BirgitKremer
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Liebe Sternengucker!
Da hoert man nun immer wieder von Euch, wie schoen es sei, dass ich an Spaniens Sonnenkueste wohne und wie beneidenswert doch mein Himmel sei. In meinen Berichten erzaehl ich Euch ja immer wieder, dass der Schein truegt und der permanente Kuestendunst , aufgehellt durch Streulichter, an den allermeisten Abenden des Jahres keine wirklich guten Deepskyausfluege ermoeglicht.
Nun, an Muenchens suedlichem Stadtrand wuerde es auch nicht viel besser ausschauen, dachte ich, als ich am letzten Wochenende zu einem kurzen Deutschlandbesuch aufbrach. Irrtum! Zwar tuermten sich am ersten Abend noch dicke Wolken und im Norden machte sich die Aufhellung der Stadt bemerkbar und dennoch war in den Wolkenluecken eine Transparenz zu erkennen, wie ich sie hier meist nur in klaren Winternaechten geniesse!
Und dann gleich noch ein Schock! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Blutrot hing Mars wie eine enorme Weihnachtsbaumkugel in den gegenueberliegenden Tannenaesten. Groesser, als ich ihn jemals zuvor gesehen hatte! Wer hatte nur dieses Ammenmaerchen in die Welt gesetzt, dass der Planet in Spanien wegen seiner hoeheren Position besser zu beobachten sei??? Aber gleich darauf wussten Rainer und ich, dass wir diese Anekdote den Muenchner Geschichten hinzufuegen konnten, denn die Wolken verzogen sich am Horizont und gaben den ganzen abnehmenden Mond preis und nicht nur das Zipfelchen, das wir einen Moment lang fuer Mars hielten! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Am naechsten Abend truebte dann nicht ein einziges Woelkchen den Himmel, und schon mit blossem Auge waren unzaehlig viele Sterne zu erkennen, die ich hier kaum jemals sehe! Ja, mehr noch, vom Schwan bis hin zum Adler zog sich deutlich das helle Band der Milchstrasse!
Rainer und ich waren begeistert und freuten uns wie glueckliche Kinder an diesem wundervollen Sternenzelt, das wir bei herrlich lauen Temperaturen, ohne Muecken und mit einem Glaeschen Rotwein genossen.
Gewoehnungsbeduerftig fuer mich die Position der Sternbilder! Marbella liegt zwoelf Grad suedlicher, und da klettert der Skorpion halt ganz ueber die Horizontlinie und die zirkumpolaren Sternbilder verschwinden am Nordhorizont. Ich staunte nicht schlecht, dass ich hier den Polarstern sooo hoch suchen musste! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Schon seit den fruehen Abendstunden standen Rainers Teleskope - ein Skywatcher 200/1000 mm und ein Timm-Klose-Selbstbaudobs 12- Zoll - zum Auskuehlen auf der Terrasse. Nichts wie rein ins Vergnuegen!
Es sollte das 12-Stunden-Spechteln von Solln werden! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
M 13: der grosse Dobs spielte natuerlich seine Oeffnung aus und zeigte uns diesen wundervollen Kugelhaufen aufgeloest bis in die Mitte! Mich erinnert er an einen Seestern, wie er da mit seinen funklenden Sternenketten hinausragt ins All!
M 4: Seine hellen Mitglieder sind einfach eine Augenweide wie sie da so im Okular das Herz erfreuen!
Am Ringnebel M 57 konnten wir uns beinahe nicht sattsehen! Wir genossen ihn in allen moeglichen Vergroesserungen, mit und ohne Filter. Sooo viel bringt der UHC am planetarischen Nebel nicht sondern schluckt eher das Sternenlicht vieler Sonnen, die den wundervollen Rauchring so reizvoll umgeben. Einfach herrlich, den PN bei niedriger Vergroesserung inmitten unzaehliger Milchstrassensterne im Okular zu bewundern! Das geht nahe!
Weder Rainer noch ich sind ja wirkliche "Deepskyspezialisten" sondern viel eher Himmelsbummler. Aber ohne jegliche Aufsuchkarten schlugen wir uns im Teamwork recht wacker! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
"Rainer! Von M 57 ist es gar nicht weit bis zu M 56! Da muss man nur noch Richtung Albireo gehen!"
Das 32 mm Uebersichtokular in den grossen Dobs und schon hoerte ich Rainer rufen: "Ich hab ihn!" Einfach herrlich, wie der kleine Kugelhaufen hell in den Abertausenden von Milchstrassensternen eingebettet scheint! Beide schwelgen wir eh immer wieder und wieder mit diesen wundervollen Bildern der Milchstrasse. Egal, auf welchen Punkt wir die Teleskope richten, es ist einfach Aesthetik und Wunder pur ....
Hatte der UHC uns am Ringnebel nicht so ueberzeugt, ist er fuer den Cirrusnebel selbst unter diesem transparenten Himmel ein Muss! Er entscheidet ueber sehen oder nicht sehen! Wundervoll zart hebt sich der grosse Cirrusbogen mit feinsten filigranen Auslaeufern vom sternenuebersaetem Himmelshintergrund ab. Je laenger wir schauen, desto mehr werden feinste Einbuchtungen und Schattierungen sichtbar. Der Vergleich hinkt, ich weiss, aber mich erinnert er an eine dieser wundervollen zerbrechlichen Sonnenprotuberanzen!
Der Pfeil ist gut mit blossem Auge zu erkennen und waehrend Rainer aus dem Gedaechtnis heraus M 27 sucht und auch sehr bald findet, fahr ich die gleiche Himmelsregion mit seinem grossen Feldstecher 15 x 80 ab. Jajaja, unglaublich hell ist die Hantel im Fernglas zu erkennen! Der Anblick im Teleskop ist dann atemberaubend schoen! Selbst die Oehrchen sind zu erkennen unter diesem Grossvorstadthimmel! Mei is des schee! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
M 71! Teamwork ist wieder angesagt! Ich kommt mit Rainers Quick Point Sucher naemlich nicht klar, erklaer ihm aber, wo wir den M 71 suchen muessen! Und schwupps, schon hat er ihn im Okular. Es ist einfach wunderbar, all diese geliebten Himmelsobjekte wiederzusehen!
Im Nordosten geht Andromeda auf! Und im Feldstecher strahlt uns M 31 an. Meine Guete, was fuer eine wundervolle Sternennacht!
Mit M 11 lassen wir den Abend ausklingen! Nach wie vor gehoert dieser offene Haufen fuer mich zu den Objekten, die mir nahe gehen. Wie sich seine vielen Mitglieder um den hellen 8-Mag-Stern schmiegen! Ein Augenschmaus!
Mars steht bereits tief am Suedosthimmel, noch zu tief fuer eine Beobachtung. Wir kalkulieren, dass wir uns eine Muetze Schlaf holen koennen und stellen den Wecker auf 4h.
Brrrrr, ist das kalt in der Frueh! Jedenfalls fuer mich, denn erst in dicke Pullover vermummt, geniesse ich das herrliche Spektakel dieser fruehen Morgenstunde. Blutrot lacht uns der Mars an, es folgt ihm auf der Ekliptik der abnehmende Mond. Die ersten Voegel zwitschern bereits und schon bald darauf geniessen wir unsere Marsbeobachtungen bei einem vielstimmigen Vogelkonzert!
Im Voraus bitte ich um Entschuldigung fuer die holprigen Marsbeschreibungen! Es ist einfach das erste Mal gewesen, dass ich Details auf dem roten Planeten gesehen habe, der nun zu fast 90% beleuchtet ist!
Die beiden weissen Polkappen stechen sofort ins Auge! Die suedliche - groesser - scheint von einem dunklen Ring umgeben zu sein. Eine grosse Schattierung hebt sich weiter noerdlich ab. Und genau an ihr machen wir einen dunklen Punkt aus. Mich erinnert er an einen Mondschatten auf Jupiter. Spaeter bestaetigt ein Computerprogramm unsere Vermutung: es war die Syrtis Major. Nun, sicherlich gehoert sie zu den Regionen auf dem Mars, die am leichtesten zu beobachten sind, aber ich hab sie halt noch niemals zuvor gesehen! - Wir waren einfach hin und weg und die anfaengliche Muedigkeit wie fortgeblasen!
Hatte waehrend der Deepskybeobachtung der 12"-Dobs seine groessere Oeffnung ausgespielt, lieferte nun der Skywatcher am Planeten die kontrastreicheren Bilder.
Nicht immer faellt man so frueh aus dem Bett! Natuerlich nutzten wir den Moment auch, um auf dem abnehmenden Mond spazierenzugehen! Die Nacht wuerde sich bald ueber das Alpental neigen. Die Rupes Recta zeichnet sich als feiner weisser Strich im Mare Nubium ab! Mit dem Skywatcher erspaeht Rainer sogar einen der kleinen Krater im Plato.
Mir dagegen fallen beinahe die Augen zu .... ein paar Stunden Schlaf muessen sein! Doch schon bald weckt uns eine strahlende Sonne und ein herrlich blauer transparenter bayrischer Himmel!
Naechste Phase des 12-Stunden-Spechtelns von Solln! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Denn schliesslich hat Rainer ja einen Protuberanzenansatz!
Der Skywatcher bekommt seinen Sonnenfilter aufgesetzt, waehrend fuer die Protuberanzen ein 70mm Refraktor bald einsatzbereit steht!
Welch ein I-Tuepfelchen!!! Nicht nur die vier herrlichen Sonnenfleckengruppen, die auf der Sonnenoberflaeche zu beobachten sind, sondern natuerlich und vor allen Dingen diese Protuberanzen, die wir an diesem Morgen bestaunen duerfen! Fast die ganze Zeit ueber behalten wir zwei im Auge, die eng bei einanderstehen und unterschiedlicher nicht sein koennten. Wie ein Vulkanausbruch, die eine, und lang und filigran ins Weltall in Kathedralform hinausgestreckt die andere! Die Spitze des Turms scheint sich jeden Moment abloesen zu wollen ...!
Rainer hatte mir schon in Marbella das Aufsuchen von hellen Himmelsobjekten am Taghimmel per Teilkreise erklaeren wollen. Wir waren immer wieder am milchigen Kuestendunst gescheitert. Gestern dann ein Versuch unter diesem wundervollen bayrischen Himmel! Venus steht zu nahe an der Sonne, also will Rainer es mit Jupiter versuchen, dessen Koordinaten er kurz darauf an den Achsen einstellt! Ich beguck das Ganze ehrlich gestanden ein wenig missaeugig. Sollten diese Skalen wirklich etwas taugen??? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Na, und ob! Es reicht, ein wenig mit dem Teleskop hin- und herzuschwenken und Jupiter ist im Okular! Ganz leicht sind sogar seine Baender angedeutet! Juchhuuuuh, unglaublich! Was kann sich ein Sternenguckerherz noch mehr wuenschen?!!!!
Ein wundervolles Wochenende! Und wer glaubt, dass wir vor lauter Sternegucken keine Zeit fuer Weissbier und Biergaerten gehabt haetten, irrt! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Sogar meine erste Weisswurst hab ich probiert! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Herzliche Gruesse
Da hoert man nun immer wieder von Euch, wie schoen es sei, dass ich an Spaniens Sonnenkueste wohne und wie beneidenswert doch mein Himmel sei. In meinen Berichten erzaehl ich Euch ja immer wieder, dass der Schein truegt und der permanente Kuestendunst , aufgehellt durch Streulichter, an den allermeisten Abenden des Jahres keine wirklich guten Deepskyausfluege ermoeglicht.
Nun, an Muenchens suedlichem Stadtrand wuerde es auch nicht viel besser ausschauen, dachte ich, als ich am letzten Wochenende zu einem kurzen Deutschlandbesuch aufbrach. Irrtum! Zwar tuermten sich am ersten Abend noch dicke Wolken und im Norden machte sich die Aufhellung der Stadt bemerkbar und dennoch war in den Wolkenluecken eine Transparenz zu erkennen, wie ich sie hier meist nur in klaren Winternaechten geniesse!
Und dann gleich noch ein Schock! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Blutrot hing Mars wie eine enorme Weihnachtsbaumkugel in den gegenueberliegenden Tannenaesten. Groesser, als ich ihn jemals zuvor gesehen hatte! Wer hatte nur dieses Ammenmaerchen in die Welt gesetzt, dass der Planet in Spanien wegen seiner hoeheren Position besser zu beobachten sei??? Aber gleich darauf wussten Rainer und ich, dass wir diese Anekdote den Muenchner Geschichten hinzufuegen konnten, denn die Wolken verzogen sich am Horizont und gaben den ganzen abnehmenden Mond preis und nicht nur das Zipfelchen, das wir einen Moment lang fuer Mars hielten! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Am naechsten Abend truebte dann nicht ein einziges Woelkchen den Himmel, und schon mit blossem Auge waren unzaehlig viele Sterne zu erkennen, die ich hier kaum jemals sehe! Ja, mehr noch, vom Schwan bis hin zum Adler zog sich deutlich das helle Band der Milchstrasse!
Rainer und ich waren begeistert und freuten uns wie glueckliche Kinder an diesem wundervollen Sternenzelt, das wir bei herrlich lauen Temperaturen, ohne Muecken und mit einem Glaeschen Rotwein genossen.
Gewoehnungsbeduerftig fuer mich die Position der Sternbilder! Marbella liegt zwoelf Grad suedlicher, und da klettert der Skorpion halt ganz ueber die Horizontlinie und die zirkumpolaren Sternbilder verschwinden am Nordhorizont. Ich staunte nicht schlecht, dass ich hier den Polarstern sooo hoch suchen musste! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Schon seit den fruehen Abendstunden standen Rainers Teleskope - ein Skywatcher 200/1000 mm und ein Timm-Klose-Selbstbaudobs 12- Zoll - zum Auskuehlen auf der Terrasse. Nichts wie rein ins Vergnuegen!
Es sollte das 12-Stunden-Spechteln von Solln werden! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
M 13: der grosse Dobs spielte natuerlich seine Oeffnung aus und zeigte uns diesen wundervollen Kugelhaufen aufgeloest bis in die Mitte! Mich erinnert er an einen Seestern, wie er da mit seinen funklenden Sternenketten hinausragt ins All!
M 4: Seine hellen Mitglieder sind einfach eine Augenweide wie sie da so im Okular das Herz erfreuen!
Am Ringnebel M 57 konnten wir uns beinahe nicht sattsehen! Wir genossen ihn in allen moeglichen Vergroesserungen, mit und ohne Filter. Sooo viel bringt der UHC am planetarischen Nebel nicht sondern schluckt eher das Sternenlicht vieler Sonnen, die den wundervollen Rauchring so reizvoll umgeben. Einfach herrlich, den PN bei niedriger Vergroesserung inmitten unzaehliger Milchstrassensterne im Okular zu bewundern! Das geht nahe!
Weder Rainer noch ich sind ja wirkliche "Deepskyspezialisten" sondern viel eher Himmelsbummler. Aber ohne jegliche Aufsuchkarten schlugen wir uns im Teamwork recht wacker! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
"Rainer! Von M 57 ist es gar nicht weit bis zu M 56! Da muss man nur noch Richtung Albireo gehen!"
Das 32 mm Uebersichtokular in den grossen Dobs und schon hoerte ich Rainer rufen: "Ich hab ihn!" Einfach herrlich, wie der kleine Kugelhaufen hell in den Abertausenden von Milchstrassensternen eingebettet scheint! Beide schwelgen wir eh immer wieder und wieder mit diesen wundervollen Bildern der Milchstrasse. Egal, auf welchen Punkt wir die Teleskope richten, es ist einfach Aesthetik und Wunder pur ....
Hatte der UHC uns am Ringnebel nicht so ueberzeugt, ist er fuer den Cirrusnebel selbst unter diesem transparenten Himmel ein Muss! Er entscheidet ueber sehen oder nicht sehen! Wundervoll zart hebt sich der grosse Cirrusbogen mit feinsten filigranen Auslaeufern vom sternenuebersaetem Himmelshintergrund ab. Je laenger wir schauen, desto mehr werden feinste Einbuchtungen und Schattierungen sichtbar. Der Vergleich hinkt, ich weiss, aber mich erinnert er an eine dieser wundervollen zerbrechlichen Sonnenprotuberanzen!
Der Pfeil ist gut mit blossem Auge zu erkennen und waehrend Rainer aus dem Gedaechtnis heraus M 27 sucht und auch sehr bald findet, fahr ich die gleiche Himmelsregion mit seinem grossen Feldstecher 15 x 80 ab. Jajaja, unglaublich hell ist die Hantel im Fernglas zu erkennen! Der Anblick im Teleskop ist dann atemberaubend schoen! Selbst die Oehrchen sind zu erkennen unter diesem Grossvorstadthimmel! Mei is des schee! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
M 71! Teamwork ist wieder angesagt! Ich kommt mit Rainers Quick Point Sucher naemlich nicht klar, erklaer ihm aber, wo wir den M 71 suchen muessen! Und schwupps, schon hat er ihn im Okular. Es ist einfach wunderbar, all diese geliebten Himmelsobjekte wiederzusehen!
Im Nordosten geht Andromeda auf! Und im Feldstecher strahlt uns M 31 an. Meine Guete, was fuer eine wundervolle Sternennacht!
Mit M 11 lassen wir den Abend ausklingen! Nach wie vor gehoert dieser offene Haufen fuer mich zu den Objekten, die mir nahe gehen. Wie sich seine vielen Mitglieder um den hellen 8-Mag-Stern schmiegen! Ein Augenschmaus!
Mars steht bereits tief am Suedosthimmel, noch zu tief fuer eine Beobachtung. Wir kalkulieren, dass wir uns eine Muetze Schlaf holen koennen und stellen den Wecker auf 4h.
Brrrrr, ist das kalt in der Frueh! Jedenfalls fuer mich, denn erst in dicke Pullover vermummt, geniesse ich das herrliche Spektakel dieser fruehen Morgenstunde. Blutrot lacht uns der Mars an, es folgt ihm auf der Ekliptik der abnehmende Mond. Die ersten Voegel zwitschern bereits und schon bald darauf geniessen wir unsere Marsbeobachtungen bei einem vielstimmigen Vogelkonzert!
Im Voraus bitte ich um Entschuldigung fuer die holprigen Marsbeschreibungen! Es ist einfach das erste Mal gewesen, dass ich Details auf dem roten Planeten gesehen habe, der nun zu fast 90% beleuchtet ist!
Die beiden weissen Polkappen stechen sofort ins Auge! Die suedliche - groesser - scheint von einem dunklen Ring umgeben zu sein. Eine grosse Schattierung hebt sich weiter noerdlich ab. Und genau an ihr machen wir einen dunklen Punkt aus. Mich erinnert er an einen Mondschatten auf Jupiter. Spaeter bestaetigt ein Computerprogramm unsere Vermutung: es war die Syrtis Major. Nun, sicherlich gehoert sie zu den Regionen auf dem Mars, die am leichtesten zu beobachten sind, aber ich hab sie halt noch niemals zuvor gesehen! - Wir waren einfach hin und weg und die anfaengliche Muedigkeit wie fortgeblasen!
Hatte waehrend der Deepskybeobachtung der 12"-Dobs seine groessere Oeffnung ausgespielt, lieferte nun der Skywatcher am Planeten die kontrastreicheren Bilder.
Nicht immer faellt man so frueh aus dem Bett! Natuerlich nutzten wir den Moment auch, um auf dem abnehmenden Mond spazierenzugehen! Die Nacht wuerde sich bald ueber das Alpental neigen. Die Rupes Recta zeichnet sich als feiner weisser Strich im Mare Nubium ab! Mit dem Skywatcher erspaeht Rainer sogar einen der kleinen Krater im Plato.
Mir dagegen fallen beinahe die Augen zu .... ein paar Stunden Schlaf muessen sein! Doch schon bald weckt uns eine strahlende Sonne und ein herrlich blauer transparenter bayrischer Himmel!
Naechste Phase des 12-Stunden-Spechtelns von Solln! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Denn schliesslich hat Rainer ja einen Protuberanzenansatz!
Der Skywatcher bekommt seinen Sonnenfilter aufgesetzt, waehrend fuer die Protuberanzen ein 70mm Refraktor bald einsatzbereit steht!
Welch ein I-Tuepfelchen!!! Nicht nur die vier herrlichen Sonnenfleckengruppen, die auf der Sonnenoberflaeche zu beobachten sind, sondern natuerlich und vor allen Dingen diese Protuberanzen, die wir an diesem Morgen bestaunen duerfen! Fast die ganze Zeit ueber behalten wir zwei im Auge, die eng bei einanderstehen und unterschiedlicher nicht sein koennten. Wie ein Vulkanausbruch, die eine, und lang und filigran ins Weltall in Kathedralform hinausgestreckt die andere! Die Spitze des Turms scheint sich jeden Moment abloesen zu wollen ...!
Rainer hatte mir schon in Marbella das Aufsuchen von hellen Himmelsobjekten am Taghimmel per Teilkreise erklaeren wollen. Wir waren immer wieder am milchigen Kuestendunst gescheitert. Gestern dann ein Versuch unter diesem wundervollen bayrischen Himmel! Venus steht zu nahe an der Sonne, also will Rainer es mit Jupiter versuchen, dessen Koordinaten er kurz darauf an den Achsen einstellt! Ich beguck das Ganze ehrlich gestanden ein wenig missaeugig. Sollten diese Skalen wirklich etwas taugen??? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Na, und ob! Es reicht, ein wenig mit dem Teleskop hin- und herzuschwenken und Jupiter ist im Okular! Ganz leicht sind sogar seine Baender angedeutet! Juchhuuuuh, unglaublich! Was kann sich ein Sternenguckerherz noch mehr wuenschen?!!!!
Ein wundervolles Wochenende! Und wer glaubt, dass wir vor lauter Sternegucken keine Zeit fuer Weissbier und Biergaerten gehabt haetten, irrt! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Sogar meine erste Weisswurst hab ich probiert! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Herzliche Gruesse