Hallo Heino,
Mit dem Off-Axis-Setup ist der Winkel gemeint zwischen dem "pinhole" und dem zurückommenden
Bild davon. Man könnte beide genau auf die Achse legen durch Verwendung einer Teilerplatte oder
eines Teilerwürfels, hätte aber dann ein opt. Element, dessen Genauigkeit man schon wieder zu
rechtfertigen hätte. Bei einem Teilerwürfel hat man es mit einer planparallelen Platte zu tun, die in
der Simulation einen Öffnungsfehler verursachen kann. Einen hochwertigen Teilerwürfel zu be-
kommen ist schwierig und zudem teuer. Auch hat man einen Lichtverlust um den Faktor 4.
In der Praxis beträgt dieser Winkel zur exakten Achse etwa 0.1 Grad. Sollte in diesem Bereich
über das Spot-Diagramm ein deutlich erkennbarer Astigmatismus herauskommen, würde das
System außerhalb der Achse bereits erheblich astigmatisch reagieren, was mir Herr Wolter auf
Anfrage verneinte.
Nachdem ein Newton-System in Autokollimation sofort mit Koma reagiert, wenn es nicht sauber
justiert worden ist, kann man diese auf den Testaufbau bezogene Koma auf jeden Fall abziehen,
nachdem man u.a. nicht davon ausgehen kann, daß die mechanische Mitte zugleich die opt. Mitte
sei, wenn man ein System justiert. Nachdem dieses System jedoch als 1. Spiegel eine Parabel hat,
ist die Frage nach Abzug von möglicher Justier-Koma berechtigt. Auch dieser Sachverhalt ließe
sich mit einem Design-Programm simulieren, hätte ich die ZEMAX-Datei, hätte ich das schon
längst gemacht.
Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.
Dem Interferogramm sieht man gut den Astigmatismus über die ansteigenden Streifenabstände an,
(von 07 Uhr nach 13 Uhr gesehen) sowie Koma, die sich in der linearen Abweichung der Streifen
erkennen läßt. In diesem Fall noch überlagert durch die W-förmige "Verbiegung" der Unter-
korrektur. (Koma hat u.a. typische S-förmige Abweichungen)
Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.
Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.
Natürlich ist die Rauhigkeit nicht quantifiziert, aber dennoch ist der Vergleich zu einem TMB-Voll-
apochromat aus zwei Gründen interessant: a) hinsichtlich der Farbreinheit, da hat das MultiScope
die Nase vorn, b) hinsichtlich der Glätte der Summe aller Einzelflächen, da wirkt sich die Tatsache
aus, daß bei einem Spiegelsystem höchste Anforderungen an die reflektierenden Flächen gestellt
werden. Diesen Unterschied kann ein Spiegelsystem nicht aufholen, je mehr Flächen beteiligt sind.
Die Interferogramme wurden bei 650 nm erstellt und lassen sich auf jede andere Wellenlänge um-
rechnen. Bei der Auswertung wurde sowohl mit dem Keller-Auswert-Programm ausgewertet,
das über die Topografie den Strehl ermittelt und nur die Fläche zwischen dem 1. und letzten
Streifen berücksichtigt, während FringeXP über die Zernike-Koeffitienten rechnet und ich nicht
sicher weiß, wie dieses Programm die Fläche vor dem 1. und nach dem letzten Streifen rechnet.
Insgesamt wurden alle Interferogramme bei doppelter Genauigkeit und einem Streifenabstand
von L/2 der Wellenfront erstellt.
Bei einem Parabolspiegel aus Pyrex kann man über Erwärmung der Spiegelrückseite um etwas
3-5 Grad Celsius sehr deutlich zeigen, wie ein schwach unterkorrigierter Parabolspiegel sehr
heftig in die Überkorrektur "wandert". Siehe bei
Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.
Nachdem diese Spiegel auf der Spiegelrückseite mir nicht
offen erscheinen, siehe das Bild vom offenen Tubus, also bei fallenden Temperaturen mehr von der
Spiegelvorderseite abgekühlt werden, kann man diesen Effekt vermuten, besonders wenn es sich
nicht um Sital-Spiegel handelt.
Foto/Grafik gelöscht, da an anderer Stelle nachträglich themenfremde Änderungen stattfanden, und es hier auch nicht auszuschließen ist.
Die eher akademisch einzuordnende Detail-Diskussion führt in der Regel nicht zur Frage, wie
leistungs-stark dieses Teleskop sich in der Praxis bewährt. Diese Aufgabe wird Tom Brüll, Wien
übernehmen. Für mich als der Prüfer ist der Praxis-Test deswegen besonders wichtig, weil ich
gerne wüßte, wie sich eine nur mir bekannte Auffälligkeit im Praxis-Vergleich überhaupt aus-
wirkt. Aus diesem Grunde warte ich auf die Ergebnisse von Tom.
opt. Grüße
Wolfgang Rohr