Dachsternwarte - aber wie optimal ausbauen ?

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Hallo Sterngucker,

ich möchte meine Dach ein wenig ausbauen, um ungestört spechteln zu können. Die Vorteile die ich mir erhoffe :
-Schnell einsatzbereit, da schon aufgebaut
-PC gleich nebenan
-Astrofotografie
-keine umständlichen Wege bis zum Stadtrand
-etc.

Nun meine Fragen, mit der Hoffnung auf Antwort.

1. Falls ich ein einfaches Dachfenster nehme, soll ich es auf die Nord oder die Südseite einbauen ? Welche Himmelsrichtung ist ergiebiger ? (Mein Wohnort zwischen Heilbronn und Heidelberg)

2. im Internet habe ich eine tolle Lösung gefunden, den Dachgiebel zu öffnen und per Schiebevorrichtung zur Seite zu schieben. Ist das unkompliziert und professionell ? Muß man hier auf die "Genehmigungslaune" des Bauamtes hoffen ?

3. Muß finanziell im Rahmen bleiben.

Wenn ihr irgendwelche Links oder Tipps habt würde ich mich freuen.

Viele Grüße
Jörg
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />
 
Hallo Jörg,

du solltest schon die freie Sicht Richtung "Süden" haben.
Dort ist der Meridian, wo alle Objekte zur gegebenen Jahres-
zeit/Uhrzeit den höchten Stand erreichen. Kulmination .
Ist das Fenster groß genug, bekommt man vielleicht noch die
Richtung "Ost" und "West" dazu.

Clear Skies, Detlef
 
Hallo Jörg,
ich habe vor ca. 6 Jahren eine Dachsternwarte im Neubauhaus eingerichtet, mit den Dachfenstern (Panorama- Schiebefenster) von sunshine- für mich die optimale Lösung. Die Abmessungen sind in Länge und Höhe frei wählbar, wobei sich die Fenster seitlich komplett wegschieben lassen; das bietet meines Wissens kein anderer Hersteller. Das Fenster aus dem SUW Heft 2/97 von Werner Düskau ist ein Braas- Element, das sich nur zu 2/3 wegschieben läßt und relativ kleine Abmessungen hat. Der wegschiebbare Giebel (evtl. auch Fa. sunshine) ist eine gute aber die mit Abstand teuerste Variante. Bei den Kosten sollte man aber bedenken, dass es sich um eine einmalige Investition ohne Folgekosten handelt, die sich allemal lohnt. Ich würde hier von einfachen Bastellösungen abraten. Man gewinnt einen hohen Beobachtungskomfort, gerade auch an Tagen, an denen es nur zeitweise aufklart und eine Fahrt in die Peripherie zu unsicher wäre. Ein ganz entscheidender Vorteil liegt in der Familienfreundlichkeit der Dachsternwarte: die Beobachtung kann jederzeit unterbrochen werden und man kann sich z. B. seiner Frau widmen! Ich möchte auf die ortsfeste Sternwarte nicht mehr verzichten.
Viele Grüße


Peter
 
Hallo Jörg,
die bisher vorgeschlagenen Lösungen, vor allem von Peter sind sicher sehr gut.
Es gibt aber noch eine Variante, die manchmal einfacher und kostengünstiger zu realisieren ist und
auch vom so genannten "local seeing" her oft besser ist.
Dies wäre ein Balkon (Krähennest) an
einer Giebelseite des Hauses, wo man möglichst nach Süden und Westen oder Osten viel weniger Probleme mit
dem aufgeheizten Dach und sonstigen "Seeingquellen" hat.
Eine Säule kann dabei fest installiert sein, Montierung und Fernrohr halt nicht.
Wo möglich hat diese Variante weniger Kosten, kaum Eingriffe in die Dachstatik, keine Dichtigkeitsprobleme
zur Folge und kann auch seitens der Behörden "genehmigungsfähiger" sein.
CS
*entfernt*
 
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Hallo Leute,

vielen Dank für die guten Tipps von Euch. Jetzt kann ich doch besser planen. Ich möchte nämlich länger was davon haben und frage mal beim Fensterhersteller nach den Kosten. Schiebedach klingt wirklich super. Ichsuch mir mal die Adresse der Fa. Sunshine aus dem Internet raus.

Das Krähennest geht leider nicht. Kein brauchbarer Balkon vorhanden.

Schreibt ruhig weiter, bin für jede Info dankbar.

Viele Grüße <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />

Jörg
 
Hallo Jörg

Genau wie Peter habe ich bei meinem Neubau vor zwei Jahren auch ein Sunshine Schiebefenster einbauen lassen. Ich bin sehr zufrieden damit und kann alle Geräte aufgebaut lassen und mit Rollenuntersätzen unter die Dachöfnung (2x2 Meter) schieben.Zeitenweise haben wir mit drei Geräten gleichzeitig beobachtet und es nicht als einengend empfunden. Eine gewisse Auskühlzeit benötigst Du natürlich schon, nur hat man hier den Vorteil in der Zwischenzeit noch was anderes tun zu können. Was die Seeinganfälligkeit angeht, kann ich nur sagen, dass die bisherige Bodennähe in meiner Gartensternwarte mehr Seeingprobleme bereitet hat wie bei meiner Dachsternwarte (2.5 stöckig) in fünf Metern Höhe.

Gruss Daniel
 
Hi Daniel,

würdest du bitte mal den preislichen Rahmen einer solchen Einrichtung darlegen?

Danke und Gruss
Wilhelm
 
Hallo Jörg,

hier erst mal noch einen Link der Fa. Sunshine. Hier werden mehrere Möglichkeiten (auch die des auffahrbaren Dachgiebels) vorgestellt:

Sunshine

Gruß Daniel
 
Hallo Wilhelm,

du solltest für ein 2 x 2 Meter großes Panorama-Dachfenster mit Sonnenschutzverglasung (Ipasol Blau) schon um 8.000€ einplanen. Kann dies auch nur in etwa sagen, weil bei uns vor ca. 2 Jahren die Kosten mit dem Wegfall einer Gaube verrechnet wurden.

Unser Fenster wird vollständig nach rechts (von innen gesehen) unters aufgesetzte Dach geschoben. Dies erfolgt manuell, wenn man ein Fenster nimmt, dass nach oben geschoben werden soll, dann müßte man schon die Kosten für einen Motorantrieb mit einrechnen. Kommt halt immer auf die Gegebenheiten an.

Wir wurden damals von Herrn Rengier Klaus / Fa. Sunshine sehr gut betreut.

Gruß Daniel
 
Hallo Jörg,

Mein Fenster ist von Braas, Typ Atelier, Baujahr 1999. Größe Rahmen 1200x1400. Es gab damals noch eines im Format 1400x1400, ist zwar um einiges teurer, aber mit der Erfahrung von heute würde ich sicherlich das Größere nehmen. (Aber das ist eine andere Geschichte)
Dieser Fenstertyp ist ein Schiebefenster mit einem Öffnungswinkel von ca. 45°.
Soll heißen, es lässt sich nach dem Öffnen ca. 2/3 nach links oder rechts verschieben. 1/3 bleibt in der Führung.
Der Öffnungswinkel spielt aber beim Schiebefenster keine Rolle, es sei denn du lässt das Teleskop immer auf der Montierung oder du hast eine sehr hohe Säule. Ich habe mein Fenster nach Süden ausgerichtet.
Bei einer sehr steilen Dachneigung bekommst du da allerdings, neben der fast völligen Uneinsichtigkeit des Himmelsnordens, auch ein Problem mit Ost und West. Mein Dach hat zwar nur 36°, aber selbst da werden diese Richtungen schon recht ungemütlich.
Weiß nicht wie das mit der Genehmigung in Deutschland ist, bei uns reicht bei solch kleinen Vorhaben normal eine Info an den Bürgermeister der ist hier die oberste Bauinstanz.
Wenn ich mich richtig erinnere hat das Teil damals ca. 700-800 DM gekostet, habs über meinen Schwager in Deutschland gekauft.
Beim nachträglichen Einbau musste lediglich ein Stück vom Dachsparren rausgeschnitten und entsprechend der Fenstergröße ein stabiler Rahmen eingeschraubt werden.
Bis auf die Schneelastprobleme bin ich mit meiner Dachsternwarte mehr als zufrieden. Man kommt damit schon auf einige Beobachtungsstunden mehr.

Falls du noch Info brauchst schreib mir ein Mail.

Kurt
 
Hallo Jörg,

ich habe seit ca. 8 Jahren ein Brass 1400x1400 Fenster mit gemischten Erfahrungen im Einsatz.
- Für kurzbauende Systeme (SC, Mak ...) auf einer Montierung deren Drehpunkt mindestens in Höhe Unterkante Fenster ist reicht das Öffnungsfeld des Fensters. Liegt der Drehpunkt tiefer oder wird das Rohr länger wird das erreichbare Areal immer kleiner. Ich habe ein SC auf Vixen SP Monti und das paßt soweit.
- Seeing ist bei mir ein echtes Problem. Ich habe das Fenster in meinem Arbeitszimmer. Im Sommer ok, aber bedingt durch die Größe des Zimmers dauert das Auskühlen im Winter ewig. Dazu dann die bekannten Temperaturprobleme des SC und im Winter kannst du die Lösung knicken. Sollte der Raum mit dem Fenster klein und unbeheizt sein ist das natürlich günstiger. Auch die Art der Eindeckung macht was aus. Schwarze Betondachplatten heizen im Sommer noch mächtig nach und dann flimmert es mächtig.
- Dachfenster müssen in Deutschland aus Feuerschutzgründen genehmigt werden. Hier gilt, soweit ich weiß, 3m als Grenze zur Nachbarbebauung. Die Genehmigung solltest du auf jeden Fall einholen, da nette Nachbarn auch schon mal dazu neigen Bauämter zu informieren und dann darfst du im Extremfall zurückbauen. Vorsicht also.

In Summe: Funktionieren tuts, aber mit Einschränkungen.
 
Das klingt alles super.
Ich war auf der Page von Sunshine. Die haben ja recht gute Innovationen. Preislich kommt es mir vor, als ob dort auch die "Sonderwünsche" gleich recht teuer kommen. Ich finde, dass ein verschiebbares Fenster Normalität sein sollte, denn man ist ja wenig eingeschränkt.

Ihr habt mir ja tolle Tipps gegeben. Bei Velux schaue ich weiter nach, denn dort bin ich noch nicht fündig geworden.

Viele Grüße
Jörg
 
Hallo Jörg,
nun ja, "Sunshine" ist teuer und...fast die einzige Firma die so was macht.
Warum? Diese Teile sind bleischwer und brauchen eine super Mechanik und Sonderbeschläge um auf lange Zeit
zuverlässig zu funktionieren und dicht zu sein.
Nicht umsonst ist bei "normalen" Dachflächenfenstern für die meisten Hersteller bei ca. 140 x 140 cm Schluß.
Die fürchten -zu Recht- Ärger, wenn nach zwei Jahren das Wasser im Zimmer steht.
Wer von Euch ölt denn jedes Jahr die Beschläge seiner "normalen" Fenster an den dafür vorgesehenen
und sogar beschrifteten Stellen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
CS
*entfernt*
 
Hallo Günther

Als wir anfangs einen Hersteller suchten, sind wir bei Velux und Braas nicht fündig geworden. Ausschliesslich die Firma Limo (die es inzwischen leider nicht mehr gibt) führte damals diese Fenster. Firma Sunshine hat das Fenster von Limo übernommen und ihr eigenes Know how eingebracht.

Wir selbst sind über den Artikel eines Sternfreundes auf diese Art Fenster gekommen (Limo Dachfenster), da bei mir eine Kuppel von vorne herein durch die Stadt abgelehnt wurde.

Beschläge hat diese Konstruktion allerdings nicht, denn das Element läuft rollengeführt in Aluprofilen. Wegen der Dichtheit und Isolation braucht man sich konstruktionsbedingt keine Gedanken zu machen.

Bis jetzt hat dieses Fenster bei allen - ob Sternfreund oder nicht - Begeisterung ausgelöst, denn der Raum ist total lichtdurchflutet und wenn man es Tags über öffnet, hat man das Gefühl man steht draussen.
Hier nochmal zwei Bildchen von meiner fertigen Dachsternwarte.

Link zur Grafik: http://www.stahr-daniel.de/resources/Meine+Dachsternwarte.jpg

Link zur Grafik: http://www.stahr-daniel.de/resources/Ein+Teil+des+Fuhrparks.jpg

Gruss und endlich klare Nächte wünscht Daniel
 
Hallo Daniel,
schon klar, ich wollte das keineswegs kritisieren. Die Teile sind sicher gut und das lässt man sich bezahlen.
Läuft also auf Rollen und beim Öffnen in einen geschlossenen (geschützten Kasten).
Trotz der Schwere muss das sauber und leicht in Schienen laufen um sich beim Schließen satt
in die Dichtungen zu pressen. Auch die Rollen brauchen Schmierung und beim (Ver)schließen des Fensters
greifen Beschläge in den Rahmen, oder.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
Ich würde mal nachsehen, ob und wo da etwas Pflege (Schmierung) gut tut.
Wenn schon pulfriger Staub auftritt lässt der Anruf beim Kundendienst nicht mehr lange auf sich warten.
Wartungsfreie Fenster gibt es nicht.
Das kenne ich zur Genüge. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß
*entfernt*
 
Wow,

Hallo Daniel,

das sieht Klasse aus. Jetzt kann ich mir auch sehr gut vorstellen, wie der Blick nach Außen ist. Da kann man sich auch zu zweit noch gut bewegen.

Viele Grüße
Jörg
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
 
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