Hallo Dominique,
Oh, da ist anscheinend jemand mit dem falschen Fuß aufgestanden.
Oder habe ich einen wunden Punkt erwischt? :/
Es war ein Ultravid 7x42 HD+ frisch aus der Vitrine von Wieserhavern in Hamburg.
Ein tolles Glas, weitwinklig, billante Farben, haptisch ein Traum. Ich liebe es, wie Leica-Gläser in der Hand liegen. Dass man den Mitteltrieb für den Dioptrienausgleich auseinanderziehen muss, fand ich nicht ganz so gut, das ist meiner Meinung nach beim 8x20 besser gelöst. Ich finde den kleinen Knopf toll, weil man den Ausgleich verstellen kann, ohne dass man am Glas umgreifen muss.
Aber wie gesagt, einfach klasse. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und das lag nicht daran, dass die Gummierung eventuell klebrig gewesen wäre. :biggrin:
Und ab der Hälfte des Gesichtsfeldes beginnend leichte Unschärfe, die bis zum Rand an harten Kontrasten bei bewusstem Hinschauen unübersehbar wurde. Dazu zarte, farbige Säume. Alles nicht auffällig und für die Praxis sicherlich ohne Belang.
Aber vorhanden.
Trotz HD+.
Und ähnlich habe ich es in den Zeissgläsern auf dem Teleskoptreffen gesehen. Alles nicht dramatisch, etwas weniger vielleicht als beim Leica 7x42, aber es waren ja auch andere Gläser. Keine Ahnung welches das andere Zeiss als das SF das genau war. Bei den ganzen Buchstaben von Zeiss blickt ja kein normaler Mensch durch.
Es war groß, schwarz, schwer, gummiert, hatte 10x, war von Zeiss und hat laut Besitzer über 2000,- gekostet. Go figure.
Mag sein, dass ich nicht so viel Ahnung von Schreinerei habe. Aber ich habe Ahnung von Teleskopen und hochwertigen Okularen. Und ich erkenne Unschärfen und Farbfehler wenn ich sie sehe. Es ist mir vollkommen klar, dass man mit einem Fernglas niemals die Abbildungsqualität einer Kombination aus Vollapo und Ethos-Okularen erreicht. Und das ist auch völlig OK. Aber es muss erlaubt sein, Fakten auf den Tisch zu legen und zu vergleichen.
Wenn Du oder jemand anderes behauptet, bei den Spitzenferngläsern gäbe es keinerlei Unschärfe im Feld und keinerlei Farbsäume, dann ist das einfach nicht richtig. Sie sind da. Genau wie bei meinem kleinen 8x20 und auch beim Takahashi Fluorit-Apo und dem 13er Ethos. Die Frage ist nur, wie genau muss man hinschauen um sie zu sehen.
Und wenn man dann die Abbildungsqualitäten vergleicht und ehrlich zueinander und vor allem zu sich selbst ist, dann kann man anfangen die Gläser auf diese speziellen Eigenschaften hin zu vergleichen.
Und dann sieht man, dass all diese kostbaren Gläser sich nur in Nunancen unterscheiden, aber tolle Eigenschaften haben und richtig viel Spaß bringen. Und sie alle haben leichte Unschärfe im äußeren Feld und minimale Farbsäume kurz vorm Rand.
Und am wenigsten davon hat das Ultravid 8x20. :super:
Ich habe mein kleines Leica vor dem Kauf übrigens mit dem Victory 8x20 verglichen und fand sie optisch auf Augenhöhe, mit minimalen Unterschieden an der Wahrnehmungsgrenze. Ausschlaggebend für den Kauf des Leicas war für mich die Haptik und das Packmaß, nicht die Optik.
Deshalb behaupte ich jetzt einfach mal so frei und mutig in den Raum hinein, dass das Zeiss Victory 8x20 T* im Vergleich mit einem Victory 8x42 SF die bessere Randschärfe und geringere CA hat.
Einfach so. Ohne es belegen zu können.
Huuuh, ich bin böse. Böööse!
Einen schönen Sonntag wünsche ich noch. Ich gehe gleich erst mal mit meinem Hund und habe das Leica dabei. Ich freue mich schon.
Bis dann:
Marcus