Das Coronado-PST kann auch intern "verrosten"

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UwePilz

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Liebe Sternfreunde,
ich war mit den Bildern menes PST zunehmend unzufrieden. Ich bekam einen Hinweis, dass der interne ITF-Filter dieselben Degradationserscheinungen zeigen kann, wie es seinerzeit die Frontlinsen hatten. Ich habe nachgeschaut und bei mir war es so. Ersatz gibt es bei Beloptik in Dresden. Ich habe dazu einen ausführlichen Beitrag geschrieben.
 
Guten Morgen,

ich habe das vor längerer Zeit auch mal irgendwo gelesen, ich meine sogar das es hier war. Da wurde auch auf den gleichen Ersatzfilter verwiesen und positiv getestet. Aber schön dass das wieder hoch kommt und so nicht gänzlich aus dem Gedächtnis gestrichen wird.

Gruß Markus
 
Ich habe inzwischen den Grund herausgefunden. Coronado / Meade hat diese Vor-Filter mit metallischem Silber bedampft. Und ebenso, wie das Besteck in der Schublade anläuft, verändert sich Silber in Beschichtungen. Wenn man dies macht, muss man es versiegeln.

Zuerts war der ITF in Objektivnähe und ist dort verrostet. Beim Umbau oder den späteren Exemplaren war dies eine kleinerer Filter in der Okularsteckhülse. Man sah es eben nicht, wie das Instrument immer schlcheter wurde, jedenfalls nicht direkt.
 
Hallo Uwe,

Schön dass Du das Thema noch mal hoch holst und auch für den ausführlichen Bericht im anderen Forum.

Neu ist das ganze allerdings in der Tat nicht, mir ist diese Problematik schon seit einigen Jahren bekannt. Mein PST hatte ich 2012 gebraucht gekauft. Das Bild war zwar OK, aber ich hatte vorher schon gehört, dass der ITF anlaufen kann. Also habe ich ihn ausgebaut und tatsächlich sah er genauso aus wie bei Dir. Damals hatte Bresser den Coronado-Service und sie haben mir die komplette Einheit aus ITF und Blockfilter kostenlos getauscht, obwohl ich nicht der Erstbesitzer war. Das fand ich extrem kulant und nett.
Letztes Jahr ging das ganze aber wieder los und der Filter lief erneut an. Bresser konnte mir nicht mehr helfen, aber ich hatte schon mal von dem Beloptik-Filter gehört und schaue ohnehin ab und zu auf Oliver Smies Seite vorbei. Ich habe ihn also gekauft und eingebaut. Der PST-Kasten hängt bei mir mittlerweile an einer 70/700-Optik, genannt „Sunlux“. Mit dem Beloptik-Filter wurde das Bild spürbar heller und kontrastreicher. Ich bin sehr zufrieden damit.

Also wie gesagt, neu ist die Problematik mit den anlaufenden ITFs der zweiten PST-Generation nicht. Das Thema geistert immer wieder mal durch die Foren, daher hatte ich auch 2012 schon die Information. Und auch von Olivers Ersatz-ITF hatte ich hier oder im Astrotreff gehört. Aber wenn das Thema ab und zu mal wieder auf den Tisch kommt, ist das um so besser. Ich möchte nicht wissen wie viele Besitzer mit der Abbildung ihres älteren PSTs unzufrieden sind und nicht wissen, dass man das eventuell mit einem relativ einfachen und günstigen Filtertausch beheben kann.

Bis dann:
Marcus
 
(Quasi) Gegenfrage: Von angelaufenen oder 'rostenden' PST liest man schon seit nicht wenigen Jahren beinahe regelmäßig.

Warum aber sieht dann mein SM40/BF10 noch aus wie neu? Es gehört wohl mit zu den ersten hier erhältlichen in D - nachdem APM mich mit dem SM90 beim ITV neugierig gemacht hatte, besuchte ich ML im Folge-ITV als der 40er lieferbar war. Beim Durchschauen habe ich ihn sofort geordert. Müsste so etwa 2004/2005 gewesen sein - hatte ihn auch bei einem der ersten ATB dabei. Der wohnt (mit den Original-Schutzkappen) und dem BF10 im Coronado-Case, und ist immer noch frisch und knackig, Glasoberflächen völlig fehlerfrei. Lediglich am äußeren Schutzglas ist ein Minikratzerchen - da ist mal ein aufgespannter Sonnenschirm (war als Schutz dran gesteckt) lang geschrappt, jedoch ohne visuelle Beeinträchtigung. :eek:(y)

Der Filter ist sogar noch die Version ohne den Ami-Aufkleber. Waren die wirklich 'früher' besser verarbeitet, oder hat das Prinzip bedingte Gründe, dass die PST so vor sich hin 'rosten'?

sonnige Grüße
Manfred
 
Nabend,

wenn es Silber ist, das anläuft, handelt es sich um Schwefel, der die glänzende Oberfläche verdunkelt.
Es ist weder Feuchtigkeit, noch Sauerstoff.

Deswegen soll man mit einem Silberlöffel auch kein Ei essen! Das Gelb kommt von.... Schwefel, genau ;)
Entsprechend sieht der Löffel danach aus...

Goldschmiede legen angelaufenen Silberschmuck in ein Bad aus warmer, verdünnter Schwefelsäure. Die holt sich den Schwefel zurück. Die Silberoberfläche ist anschließend wieder blitzeblank.

Inwieweit diese Kenntnis hier von Nutzen ist, zumal bei dünnen Schichten, weiß ich nicht. Ist die Schicht auf Quarz, oder Schnödglas (BK7, Float, etc...), wird es das Substrat geduldig über sich ergehen lassen. Wenn die betroffenen Gläser sowieso nachgekauft werden, kann man ja mal einen Versuch starten und schauen, wie's ausgeht ;)

Vorsicht! Bei Salzgläsern (zB CaF) sieht das ganz anders aus!! Oder kann zumindest.

Warum aber sieht dann mein SM40/BF10 noch aus wie neu?
Weil du in schwefelarmer Umgebung lebst vielleicht?

Gruß und CS!!
Okke
 
Hallo Leute,

Manfred, beim PST sitzt der ITF unmittelbar vor dem BF und bekommt dementsprechend gebündeltes Licht ab. Vermutlich ist der Filter deshalb anders aufgebaut als bei Dir und altert aus diesem Grund schneller. Laut der Beschreibung des Filtersystems bei AOK Swiss sitzt der Energieschuztfilter des SM40 vorne beim Etalon, hat also deutlich mehr Öffnung und weniger thermische Belastung.

Okke, der PST-ITF ist ein Sandwich aus zwei Gläsern mit der Filterschicht dazwischen. Da kommt man mit Säure nicht ran. Die Filterschicht degradiert zwar von außen nach innen, wird dabei aber auch nicht schwarz sondern irgendwie körnig. Ich weiß nicht was die Alterung auslöst, aber nach Silbersulfid sieht mir das nicht aus.

Martin, ich meine mich zu erinnern, dass Meade Coronado irgendwann mal aufgekauft hat. Aber da kann ich mich auch täuschen.

Bis dann:
Marcus
 
> Deswegen soll man mit einem Silberlöffel auch kein Ei essen! Das Gelb kommt von.... Schwefel, genau ;)
Entsprechend sieht der Löffel danach aus...

Es schmeckt vor allem nicht. DIe wenige Silberionen, die dabei in Lösung gehen, erzeugen einen metallischen Geschmack.
~
Massives Silber wird zwar schwarz. Feinverteiltes oder kolloidales Silber nicht unbedingt, es kann andere Farben annehmen. Vor Erfindung des Bleistifts wurde mit Silber gezeichnet (ja, das geht). DIese Zeichnungen altern auch, in diesem Fall ist das gewünscht und bekommen mitunter einen schönen rötlichen Ton, manchmal aber auch andere Färbungen.

Falls irgen möglich nimmt man für Filter Metalloxide, die sind langzeitstabil.
 
Heute konte ich die Sonne ausführlich beobachten. Es gab zwar nur eine winzige Protuberanz und ein paar Filamente, ruhige Sonne eben.
Der neue Filter gibt eine Bildgüte, welche das Gerät noch nie hatte! Ich besitze es seit 10 Jahren. Wahrscheinlich war dieser Filter schon damals zumindest leicht angegangen, oder der jetzige Energeischutzfilter ist wirklich so viel besser.

Ich musste immer unter einem dunklen Tuch beobachten. Das Bild war zwar einigermaßen kontrastreich, aber ziemlich dunkel. Das machte auch das Erkennen feiner Einzelheiten schwierig machte. Ich habe immer noch das Tuch in dem Coronado-Koffer, aber das Bild ist jetzt richtig hell. Damit kann ich auch ohne Probleme mit der Vergrößerung höher gehen, ich habe mich bisher auf 40x beschränkt. 60-70-fach sind überhaupt kein Thema, wenn es die Luftruhe zulässt.

Ich habe das Gerät seinerzeit für 400€ gekauft, das war ziemlich billig. Jetzt, umgerüstet, bin ich irgendwo beim Normalpreis gelandet. Da seht ihr mal: Es gibt nichts umsonst.
 
Gut, dass es für die sicher nicht wenigen PSTler mit Beloptik eine empfehlenswerte Alternative gibt. Und bemerkenswert, dass es nun auch ohne Tuch geht - das brauche ich nämlich wirklich ab 40x.
Allerdings ist weder die schwefelarme nordhessische Landluft noch das silbrige Schimmern des rückseitigen Schutzglases meines Etalon bislang für den ladenneuen Zustand befriedigend erklärend. Oder liegt es wirklich einzig an den hohen Temperaturen, denen die empfindlichen Schichten des PST ausgesetzt sind?

strahlender Gruß
Manfred
 
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