Zeitz86
Aktives Mitglied
Hallo ins Forum,
Ich bin Tamás, 37 und habe mir gedacht euch meine Erfahrungen und Aktivitäten der letzten 3 Monate als Wiedereinsteiger in dieses Hobby mit zuteilen und Danke für die indirekte und direkte Hilfe zu sagen. Einfach als Anregung zum Austausch oder auch als Tipps für andere (Wieder)einsteiger.
Mit 12 habe ich einen 60/700 Kaufhaus Refraktor geschenkt bekommen und diesen bis in die späte Jugend reichlich genutzt. Das Interesse an der Beobachtung lies dann nach (das Interesse an Astronomie allgemein nie).
Jetzt wollte ich meinen Sohn das erstemal Jupiter zeigen und hab den Refraktor vom Dachboden gekramt. Über das „Bild“ war ich dermaßen enttäuscht, dass auf einmal der Wunsch aufploppte in die visuelle Beobachtung wieder einzusteigen und ein „richtiges“ Teleskop anzuschaffen.
Die Teleskop-Wahl
Zunächst habe ich selber durch vieles lesen herzubekommen was für mich Sinn macht, aber nd was der Spaß kosten soll und so weiter. Und kurz bevor ich mir das „falsche“ gekauft habe ( 8“ f/6 auf Eq-2) habe ich dieses Forum entdeckt. Durch ein paar Hinweise bin ich dann auf einen 10“ f/5 Dobson von GSO gekommen. Dazu habe ich hier und in anderen Foren viel über Rockerboxen, Rollenlager, Teflon, Friktion, Kollimation, Seeing, Optik und und und erfahren können. Ohne das Verstehen und vorallem dem Interesse an technischen, optischen Grundlagen braucht man nicht mit diesem Hobby anfangen.
Da die letzten Monate aufgrund des Wetters wenig Gelegenheit gaben mein neues Teleskop mal mehr als ein paar mal für jeweils 1 h zu testen und der Vorfreude und Tatsache geschuldet, dass ich gerne Heimwerke habe ich bereits viel zur Optimierung eines Dobsons gelesen und gebaut. Als erstes wurde dir Rockerbox verstärkt, das Teleskop fahrbar gemacht (das Gehucke von der Terrasse in den Garten hat mir wenige Male gelangt), innen velouriert, außen isoliert, einen HS-Blendenring installiert, eine Streulicht/Tauschutz Kappe hergestellt ( vor 2 Wochen tatsächlich gewinnbringend eingesetzt) und natürlich auch einen Sonnenfilter mit der Baader Folie gebastelt. Zu guter Letzt habe ich noch einen „manuellen Dob-Drive“ gebaut um dem leidigen Friktions und Balancethema aus dem Weg zugehen. Dies werde ich im Technik Forum noch vorstellen. Es ist eine Adaption der „Zlowmotion“ Steuerung welche vor paar Jahren mal bei Cloudynights vorgestellt wurde. Bin von dieser Funktion begeistert, butterweiche, schwingungsarme Nachführung auch bei 250x sowohl horizont- als auch zenitnah.
Die Okulare
Ein wahrer Dschungel tat sich auf. Was soll man nur nehmen. Und die Preisspannen…Wahnsinn. Als Einsteiger ist man da völlig überfordert. Zum Glück gibts das Forum bei welchem ich viele Grundlagen und Hinweise zum Thema Okular lesen und erfragen konnte. Nach testen von TS Okularen und Hyperions bin ich bei ES 82 gelandet. Über Gebrauchtportale konnte ich fast alle Okulare günstiger bekommen. Leider fehlt mir aus der Reihe noch das 24er.
Einen ES HR Komakorrektor werde ich nächste Woche auch testen können. Bin gespannt was er bringt.
Filter
Für die visuelle Bobachtung ein Muss, das habe ich schnell mitbekommen. Zum Glück konnte ich einen Lumicon 2“ UHC zum Schnäppchenpreis gebraucht ergattern und war absolut sprachlos als ich M42 das erste mal richtig gesehen habe. Was habe ich als Jugendlicher nächtelang versucht mit meinem Refraktor vergeblich diesen zu sehen. Ein schöner Moment.
Für die Sonnenbeobachtung habe ich zusätzlich zur Baader Folie noch einen UV/Ir Sperrfilter geholt. Zudem einen variablen Polfilter. Ich hätte nicht gedacht, dass man vom Mondlicht derart geblendet werden kann.
Der nächste Filter wird definitiv ein H-Beta. Also wenn ihr einen übrig habt?
Das Beobachten
Da stand ich nun das erstmal mal im Garten unter einem eher aufgehellten Himmel (3,5 mag)
Und wollte Beobachten. Wie finde ich mein Objekt wenn ich mit den Augen nur wenige Sterne zur Orientierung habe und im Sucher und Teleskop alles gespiegelt ist. Da war schnell Frustration da. Auch hier half das Lesen im Forum. Und das Star Hopping Prinzip mit der Sky Safari App war für mich die Lösung. So führte das bei der nächsten Beobachtungsgelegenheit zu meiner Erstbeobachtung von Uranus und des Eulennebels (hier lernt man schön das „indirekt“ sehen) Zusätzlich habe ich mir mit dem Eye &Telescope Programm eine Beobachtungsliste erstellt. Anders als mit Skysafari kann man hier sehen wie die Wahrnehmung eines Objektes voraussichtlich sein wird. Das hilft beim Suchen ungemein weil man einen Eindruck davon bekommt was man zu erwarten hat und was nicht.
Ich fühle mich im Hobby wieder angekommen und habe richtig Vorfreude wenn die Nächte endlich wieder länger klarer werden. Ich hoffe am 1.3. ist eine klare Nacht.
Damit andere Einsteiger eine Vorstellung der Kosten bekommen. Ganz am Anfang meiner Wiedereinstiegsidee habe ich frei von Wissen und naiv mit 500€ Kosten für ein Einstiegs-Setup gerechnet. Das passte zu meinen Wünschen aber nicht zusammen und so sind bis Dato rund 2000€ zusammengekommen, davon mehr als die Hälfte für Zubehör, vor allem Okulare.
Mein Setup:
10“ f/5 GSO Dobson mit fahrbarer Rockerbox
TSWA 30 mm
ES 82: 14, 6,7, 4,5 mm
ES HR 2 Komakorrektor
Lumicon 2“ UHC
Optolong 2“ UV/IR
ES 2“ var. Polfilter
Also Vielen Dank ans Forum, das Lesen hier hat mir extrem geholfen.
Grüße
Tamás
Ich bin Tamás, 37 und habe mir gedacht euch meine Erfahrungen und Aktivitäten der letzten 3 Monate als Wiedereinsteiger in dieses Hobby mit zuteilen und Danke für die indirekte und direkte Hilfe zu sagen. Einfach als Anregung zum Austausch oder auch als Tipps für andere (Wieder)einsteiger.
Mit 12 habe ich einen 60/700 Kaufhaus Refraktor geschenkt bekommen und diesen bis in die späte Jugend reichlich genutzt. Das Interesse an der Beobachtung lies dann nach (das Interesse an Astronomie allgemein nie).
Jetzt wollte ich meinen Sohn das erstemal Jupiter zeigen und hab den Refraktor vom Dachboden gekramt. Über das „Bild“ war ich dermaßen enttäuscht, dass auf einmal der Wunsch aufploppte in die visuelle Beobachtung wieder einzusteigen und ein „richtiges“ Teleskop anzuschaffen.
Die Teleskop-Wahl
Zunächst habe ich selber durch vieles lesen herzubekommen was für mich Sinn macht, aber nd was der Spaß kosten soll und so weiter. Und kurz bevor ich mir das „falsche“ gekauft habe ( 8“ f/6 auf Eq-2) habe ich dieses Forum entdeckt. Durch ein paar Hinweise bin ich dann auf einen 10“ f/5 Dobson von GSO gekommen. Dazu habe ich hier und in anderen Foren viel über Rockerboxen, Rollenlager, Teflon, Friktion, Kollimation, Seeing, Optik und und und erfahren können. Ohne das Verstehen und vorallem dem Interesse an technischen, optischen Grundlagen braucht man nicht mit diesem Hobby anfangen.
Da die letzten Monate aufgrund des Wetters wenig Gelegenheit gaben mein neues Teleskop mal mehr als ein paar mal für jeweils 1 h zu testen und der Vorfreude und Tatsache geschuldet, dass ich gerne Heimwerke habe ich bereits viel zur Optimierung eines Dobsons gelesen und gebaut. Als erstes wurde dir Rockerbox verstärkt, das Teleskop fahrbar gemacht (das Gehucke von der Terrasse in den Garten hat mir wenige Male gelangt), innen velouriert, außen isoliert, einen HS-Blendenring installiert, eine Streulicht/Tauschutz Kappe hergestellt ( vor 2 Wochen tatsächlich gewinnbringend eingesetzt) und natürlich auch einen Sonnenfilter mit der Baader Folie gebastelt. Zu guter Letzt habe ich noch einen „manuellen Dob-Drive“ gebaut um dem leidigen Friktions und Balancethema aus dem Weg zugehen. Dies werde ich im Technik Forum noch vorstellen. Es ist eine Adaption der „Zlowmotion“ Steuerung welche vor paar Jahren mal bei Cloudynights vorgestellt wurde. Bin von dieser Funktion begeistert, butterweiche, schwingungsarme Nachführung auch bei 250x sowohl horizont- als auch zenitnah.
Die Okulare
Ein wahrer Dschungel tat sich auf. Was soll man nur nehmen. Und die Preisspannen…Wahnsinn. Als Einsteiger ist man da völlig überfordert. Zum Glück gibts das Forum bei welchem ich viele Grundlagen und Hinweise zum Thema Okular lesen und erfragen konnte. Nach testen von TS Okularen und Hyperions bin ich bei ES 82 gelandet. Über Gebrauchtportale konnte ich fast alle Okulare günstiger bekommen. Leider fehlt mir aus der Reihe noch das 24er.
Einen ES HR Komakorrektor werde ich nächste Woche auch testen können. Bin gespannt was er bringt.
Filter
Für die visuelle Bobachtung ein Muss, das habe ich schnell mitbekommen. Zum Glück konnte ich einen Lumicon 2“ UHC zum Schnäppchenpreis gebraucht ergattern und war absolut sprachlos als ich M42 das erste mal richtig gesehen habe. Was habe ich als Jugendlicher nächtelang versucht mit meinem Refraktor vergeblich diesen zu sehen. Ein schöner Moment.
Für die Sonnenbeobachtung habe ich zusätzlich zur Baader Folie noch einen UV/Ir Sperrfilter geholt. Zudem einen variablen Polfilter. Ich hätte nicht gedacht, dass man vom Mondlicht derart geblendet werden kann.
Der nächste Filter wird definitiv ein H-Beta. Also wenn ihr einen übrig habt?
Das Beobachten
Da stand ich nun das erstmal mal im Garten unter einem eher aufgehellten Himmel (3,5 mag)
Und wollte Beobachten. Wie finde ich mein Objekt wenn ich mit den Augen nur wenige Sterne zur Orientierung habe und im Sucher und Teleskop alles gespiegelt ist. Da war schnell Frustration da. Auch hier half das Lesen im Forum. Und das Star Hopping Prinzip mit der Sky Safari App war für mich die Lösung. So führte das bei der nächsten Beobachtungsgelegenheit zu meiner Erstbeobachtung von Uranus und des Eulennebels (hier lernt man schön das „indirekt“ sehen) Zusätzlich habe ich mir mit dem Eye &Telescope Programm eine Beobachtungsliste erstellt. Anders als mit Skysafari kann man hier sehen wie die Wahrnehmung eines Objektes voraussichtlich sein wird. Das hilft beim Suchen ungemein weil man einen Eindruck davon bekommt was man zu erwarten hat und was nicht.
Ich fühle mich im Hobby wieder angekommen und habe richtig Vorfreude wenn die Nächte endlich wieder länger klarer werden. Ich hoffe am 1.3. ist eine klare Nacht.
Damit andere Einsteiger eine Vorstellung der Kosten bekommen. Ganz am Anfang meiner Wiedereinstiegsidee habe ich frei von Wissen und naiv mit 500€ Kosten für ein Einstiegs-Setup gerechnet. Das passte zu meinen Wünschen aber nicht zusammen und so sind bis Dato rund 2000€ zusammengekommen, davon mehr als die Hälfte für Zubehör, vor allem Okulare.
Mein Setup:
10“ f/5 GSO Dobson mit fahrbarer Rockerbox
TSWA 30 mm
ES 82: 14, 6,7, 4,5 mm
ES HR 2 Komakorrektor
Lumicon 2“ UHC
Optolong 2“ UV/IR
ES 2“ var. Polfilter
Also Vielen Dank ans Forum, das Lesen hier hat mir extrem geholfen.
Grüße
Tamás