Das Ende des AutoGuiders?

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Hallo Egon,

Vielen Dank für Deine Rückmeldung.

eine tolle, zukunftsweisende Konstruktion, die bei Euch eingesetzt wird.

Kommen die eingesetzten Torquemotoren von der "Stange" oder handelt es sich um Sonderanfertigungen?

Der Grund, weshalb ich frage ist der, dass ich in naher Zukunft mein Selbstbauprojekt angehen möchte:

link zum thread

Gruß
Martin

P.s.: Wird ASA auch auf der AME vertreten sein?
 
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Hallo Egon,

die Frage ist ob es Sinn macht solche Gesamtnachführfehler zu erreichen, wenn das Seeing hier in Europa seltenst unter 1" zu beobachten ist. Leider hat der Himmel in meinem Garten (oder sonstwo, wo ich bisher war) nicht die Qualitäten von einem Paranal oder so.
Heidenhainencoder (Auflösung 0.144") würden es wahrscheinlich auch tun. Preislich wäre dann eure Montieurng sicher attraktiver.

Grüße,

Josch

http://www.astronomie.be/hambsch
 
Hallo Josch,

bei der Encoderauflösung können keine Kompromisse eingegangen werden, da sich noch viele zusätzliche Fehler miteinschleichen ( Strichteilung, Interpolation, Elektronik, Rauschne usw.) somit wird der Fehler vervielfacht!
Aus unserer theoretischen Nachführgenauigkeit von 0,03" werden dann eben 0,25-0,35".
Dieser Fehler addiert sich zum Seeing.
Bei einer Encoderauflösung von 0,14" (nur 1/10 der Auflösung die wir mit unseren Encodern erreichen) würde ich einen Gesamtnachführfehler je nach Motoren und Steuerung von über 1" erwarten.
Da würde man dann doch wieder zum Teil auf Autoguiding zurückgreifen.
Auch in Östereich erreichen wir Seeing an guten Nächten von wesentlich unter 2" (FWHM).

Gruß

Egon
 
Ich nehme an dass viele schon mit einem regelmässigen Seeing unter 2" zufrieden wären, wenigstens ist ein solches Seeing bei mir selten der Fall.
Wo liegt der Vorteil gegenüber einer präzisen Montierung mit korrigiertem PE, diese habe ja dann oft auch nur noch einen PE von ca. +-1" (AP1200, GM2000...)? Guiden muss man ja in der Regel trotzdem

Was ich persönlich ein wenig schade finde ist die grosse Preisdifferenz zwischen der kleinsten ASA Montierung und der nächst grösseren.

Grüsse
Peter
 
Hallo Peter,

die Diskussion ging ja ursprünglich um den PEC-Watcher. Hier sehe ich keinen Vorteil gegenüber einer extrem genau laufenden Montierung. Allerdings bietet der PEC-Watcher (wenn er sich dann noch guiden läßt) trotz des relativ hohen Preises eine günstige Möglichkeit an eine derart genaue Montierung zu kommen. Eine EQ6 + Pec-Watcher ist um einiges preisgünstiger, als eine entsprechend genaue Montierung.

Wenn man von den ASA-Montierungen spricht, gibt es sicherlich noch weitere Vorteile - allerdings auch zu einem entsprechenden Preis. So werden z.B. Refraktion und Lastwechsel-Probleme durch die Software von Philip Keller kompensiert. Ob das wirklich funktioniert kann ich nicht sagen - aber so ist zumindest mal die Theorie.

Gruß
Klaus
 
Zitat von Egon:
....

Der Preis bewegt sich für die komplette Montierung so zwischen EUR 6000 und 7000.
Die Montierung wird eine Tragkraft von ca. 15-20kg haben.

Gruß

Egon


Hallo Egon!

Diese Montierung klingt sehr interessant, warum geht man in der Konstruktion aber nicht einen (kleinen) Schritt weiter und dimensioniert diese Montierung für eine Zuladung von 25-30kg? Wenn man - so wie ich - z.B. ein ASA 10N + FLI PL16803 inkl. Filterrad benutzt, ist man schon am oberen Gewichtslimit.
Hier ist meiner Meinung nach derzeit der Schritt zwischen der geplanten kleinen und der großen Montierung zu weit.
Leider ist das Angebot an portablen Montierungen für die 'Mittelklasse' um 25kg generell eher dünn, oberhalb und unterhalb ist es deutlich reichhaltiger.

Viele Grüße,
Gerhard
 
Hallo Egon,

ich gebe da Gerhard völlig recht, mit 20-25 kg für den Preis mit den geplanten Funktionen hättest Du ein tolles Produkt. Du solltest unbedingt mindesten 20 kg (photografisch) anpeilen. Aber hier geht es nicht nur um die Zukunft sondern um die Gegenwart. Beide System sollte und kann man nicht vergleichen. PEC-Watcher ist Montierungszubehör, für Besitzer guter Mittelklassemontierungen. Das ASA Montierungskonzept geht da noch weiter und hat eine ganz andere Zielgruppe: Käufer neuer Montierungen ......Bei PEC-Watcher diskutieren wir über Nachführgenauigkeiten je nach der Mechanik der Montierung von ca. 1 Bogensekunde. Wem das zu viel ist, der darf das Produkt auf keinen Fall kaufen. Er sollte dann sein Haus verkaufen, Frau und Kinder zurücklassen (das Auto nimmt er natürlich mit) um dann mit seiner Montierung im Hochland zu leben. Alternativ würde sich auch der Mond empfehlen :) .... Spaß beiseite: Ich habe schon diverse Messungen mit meinem AutoGuider gemacht. Nachführgenauigkeiten von 1 Bogensekunde konnte ich noch nie erreichen. Wie auch, geht bei unserem durchschnittlichem Seeing nicht, würde mein Detektor gar nicht auflösen können. Etwas über +/- 1’’ war mein bestes Ergebnis und das war für mich eine „Hammernacht“! Ich denke die meisten Astrofotografen hier im Form träumen von 1’’ Seeing und selbst das könnte ich dann nicht mit meinen am meisten benutzen 900 mm und der ATIK 16HR auflösen.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter und Egon,

ich war gerade in Namibien und hatte sehr gutes Seeing (1.2"), zwar nicht immer aber immerhin das erste Mal, das ich so etwas gesehen habe. Aber solches Seeing ist nur bei größerer Brennweite von Vorteil (ich hatte einen 50cm f/9.5 zur Verfügung). Auf einer Montierung der 20 kg Klasse findet man normalerweise solche Brennweiten nicht (höchstens für Planeten und dann wird mit Webcam oder DMK fotografiert).
Deshalb würde eine Genauigkeit von 1" meiner Meinung nach völlig ausreichen. Eine Brennweite von 2 m liefert ca 1" mit einer STL11K. Es ist alles eine Frage der Anwendung und des Preises. Ich würde mir sofort eine ASA Montierung kaufen wenn sie im Preisrahmen der G11 Gemini oder G42 liegt (bei 20kg Zuladung). Bei höherem Preis würde ich eher zweifeln. Es ist alles auch eine Frage der Anwendung. Momentan liegt die bei mir mehr im Gebiet der Veränderlichenbeobachtung mit relativ kurzer Belichtung von bis zu 5 Min (bei 3x3 binning) und mittlerer Brennweiet von ca 2 m.
Dafür taugt eine modifizierte EQ6 SKyscan und Pec Watcher allemal.
Also vielleicht einen Kunden weniger :-(

Grüße,

Josch

http://www.astronomie.be/hambsch

 
Hallo Peter,

danke für den Hinweis.
Natürlich ist ein niedriger Preis und eine hohe Traglast wünschenswert.
Die kleine ASA Montierung sollte auch noch als Reisemontierung verwendbar sein. Hier ist ein Telekopgewicht von 25 kg schon ein bisschen hoch.
Bei der mittleren Montierung (50kg + Traglast ) wollen wir Astrofotographen in der Klasse von AP 1200 und Paramount ME ansprechen.
Wir wollen natürlich mit marktgerechte Produkte unsere Kunden zufriedenstellen. Derzeit ist es uns nicht möglich die "Eierlegende Wollmilchsau" im Montierungsbau zu liefern.
Die Firma ASA ist angetreten die bestmögliche Technik den semiprofessionellen Amateur zur Verfügung zu stellen!
Das geht natürlich nicht um jeden Preis.
Natürlich wissen wir auch das der "normal verdienende" Hobbyastronom selten mehrere Tausend Euronen für sein Hobby hinlegen will oder kann.

Bei entsprechender Nachfrage wird es vielleicht möglich sein eine moderne Montierung zum erschwinglichen Preis entwickeln und produzieren zu können.
Aber auch wir mußten feststellen das man in Billiglohnländern meist keine ausreichende Qualiät bekommt.
Somit bleibt uns nicht anderes übrig die hochgesteckten Ziele im Inland zu verwirklichen, mit den Nachteil der höheren Kosten.
Außerdem wollen wir derzeit keine Kompromisse in der Qualität eingehen.


Gruß

Egon
 
Hallo Peter,

mich freut es wenn es neue Produkte am astrophotographischen Markt gibt die es dem User erleichtert gute Ergebnisse zu erzielen und Freude am Hobby zu haben.

Mich würde mal interessieren ob man beim PEC-Wachter auch noch einen Autoguider verwenden kann? Bei einem aufgezeichnetem Trakfile könnte man dann nicht nur den PE bewerten sondern den Gesamtnachführfehler verifizieren.
(kannst mir das ja auch als PN senden)

Philipp Keller und ich haben einige Test in den letzten Jahren gemacht und kamen zum Schluß, das eine Encoderauflösung von 0,15" für unsere Ansprüche zu hoch ist.

Ich bin mir aber sicher das es für den Hobbyfotografen eine wesentliche Erleichterung ist, mit diesem PEC-Wacher, seine Montierung zu "tunen".

Gruß

Egon
 
Hallo Egon!

Ich möchte mich hier Peters Meinung anschließen und noch einmal vorschlagen, dass die kleine Montierung wenigstens 20kg sicher fotografisch Nachführen sollte.
Anderenfalls würdet ihr euer eigenes ASA 10N Teleskop( + Zuladung) für eine Verwendung disqualifizieren. Ich habe gerade dieses Instrument wegen seiner Portabilität ( und Qualität natürlich) gekauft, es sollte deshalb auch von einer zukünftigen 'Reisemontierung' unterstützt werden.

Viele Grüße,
Gerhard
 
Hallo Egon,

eine kleine Sache zum Thema Direktantrieb würde mich noch interessieren:

Wie präzise läuft dieser, wenn keine Regelung durch den Winkelgeber erfolgt?

Soll heißen: Würde allein der Direktantrieb via Torqouemotor schon eine signifikant präzisere Nachführung bieten, da kein Schneckenfehler auftreten kann? Oder ist es so, daß der Direktantrieb nur in Verbindung mit einem Regelkreis ala Winkelgeber funktioniert?

Gruß
Martin
 
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Hallo Josch,

ja, dem braucht man nichts mehr hinzuzufügen. Auch für mich wäre dann so eine noch mobile ASA dann interessant. Stationär werde ich bei meiner derzeitigen Ausrüstung bleiben.

Gruß,
Peter

PS: Warst Du auf Tivoli?
 
Hallo Egon,

ich hätte eine derartige Messung schon gern gemacht und auch veröffentlicht, jedoch ist das Wetter hier im Norden Deutschlands derzeit mehr als Bescheiden und so hab ich die wenigen Möglichkeiten zum Belichten genutzt. Zum Wochenende soll sich eine Besserung einstellen, vielleicht mach ich das dann mal am Sonntag. Bei der Messung könnte man dann auch sehen, wie viel ich noch über 5 Minuten belichten könnte.

Die derzeitige Version unterstützt keinen AutoGuider. Lajos hat aber ein Update für diesen Monat angekündigt. Selbst wenn das erst in den nächsten Monaten kommt, ist das für mich persönlich kein Problem, da ich jetzt schon für 5 Minuten Belichtung in fotografischer Höhe keinen AutoGuider mehr brauche. Mit AutoGuider und CCD war das bei mir meist auch die Grenze, länger habe ich nur bei sehr tiefen Temperaturen mit der Canon 300D belichtet.




Gruß,
Peter
 
Hallo Egon,

wird die kleine ASA-Montierung durch Polsucher oder Software bei der Polausrichtung helfen? Wenn sie als Reisemontierung gedacht ist, sollte man ja nicht unbedingt jedesmal "von Grund auf" scheinern müssen...

Viele Grüße
Stefan

www.slilge.de
 
Zitat von peterlink:
ich gebe da Gerhard völlig recht, mit 20-25 kg für den Preis mit den geplanten Funktionen hättest Du ein tolles Produkt.

Sehe ich nicht ganz so. Wenn ich zum fotografieren auf den Acker gehe, dann wünsche ich mir die Montierung nicht schwerer als eine GP-DX oder Sphinx SWX. Ich denke auch, daß bei all dem Regelungsaufwand der ASA Montierungen die üblichen Regeln, wie 20KG Tragfähigkeit für 10KG Ausrüstung, nicht mehr gelten.
 
Hallo Gerhard,

mit Versprechungen für Produkte die noch nicht eingehenst getestet worden sind, bin ich sehr Vorsichtig.

Gestern haben wir einen Prototyp unserer ASA Montierung am Himmel getestet. Die Tragkraft hat unsere Erwartungen übertroffen und so bin ich mir sicher, das unsere kleine Montierung unseren 10" ASA locker mit Zusatzequipment "packt".
Wir werden diesen Wunsch nach höherer Tragkraft in unserer Konstruktion einfließen lassen.

Man sollte aber auch bedenken, das mit unseren Montierung ABSOLUT kein Autoguiding notwendig ist.

Gestern haben wir mit einem 12" ASA 20min ohne Nachführkorrektur belichtet ( 25 Grad über Horizont - in dieser Zeit verändert sich alleine die Refraktion um mehr als 10") und selbst bei 400% keine Nachführfehler gesehen.
Am 12" ASA hing eine Apogee 4x4K samt Filterrad und das mit einem Pointingfile von 4 Sternen!

Somit spart man bei unseren Montierung Gewicht für Leitfernrohr und Autoguider.

Gruß

Egon
 
Hallo Martin,

Direktantriebe sind nur so genau ansteuerbar als der zur Verfügung stehende Encoder.
Ohne genaue Encoder geht nix und da ist außerdem die sehr aufwendig Elektronik und Steuersoftware.....

Gruß

Egon

 
Hallo Stefan,

bei der ASA Montierung gibst kein einscheinern mehr.
Laser auf Polaris richten (ist eingebaut - nicht Polaris sondern der Laser ) Automatisches Poniting drücken - Rest ist vollautomatisch - die Software "spukt" dir dann genau aus wieviele Striche du an den Rädern für die Polausrichtung drehen musst - dann noch kurzes Pointingfile (wieder vollautomatisch durch einen Knopfdruck am PC). Alles zusammen dauert ca. 5-10min ohne Vorkenntnisse. Dann steht die Polasrichtung besser als jede Einscheinerungsmethode.
Es geht auch ohne Sicht auf Polaris oder dem Südpol!

Gruß

Egon
 
Hi zzzip,

ei gibt kein Zusatzgewicht außer der externen Stromversorgung. Im Normalbetrieb verbraucht die Montierung ca. 50-100Watt.
Der Rest ist in der Montierung (alle Kabel Steuerelektronik usw..) Die größere Montierung betreiben wir mit 48V die kleine mit 24V.

Gruß

Egon
 
Zitat von Egon:
...

Gestern haben wir einen Prototyp unserer ASA Montierung am Himmel getestet. Die Tragkraft hat unsere Erwartungen übertroffen und so bin ich mir sicher, das unsere kleine Montierung unseren 10" ASA locker mit Zusatzequipment "packt".
Wir werden diesen Wunsch nach höherer Tragkraft in unserer Konstruktion einfließen lassen.
...

Hallo Egon,
Das klingt schon sehr positiv!

Icu wünsche euch viel Erfolg bei der Weiterentwicklung!

Gerhard
 
Hallo Egon,

das klingt ja gut, das war so meine Sorge, dass man letztlich doch nicht ohne Autoguider auskommt, weil die Polausrichtung nicht stimmt.
Wenn die Montierung meinen 10" Meade ACF auch bei leichtem Wind sicher tragen kann (Gewicht mit Zubehör ca. 16kg), könnte ich nächstes Frühjahr in Versuchung kommen (falls ich bis dahin das Geld nicht anderweitig verbraten habe ;-)

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Egon

Das klingt alles sehr gut, kann man schon etwas zur Geräuschentwicklung beim Tracken und beim GoTo sagen? Meine GM2000 ist hier vorbildlich leise.

Grüsse
Peter
 
Hallo Josch,

da jetzt alle Tests abgeschlossen sind können wir die mittlere Montierung ( Tragkraft über 50kg) noch heuer den ersten Kunden liefern ( gibt schon viele Vorbestellungen).
Die kleine wird im Frühjahr fertig und die gibts sicher in Essen schon zu kaufen.

Gruß

Egon
 
Hi Peter,

bei Direktantrieb gibt es keine Geräusche - wirklich. Vorraussetzung ist die optimale Ansteuerung.
Schon in Essen haben Schaulustige die Ohren in Betrieb "an die Montierung gelegt".

Gruß

Egon
 
Hallo Egon,

auch ich bin begeistert von den angekündigten Eigenschaften Eurer Montierung. Ich muß mich meinen Vorrednern allerdings anschließen. Eine Montierung mit einer Tragfähigkeit von 30-40kg im Rahmen von 5000 bis 6000 Euro wäre optimal.

Viele Grüße
Uwe

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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