Hallo Steffen,
Zunächst mal der Vergleich, ob "ein Unterschied zwischen 500 Einzel-BIAS-Frames und ein MasterBIAS-Frame besteht".
Da erschließt sich mir schon die Fragestellung nicht.
Wenn ich "mit 500 Einzel-Bias-Frames" stacke, dann werden doch nicht von jedem Light-Frame 500 Bias-Frames abgezogen. Das Stacking wird doch immer so laufen, dass die 500 Bias-Frames zu einem Master-Bias verarbeitet werden, und dieses wird dann zur weiteren Kalibration von Lights und Flats herangezogen. Selbstverständlich kann man dann auch gleich das Master-Bias wiederverwenden, wenn man es schon hat. Man muss da nicht jedes Mal die 500 Frames stacken, das Ergebnis wird immer das Gleiche sein.
Natürlich, du hast absolut recht. Mir ist schon klar das in einer Stacking Software zunächst alle BIAS bzw. Dark Frames zu einem Master gestackt werden und erst dieses dann vom jeweiligen Light-Frame abgezogen wird.
Vielleicht bin ich da ein wenig paranoid bei dem Gedanken das hier eventuell ein Unterschied sein könnte.


Mein Gedanke, dass der APP eventuell intern mit mehr Tiefe arbeitet als danach im Master-File steckt. Nun... mit diesem Test ist das nun auch geklärt und ich kann beruhigt das Master-BIAS/Dark verwenden
Dein Vergleich zwischen Kalibration mit Darks und mit Bias kommt mir ein wenig zu vereinfacht rüber.
Ob das einen Unterschied macht, hängt eben doch sehr von der Kamera ab. In Deinem Video scheint die Essenz zu sein, dass es für moderne Kameras egal ist. Das ist denke ich unzulässig verallgemeinert.
Zunächst sollte man sehr sicher sein, dass die mittleren ADUs von Master-Bias, Master-Dark und Master-Flat-Dark gleich sind, sonst kann es schon zu Problemen mit der Flat-Korrektur kommen (oft Überkorrektur).
Dann enthält ja ein Master-Dark schon noch mehr korrigierbare Artefakt-Signale als ein Master-Bias. Neben Sensor-Glow (was bei modernen gekühlten Kameras sehr gering ausfallen mag) auch Hot-Pixel.
Sicher fallen Hot-Pixel im fertigen Stack kaum auf, wenn bei der Aufnahme gedithert wurde. Aber ohne Dark-Korrektur werden sie halt einfach nur verschmiert und von der Rejection eliminiert. Mit Dark-Korrektur fallen viele Hot-Pixel aber schon bei der Kalibration raus.
Auch hier stimme ich dir völlig zu

Daher sage ich im Video auch ausdrücklich, dass jeder selber mit seinem Equipment solch einen Test machen soll um wirklich sicher zu sein ob eventuell BIAS-Frames für die Kalibrierung nicht auch ausreichen würden.
Bzgl. der ADU's.... genau deshalb macht man ja in erster Linie diese Kalibrierungsframes. Um die Light-Frames vom Grund-BIAS-Signal (Sockelwert) zu befreien. Also die ADU's welche unter anderem durch den Offset bestimmt werden, zu subtrahieren.
Die Lights werden somit durch die BIAS/Darks von diesem Sockelwert befreit und die Flats durch die DarkFlat. Wenn man das richtig macht, wird man niemals Probleme mit einer Überkorrektur haben.
Das dies nur zu empfehlen ist wenn ein Sensor kein Sensorglühen hat, habe ich direkt zu beginn im Video gesagt. Aktuelle und wohl auch zukünftige Bildsensoren haben absolut kein Sensorglühen mehr. Mit meiner QHY268 getestet indem ich aus 100 Darks zu je 900 Sek. ein MasterDark erstellt habe und das stark gestreckt. Sieht absolut homogen aus.
HotPixel konnte ich im Rohsummenstack keine mehr finden. Weder bei den mit BIAS korrigierten noch mit Darks korrigierten Bildern.
Ob das auch ohne Dithern so wäre kann ich nicht sagen... nicht getestet. Habe mir aber schon vorgenommen auch dazu mal einen Praxis Test zu machen.
Bzgl. der "Artefakt-Signale"... Da denke ich werden früher andere Regeln gegolten haben mit älteren Bildsensoren. Der IMX571 hat so ein homogenes Signal selbst mit 3600 Sek. Darks das dies wohl im Photonenrauschen unter geht.
Leider vergleichst Du die Ergebnisse auch nur optisch. Die Ebenen-Differenz in Photoshop ist da auch wenig aussagekräftig. Hier wäre eine statistische Messung des Hintergrundrauschens in den beiden Stacks sinnvoller.
Optisch ist das worauf man als Fotograf in erster Linie achten sollte. In der Theorie kann man vieles Messen. Wenn es aber in der Praxis nicht relevant ist, kann man dies meiner Meinung nach vernachlässigen. An irgendeiner Stelle sage ich auch im Video das man den SNR Wert auch in PixInsight messen könnte. Ich aber lieber nur das Visuelle beurteilen möchte.
Mit einer gekühlten Kamera ist es ja eigentlich sehr einfach, sich eine Bibliothek von Master-Darks für die paar normalerweise verwendeten Belichtungszeiten zu erstellen. Die kann man auch eine ganze Weile lang verwenden.
Natürlich hast Du Recht, dass man da eher keine 500 Darks verwenden wird. Aber das ist ja auch eigentlich nicht nötig. Du hast ja selbst kaum einen Unterschied zwischen 10 und 60 Darks gesehen.
Wie bist Du darauf gekommen, dass 500 Bias besser sind als z.B. 100?
Sicher, es kostet nicht so viel Zeit, und schaden wird es ganz sicher auch nicht.
Stimmt... daher war/bin ich bei gekühlten Kameras auch immer ein Verfechter von passenden Darks gewesen. Und ich hatte mir auch eine Dark-Bibliothek angelegt. Muss aber zugeben das ich es nie mit BIAS-Frames bisher gegengetestet habe.
Wie groß nun der Unterschied zu 10 vs. 500 BIAS-Frames wäre habe ich jetzt auch nicht getestet. BIAS Frames sind halt schnell gemacht. Und selbst wenn ich 1000 mache, ist das in 1 Stunde erledigt. Nach dem verrechnen zu einem Master-BIAS-Frame kann ich auch diese 1000 Einzelframes wieder löschen.
Schöne Grüße
Daniel