Darkframe-"Bibliothek": Welche Temperaturabstufung ist ausreichend? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Darkframe-"Bibliothek": Welche Temperaturabstufung ist ausreichend?

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe vor, demnächst ein paar Tests mit einer ungekühlten Kamera (ASI178) zu machen.
Die dabei entstehenden Bilder müssen nicht perfekt, aber einigermaßen brauchbar sein.

Um den Aufwand in erträglichem Rahmen zu halten und auch weil der Kamerasensor
eher klein und damit vignettierungsunempfindlich ist, habe ich vor, nur mit Darkframes
zu arbeiten.
Die (Master-)Darks, die ich für die Testreihe machen will, sollen zwar mit der korrekten
Belichtungszeit erstellt, aber nicht für jede beliebige Temperatur angefertigt werden.
Da ich Belichtungszeiten von 30, 60, 90, 120 und 180 Sekunden plane, bedeutet jede
Temperaturstufe einen gewissen zusätzlichen Aufwand.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ist nach Eurer Erfahrung eine Abstufung in Fünf-Grad-Schritten
ausreichend? Bei den in den nächsten Wochen zu erwartenden Nachttemperaturen würden
mir dann vermutlich zwei Masterdarkreihen genügen (nämlich für 10 und 15 Grad), um einen
Bereich von etwa 8 bis 17 Grad abzudecken.


Viele Grüße

Markus
 

zwent

Mitglied
Hi Markus,
wie sehr glüht denn die 178? Teste doch mal, wie gut sich das das Glühen bei z.B. 5 °C Differenz noch herauskalibrieren lässt.

Viele Grüße
Sven
 

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo, Sven,

guter Hinweis! Ich habe an das Rauschen, aber nicht an das Glühen gedacht.
Andererseits sind es ja nur ± 2,5 ° Differenz, da bin ich optimistisch. :)

Da die Kamera vor 10 Minuten angekommen ist, kann ich in den nächsten Tagen
schon von der Theorie zur Praxis wechseln.

Dankeschön und viele Grüße

Markus
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Markus,

nach meinen Erfahrungen kannst Du das Glühen gut wegkalibrieren, wenn Du es auf längere Belichtungen abgesehen hast. Das ist ja ein wiederholbares Signal und kein Rauschen, ähnlich wie Hot- oder Coldpixel - halt eins was man nicht unbedingt im Endbild haben will und deshalb abziehen muß.
Wenn Du einen starken Temperaturgradienten in der Nacht hast, könntest Du eine Reihe Darks vorher und nachher machen und entsprechend gewichtet auch mitteln.

Gruß

Heiko
 

zwent

Mitglied
Hallo zusammen,

bei meiner ASI183 darf ich die Darks nicht anfassen, d.h. skalieren bzw. optimieren. Die müssen in Zeit, Gain und Offset exakt den Lights entsprechen, sonst bekomme ich das Glühen nicht vollständig weg. Ich habe allerdings noch nie den Einfluss der Temperatur auf das Glühen untersucht.

Viele Grüße
Sven
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Sven,

Darks soll man ja sowieso exakt wie die Lights machen, das ist klar. Das Glühen kommt, soviel ich weiß, von der Wärme des Ausleseverstärkers und das dürfte von der Belichtungsdauer und natürlich auch vom Einfluß der Umgebungstemperatur abhängen.

Gruß

Heiko
 

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo, die Herren,

danke für die Tip.
Es wäre ja keine Katastrophe, wenn ich eine zusätzliche Reihe nachschieben müßte,
aber Ihre kennt das sicher auch … diese Faulheit … ;-)
Egal wie: Zumindest ein Erkenntnisgewinn ist zu erwarten. Wenn ich es nicht vergesse,
poste ich das Resultat.


Viele Grüße

Markus
 

zwent

Mitglied
Hallo Heiko,

von der Wärme des Ausleseverstärkers und das dürfte von der Belichtungsdauer und natürlich auch vom Einfluß der Umgebungstemperatur abhängen.
Und vom Gain. Bei gekühlten Lösungen ist das Problem auch trivial, aber bei ungekühlten Kameras werden Darks eben gerne skaliert. Genau das soll aber bei den aktuellen, glühenden CMOS-Sensoren nicht gemacht werden. What to do? ;)

Viele Grüße
Sven
 

Dunkle Energie

Mitglied
Nur damit Ihr wißt, um was es geht:
Ich hab mir die ASI178 fürs Mond- und Planetenknipsen mit einem
8"-SC angeschafft.
Am RASA hab ich die 294. Nun bin ich mit den Resultaten bei für diese
Kombination eigentlich nicht so passenden Objekten (Galaxien)
so zufrieden, daß ich mich frage, ob ich für die nächste Galaxiensaison
eine ASI183 anschaffe, um mehr Details herauszuholen.
Da die Sensorarchitektur bei der 178 und der 183 wohl gleich ist, will ich den
oben genannten Test machen, um beurteilen zu können, was in unserer
Gegend möglich ist. Im Grunde genommen wäre es also auch wurscht,
wenn Reste des Glühens sichtbar blieben, aber man versucht halt, immer
das Bestmögliche zu erreichen. :)


Viele Grüße

Markus
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Sven, Markus,

für normale Fälle sehe ich das nicht als so dramatisch an. Wie gesagt, Darks sollen sowieso identisch wie die Lights aufgenommen werden. Das schließt ja auch den Gain ein.
Wenn die Kamera dann auf "Betriebstemperatur" ist und man kurz vorher und/oder nacher die Darks macht, dann passt das schon ungefähr. Das Restglühen dürfte dann sowieso im Rauschen untergehen - im wahrsten Sinne des Wortes.
Bei den längerbelichteten Aufnahmen, die ich so mit der 178 gemacht habe, war das Verstärkerglühen eigentlich nicht das Problem, sondern mehr, daß ich schlecht oder gar nicht mit der ungekühlten Kamera gedithert habe - das ist auch nicht anders als bei ungekühlten DSLRs (ähnlich auch bei anderen Kameras wie der 294).


Gruß

Heiko
 
Besonders bei den BSI-Sensoren ist das Sensorglühen bei langen Belichtungszeiten prominent. Wenn es nach ZWO geht, sollte man mehr als 50 Darks bei identischer Temperatur, BLZ und Gain machen. Diverse funktionen zur Temperaturanpassung, wie sie in nahezu allen Astroprogrammen angeboten werden ("Optimize dark frames" in PixInsight zb) sollen nicht verwendet werden.
Ich glaube, eine genaue Antwort kann dir hier keiner geben, da wir nicht wissen, wie du selbst "ausreichend" definierst. Bei hellen Objekten wie zb dem Zentrum von M42 wird das aufgrund des besseren SNR sicher anders sein als bei sehr schwachen Objekten, die kaum heller sind als der Himmelshintergrund. Es wäre toll, wenn du es mal testest und die Ergebnisse hier mal präsentierst!
 

Dunkle Energie

Mitglied
Ich schaue mir das auf jeden Fall an. Ob das Ergebnis sonderlich aussagekrüftig
sein wird, weiß ich nicht, schließlich ist Perfektion nicht das Ziel. :)
Zusammenfassung: Die Darks werden mit den gleichen Einstellungen wie die
Lights gemacht, lediglich die Temperatur wird unterschiedlich sein.


Viele Grüße

Markus
 

Dunkle Energie

Mitglied
Grrrrrrrrrr … ich habe übersehen, daß bei der 178 der T2-Ring fest mit dem Gehäuse verbunden ist.
Um die Kamera am RASA zu verwenden, müßte ich den ganzen Aufbau ändern, da ich die 294
(bei der man den Ring abschrauben kann) direkt ans Filterrad geschraubt habe.
Sch……, wenn man doof ist. Da zeigt es sich wieder einmal: Man soll es gleich richtig machen.

Fazit: Ich hätte da eine einen Tag alte, unbenutzte ASI178MC mit zusätzlichem Klarglaseinsatz
(um den IR-Blockfilter zu ersetzen) abzugeben (ist auch schon im "Biete"-Board plaziert).
 
Zuletzt bearbeitet:

DocHighCo

Mitglied
Hallo Markus,

ich kann nicht glauben, daß es keine Möglichkeit gibt, ein T2-Innengewinde an das Filterrad zu schrauben, sondern nur ein T2-Außengewinde. Notfalls gibt es T2-Adapter von Innen auf Innen.
Ein Filterrad an einem 8"-Rasa deckt ja auch soviel Öffnung ab, daß Du das mit dem Rasa auch sein lassen kannst. Für die Abbildung ist das ja sicher auch nicht schön.

Gruß

Heiko
 

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo, Heiko,

natürlich gibt es die Möglichkeit, das umzubauen. Ich möchte das aber,
nachdem ich schon einmal beim Schrauben die Kollimation ruiniert habe,
nicht machen. Bei der 294 will ich das Filterrad so nah wie möglich
an derKamera haben, weil sonst die Vignettierung noch stärker wird.


Viele Grüße

Markus
 

DocHighCo

Mitglied
Ok,

ich wundere mich nur. Du hast einen RASA 8". Davor setzt Du ein Filterrad. Das kleine ZWO-Filterrad deckt auf einer Seite die Öffnung bis auf knapp 90mm ab, die nur 100 mm Radius hat! Du hast geschätzt damit eine Abdeckung von 35-40% und eine Obstruktion von fast 60%. Und dann willst Du Filter (Schmalbandfilter?) an einer Farbkamera einsetzen. Damit verlierst Du soviel Licht, daß Du das Filterrad auch mit einer Monokamera an einem normalen F/4 oder F/5-Newton einsetzen könntest. Ich mache ja auch oft komische Sachen, aber das verstehe ich nicht.

Gruß

Heiko
 

Dunkle Energie

Mitglied
Ich habe den 11er, da geht das ganz wunderbar. ;-)

Ich habe den Aufbau vorher simuliert: Das Filterrad deckt 6 % (!)
der freien Öffnungsfläche (also der Fläche, die nach Abzug der
ohnehin vorhandenen zentralen Obstruktion übrig bleibt, ab.
Die Nikon 810, die Baader in der Werbung verwendet, 7 %.
 
Zuletzt bearbeitet:

DocHighCo

Mitglied
Ah ok, der 11" leidet da weniger. Hatte ich falsch verstanden. Aber das mit der Farbkamera und Filtern verstehe ich nicht. Versuch doch mal Dualbandfilter für die ASI294. Dann sparst Du Dir den Verhau.

Gruß

Heiko
 

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo, Heiko,

die Variante hatte ich auch im Kopf, aber nachdem mir nicht einmal
STC sagen konnte, ob dieser Filter mit f/2,2 vernünftig funktioniert,
habe ich mich für das Filterrad entschieden.
Nicht ohne Grund bietet Baader die Filter mit dem Preshift an;
wenn der Duofilter irgendwann explizit als geeignet bezeichnet wird,
kann ich immer noch umbauen – wobei der Krempel gut funktioniert.
Frank (frasax) verwendet den Duofilter bei f/3; zu f/2,2 ists aber noch mal
ein ordentlicher Sprung, sodaß ich befürchte, daß einfach zuviel Licht
verlorengeht.

Ein Variante, die mir gefallen könnte, wäre die Kombination Duofilter
mit der ASI2600. Gegenüber der Variante mit zwei unterschiedlichen
Kameras (294 und – demnächst – 183) gibts es aber auch Nachteile …
mal sehen …

Viele Grüße

Markus
 
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