Pascal
 
Hallo Pascal,

ich würde auch noch folgende Ferngläser in die
engere Auswahl nehmen:

- Kite Birdwatcher 8x42, 8,2° TG = 65° SG
bei www.orniwelt.de: Preis 262,- EUR

- Swift Audubon 8,5x44, 8,2° TG = 65° SG
bei www.optixxx.de: Preis 379,- EUR
(zwar etwas über 300 EUR, wird aber immer wieder gelobt).

Habe schon öfter gute Kritiken über diese beiden Gläser
gelesen, vor allem wegen des großen Gesichtsfeldes und der recht guten Qualität.

 
Hi, Andre,

auch dir danke ich für deine Beteiligung. Das Birdwatcher liest sich super, allerdings wollte ich gerne ein Dachkant, da ich das Fernglas auch unterwegs und auf dem Wasser verwenden werde.

Das Swift trifft ins Schwarze, aber der Preis... noch ist nichts entschieden :-)

Grüße,
Pascal
 
Hallo Pascal,

bin selbst auf der Suche nach einem entsprechenden 8x42 Dachkant.
Schau dir das mal genauer an:

Pentax DCF HRc 8 x 42, Sehfeld bei 1000m = 131m, Bak4 Prismen, Phasenkorrektur usw.
Gibt es für 260 Euros im inet.

Habe noch kein Geschäft zum Durchschauen gefunden, das es führt. Wohne in der tiefsten Provinz.

Das Pentax ist mein absoluter Favorit!

Gruß
Theo
 
Hallo,

von Pentax würde ich die Finger lassen. Seit meinem Großvater waren wir treue Pentaxkunden, Pentaxaner, wie Pentax es nennt.

Vom Kundendienst wurden wir jedoch bitter enttäuscht. Es war beleidigend und einfach unwürdig.

Soweit ich weiß wurde Pentax schon mal aufgekauft (HOYA Gruppe), doch von Besserung fehlt jede Spur. Aus meiner Erfahrung heraus ist Pentax sehr "unjapanisch" was den Umgang mit Kunden angeht. Mehr Lösungsorientierung und bessere Manieren wären letztes Jahr hilfreich gewesen.

Pentax? Wozu, es gibt bessere Ferngläser. Beispielsweise der amerikanische Familienbetrieb VORTEX - Spitzenferngläser zu einem sehr günstigen Preis und lebenslange Garantie ohne wenn und aber.

Ich habe mir letztes Jahr ein 10x50 Diamondback Dachkant geordert. Es ist eines der leichtesten Ferngläser, sehr gut verarbeitet und die optische Qualität konnte mich auch überzeugen. Damit lässt sich sogar jeder Vogel im Flug problemlos scharf halten und verfolgen.
 
Fein, fein, soviele neue Antworten :-)

Andre, habe das HHS-Modell glatt übersehen. Die Testberichte überschlagen sich vor Lob, vor allem das ebene Feld wird sehr gerühmt - da werde ich langsam nachdenklich, ob ich aufs Budget noch eine Schippe drauflegen soll. 8,5x ist auch schonmal etwas mehr als 8x und die AP ist etwas kleiner, was für Hamburg sicher nicht schadet und auch fürs wirklich Dunkle mit >5,1mm noch groß genug ist.

Nichtsdestotrotz, 8x42 bleibt zumindest erstmal Favorit, insbesondere wegen der Anschaffungskosten. Das VORTEX scheint hier auch in sehr interessanter Vertreter zu sein.

Also, nun muss ich mich nurnoch mal endlich entscheiden :-)

Grüße,
Pascal
 
Hallo, zusammen,

wollte mich (bei diesem schönen Wetter nur mal kurz) melden und über den Stand der Dinge berichten. Ich habe mir vor wenigen Tagen ein Pentax DCF HRc 8x42 gekauft. Habe es bei einem seriösen Händler für nicht mal 260€ bekommen. Die Warnung wegen der Kundenbetreuung habe ich nicht auf die leichte Schulter genommen, aber ich denke, die meisten Vorfälle jedweder Art werden im Zweifelsfalle ja eh über den Händler abgewickelt. Technisch gesehen habe ich mit Pentax bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, hatte früher eine SLR von Pentax und meine aktuelle Digiknipse ist auch von denen.

Also, was kann ich berichten:

- Ergenomie: Hervorragend, da kompakt und leicht. Liegt sehr gut in der Hand. Das Fokussierrad macht 1,5 Umdrehungen, könnte noch etwas leichter gehen, ist aber gut zu erreichen. Die Augenmuscheln sind herausdrehbar und rasten an verschiedenen Stellungen ein. Selbst beim härteren Drücken auf die Augenmuschel verstellt sich nix.

- Verarbeitung: Es gibt hier nichts auszusetzen. Die Materialien wirken ansprechend und gut verarbeitet. Es wackelt oder klappert nichts. Die Knickbrücke ist nicht zu starr und nicht zu weich. Alles läuft geschmeidig.

- Färbung/Farbfehler: Weißes Papier ist auch durch die Optik weiß. Das Gerät ist sehr farbneutral. Wenn überhaupt ist eine Tendenz zu Grün feststellbar, da muss man aber schon Färbung "suchen". Farbsäume sind an sehr harten Kanten (z.B. Strommast) leicht grünlich erkennbar, aber gering ausgeprägt. Bei der Vogelbeobachtung (geht bei uns hier im Moor prima) stört nichts. Habe schon ein par Elstern beobachtet und die weißen Flecken und die prächtigen blauen Flügel kommen sehr schön heraus, kein Anlass zur Kritik.

- Reflexe/Seitenlicht: Beim direkten Blick auf eine Straßenlaterne fallen geringe Reflexe auf, die aber nur als zwei sehr kleine Scheibchen (fast Punkte) abhängig vom Einblickwinkel auffallen. Bei gedimmteren Leuchten - Gartenlicht z.B. gibt es garkeine Reflexionen, also hier bin ich angenehm überrascht. Streulichtprobleme gibt es praktisch nicht. Die Laterne muss nur gerade aus dem Gesichtsfeld heraus sein und es ist alles wieder dunkel. Bei starker Sonnenlichteinstrahlung ist eine leichte Aufhellung im äußeren Gesichtsfeld zu erkennen. Ich konnte trotzdem noch 20km entferne Objekte (Blick über Hamburg von einem "Berg" am Stadtrand aus) gut ausmachen, also hält sich im Rahmen und beeinträchtigt die optische Leistung nicht zu sehr.

- Bildfeld/Einblick: Der Einblick ist für mich nur ruhig, wenn ich die Augenmuscheln ganz herausdrehe, ansonsten kommt es zu Kidneybeaning. Sind die Muscheln aber herausgedreht hat man einen ruhigen Einblick. Andere Modelle waren hier etwas unkritischer (z.B. Nikon Action).
Das Bildfeld ist eben und die Randschärfe am Tag sehr ordentlich. Am Tage fällt Randunschärfte sogar überhaupt nicht auf, der Test am Nachthimmel steht noch aus. Beim Blick auf die Mauer ist keine Verzeichnung auszumachen. Die Austrittspupille ist schön rund, Prismen sind also ausreichend dimensioniert.

Also ich bin bisher sehr überzeugt von dem Gerät. Einzig der Einblick könnte Anlass zur Kritik geben, wenn man mit den Einrastpositionen der Augenmuscheln nicht auskommen sollte. Farbe und Ebenheit des großen Gesichtsfeldes sind sehr angenehm. Randschärfe scheint am Tage ebenfalls nicht zu enttäuschen. Ich hoffe, heute Abend ist der Himmel noch halbwegs frei, sieht gerade noch ganz gut aus. Sollten die Tests am Sternenhimmel dann meine Beobachtungen am Tage untermauern werde ich das Glas auf jeden Fall behalten.

Und nun gehts erst mal wieder unter die schönes Sonne :-)
Grüße und CS,
Pascal
 
Der Himmel ist leider fast durchgängig bewölkt, aber hier kommt schonmal ein kleines Zwischenfazit zum Glas:

Der Mond lässt sich in seiner aktuellen Phase (viertel zunehmend) gänzlich ohne Reflexionen beobachten, also wie bereits im Garten an künstlichen Lichtquellen festgestellt. Da scheint Pentax ganz gute Arbeit gemacht zu haben.

Die Randschärfe lässt sich wegen der vielen Wolken leider nur schlecht beurteilen. Im Gegensatz zur Tagbeobachtung fällt wie erwartet die Schärfe zum Rand hin ab. Koma hält sich sehr stark in Grenzen und ist nur am äußersten Rand auszumachen, wobei die Unschärfe "überwiegt". Der Eindruck vom Tage, dass das Pentax ein sehr ebenes Bild hat sehe ich hier mit meinen Laien-Augen erstmal bestätigt. Ein abschließendes Urteil steht aber noch aus - mal sehen was der Sternenhimmel in ein, zwei Stunden sagt.

Grüße und CS,
Pascal
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Pascal,

das hört sich doch schon sehr gut an. Was Du unbedingt machen musst, ist die Garantiekarte vom Händler 1.ausfüllen, 2.stempeln und 3.unterschreiben lassen.

Treten Schäden nach 6 Monaten auf, müsstest Du dem Händler beweisen, dass die Schäden bereits vor Kauf bestanden. (Beweislastumkehr bei der 24 monatigen Gewährleistung) Die Garantie wird ohne das Prozedere mit der Garantiekarte abgelehnt.

Weigert sich der Händler die Garantiekarte kostenlos auszufüllen, zu stempeln und zu unterschreiben, so kannst Du vom Kaufvertrag zurücktreten, da die Ware vertragswidrig ist - Du hast ja ein Fernglas MIT Garantieanspruch gekauft (sofern der Händler mitspielt).

Viel Spaß mit dem Fernglas :-)
 
Hi, Philipp,

vielen Dank für den Tip. Mein Händler hat die Karte ausgefüllt und gestempelt. So kann wohl nix mehr schief gehen - hoffentlich.

Habe das Glas auch nun unter dunklem Himmel testen können, M42, Pleiaden und andere offenen Sternenhaufen sind ein Hochgenuss. Direkt in Hamburg sind AP 5,2 schon recht hell, aber es ist noch keine direkte Aufhellung zu erkennen - ich habe das Glas ja auch für Freizeit und Urlaub gekauft, also es wird mir oft und vielerorts sicher gute Dienste leisten.
Die Randschärfe bewegt sich am Sternenhimmel durchaus in einem sehr ansprechend niedrigen Bereich und das Gesichtsfeld ist schön groß. Die Ergonomie erfüllt meine Erwartungen vollends. Ich musste auch feststellen, dass mehr als 8x nichts für meine Hände gewesen wäre. So kann ich es noch recht ruhig halten.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden und werde das 8x42 DCF HRc behalten.

Grüße und CS,
Pascal
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben